Inhaltsangabe:
1. Einleitung: Die mediale Koorientierung
2. Beobachtung der medialen Koorientierung
2.1. Die institutionalisierte Zeitungsschau
2.2. Mediale Koorientierung per excellence - oder: Wie Stern und Bild der Leipziger
Volkszeitung vorschreiben, was vor der eigenen Haustür passiert
2.3. Die Nachrichtenagenturen bestimmen hauptsächlich, was am kommenden Tag in der
LVZ steht
2.4. Wie andere Zeitungen als Infoquelle und zum Faktenabgleich genutzt werden
2.5. Fernseher zum Abgleich des Tagesgeschehens
2.6. Tor Tor Tor - Fernsehen zur Unterhaltung
2.7. Internet: Vorhanden aber fast ungenutzt
3. Zusammenfassung mediale Koorientierung
4. Kenndaten der LVZ
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"Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden". Der junge Claus Strunz, mittlerweile zum Chefredakteur der "Bild am Sonntag" aufgestiegen, macht keinen Hehl daraus, wie er zu neuen Ideen kommt. "Wenn ich irgendwo etwas Spannendes lese, eine gute Überschrift beispielsweise, dann merke ich sie mir. Vielleicht kann ich sie mal gebrauchen", erklärt der smarte Redakteur allzu gern auf Seminaren dem Journalistennachwuchs. Die Politikredaktion der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) hingegen gibt nicht all zu offensichtlich zu, wie sehr sie sich an anderen Medien koorientiert. Dennoch achten die Redakteure nicht nur sehr stark darauf, was die Konkurrenz schreibt oder sendet - sie nutzen es ebenso für das eigene Produkt. Wie meine eintägige Redaktionsbeobachtung in Leipzig gezeigt hat, nehmen die Redakteure gerne andere Zeitungen hinzu, um das eigene Blatt mit den anderen Zeitungen zu vergleichen. Stoßen die Redakteure dabei auf interessante Themen, werden diese natürlich in das eigene Blatt übernommen. Im Großen und Ganzen also setzt die Leipziger Volkszeitung stark auf mediale Koorientierung.
Dieser Beobachtungsbericht wird mehrerlei aufzeigen: Wie wichtig sind den Redakteuren die verschiedenen Medien zur medialen Koorientierung? Wir konkret nutzen die Redakteure die anderen Medien? Wie wirkt sich die Koorientierung auf das eigene Produkt aus? Zur besseren Verständlichkeit ist der Bericht in chronologischer Reihenfolge verfasst. +DXSWWHLO
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Später vormittag: In dem großen Büro der Politikredaktion herrscht Ruhe. Lediglich ein junger Redakteur raschelt ständig mit Zeitungsblättern und macht sich Notizen auf ein Blatt. "Ich schaue, welche Zeitung mit welchen Themen aufmacht", erklärt er. Dafür schreibt er Überschriften in eine Tabelle auf seinem Blatt. "Ich verschaffe mir quasi einen Überblick. Jeder hier ist damit mal dran. Heute bin ich es eben", sagt er. Rund 15 Zeitungen sichtet er dafür. Diese Zeitungsschau umfasst die "Bild-Zeitung" (an erster Stelle) und reicht von den eigenen Regionalausgaben der "LVZ" über die "Süddeutsche Zeitung", die "FAZ" und "taz" bis hin zum "Neuen Deutschland" oder dem "Tagesspiegel". Die hauseigene Sekretärin heftet all diese Zeitungen täglich in einen extra Ordner. Wenn der junge Redakteur mit seinem Zeitungsstudium gegen Mittag fertig ist, präsentiert er seine Ergebnisse dem Ressortleiter. "Die Ergebnisse helfen uns, Themen zu gewichten. Ich beispielsweise nutze die Fakten und verschiedenen Sichtweisen auch gerne, um sie in meine eigenen Kommentare zu einem Thema einfließen zu lassen", erklärt der Redakteur.
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Arbeit zitieren:
Kai Oppel, 2001, Redaktionsbeobachtung Mediale Koorientierung - Wie die Politikredaktion der Leipziger Volkszeitung andere Medien als Vergleichsmaßstab und Infoquelle nutzt, München, GRIN Verlag GmbH
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