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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................................................. 2
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einführung und Problemstellung 4
2. Traditionelle Kreditwürdigkeitsprüfung mit Cashflow-Kennzahlen 4
2.1. Begriffsabgrenzung finanzwirtschaftlicher Kennzahlen 6
2.2. Einzelne Cashflow-Kennzahlen zur Kreditwürdigkeitsprüfung 7
2.2.1. Erfolgswirtschaftliche Cashflow - Kennzahlen. 7
2.2.2. Finanzwirtschaftliche Cashflow-Kennzahlen. 10
2.3. Mängel der Cashflow-Kennzahlen Analysen. 12
3. Moderne Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung
mit Cashflow-Kennzahlen 14
3.1. Die lineare multivariate Diskriminanzanalyse zur Trennung von
solventen und insolventen Kreditnehmern. 15
3.2. Technische Verfahren in der Cashflow - Kennzahlen
Kreditw ürdigkeitsprüfung 18
3.3. Anwendung von Bonitätsindikatoren im Rahmen von
Kreditw ürdigkeitsprüfungen. 21
3.4. Kritische Beurteilung des Einsatzes moderner Verfahren in der
Cashflow - Kennzahlen Kreditwürdigkeitsprüfung 23
4. Grenzen der Kreditwürdigkeitsprüfung mit Cashflow-Kennzahlen. 24
5. Schlußbetrachtung 24
Literaturverzeichnis 26
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis
α - Fehler
β - Fehler Anteil der tatsächlich solventen Unternehmen
BISU Bilanzsumme
CF I
CF II Cashflow II
EU
f.
FAUF
ff.
FK
FLL
FM
GEVER
GL
HGB
i.e.S.
IAS
KFK
KNN
KZ Kennzahl
Ø
S. Seite
U
u. ä. und ähnlichen
u.a. unter anderem
US-GAAP
vgl.
1. Einführung und Problemstellung
Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber verfolgen mit dem Analyseziel der Kreditwürdigkeit die Feststellung einer Prognose der Kreditrückzahlungsfähigkeit einschließlich der Zinsen 1 . Für die Überwachung und Kontrolle z.B. der Großkredite von Kreditinstituten hat der Rat der Europäischen Gemeinschaften eine Richtlinie mit einer Nomenklatur der Kreditrisiken erlassen mit dem Ziel, die maximalen Verlustrisiken von Kreditinstituten zu begrenzen 2 . Ziel dieser Untersuchung ist es, das bilanzanalytische Instrument der Cashflow-Kennziffern für die quantitative Beurteilung von Kreditwürdigkeit zu diskutieren. Ferner soll untersucht werden, welche Gewichtung die Cashflow-Kennzahlen im Rahmen von Risikobeurteilungen, und deren Tragweite in bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und auf die qua ntitativen Auswirkungen haben können 3 .
Die Partialprüfungsfelder der quantitativen Kreditwürdigkeitsprüfung u mfassen die Liquidität, den Erfolg, das Vermögen und das Wachstum 4 . Dabei ist die Liquiditätsprognose die wichtigste Untersuchung im Rahmen von Kreditwürdigkeitsprüfungen, weil bei einer drohenden Illiquidität der Verlust des Kredites droht. In dieser Arbeit sollen die qualitativen Merkmale der Kreditwürdigkeitsprüfung ausgeklammert werden, und aus dem breiten Spektrum der bilanzanalytischen Kennziffern nur die Cashflow-Kennziffern in ihrer Bedeutung für die Kreditwürdigkeit diskutiert und beurteilt werden.
2. Traditionelle Kreditwürdigkeitsprüfung mit Cash-flow-Kennzahlen
Die Messung und Steuerung von Kreditrisiken steht nach jahrelanger Thematisierung der Notwendigkeit eines differenzierteren Risikomess-,
1 Vgl. Schult (1999), S. 155 ff.
2 Rat der Europäischen Gemeinschaften, Richtlinie Nr. 92/121 vom 21.12.1992.
3 Institut der Wirtschaftsprüfer, Stellungnahme des Hauptfachausschusses vom
17.11.2000 zu dem Thema
„Das interne Kontrollsystem im Rahmen der Abschlussprüfung“.
4 Institut der Wirtschaftsprüfer, Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems
nach § 317 Abs. 4 HGB, in: Die Wirtschaftsprüfung vom 25.06.1999.
Bewertungs- und -Steuerungssystems bei den Teilnehmern der Finanzmärkte im Brennpunkt der wissenschaftlichen Diskussion 5 . Ziel der Kreditwürdigkeitsprüfung ist die Minimierung von Kreditausfällen sowohl bei der erstmaligen Kreditvereinbarung als auch bei Kreditprolongationen.
Die bis in die fünfziger Jahre hinein von amerikanischen Finanzanalysten verwendete Price-Earning-Ratio wurde abgelöst von der Cashflow-Analyse, die als erfolgsversprechendes Instrument für Aktienanalysen galt, weil sie bilanzpolitische Bewertungswahlrechte weitgehend ausble ndete 6 . Die Kennzahl Cashflow soll den in einer Periode aus eigener Kraft erwirtschafteten Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ausdrücken und spiegelt das aus der Betriebstätigkeit nachhaltig zu erwirtschaftende Za hlungsmittelreservoir zur Deckung besonderer betrieblicher Ausgaben wie Investitionen, Darlehenstilgungen, Dividendenzahlungen u.ä. wieder. 7
Zu den Analysemethoden der Kreditwürdigkeitsprüfung können, um den Rang der Cashflow-Kennzahlen zu verdeutlichen, folgende Analysen gerechnet werden: 8
• Fragebogenanalyse (Rechtsform, wirtschaftliche Verhältnisse, Be-
sicherungsmöglichkeiten),
• Analyse der fünf C´s (Character, Capacity, Capital, Collateral, Con-ditions),
• Cashflow - Analyse (Schuldentilgungsdauer),
• Reingewinn (Schuldentilgungskraft),
• Current Ratio (Erfordernis der doppelten Deckung der kurzfristigen
Geldmittelbeanspruchung),
• Profilanalysen (Verlauf von Kennzahlen),
• Qualitative Analysen,
• Qualitativ - quantitative Ranganalysen.
5 Vgl. Oehler (2001), S. 189 ff.
6 Vgl. Behringer (2001), S. 45 ff.
7 Vgl. Perridon/Steiner (1999), S. 541 ff.
8 Vgl. Schult (1999), S. 160 ff.
Der Cashflow als Liquiditätsindikator, als Erfolgskennzahl und als ein Maß für die Schuldentilgungskraft eines Unternehmens gibt den Anteil am f inanziellen Überschuss an, der aus der betrieblichen Tätigkeit entstanden ist, nachdem die laufenden finanziellen Erfordernisse erfüllt sind, und der zur Tilgung von Fremdkapital verwendet werden kann. 9 Aus diesem Grunde liegt es nahe, den Cashflow als ein zentrales Element der Kreditwürdigkeitsprüfung zu verwenden. Je kürzer die Schuldentilgungsdauer ist, desto kreditwürdiger ist ein Unternehmen.
2.1. Begriffsabgrenzung finanzwirtschaftlicher Kennzahlen
Bezogen auf die Kreditrisikoanalysen für Unternehmen wurden betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Kennzahlensysteme entwickelt, die als hochverdichtete Maßgrößen einen schnellen Überblick über die Finanz-Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens ermöglichen 10 . Eine allgemein gültige Methodenvorschrift zur Durchführung der Bilanzanalyse existiert weder in der betrieblichen Praxis noch wurde sie bisher in der betriebswirtschaftlichen Forschung entwickelt. 11 Für die Methodenwahl gilt die Forderung, zwischen der Informationsmöglichkeit und dem Informationsbedürfnis einen Kompromiss zu realisieren. 12 Für das partielle Analyseziel der Kreditwürdigkeit ist die Analyse und Prognose adäquater Fremdfina nzierung maßgebend. Für die Aufbereitung der Bilanzanalysen zur Insolvenzprognose als Negativabgrenzung zur Kreditwürdigkeitsprognose verwendet beispielsweise Feidicker 13 zweiundsiebenzig Kennza hlen, von denen sechzehn Kennzahlen cashflowbasiert sind. Diese sind wiederum gegliedert in neun Kennzahlen bezogen auf den Cashflow I, und sieben Kennzahlen bezogen auf den Cashflow II. Definiert wird in dem Zusammenhang der Cashflow I als erfolgswirtschaftlicher Cashflow, der Aussagen über die gegenwärtige und künftige Ertragskraft geben
9 Vgl. Schult (1999), S. 161 ff.
10 Vgl. Oehler (2001), S. 212.
11 Vgl. Schult (1999), S. 35.
12 Zu den speziellen Risiken aus Kreditderivaten vgl.
Institut der Wirtschaftsprüfer, Stellungnahme des Bankenfachausschusses zu
„Bilanzierung von Kreditderivaten“ vom 13.04.2000.
13 Vgl. Feidicker (1992), S. 79.
soll. 14 Er wird als Indikator der Ertragskraft bezeichnet. Der Cashflow II hingegen wird definiert als finanzwirtschaftlicher Cashflow, der Aussagen ermöglichen soll darüber, wie viel Finanzmittel dem Unternehmen aus der Innenfinanzierung zur Verfügung stehen können für Investitionen, Dividenden und zur Schuldentilgung. Die ertragswirtschaftliche Cashflow I Kennzahlenvariante und die finanzwirtschaftliche Cashflow II Kennzahle nvariante spiegeln auch die beiden konkursrechtlichen Tatbestände der Zahlungsunfähigkeit und der Überschuldung wieder, die im Normalfall erfolgs- und finanzwirtschaftliche Ursachen haben. 15
2.2. Einzelne Cashflow-Kennzahlen zur Kreditwürdig-
keitsprüfung
Die in der betriebswirtschaftlichen Literatur genannten Finanzierungsregeln enthalten auch eine Vielfalt von Cashflow-Regelungen. Finanzierungsregeln bezeichnet man auch als Regelungskennzahlen, die aussagen, dass konkrete Deckungsgrade der kurz- und langfristigen Fremdmittel durch korrespondierende und fristenkongruente kurz- und langfristige liquide Mittel und Vermögensgegenstände gedeckt sein sollten, um einerseits im Unternehmen ein jederzeit gesichertes Cashmanagement und anderseits die Einhaltung dieser von den Banken geforderten Deckungsgrade zu gewährleisten. 16 Die Aufrechterhaltung von ausreichend Liquidität, die Fähigkeit jederzeit fällige Zahlungen und Kredittilgungen vorne hmen zu können, ist eine conditio sine qua non unternehmerischen Ha ndels. 17 Das macht auch deutlich, warum die Cashflow-Kennzahlen Ausgangspunkt jeder Kreditwürdigkeitsprüfung sind.
2.2.1. Erfolgswirtschaftliche Cashflow-Kennzahlen
Die am häufigsten verwendete, indirekte Berechnung des Cashflow kann wie folgt aussehen: 18
14 Vgl. Feidicker (1992), S. 63.
15 Vgl. Spremann (1991), S. 469.
16 Vgl. Buchner (1981), S. 105.
17 Vgl. Drukarczxk (1999), S. 31.
18 Vgl. Perridon/Steiner (1999), S. 542.
Bilanzgewinn (bzw. Bilanzverlust)
+ Zuführung zu den Rücklagen
- Auflösung von Rücklagen
- Gewinnvortrag aus der Vorperiode
+ Verlustvortrag aus der Vorperiode
= Jahresüberschuss (bzw. Jahresfehlbetrag)
+ Abschreibungen
- Zuschreibungen
+ Erhöhung der langfristigen Rückstellungen
- Verminderung der langfristigen Rückstellungen
= Cashflow.
Eine direkte Errechnung des Cashflow hingegen kann wie folgt ausse-hen 19 :
Jahresüberschuß
+ finanzunwirksame Aufwendungen
- finanzunwirksame Erträge
+ Bestandsveränderungen mit Einzahlungswirkung
- Bestandsveränderungen mit A uszahlungswirkung
= finanzwirtschaftlicher Cashflow
Die von Feidicker 20 verwendete Definition des ertragswirtschaftlichen
Cashflow berechnet sich nach folgendem Schema:
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
+ Abschreibungen
- Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens
- Erträge aus der Zuschreibung zu Forderungen
- Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
19 Vgl. Perridon/Steiner (1999), S. 547.
20 Vgl. Feidicker (1992), S. 63.
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Konstantin Dittmann, 2001, Cashflowbasierte Kennzahlen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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