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Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung. 3
Hauptteil :
2) Die Verwandlung der Frau B. 4
3) Die gesellschaftlichen Erwartungen und Reaktionen. 5
4) Zusammenfassung: Das gelebte Alter. 8
5) Literaturverzeichnis S 9
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1) Einleitung
Jede Phase des Lebens bringt bestimmte Normen und Verhaltensweisen mit sich. Auch an das Alter hat die Gesellschaft bestimmte Erwartungen hinsichtlich Auftreten und Erscheinungsbild. Wenn nun ein Mensch gegen diese Rolle aufbegehrt und aus dem abgesteckten Rahmen ausbricht, kann das die Gesellschaft reglementieren. Bertolt Brecht präsentiert in seiner Kalendergeschichte „Die unwürdige Greisin“ eine Protagonistin, die nach dem Tod ihres Mannes mit 72 Jahren noch einmal den Sprung ins Leben wagt und damit ihr soziales Umfeld verwirrt und verärgert. Ist sie damit wirklich diejenige, die ihre Würde verliert? In meiner Hausarbeit möchte ich mich damit beschäftigen, wie das Thema Altern in der Erzählung dargestellt wird und wie weit Erwartungen und Rollenklischees von der Wirklichkeit entfernt liegen können. Abschließend möchte ich dann einige kurze Vergleiche zu den Protagonisten der im Seminar behandelten Texte anstellen. Die Belege zu meinen Thesen in der Geschichte 1 werden von mir mit Sigle (ÜG) direkt im Haupttext nachgewiesen.
1 Brecht, Bertold: „Die unwürdige Greisin.“ In: Werke. Prosa 3. Sammlungen und Dialoge. Band 18.
Frankfurt/Main: Suhrkamp 1995, S. 427-432
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2) Die Verwandlung der Frau B.
Über „Die unwürdige Greisin“ wird aus der Sicht ihres Enkels berichtet, der nach ihrem Tod hauptsächlich anhand von Briefen seines Onkels, dem „Buchdrucker“, versucht, die Verwandlung seiner Großmutter in ihren letzten Jahren zu rekonstruieren. Bis zu dem Tod ihres Mannes war ihr ganzes Leben von Armut, Unterordnung und persönlicher Unfreiheit geprägt. Dem gängigen Frauenbild entsprechend war sie für die häuslichen Pflichten zuständig: „Mit recht kärglichen Mitteln“ (ÜG 427) hat sie fünf Kinder großgezogen und sich unter großer Anstrengung um den Haushalt gekümmert, während ihr Mann in einer wenig ertragreichen Lithographenanstalt gearbeitet hat. Fehlende Geldmittel und Zeitmangel erlaubten es ihr kaum, sich das Dasein etwas angenehmer zu gestalten. Die kraftraubenden Anstrengungen und die Monotonie ihres Alltags ließen sie zusätzlich soweit abstumpfen, dass sie sogar die Freude, zum Beispiel an Familienausflügen auf einem Pferdegespann teilzunehmen, nicht mehr empfinden konnte: „Großmutter war immer zu Hause geblieben. Sie hatte es mit einer wegwerfenden Handbewegung abgelehnt mitzukommen“ (ÜG 430). Dieses entbehrungsreiche Leben hat mit der Zeit Spuren bei ihr hinterlassen, „davon war sie mit den Jahren kleiner geworden“ (ÜG 427). Als sie mit 72 Jahren Witwe ist, ändert sie ihr Leben schlagartig: Sie weigert sich, bei einem ihrer Kinder einzuziehen oder jemanden aus ihrer Familie bei sich aufzunehmen und fordert nur eine gewisse finanzielle Unterstützung. Darüber hinaus distanziert sie sich emotional von ihrer Familie und weigert sich, das Grab ihres Mannes auf dem Friedhof zu besuchen. Sie ist es leid, sich ihr restliches Leben für andere aufzuopfern. Sie trifft sich mit nicht als respektabel geltenden, aber „lauter lustige[n] Leute[n]“ (ÜG 431), wie einem Flickschus ter, arbeitslosen Kellnerinnen oder einem Küchenmädchen, das als geistig etwas zurückgeblieben gilt. Sie gönnt sich die kleinen Freuden des Lebens, geht ins Kino oder zum Pferderennen, besucht oft ein Gasthaus, und genehmigt sich ab und an ein Glas Rotwein.
Arbeit zitieren:
Tobias Schneider, 2004, Die Darstellung der Altersthematik in "Die unwürdige Greisin" von Bertolt Brecht, München, GRIN Verlag GmbH
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