Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herkunft - Heirat - Krönung
2.1 Das Haus Luxemburg
2.2 Die Heirat mit Heinrich und der Weg zur Krone
3. ,,consors regni" - Teilhabe an der Macht
3.1 Kunigunde als Vermittlerin zum König
3.2 Stellvertreterin im Osten und in Bayern
4. Kunigunde nach dem Tod ihres Gatten
5. Schlußbetrachtung
6. Quellenverzeichnis
7. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Über Kunigunde und ihr Leben sind die Informationen sehr zwiespältig. Zum einen berichten uns zahlreiche Legenden und die um 1200 in Bamberg geschriebene Vita von einer treuen Ehefrau und überaus frommen Persönlichkeit, die allen Gläubigen als Vorbild dienen sollte, und lassen vor unseren Augen das volkstümliche Bild einer Heiligen entstehen. Zum andern jedoch sind weder die Legenden, noch die lange nach ihrem Tod entstandene Lebensbeschreibung eine seriöse Quelle um der historischen Kunigunde auf die Spur zu kommen1. Die Informationen fließen hierzu nur sehr spärlich, denn sowohl bei Thietmar von Merseburg, als auch bei Adalbold von Utrecht steht ihr Gatte Kaiser Heinrich II. im Mittelpunkt , während sie nur am Rande Erwähnung findet. Die einzige Möglichkeit etwas näher an die historische Person heranzukommen, bieten die Urkunden Heinrichs II., in denen Kunigunde häufig als Intervenientin genannt wird. Durch eine differenzierte Fragestellung läßt sich so zumindest etwas über die politischen Handlungen der Kaiserin feststellen. Ihr Charakter und Privates bleiben jedoch auf Grund der fehlenden Quellen völlig im Dunkeln2.
2. Herkunft - Heirat - Krönung
2.1 Das Haus Luxemburg
Da bei mittelalterlichen Eheschließungen die Herkunftsfamilie von großer Bedeutung war, muß diese hier auch beachtet werden. Schließlich hatte diese sicher auch Auswirkungen auf die politischen Möglichkeiten der Frau.
Kunigunde entstammte einem ,,aufsteigendem Grafengeschlecht"3 aus dem Moselgebiet. Ihr Vater war Graf Siegfried, ihre Mutter hieß Hadwig. Dieser Siegfried erwarb im Jahre 963 das Kastell Luxemburg, das sich schnell zum Zentrum seines Machtbereiches entwickelte, und später nannte sich diese Familie auch nach dieser Burg. Graf Siegfried dehnte ab 950 seine Macht kontinuierlich aus und es gelang ihm im Moselgebiet eine beachtliche Adelsmacht zu schaffen.
Und obwohl die Luxemburger erst unter ihm zu einem der wichtigsten Adelsfamilien in Oberlothringen wurden, läßt sich ihr Stammbaum in kognatischer Linie bis auf Karl den Großen zurück verfolgen4 und war somit mit dem wichtigsten Herrschergeschlecht des Mittelalters, den Karolingern, verwandt.
Siegfried war ein treuer Anhänger der Ottonen. Er begleitete Otto II. nach Italien und war auch bei ihm, als er starb. Danach unterstützte er Otto III. im Kampf gegen Heinrich den Zänker und dessen Verbündeten. Er wurde allerdings vom westfränkischen König Lothar bei der bei der Belagerung von Verdun gefangen genommen und erst nach mehreren Monaten Haft freigelassen. Otto III. belohnte ihn für seine Treue mit dem Münzrecht für die Abtei Echternach, dessen Vogt er war.5
2.2 Die Heirat mit Heinrich und der Weg zur Krone
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Tobias Schmid, 2000, Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts, Munich, GRIN Publishing GmbH
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