I
Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis................................................................................................................... I
Abk ürzungsverzeichnis. II
Abbildungsverzeichnis. III
1. Problemstellung 01
2. Das Phänomen des Preference Reversals 02
3. Psychologische Erklärungsansätze für Preference Reversals 03
3.1 Mangelnde Motivation bzw. Mängel im Versuchsaufbau 03
3.2 Deskriptiv geprägte Erklärungsansätze 05
3.2.1 Anchoring und Adjustment 05
3.2.2 Contingent Weighting Theory 05
3.2.2.1 Prominence-Effekt 05
3.2.2.2 Skalenkompatibilitätseffekt 06
3.2.2.3 Modellierung des Contingent Weighting Ansatzes 06
3.2.2.4 Erklärungsgeha lt deskriptiver Erklärungsansätze 07
3.2.3 Kontextbezug als Einflussfaktor auf die Präferenzenbildung 08
3.3 Formell geprägte Erklärungsansätze 08
3.3.1 Expression Theory 08
3.3.1.1 Grundannahmen der Expression Theory 08
3.3.1.2 Preference Reversals im Rahmen der Expression Theory 10
3.3.2 Change-of-Process Theory 11
4. Preference Reversals - Laboreffekt oder Marktrealität? 13
5. Würdigung psychologischer Erklärungsansätze. 14
6. Thesenförmige Zusammenfassung. 15
Literaturverzeichnis 16
II
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung bzw. beziehungsweise d. h. das heißt et al. et alii (und andere) f. folgende (Seite) i. d. R. in der Regel m. E. meines Erachtens min. minimal(er) sog. so genannte(r) u. a. unter anderem vs. versus z. B. zum Beispiel
III
Abbildungsverzeichnis
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Abbildung 1: Kombinationen von Abfragemodus und Wertskala
Abbildung 2 : Schema zur Urteilsanalyse
Abbildung 3: Subjektiver Interpolationsprozess
Abbildung 4: Schema zur Urteilsanalyse
1
1. Problemstellung
Als Grundannahme des Entscheidens und Handelns gilt, dass Menschen entsprechend der Situation, in der sie sich befinden, handeln. Das heißt, dass bei gegebenen konsistenten Präferenzen eines Subjektes dessen Entscheidung rational abläuft. Sie ist somit eine logische Folge der Wahrnehmung der Situation, der Berücksichtigung einer bestimmten Zahl von Handlungsalternativen und der Bewertung dieser Handlungsalternativen vor dem Hintergrund der als wahrscheinlich angenommenen Handlungskonsequenzen. Diese Formulierung des Rationalitätsprinzips findet seine Präzisierung in der Erwartungsnutzentheorie. 1 Diese wurde durch von Neumann und Morgenstern (1947) entwickelt und durch Savage (1954) um Ereignisse erweitert, die keine vorgegebenen Eintrittswahrscheinlichkeiten haben (Subjective Expected Utility Theory). Im Rahmen der Erwartungsnutzentheorie wird davon ausgegangen, dass das Entscheidungssubjekt seinen
Diese Theorie der rationalen Wahl (Rational Choice) basiert auf strengen Annahmen über das menschliche Entscheidungsverhalten. Hierzu gehören insbesondere das Axiom der Vollständigkeit und Transitivität, das Stetigkeits-, Unabhängigkeits- und das Reduktionsaxiom. Diese Axiome sind durch theoretische Stringenz, Klarheit und reduktionistische Einfachheit gekennzeichnet. Wenig überraschend ist daher, dass zu den eindeutigen Vorhersagen der Erwartungsnutzentheorie in Entscheidungsexperimenten konstante empirische Gegenevidenzen auftreten, die die oben genannten Axiome verletzen. Diese Gegenevidenzen werden auch als Inkonsistenzen bzw. Anomalien des Entscheidungsverhaltens bezeichnet, die darauf hindeuten, dass das Erwartungsnutzenmodell nicht immer mit dem realen Entscheidungsverhalten übereinstimmt. 2
Eine der verblüffendsten Inkonsistenzen ist neben zahlreichen anderen beobachteten Anomalien 3 des Entscheidungsverhaltens das Phänomen der Preference Reversals (Präferenzumkehrungen). 4 Es wurde erstmals von Lindman (1965) und später von Slovic und Lichtenstein (1968) entdeckt. Letztere haben in Laborexperimenten festgestellt, dass Versuchspersonen inkonsistente Präferenzen aufwiesen. Das Phänomen der Preference Reversals beschäftigte seitdem zunächst die Psychologie und wegen der weitreichender Bedeutung konsistenter Präferenzen für die Entscheidungstheorie später auch die Wirtschaftswissenschaften. 5 Die psychologischen Erklärungsansätze für Preference Reversals, die die wirtschaftswissenschaftliche Forschung am stärksten beeinflusst haben, bilden den Gegenstand der vorliegenden Arbeit. 6
1 Vgl. Hirshleifer, J./Glazer, A. (1992).
2 Vgl. Haug, S. (1998), S. 128f.
3 Zu einer Übersicht vgl. Druwe, U./Kunz, V. (Hrsg.) (1998).
4 Vgl. Li, S. (1994), S. 675.
5 Vgl. Seidl, Ch. (2002), S. 623; Schmidt, U./Hey J. D. (2004), S. 207; Li, S. (1994), S. 675.
6 Nicht betrachtet werden daher die Task Goal Hypothese, vgl. Fischer et al. (1999), sowie nach Schoemaker und Herschey (1992) die Random Noise Theory, die Anchoring Interpretation sowie die Reframing Hypothese.
2
2. Das Phänomen des Preference Reversals
Die Präferenz eines Entscheidungssubjektes hinsichtlich (zweier effizienter) Lotterien kann im Rahmen von Experimenten mittels unterschiedlicher Verfahren ermittelt werden. 7 Als typisches Beispiel seien die folgenden zwei Lotterien angeführt:
1. eine verhältnismäßig sichere Lotterie L P mit der Wahrscheinlichkeit q P = 90% den Betrag x A = $10 und mit der Wahrscheinlichkeit (1 -q P ) = 10% den Betrag x B = 0 zu gewinnen und
2. eine relativ riskante Lotterie L $ mit der Wahrscheinlichkeit q $ = 90% den Betrag x B = 0 und mit der Wahrscheinlichkeit (1-q $ ) = 10% den Betrag x A = $90 zu gewinnen. 8
Daneben werden häufig Lotterien mit negativen Auszahlungsbeträgen und unterschiedlichen Erwartungswerten verwendet, beispielsweise: 9
1. L P : Gewinn x A = $4 mit q P = 97%; Verlust x B = $1 mit (1-q P ) = 3%
2. L $ : Gewinn x A = $16 mit q $ = 31%; Verlust x B = $1,5 mit (1-q $ )= 69%
Um die Präferenzen der Versuchsteilnehmer bezüglich zweier Lotterien zu ermitteln, kann man grundsätzlich folgende Abfragemodi unterscheiden:
Im Wahlmodus (Choice) bringt das Entscheidungssubjekt seine Präferenz durch das Vorziehen einer Alternative gegenüber der anderen zum Ausdruck (z.B. L P choice L $ ). B
Im Bewertungsmodus spezifiziert der Proband einen Indikatorwert für die Lotterien. 10 Der Indikator kann ein Ratingwert RW (Rating) oder ein Vorbehaltspreis (Bidding) sein. Im zweiten Fall gibt ein maximaler Kaufpreis (minimaler Verkaufspreis) an, welchen Geldbetrag G der Entscheider höchstens bietet (mindestens fordert), um die Lotterie zu kaufen ( verkaufen). Diese Bewertungsangaben erlauben das Ableiten von simulierten Wahlentscheidungen: Ist z.B. der Ratingwert bzw. Vorbehaltspreis von L P größer als der von L $ , so wird L P gegenüber L $ vorgezogen: L $ . 11 RW P > RW $ ⇔ L P rating L $ bzw. G P > G $ ⇔ L P bidding B B
Die Präferenz lässt sich auch mit Hilfe von Indifferenzurteilen (Matching) ermitteln: Dabei weisen die beiden Alternativen L P und L $ jeweils die Eigenschaften x (z. B. Auszahlungshöhe) und q (Gewinnwahrscheinlichkeit) in unterschiedlichen Ausprägungen auf (x P , q P , x $ , q $ ). Unter Kenntnis von drei Eigenschaftsausprägungen (z.B. x P , q P , q $ ) soll der Proband dann entscheiden, bei welchem * er zwischen beiden Alternativen indifferent ist, so dass L P = (x P , q P ) ~ L $ = (x $ * , q $ ). Wert x $
* mit einem bestimmten Wert x $, , so lässt sich Vergleicht man anschließend diesen Indifferenzwert x $
7 Vgl. Seidl, Ch. (2002). S. 621; Pechtl, H. (2000), S. 319.
8 Vgl. Schmidt, U./Hey J. D. (2004), S. 207.
9 Vgl. Goldstein/Einhorn (1987), S. 236.
10 Wobei höhere Indikatorwerte i.d.R. größere Attraktivität signalisieren.
11 Vgl. Pechtl, H. (2000), S. 319.
Arbeit zitieren:
Andreas Wolf, 2005, Psychologische Erklärungen von Preference Reversals, München, GRIN Verlag GmbH
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