I. Einleitung ………………………………………………………………………….4 II. Menschliche Identität im Fokus der Gogols Forschung
1. Gogols eigene Identitätssuche ………………………………………………..7-8
2. Psychologische und sexualtheoretische Analyse ……………………………8-9
III. „The Sexual Labyrinth of Nikolai Gogol” - der Schlüssel zu der Biographie Gogols
1. Der Schatten des Gogol Lebens - seine Homosexualität ……………………. 10
2. Analyse die Charakteren des Romans durch die sexualtheoretischen Ansätze
IV. Paradigmawecksel des Romans „Die Toten Seelen“ - die Lebenswende des Autors
1. Model des zweiten Teils „Die Toten Seelen“ …………………………….17-20 V. Fazit …………………………………………………………………………..21-22 VI. Literaturverzeichnis …………………………………………………………….23
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I. Einleitung
Wenn Nikolaj Gogol wirklich „der merkwürdigste Prosa-Poet“ gewesen sein sollte, „den Russland je hervorgebracht hat“ wie Vladimir Nabokov meinte, so verdankt er diesen Status auch und vor allem seinem 1842 erschienen Roman «Fzjl\u_ ^mrb» (Die Toten Selen). Dieses Werk bezeichnet nicht nur den Höhepunkt der russischen Literatur und der Weltliteratur überhaupt. Wenige Texte haben ihren Interpreten freilich derartige Problemen bereitet, so sie in Frustration versetzt, ja zu Wutanfällen und Unterstellungen verleitet. Dieses Werk ist außerdem ein unfangreicher Feld für die literaturwissenschaftliche Forschung. Die Zeitgennosser betrachteten den Roman als die tapfere Herausforderung der Zeit, die tragische Satire der Gesellschaft. Gogol hat ebenfalls ein Ziel verfolgt, Russland in Wirklichkeit darzustellen. Die langen Aufenthalte im Ausland haben ihm die Möglichkeit gewährleistet sein Land durch fremdes Prisma zu betrachten. Alles anderes: die Menschen, Sitten, Sprache, sowie politisches Wesen und Lebensnormen. Aber die wichtigste und dabei schwierigste Arbeit für Gogol gewesen, die Charakteren des Romans, deren Temperament, Moral, Taten darzustellen. Jeder Held des Romans ist eine vollendete Idee des Autors, in dem er seiner inneren Seite des Charakters darstellt. Da ich meine Arbeit überwiegend Anhang des Buches Karlinsky´s schreibe, stelle ich das breite Spektrum der Analyse dar. Karlinsky ist einer der Autoren, der sich mit dem unerforschten Gebiet Gogols Leben befasst. Seine Sexualität steht im Kern seiner Forschung. Wir, Leser, sind erstaunt über seine offene Auffassung, dass jeder Charakter der „Toten Seele“ ist eine sexuelle Fantasie Gogols. Gogols Homosexualität spiegelt im Roman die Frauenfeindlichkeit und das Wesen der Ehre und Familie. Ziel dieser Arbeit ist die Selbstidentität Gogols im Roman „Fzjl\u_ ^mrb“zu erforschen Anhang der Werken der wichtigen Schriftsteller und Kritikers, die sich mit seinem Leben und Werken befasst haben und dabei uns in die atemberaubende innere Welt Gogols begleiten.
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II. Menschliche Identität im Fokus der Gogols Forschung
Nikolai Gogol betrachtet die „Toten Seelen“ als sein literarisches Hauptwerk. Plan und Ausarbeitung beschäftigt ihn seit dem Jahr 1835 uns lassen bis seinem Tod nicht mehr los. Ganze sechs Jahre schreibt er am ersten teil, der 1842 erscheint. Ein zweiter Teil erscheint bereits seit 1840, dessen erste Fassung Gogol 1845 verbrennt. Er setzt neu an und verbrennt das fertige Manuskript einer zweiten Fassung im Februar 1852, acht Tage vor seinem Tode.
Gogol selbst hat sich zu seiner Arbeitsweise in einem Gespräch mit einem befreundeten Schriftsteller geäußert: „Zuerst soll man alles entwerfen, wie se gerade kommet, wen auch schlecht, verwässert, aber restlos alles, und dieses Heft vergessen. Dann, nach ein, zwei Monaten - das Geschriebene hervorholen und durchlesen. Sie werden dann sehen, dass
manches nicht richtig ist, vieles überflüssig, und das manches fehlt“. 2
1 =h]hev \ \hkihfbgZgbyo kh\j_f_ggbdh\, Fhkd\Z 1952, Band VIII, S. 294
2 Aus der Erinnerungen der russischen Dichters und Übersetzers Nikolaj Berg, in ZSIPh 14, 1937, S. 63
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Je weiter man der Entwicklung von Gogols Persönlichkeit und Werk zu folgen sucht, desto auffälliger tritt das Disparat und Paradoxe hervor. Eben das, was man von seinem Still
gesagt hat, dass er im Grunde keine normale, neutrale Sprachebene kenne 3 - seinem Verhalten im Leben wie von der Kompositionen seiner Werke. Während sein Leben von Krise zu Krise taumelt, gewinnt sein Werk, solange die Schöpferkraft ihn nicht verlässt, jene unvergleichliche Qualität, die seinem Weltrang sichert, obgleich sie auf Eigenschaften beruht, die Verständnis und Würdigung eher erschweren: einer über geschmackliche Bedenken erhabenen Virtuosität in der Handlung der Sprache und dem übergewicht der Details über Fabel und Sujet.
Je länger man sich mit dem Roman beschäftigt, umso besser versteht man, dass es Gogol gar nicht auf Tschitschikow ankommt. In den sechs Jahren, in denen der Dichter an dem ersten Teil der „Toten Seelen" arbeitete, erblickte er seine Aufgabe immer mehr darin, zu zeigen, „wie leer und schrecklich es in der
Welt" 4 - in der russischen Welt seiner Zeit war. Tschitschikows betrügerisches Unternehmen ist Gogol nur das Mittel zum Zweck, eine Gesellschaft bloßzustellen, die solche Abenteuer überhaupt aufkommen lässt. Tschitschikow erfüllt die Bestimmung, ein Regime zu entlarven, das jede freie Regung erstickt, das nicht Menschen, sondern nur Marionetten duldet; an ihm, der auszieht, Tote einzuhandeln, marschieren die Lebenden als die wahren Toten, als die innerlich Gestorbenen vorbei. Es ist die Zeit der Reaktion bald nach dem Krieg gegen Napoleon I. An materiellem Behagen fehlt es dieser Zeit nicht, es wird gut gegessen und getrunken, getanzt und gespielt. Russland leidet in Gogols Darstellung mehr unter Schlendrian und Routine, als unter Willkür und Verknechtung. Sogar die Leibeigenen haben noch Anteil an diesem satten Leben, scheinen nicht unzufrieden, stecken unsentimental ihre Prügel ein und wissen sich mit Mutterwitz und Spitzbüberei gegen ihre Herren zu wehren. Aber welch geistige Stickluft in diesem Leben einer russischen Kleinstadt, welche Herzensträgheit, welche Unterwürfigkeit der kleinen und welcher Zynismus der
großen Leute! 5
3 Rolf-Dietrich Keil: Nikolai W. Gogol, Reinbek bei Hamburg 1985, S. 90
4 =h]hev \ \hkihfbgZgbyo kh\j_f_ggbdh\, Fhkd\Z 1952, Band XII, S. 213
5 Waldemar Jollos in Vorwort, in: Nikolai Gogol: Die Abenteuer Tschitschikows oder die Toten Seelen, Frankfurt am Mainz
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Olga Nikitina, 2004, Gogols Selbstidentität im Roman 'Die toten Seelen', München, GRIN Verlag GmbH
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