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(feierliches Gelübte P.J.A. Feuerbachs am Tage seiner juristischen Promotion, zit. nach G.Radbruch, Feuerbach-Gedenkrede, S.14)
1. Teil: Über Leben und Philosophie des Paul Johann Anselm von Feuerbach 1 I. Kurzbiographie 1
II. Allgemeine Darstellung der Philosophie P.J.A. Feuerbachs 6
2. Teil: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts 8
I. Aufbau und Systematik des Lehrbuchs, 11. Auflage 8
II. Zielrichtung des Lehrbuchs Feuerbachs 14
III. Die posthumen Auflagen des feuerbachschen Lehrbuchs - exemplarischer Vergleich anhand der von C.J.A. Mittermaier herausgegebenen 14. Auflage 16
3. Teil: Bedeutung der Person P.J.A. Feuerbachs und seines Werkes 22
I. Zeitgenössische Betrachtungen 22 II. Resümee 23
Enzensberger, Hans Magnus (Hrsg.): Anselm von Feuerbach, Merkwürdige Verbrechen, 1. Aufl., Frankfurt a. Main 1993 (zit.: H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen -Selbstdarstellung, S.)
Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, Nachdr. der 11. Aufl., Giessen 1832 - Goldbach 1997 (zit.: Lehrbuch, 11. Aufl., §, S.)
Fleckenstein, Martin: Die Todesstrafe im Werk Carl Josef Mittermaiers, 1. Aufl., Frankfurt a. Main 1992 (zit.: M. Fleckenstein, Todesstrafe, S.)
Haney, Gerhard (Hrsg.): Naturrecht und positives Recht, 1. Aufl., Freiburg u.a. 1993 (zit.: G. Haney, Naturrecht, S.)
Kipper, Eberhard: Johann Paul Anselm Feuerbach, Sein Leben als Denker, Gesetzgeber und Richter, 2. Aufl., Köln u.a. 1989 (zit.: E. Kipper, PJA Feuerbach, S.)
Küper, Wilfried: Paul Johann Anselm Feuerbach als Zeitgenosse, GA 1993, 131, 147
Landsberg, Ernst: Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft, 18. Band, 3. Abteilung, 2. Halbband, 1. Aufl., München 1910 (Fortsetzung der Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft von Rudolf Strintzing) (zit.: E. Landsberg, Geschichte der dt. Rechtswissenschaft, S.)
Lüderssen, Klaus (Hrsg.): P.J.A. Feuerbach - C.J.A. Mittermaier: Theorie der Erfahrung in der Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts, 1. Aufl., Frankfurt a. Main 1968 (zit.: K. Lüderssen, Theorie der Erfahrung, S.)
Lüderssen, Klaus: Karl Joseph Anton Mittermaier und der Empirismus in der Strafrechtswissenschaft, JuS 1967, 444, 448
VI
Mittermaier, C.J.A.(Hrsg.): Paul Johann Anselm von Feuerbach, Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, 14. Aufl., Giessen 1847 (zit.: Lehrbuch, 14. Aufl., §, S.)
Radbruch, Gustav: Drei Strafrechtslehrbücher des 19. Jahrhunderts, in: Festschrift für Ernst Heinrich Rosenfeld, S.7 - 28, Berlin 1949 (zit.: G. Radbruch, Drei Strafrechtslehrbücher, S.)
Radbruch, Gustav: Feuerbach-Gedenkrede, aus: Recht und Staat, 1. Aufl., Tübingen 1952 (zit.: G. Radbruch, Gedenkrede, S.)
Schmidt, Eberhard: Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege, 3. Aufl., Göttingen 1965 (zit.: E. Schmidt, Geschichte der dt. Strafrechtspflege, S.)
Spendel, Günther: Paul Johann Anselm Feuerbach, NJW 1958, 815, 817
Wolf, Erik: Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte, 4. Aufl., Tübingen 1963 (zit.: E. Wolf, Rechtsdenker, S.)
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Das Leben des Paul Johann Anselm von Feuerbach war eines der Extreme: Gelebt in einer Phase des Aufbruchs, geprägt von der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der politischen und philosophischen Strömungen seiner Zeit und von jenen Spannungen fast zerrissen, erstreckte sich der Bereich seines Wirkens von der Philosophie, mit der er seine wissenschaftliche Laufbahn begann und der bis zuletzt seine Liebe galt 1 , bis zur Jurisprudenz, in der er nicht nur als „Denker, Gesetzgeber und Richter“ 2 wahrlich Großes leistete, sondern auch an den Grundlagen der Kriminalpsychologie forschte und mit großem literarischen Talent seine Ergebnisse festhielt, so daß sie uns noch heute sowohl inhaltlich, als auch stilistisch wertvolle
Es war der 14. November 1775, als Paul Johann Anselm Feuerbach als vorehelicher Sohn eines angehenden Rechtsanwalts und der Enkelin eines seinerzeit bekannten Juristen, des Rechtshistorikers Salomo Brunquell, in dem kleinen Dorf Hainichen bei Jena geboren wurde.
Nach der Niederlassung seines Vaters in Frankfurt am Main verbrachte der junge Feuerbach dort, unter dem „strengen Regiment seines selbstherrlichen Vaters“ 3 , die ersten siebzehn Jahre seines Lebens, bis er 1792, infolge eines schwerwiegenden Streits, sich mit diesem überwarf und zu seinem Großvater nach Jena floh.
Dort begann er, leidenschaftlich und voll ungestümen Temperaments 4 , das Studium der Philosophie, in welchem er, dank seiner „außergewöhnlichen Einfühlungskraft und Umsetzungsfähigkeit“ und aufgrund seines rastlosen Arbeitseifers 5 , bereits zwei Jahre später die Doktorwürde erhielt.
Schon während dieser Zeit wurden einige philosophische Aufsätze in Zeitungen sowie erste Bücher Feuerbachs veröffentlicht.
1 vgl.: H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen - Selbstdarstellung, S.384 f.
2 So sowohl aus dem Titel der Feuerbach - Biographie E. Kippers, als auch der Feuerbach-Skizze G. Haneys, in: Naturrecht, S.284ff..
3 H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen - Selbstdarstellung, S.384-386.
4 Vgl.: E. Wolf, Rechtsdenker, S.545f.; E. Kipper, PJA Feuerbach, S.15.
5 E. Wolf, Rechtsdenker, S.546.
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Als er jedoch seine zukünftige Frau und spätere Mutter seiner acht Kinder, Wilhelmine Tröster, kennenlernt und diese ein Kind von ihm erwartet, sieht er sich gezwungen, 1796 aus pekuniären Gründen von der brotlosen Kunst der „geliebten Philosophie hinüber zur abstoßenden Jurisprudenz“ zu wechseln, der er sich zunächst nur mit äußerstem Widerwillen zuwendet 6 . Er fügte sich in sein Schicksal, da „er wußte, daß er sie liebgewinnen müsse“, und begann bald, seine „Zwangs-, Not- und Brotwissenschaft“ 7 durch Schriften zu bereichern, die ihm schnell den Ruhm und die Anerkennung zu bereiten begannen, die für ihn das höchste äußere Glück bedeuteten: Der „Mitwelt nützlich zu sein“ und zu einer Größe emporzuwachsen, die einen bleibenden Platz in der Nachwelt hat 8 . Die rasche Anpassung und sein Sichfügen in die geänderte Situation sind typisch für Charakter und Einstellung Feuerbachs: Zum einen für seinen Eifer, sein Pflichtbewußtsein und seinen „gewaltigen Tätigkeitstrieb“ 9 , dem auch das Wechseln des Faches keinen Abbruch tun konnte, zum anderen aber auch Zeugnis seiner Leidenschaft, mit der er sich nun der Rechtswissenschaft und ihrer Problematik zuwandte. Sein großer Tatendrang warf jedoch auch schon in diesen jungen Jahren Schatten über ihn; denn sein unendliches Verlangen nach Ruhm und Anerkennung, seine nahezu unerfüllbaren an sich gestellten Forderungen und sein meist unbefriedigter Ehrgeiz, stürzten ihn häufig in schwere Depressionen 10 .
Trotz erster wissenschaftlicher Erfolge sind die nächsten Jahre seiner Tätigkeit in Jena, in denen er, nach seiner juristischen Promotion 1799, seine erste - unbesoldete - Lehrtätigkeit an der Universität Jena aufnimmt und zahlreiche Schriften anfertigt, so u.a. die seiner Philosophie und Rechtsauffassung zugrundeliegenden Werke des $QWL+REEHV 11 , der 12 , der 5HYLVLRQGHU*UXQGVlW]HXQG*UXQGEHJULIIHGHV 8QWHUVXFKXQJEHUGHQ+RFKYHUUDWK
SRVLWLYHQ3HLQOLFKHQ5HFKWV (1799) oder auch sein /HKUEXFKGHVSHLQOLFKHQ5HFKWV 13 , nicht nur von schwerer geistiger Arbeit, sondern auch von äußerer Not bestimmt 14 .
6 H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen - Selbstdarstellung, S.384 f.; E. Landsberg, Geschichte der dt. Rechtswissenschaft, S.112.
7 E. Landsberg, Geschichte der dt. Rechtswissenschaft, S. 112.
8 H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen - Selbstdarstellung, S. 399 ff..
9 E. Landsberg, Geschichte der dt. Rechtswissenschaft, S. 112f..
10 G. Radbruch, Feuerbach-Gedenkrede, S.12; H.M. Enzensberger, Merkwürdige Verbrechen -Selbstdarstellung, S. 379, 380, 399ff.;E. Wolf, Rechtsdenker, S. 546.
11 vollständ. Titel: Anti-Hobbes oder Über die Grenzen der höchsten Gewalt und das Zwangsrecht der Bürger gegen den Oberherrn, 1798.
12 vollständ. Titel: Philosophisch-juridische Untersuchung über das Verbrechen des Hochverraths, 1798.
13 vollständ. Titel: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden peinlichen Rechts, 1801.
14 E. Kipper, PJA Feuerbach, S.20f..
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Danila Drischmann, 2001, Zu: Paul Johann Anselm Feuerbach - "Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts", München, GRIN Verlag GmbH
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