Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung -------------------------------------------------------------------------------------------- 2
2. Formen von Essstörungen ---------------------------------------------------------------------- 3
2.1 Adipositas ------------------------------------------------------------------------------------- 3
2.1.1 Arten der Adipositas ----------------------------------------------------------------------- 3
2.1.2 Folgen der Adipositas --------------------------------------------------------------------- 4
2.1.3 Therapiemöglichkeiten bei Adipositas ------------------------------------------------- 4
2.2 Bulimie ----------------------------------------------------------------------------------------- 4
2.2.1 Ursachen -------------------------------------------------------------------------------- 5
2.2.2 Phänomene ----------------------------------------------------------------------------- 6
2.2.3 Folgen ------------------------------------------------------------------------------------ 7
2.3 Anorexia nervosa---------------------------------------------------------------------------- 7
2.3.1 Ursachen -------------------------------------------------------------------------------- 7
2.3.2 Phänomene ----------------------------------------------------------------------------- 8
2.3.3 Folgen -----------------------------------------------------------------------------------10
2.4 Essstörungen bei Männern-------------------------------------------------------------------11
3. Wege aus der Sucht: Therapiemöglichkeiten bei Magersucht und Bulimie ---------11
3.1 Das therapeutische Konzept nach Gerlinghoff und Backmund ----------------------12
3.1.1 Die vorstationäre Phase -----------------------------------------------------------------12
3.1.2 Die stationäre Phase ---------------------------------------------------------------------13
3.1.3 Die ambulante Phase --------------------------------------------------------------------13
3.2 Therapiekonzept nach Eberhard Okon ----------------------------------------------------14
3.3 Hilfen bei Magersucht oder Bulimie --------------------------------------------------------14
4. Schluss----------------------------------------------------------------------------------------------15
5. Literaturverzeichnis ------------------------------------------------------------------------------17
1
1. Einleitung
„Der heimliche Kampf begann. Mein Kampf![...] Aber ich mußte stark sein, stark und eisern, aus dem
einfachen Grund, weil ich seit jeher gerne gegessen habe. Jeder Tag wurde zu einem Kampf
zwischen mir und den Kalorien. Ich mußte mich selbst maßregeln und erziehen. Der Anfang war am
schwersten. Etwas leichter wurde es, als ich anfing, auf einer Liste festzuhalten, wie viel ich jeden
Tag aß. Die Ergebnisse habe ich am Abend verglichen und mir selbst Noten gegeben. Auf diese
Weise wurde es zu einer Art Sport. Der spannendste Augenblick war jeden Morgen, wenn ich mich
im Bad auf die Waage stellte. Nie vergesse ich das Kribbeln im Körper, als zum ersten Mal der
1 Zeiger auf die 40 zukroch.“
Dieser kurze Auszug aus einem Jugendbuch beschreibt leider keinen Einzelfall, sondern kann exemplarisch für eine große Anzahl essgestörter Jugendlicher stehen. Vor allem junge Mädchen leiden an Essstörungen, aber es sind auch zunehmend Jungen betroffen. Prominente Beispiele gibt es genügend und aufgrund des schlanken Schönheitsideals, das uns aus Zeitschriften, Medien usw. suggeriert wird, geraten besonders Jugendliche in der Adoleszenz, ein Zeitalter, das geprägt ist wie kein anderes von Selbstzweifeln, Identitätskrisen und Persönlichkeitsstörungen, unter einen starken Druck und glauben, diesem Ideal unbedingt entsprechen zu müssen. Dieser Wunsch, mit diesem Ideal übereinstimmen zu wollen, endet oftmals tödlich.
Alarmierend sind Statistiken, die besagen, dass bereits 50 % aller Elfjährigen sich schon mit Diäten beschäftigt haben, 25 % aller Mädchen unter zwölf Jahren und 50 % aller 18jährigen schon Diäterfahrung haben, 40 % der normal- und untergewichtigen Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren sich selbst zu dick finden, 90 % aller Frauen abnehmen möchten, nur 1 % zufrieden mit ihrer Figur ist und 70-80 % aller Frauen sich nicht richtig satt essen, aus Angst , zu dick zu werden 2 .
Es gibt verschiedenen Arten von Essstörungen: Anorexia nervosa, Bulimarexie und Adipositas.
Ob das Gewicht der Körpergröße entspricht oder ob eine Form der Essstörungen vorliegt, lässt sich anhand des Body - Mass - Indexes (BMI) bestimmen, der folgendermaßen berechnet wird: Man nimmt sein Gewicht und dividiert es durch seine Körpergröße zum Quadrat, z. B. ist der BMI bei einer Körpergröße von 1,80m und einem Gewicht von 70kg 21,6, da 70 : 1,8 2 = 21,6. Normalgewichtige haben einen BMI von 18,5 bis 25. Bei fettsüchtigen Menschen mit nur mäßigem Übergewicht liegt der BMI über 25, ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Alle Menschen, die einen BMI unter 18 haben, sind nicht besonders schlank, sondern untergewichtig und unterernährt.
Diese Arbeit wird einen kurzen Überblick über die verschiedenen Formen von Essstörungen geben. Ihr Schwerpunkte liegen sowohl auf der Bulimarexie als auch auf der Anorexia
1 GUNVOR A. NYGAARD: Inger oder Jede Mahlzeit ist ein Krieg, München 5 1994, S. 17.
2 Vgl. Maja Langsdorf: Die heimliche Sucht unheimlich zu essen. Bulimie-verstehen und heilen, Frankfurt/Main 2003, S. 17ff.
2
nervosa, deren Phänomene, Ursachen und Folgen ausführlich skizziert werden und im Anschluss daran werden verschiedene Therapiemöglichkeiten und Wege aus der Sucht vorgestellt.
2. Formen von Essstörungen
Es gibt drei verschiedene Arten von Essstörungen. Im folgenden werden Ursachen, Phänomene und Folgen von Adipositas kurz skizziert, der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des Krankheitsbildes von Bulimie und Anorexia nervosa, die häufig in Verbindung miteinander erscheinen.
2.1 Adipositas
2.1.1 Arten der Adipositas
Fettsucht ist am häufigsten bei Menschen mittleren Alters vorzufinden, wobei Frauen stärker als Männer betroffen sind. Es muss zwischen drei Arten der Fettsucht unterschieden werden: Normale Fettsucht, reaktive Fettsucht und Entwicklungsfettsucht.
Bei der normalen Fettsucht haben die Personen ein geringes und stabiles Übergewicht, sie leiden 3 auch nicht an abnormalen psychischem Verhalten .
Die reaktive Fettsucht ist dadurch gekennzeichnet, dass sie als Reaktion auf traumatische Ereignisse und Erfahrungen entsteht und als Abwehrfunktion gegen Ängste und Depressionen dient. Sie tritt meist bei Erwachsenen auf, wobei sich die Betroffenen bewusst über den Unterschied zwischen 4 Hunger und ihrem neurotischen Verhalten sind .
Die dritte Form der Fettsucht, die Entwicklungsfettsucht, bricht meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz aus. Sie ist mit der Gesamtentwicklung verflochten, die durch viele Persönlichkeitsstörungen und Identitätskrisen gekennzeichnet ist. Kennzeichnend ist die Unfähigkeit der kontrollierten Nahrungsaufnahme: Es gibt weder Hunger- noch Sättigungsgefühle. Die Betroffenen sind mit ihrer Situation unzufrieden und suchen Trost im Essen, dadurch geraten sie in einen Teufelskreis, da sie weiter an Gewicht zunehmen. Die betroffenen Jugendlichen beklagen zwar ihr Schicksal, nutzen aber ihr Übergewicht als Alibi, um nicht an den Aktivitäten „normaler“ Jugendlicher teilnehmen zu müssen, sie empfinden ihre Situation als fremdbestimmt und fremdverschuldet. Der massige Körper vermittelt einerseits ein Gefühl von Stärke und Macht, andererseits empfinden sie Abscheu und Ekel gegenüber sich selbst.
3 Vgl. HILDE BRUCH: Essstörungen, S. 141-144.
4 Vgl. ebd., S. 163-170.
3
2.1.2 Folgen der Adipositas
Adipositas wird nicht als eine eigenständige Erkrankung anerkannt, jedoch hat sie Auswirkung auf den gesamten menschlichen Organismus .
Die häufigsten gesundheitlichen Folgen sind: Arterielle Hypertonie, Diabetes Typ II, Erkrankungen an der Gallenblase, Nierenschäden, Wundheilungsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mit zunehmendem BMI steigt auch das Herzinfarktrisiko rapide an), Arthrosen, Brustkrebs, 5 Gebärmutterkrebs, Dickdarmkrebs und Hyperurikämie .
Des Weiteren kommt es häufig zu orthopädischen Komplikationen aufgrund des hohen Gewichts.
2.1.3 Therapiemöglichkeiten bei Adipositas
Eine Therapie sollte ab einem BMI von 30 erfolgen, da ein erhöhtes Risiko an Folgeerkrankungen besteht.
Inhalt der Therapie ist vor allem die psychologische Betreuung. Weitere Inhalte der Therapie sind die medizinische Betreuung, eine Ernährungstherapie, eine Sporttherapie, Elemente der Erlebnispädagogik sowie eine Anschlussheilbehandlung.
2.2 Bulimie
Bulimie bzw. Bulimarexie äußert sich durch wiederholte Heißhungerattacken und Fressanfälle mit anschließendem Erbrechen. Typisch ist, dass die Betroffenen einen Kontrollverlust während der Heißhungerattacken haben und anschließend voller Schuldgefühle sind.
„Ich bin nicht mehr ich selbst. Meine Hände schöpfen den Eintopf in einen Topf.[...]Alles in
mir schreit. Ein wildes, ausgehungertes Tier wohnt in der Körperhöhle. Es reißt an den
Fesseln, wirft sich nach allen Seiten, bis die Bande reißen und es sich über die dampfende
Beute wirft. Ich esse mit dem Kochlöffel. Das Tier schlingt das Essen in sich hinein,
berauscht sich am Futter mit einer Gier wie das Leben selbst. Mit einemmal erwache ich.
Der Topf ist beinahe leer. Was habe ich getan? Ich streiche mit den Händen über den
Körper und fühle, wie sich der Magen unter den Fingern ausbeult, aufgebläht und hart.
Schon breitet sich in mir eine düstere Reue aus, die mit gewaltiger Kraft aufblitzt.[...]Ich bin
vergiftet. Vergiftet! Ich presse die Hände fest gegen den Magen, um ihn zu bestrafen,
beuge mich über die Kloschüssel und würge. Habe ein saures und brennendes Gefühl im
Mund. Ja, ich werde es schaffen, ich werde es schaffen! Ich muss es rauskriegen! Der
Kampf gegen das Gift ist hart, der Schweiß rinnt mir in kleinen Bächen über die Stirn. Da-etwas wälzt sich unter der Brust und will nach oben, ich krümme mich zusammen, stütze
die Stirn gegen den Klodeckel und umklammere die Schüssel. Da...es kommt! Etwas
Gelbes und Saures ergießt sich aus dem Mund und spritzt über die Kleider. Ich mag es
nicht abwischen, stöhne nur vor Ekel und Abscheu. Danach grüße ich den Spiegel. Meine
Augen sind klar und blank, die Wangen sind rot. Ich sehe beinahe schön aus. Nur die
Haare sind scheußlich, schweißnass und verworren. ‚Bravo! Du hast es geschafft!’ sage ich
zu mir. ‚So einfach ist das. Von jetzt an kannst du mit Mama und Papa zusammen essen,
und danach kannst du ins Bad gehen und alles auskotzen. Niemand braucht es zu
wissen.“ 6
5 Vgl. www.schule.a-city.de/staatliche_fos_bos/com -in-unsere-schule/ernaerung/eradipsit.html 24.05.2004
6 G.A. NYGAARD: Inger.S. 89f.
4
Arbeit zitieren:
Tina Reinartz, 2004, Essstörungen: Formen, Ursachen, Phänomene, Folgen und Therapiemöglichkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Essstörungen bei Mädchen, dargestellt am Beispiel der Bulimie
Soziologie - Kinder und Jugend
Studienarbeit, 15 Seiten
„Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik“
Die Bundeswehr als Instrument ...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 18 Seiten
Jugendgewalt und Jugendkonflikte
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Seminararbeit, 29 Seiten
Politikverflechtung im föderativen System der Bundesrepublik Deutschla...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Europapolitik Deutschlands seit 1990
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Föderalismusreform in Deutschland
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 16 Seiten
Identitätskrisen bei türkischen Migrantenjugendlichen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 27 Seiten
Außenpolitik und Internationale Beziehungen - Die Beteiligung von staa...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 20 Seiten
Jugend und Gewalt. Jugendliche Täter - Jugendliche Opfer
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Über Geschmack lässt sich streiten. Literaturkritik im Wandel der Zeit...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Soziale Identität türkischer Migranten der zweiten Generation in Deuts...
Türkische vs. Bikulturelle Ide...
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Seminararbeit, 17 Seiten
Soziale Ungleichheit in Deutschland
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 17 Seiten
Neuere Erklärungskonzepte zur sozialen Konstruktion von "gender&...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 19 Seiten
TEACCH - ein Ansatz zur Förderung von Menschen mit Autismus
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Tina Reinartz hat den Text Essstörungen: Formen, Ursachen, Phänomene, Folgen und Therapiemöglichkeiten veröffentlicht
Tina Reinartz hat einen neuen Text hochgeladen
Volkswirtschaft Irland: Ursachen und Folgen des Wirtschaftswachstums
Die Entwicklung des Celtic Tig...
Heike Klix
Brennpunkt Agrarpreise - Ursachen, Trends und Folgen für die Landwirts...
Risikomanagement - Instrumente...
Von der Immobilienblase zur Finanzkrise: Ursachen und Folgen von Preis...
Maximilian Brauers
Ursachen und Folgen der deutschen Finanzkrise von 1931 in nationaler u...
Carsten Burhop, Reinhard Spree
Eßstörungen bei Kindern
Gianna Williams, Paul Williams, Kent Ravenscroft
Trainingsprogramm zum Einsatz ...
Nora Dannigkeit, Grit Köster, Brunna Tuschen-Caffier
0 Kommentare