Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Eckdaten und wirtschaftliche Ausgangsbestände 3
2.1. Auflagen an die neuen Mitgliedsländer 5
3. Außenhandel mit den neuen Mitgliedsländern 6
4. Kapitalmarkt 8
4.1. Direktinvestitionen in den neuen Mitgliedsländern Kapitalflucht? 8
4.2. Verlagerung von Produktionsprozessen 10
5. Gütermarkt 12
5.1. Lohnkostendruck und Konkurrenz durch Billiganbieter 12
6. Arbeitsmarkt 15
6.1. Öffnung der Arbeitsmärkte Masseneinwanderung billiger Arbeitskräft e? 15
6.2. Effekte der Migration auf den Arbeitsmarkt 16
7. Anhang 18
II
Tabellen verzeichnis
Tabelle 1: Einkommensniveaus in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern 2002 3
Tabelle 2: Produktionsniveaus des verarbeitenden Gewerbes 1999 4
Tabelle 3: Löhne der EU - Beitrittsländer im Vergleich 4
Tabelle 4: Handelsbilanzsalden Deutschlands mit ausgewählten Ländern
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Deutsche Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa
Abbildung 2: Anteile in an allen Direktinvestitionen
Abbildung 3: Motive für den Aufbau von Produktionsstätten im Ausland
IV
1. Einleitung
Am 01. Mai 2004 vollzog die EU die vierte Erweiterung seit ihrer Gründung als Europäische Wirtschaftsunion 1957. Bei keiner der v orhergehenden Erweiterungen traten so viele Länder gleichzeitig bei wie bei dieser. Da auch Mittel- und Osteuropäische Länder aufgenommen wurden, also relativ arme Volkswirtschaften, stellt sich diese Erweiterung als beträchtliche Herausforderung für alle beteiligten Länder sowie die europäische Union als Ganzes dar.
Mit der Aufnahme von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und dem griechischen Teil von Zypern ist die Zahl der EU - Mitgliedsstaaten auf 25 gestiegen. Zugleich nahm die Bevölkerung der EU um rund 74 Millionen Menschen zu.
Die größte Herausforderung liegt vermutlich in der Integration von Staaten, die sich in ihrer Geschichte, ihrer wirtschaftlichen Entwicklung sowie ihrer Wirtschaftsstruktur deutlich von den bisherigen EU - Mitgliedern unterscheiden. Des Weiteren differenzieren sich die neuen Mitglieder sehr stark im Preis- und Lohnniveau von den bisherigen EU - Staaten.
Aufgrund der geografischen Nähe Deutschlands zu den Mittel- und Osteuropäischen Staaten wird die Erweiterung nach Osten hierzulande sowohl von der Öffentlichkeit als auch von Vertretern in Politik und Wirtschaft ambivalent bewertet. Es mischen sich teilweise eher diffuse Ängste mit realistischen Einschätzungen der Probleme und bilden ein nur sehr schwer zu überschauendes Gemenge von Befürchtungen. Eine repräsentative Umfrage der Konrad - Adenauer - Stiftung aus dem Jahr 2004 ergab, das 59 % der Deutschen eine negative Haltung zur EU - Osterweiterung haben. Es werden einerseits Wirtschaftswachstum und Wohlfahrtsgewinne für Deutschland prognostiziert, andererseits wird aber auch von Kapitalflucht und Marktverdrängung Deutscher Unternehmen durch Billigkonkurrenz aus dem Osten gesprochen. Ganz zu schweigen von Prophezeiungen, das Deutschland nach Aussetzen der Freizügigkeit von Zuwandererströmen förmlich überrannt werden wird.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit eben diesen Ängsten und Befürchtungen, die in der Bevölkerung immer wieder neu geschürt werden, speziell in Bezug auf den Kapital-, den Güter- und den Arbeitsmarkt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entwicklung des Außenhandels, welche erheblichen Einfluss auf diese drei Märkte nimmt.
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Besonders kritisch wurde auch die Situation von Klein- und Mittelständische n Unternehmen, gerade in den Grenzgebieten zu Polen und der Tschechischen Republik bewertet, da diese in anderen Betrachtungen größtenteils außer Acht gelassen werden.
Bei der Erstellung dieser Arbeit wurde vor allem auf eine einfache Darstellung sowie allgemeine Verständlichkeit geachtet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der besseren Darstellung von Zusammenhängen wurden wichtige Tabellen und Abbildungen an entsprechender Stelle direkt in den Text eingefügt.
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2. Eckdaten und wirtschaftliche Ausgangsbestände
Seit der EU - Osterweiterung umfasst die E uropäische Union 25 Mitglieder mit insgesamt 450 Millionen Einwohnern. Mit den Beitrittsländern wächst die Zahl der Erwerbstätigen (Arbeitnehmer und Selbständige) um 29 Millionen. Der überwiegende Teil kommt aus Polen (rd. 14 Millionen), Tschechien (rd. 5 Millionen) und Ungarn (rd. 4 Millionen). Die Arbeitslosigkeit ist liegt Polen mit knapp 20 %, in der Slowakei mit etwa 19 %, in Litauen und Lettland mit je 13 %, in Estland mit 9 % über dem Durchschnitt der EU - in allen anderen Beitrittsländern liegt die Arbeitslosigkeit niedriger als in der EU. Die Beitrittsländer weisen ein niedrigeres wirtschaftliches Entwicklungsniveau als die meisten derzeitigen Mitgliedsländer der EU auf. Das lässt sich auch am Einkommens- und Produktivitätsniveau festmachen. Die gesamtwirtschaftlichen Einkommensunterschiede zwischen Beitrittsländern und den bisherigen Mitgliedsländern der EU sind beträchtlich. Nimmt man als Maßstab den Kaufkraftstandart, dann liegt das Pro - Kopf - Einkommen (Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) in den neuen Mitgliedsländern in einer Spannweite von ca. 35 % (Lettland) bis ca. 74 % (Slowenien) des EU - Standards. Nimmt man den das Einkommensniveau in Euro statt in Kaufkraftstandards, stellt sich die relative Position der Beitrittsländer deutlich schlechter dar.
Tabelle 1: Einkommensniveaus in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern 2002
(Quelle: EU, SVR 2003/2004)
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Diesem niedrigen Einkommensniveau entspricht aber auch ein niedrigeres Produktivitätsniveau. Für das verarbeitende Gewerbe hat das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH), Halle, folgende Niveaus der Arbeitsproduktivität ermittelt:
Tabelle 2: Produktionsniveaus des verarbeitenden Gewerbes 1999
(Quelle: Wirtschaft im Wandel, 3/2003; IWH)
Die neuen Mitgliedsländer erreichen allenfalls das Produktivitätsniveau von Griechenland und Portugal. Vor dem Hintergrund der Produktivitätsunterschiede müssen auch die erheblichen Differenzen zwischen den Durchschnittslöhnen der Beitrittsländer und denen in Deutschland gesehen werden.
Tabelle 3: Löhne der EU - Beitrittsländer im Vergleich
(Quelle: Handelsblatt 03.12.2003)
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Arbeit zitieren:
Katja Rothemund, 2005, EU-Osterweiterung - Folgen für Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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