Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
S. 1
Der Mozart in uns - was ist das?
S. 1
Mentales Training - was ist das?
S. 2
In welchem Zusammenhang steht der
Mozart in uns mit mentalem Training? 3
Vergleich: „Zen in der Kunst des
Bogenschie ßens“ von Eugen Herrigel 11
Fazit
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Einleitung
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll geklärt werden, was der Begriff „Mozart in uns“ beinhaltet, und inwiefern mentales Training auf den entsprechenden Bereich unseres Wesens als Musiker und Künstler einwirken kann. Die Tatsachen und Theorien, welche ich hier anführe, basieren im Wesentlichen auf den beiden Büchern Der Mozart in uns - the inner game of music von Barry Green und Tim Gallwey und Zen in der Kunst des Bogenschießens von Eugen Herrigel. Diese beiden Bücher sind Klassiker auf dem Fachgebiet des mentalen Trainings in der Kunst bzw. in der Musik. Diese Arbeit wird sicherlich subjektive Ansichten enthalten, da der Begriff „Mozart in uns“ sehr weit ausgelegt werden kann. Mit der Arbeit möchte ich weniger in der Form eines Ratgebers, wie es der Mozart in uns ist, bleiben, sondern einen Blick auf die psychologischen Zusammenhänge werfen.
Der Mozart in uns - was ist das?
Es steht außer Frage, dass Wolfgang Amadeus Mozart ein außergewöhnliches musikalisches Genie war. Doch wie kam es zu dieser Genialität? Abgesehen von der Tatsache, dass das Kind Mozart die Begabung sicherlich auch in den Genen gehabt haben mag, ist doch ein Großteil sicherlich auf die frühe Förderung des Jungen durch seinen sehr ehrgeizigen Vater Leopold Mozart zurückzuführen. Dieser kümmerte sich bereits in frühester Kindheit um die Förderung der Begabung des jungen Wolfgang, indem er immer neue musikalische Spiele und Rätsel für seinen Sohn erdachte, die dieser in seinem kindlichen Lerneifer wahrscheinlich gar nicht in ihrer Funktion als musikalisches Lehrmittel erkannte. Mozart ging in diesem Alter unvoreingenommen, unbefangen und spielerisch mit der Musik um - dies ist deutlich in seinen ersten Kompositionen zu hören. Diese Herangehensweise an Musik ist für Kinder
1
normal. Kinder bis ins Grundschulalter hinein kommen noch wenig mit kritischer Leistungsbeurteilung in Kontakt und sind hierdurch in ihrem Musizieren sehr viel freier und unbefangener als spätere Entwicklungsstufen. In dieser frühen Phase dominiert spielerischer Aspekt über den Klanganspruch. Das heißt jedoch nicht, dass die Qualität ihres Musizierens eine schlechtere ist. Der spielerische Umgang mit Musik bringt Kindern wesentliche Aspekte (z.B. Harmonik, Lernen der Notenschrift, Klangvorstellung etc.) der Musik praktisch, aber auch lebendiger und größtenteils unterbewusst nahe.
Und gerade das unbewusst Gelernte und die Benutzung dieses Bereiches ist es, worauf ich im Laufe der Hausarbeit verstärkt meinen Schwerpunkt setzen möchte.
Als den Mozart in uns könnte man also die Fähigkeit bezeichnen, zu musizieren, und sich dabei auf seine im Unterbewusstsein verankerten Fertigkeiten zu verlassen ohne durch Selbstkritik, Ängste und Selbstzweifel im eigenen Musizieren gehemmt zu werden. Dies klingt zunähst sehr sinnvoll und logisch; um jedoch an diesen Punkt losgelösten Musizierens zu gelangen, bedarf es einiger Veränderungen, die die eigene Person bzw. das eigenen Denken betreffen. Auf diese werde ich im Einzelnen noch zu sprechen kommen.
Mentales Training - was ist das?
„Mentales Training /mentales Lernen meint, dass die reale Durchführung einer Bewegung durch vorhergehende gedankliche Durchführung dieser Bewegung verbessert wird. Mehr noch, man kann durch Aufspüren negativer Gedanken und blockierender Gefühle sein Denken beeinflussen und damit positiv verändern.
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Anwendung: Mentales Training ist eine Methode für [...] (Menschen), die ihr Denken erweitern und Blockaden lösen möchten. Keineswegs ist es eine Therapie, die psychische Probleme, Krankheiten oder schwere innere Konflikte behandelt. Durch Stärkung der Sinne kann es aber Kräfte mobilisieren und Kreativität steigern und man kann durch gezieltes Training dazu kommen, sich selbst positiv zu programmieren.“ 1
„Mentales Training bedeutet Üben im Geist (abgeleitet von dem lateinischen Wort mens = Geist)“ 2
Diese Definitionen sind sehr allgemein verfasst. Sie beschreiben jedoch grundlegend die Inhalte des mentalen Trainings, welche in zahlreichen Schriften für Sportler, Musiker, Manager etc. publiziert sind. Die dort angeführten Anwendungstechniken liegen auch im Wesentlichen dem Buch „Der Mozart in uns - the inner game of music“ von Barry Green und Timothy Gallwey zugrunde. Gallwey ist Autor mehrerer Ratgeber bezüglich mentalen Trainings - er selber nennt seine spezielle Form des Trainings das innere Spiel - die alle prinzipiell die gleiche Technik in immer wieder unterschiedlichen Sachgebieten verarbeiten (Tennis, Ski, Golf und Musik).
In welchem Zusammenhang steht der Mozart in
uns mit mentalem Training?
Tatsache ist, dass wir den „Mozart in uns“ durch mentales Training aus der biographisch bedingten Begrenzung in den Vordergrund holen können. Hierzu beschreibt Barry Green Strukturen der menschlichen Psyche und ihre möglicherweise hemmenden Auswirkungen, aber auch Techniken um diese
1 http://www.medizininfo.de/alternative/html/techniken/ment.htm
2 Renate Klöppel: Mentales Training für Musiker
3
zu überwinden. Im Folgenden werde ich diese kurz beschreiben und erläutern: Das innere Spiel
Das innere Spiel unterscheidet sich insofern vom äußeren Spiel dadurch, dass es die Vorgänge bezeichnet, die nicht greifbar sind, sondern sich sowohl im Bewusstsein als auch im Unterbewusstsein, also der Psyche des Menschen vollziehen. Das „äußere Spiel“ betrifft Handlungen, die nach außen hin sichtbar (bzw. in der Musik hörbar) sind. Die beiden Spiele sind jedoch abhängig voneinander und bedingen sich gegenseitig „Beide Spiele [...] sind sehr eng miteinander verbunden. Es ist einfach unmöglich, etwas zu tun, ohne diese beiden Spiele zu spielen.“ 3 Als Beispiel wird die aus Angst angespannte und verkrampfte Hand bei einer schwierigen Passage in einer Vorspielsituation genannt. Sogenannte in uns lagernde „Selbststörungen“ stehen unseren eigentlichen Fähigkeiten entgegen. Zum Beispiel: Wenn eine schwierige Passage zu Hause ohne Zuhörer gut gelingt, ist es bei weitem nicht garantiert, dass dieselbe Passage auch im Konzert unter Nervosität gelingen wird. Daraus leitet Timothy Gallwey folgende Gleichung 4 ab: Leistung = Potential - Störung
Er setzt seiner Methode des inneren Spiels das Ziel, die Störungen soweit zu reduzieren, dass das Potential stärker für die eigentliche Leistung genutzt werden kann.
Des Verständnisses und der Anschaulichkeit halber teilt Gallwey die menschliche Psyche in zwei Bereiche: Selbst-1 und Selbst-2. Selbst-2 stellt das eigene Potential dar, welches man sich durch Üben, Musizieren und den Umgang mit Musik schafft. Selbst-1 hingegen tritt als Störfaktor auf, welcher dazu führt, dass das Potential von Selbst-2 eingeschränkt wird. „Selbst-1 stört durch Vorstellungen wie Dinge sein sollten, Bewertungen und Gedankenverbindungen. Es verwendet besonders gerne Wendungen wie „sollte“, „sollte nicht“, „hätte sein können“.
3 B. Green, W.T. Gallwey: Der Mozart in uns - the inner game of music S. 22
4 B. Green, W.T. Gallwey: Der Mozart in uns - the inner game of music S. 24
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Arbeit zitieren:
Lucas Singer, 2004, Was hat der Mozart in uns mit mentalem Training zu tun?, München, GRIN Verlag GmbH
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