Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 02
2. Was ist eine Stieffamilie Seite 02
2.1. Sekundäre und primäre Stieffamilien Seite 03
2.2. Die Unterschiede zur Kernfamilie Seite 03
2.3. Die Entwicklung einer Stieffamilie Seite 04
3. Stieffamilien als Problem Seite 05
4. Stieffamilie als Gewinn Seite 06
5. Die Beziehung zwischen Kindern und ihren Stiefeltern Seite 06
5.1. Die Stiefmutter Seite 07
5.2. Der Stiefvater Seite 08
5.2.1. Die Position des Stiefvaters in der Familie Seite 09
5.3. Das Stiefkind Seite 10
6. Der leibliche Elternteil Seite 10
6.1. Der externale Elternteil Seite 11
6.2. Der internale Elternteil Seite 11
7. Fazit Seite 12
8. Quellenverzeichnis Seite 15
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1. Einleitung
Im Jahr 2001 wurden in Deutschland 389 429 Ehen geschlossen und 197 498 geschieden, dabei waren 153 000 minderjährige Kinder betroffen (Pressemitteilung statistisches Bundesamt, 27.08.2002, auf www.stieffamilien.de). Von den minderjährigen Kindern leben aktuell 6% mit einem Stiefelternteil zusammen, wobei Ostdeutsch-land mit etwas mehr als 10% einen doppelt so hohen Anteil an Stiefkindern wie Westdeutschland aufweist. Dabei leben Zwei Drittel der Kinder in ehelichen Stieffamilien, der Rest in Lebensgemeinschaften (www.cgi.dji.de).
In der vorliegenden Arbeit wird es hauptsächlich um die Form der primären Stieffamilie (Erklärung hierzu im zweiten Teil) gehen, da diese die Hauptform in Deutschland darstellt und ich selber in solch einer aufgewachsen bin. Ich werde erläutern was eine Stieffamilie ist, wie sie sich entwickelt, ihre „Vor- und Nachteile “, die einzelnen Mitglieder sowie deren Positionen und Beziehungen zueinander und welche Ro lle der außerhalb lebende Elternteil spielt.
2. Was ist eine Stieffamilie?
Um auf das Thema der Stieffamilie einzugehen, muss erst einmal klar sein, was eine Stieffamilie überhaupt ist, was sie ausmacht und was sie kennzeichnet.
„Stief“ ist abgeleitet aus der althochdeutschen Vorsilbe „stiof“ und bedeutet soviel wie „hinterblieben“, „verwaist“ und „beraubt“ (vgl. Ritzenfeld 1998, S.26).
Visher und Visher (1987, S. 27) definieren Stieffamilien als jene Familien „in der mi ndestens ein Erwachsener ein Stiefelternteil ist“ (vgl. Walper/Wild in Hofer u. a., 2002, S.354). Ein weiteres Merkmal ist nach Friedl/Meier-Aichen (1991), das ein leiblicher Elternteil des Kindes außerhalb der Stieffamilie lebt und das neben der schon bestehenden Eltern- Kind- Beziehung der Stiefelternteil eine eigenständige Beziehung zu seinem Stiefkind aufbauen muss (vgl. Friedl/Meier-Aichen 1991, S.30). Die Stieffamilie ist eine „familiäre Lebensgemeinschaft, die in einer Phase des Wandels für sich
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eine neue Struktur suchen und neue Formen der Alltagsorganisation entwickeln muss“ (vgl. Friedl/Meier- Aichen 1991, S. 45).
Zentrale Themen der meisten Stieffamilien sind die Übernahme der Stiefelternrolle sowie die Gestaltung der Stiefelternteil- Stiefkind - Beziehung. Stiefelternteile haben Schwierigkeiten, ein stabiles Muster dafür zu entwickeln, wie sie für ihre Stiefkinder fühlen, wie sie über sie denken und wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Häufig sind beide Parteien nicht bereit, eine enge Beziehung zueinander aufzubauen. Gute oder schlechte Rollenerfüllung hängt im Wesentlichen davon ab, ob Stiefkind und Ehepartner diese Rollenübernahme akzeptieren (vgl. Friedl/Meier- Aichen 1991, S. 31).
2.1. Sekundäre und primäre Stieffamilien
Man unterscheidet in sekundäre und primäre Stieffamilien. Während in der sekundären Stieffamilie die leiblichen Kinder eines Partners nicht dauerhaft mit ihm zusammenleben sondern nur zeitweise, lebt in der primären Stieffamilie eine Person dauerhaft mit den Kindern des Partners zusammen. In der Form der sekundären Stieffamilien leben etwa 13% der Familien in Westdeutschland, während es etwa 18% der Familien in Ostdeutschland sind.
Ca. 50% der Scheidungskinder erhalten durch Wiederheirat des Elternteils bei dem sie bleiben, meistens einen neuen Vater, eher seltener eine neue Mutter. Die verbleibenden 25% (alte Bundesländer) und 40% (neue Bundesländer) leben in einer nichtehelichen Partnerschaft der Mutter bzw. des Vaters (vgl. Walper/Wild in Hofer u. a., 2002, S.336).
2.2. Die Unterschiede zur Kernfamilie
Eine Kernfamilie wird als „eine soziale Gruppe von zwei Eltern (Erwachsenen) mit ihren leiblichen, minderjährigen Kindern“ beschrieben (vgl. Schoeck in Ritze nfeld 1998, S. 25). Die Unterschiede zur Stieffamilie liegen nach Walper/Wild in einem ge-
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ringeren Zusammenhalt, weniger förderliche Kommunikation und Problemlösestrategien, einem höherem Maß an Konflikten sowie in einer Distanz zwischen den Geschwistern.
Weiterhin blicken nicht alle Familienmitglieder auf eine gemeinsame Familiengeschichte zurück. Mit der Gründung einer Stieffamilie setzt ein neuer Familienzyklus ein, welcher neben den alten tritt und mit diesem synchronisiert wird. Die Partner bauen die neue Partnerschaft auf und festigen sie, einer wird die Rolle als leiblicher Elternteil weiterführen, während der andere die Rolle als Stiefelternteil finden muss. Dieses Zusammenwachsen findet in einem Zeitraum von etwa fünf Jahren statt (vgl. Walper/Wild in Hofer u. a., 2002, S.345ff).
2.3. Die Entwicklung einer Stieffamilie
Krähenbühl u. a. (1986) unterteilen die Entwicklung einer Stieffamilie in drei Phasen:
? Die Phase des Abschieds von der bisherigen Partnerschaft und der bisherigen Familienform (nach der Trennung bleibt das Kind bei einem Elternteil, während das andere den Haushalt verlässt). ? Die Phase der Teilfamilie. ? Die Phase der neuen Partnerschaft und der Stieffamilienbildung .
Jede Phase bedeutet eine spezifische Veränderung des Familiensystems und die Übergänge sind vor allem durch das Hinzukommen und Ausscheiden von Familienmitgliedern gekennzeichnet (vgl. Krähenbühl u. a. 1986, S.56).
Die Besonderheiten der Stieffamilie verstehen sich vor dem Hintergrund der vorangegangenen Familiengeschichte der neuen Partner, ihren Erfahrungen in der ersten Ehe, die Trennungs- und Nachscheidungsphase sowie die Zeit der Einelternschaft (vgl. Friedl/Meier- Aiche n 1991, S.30).
Coleman und Ganong (1990) fassen das Entstehen einer Stieffamilie als „normatives Lebensereignis auf, das mit einer Systemerweiterung, dem Aufbau und der Umstruk-
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Arbeit zitieren:
Nicole Burghardt, 2004, Stieffamilien. Strukturen, Beziehungen, Aussichten, München, GRIN Verlag GmbH
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