INHALTSVERZEICHNIS
1. EINFÜHRUNG - FALLBEISPIEL
2. FRAGEBOGEN ZUR LEBENSGESCHICHTE
2.1. Interpretation des Fragebogens
- Über die Entwicklung der Beschwerden
- Zur Lebensgeschichte
3. EMOTIONEN EINER PATIENTIN - EIN GEDICHT
3.1. Interpretation des Gedichtes
4. ANGST
5. WAS IST NEUROTISCH?
6. AUFBAU DER NEUROSE
7. DIE VIER HAUPTFORMEN NEUROTISCHER DEFORMIERUNG LAUT FREUD
7.1. Die schizoide Neurosenstruktur
7.2. Die depressive Neurosenstruktur
7.3. Die zwanghafte Neurosenstruktur
7.4. Die hysterische Neurosenstruktur
8. UNTERSCHIE:D NEUROSEN UND PSYCHOSEN
9. PSYCHISCHE STÖRUNGEN
10. DREI ERKLÄRUNGSMODELLE DER ANGST
10.1. Biologische Erklärung
10.2. Psychoanalytische Erklärung
10.3. Lernpsychologische Erklärung
11. FORMEN DER ANGST
12. DIE DREI BESTANDTEILE DER ANGST
13. ENTSTEHUNG DER KÖRPERSYMPTOME
14. WIE KANN MAN MIT DER ANGST IM ALLTAG FERTIG WERDEN?
14.1. Sofortmaßnahmen
15. BEHANDLUNG DER ANGST
15.1. Arten der Konfrontationstherapie
16. LITERATURVERZEICHNIS
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1. . E EI IN NF FÜ ÜH HR RU UN NG G - - F FA AL LL LB BE EI IS SP PI IE EL L 1
In folgender Arbeit werde ich mich mit einem von mir gewähltem Fallbeispiel intensiver beschäftigen. Um dies zu können, erforderte es erstmals ein ausführliches Gespräch mit der Angstpatientin, über die ich diese Arbeit schreibe. Hiermit möchte ich mich auch bei dieser Person bedanken, da sie mir auch sehr vertrauliche Unterlagen gab, die sie zur Verfügung stellte (welche sie mit ihrem Therapeut auch erarbeitet hat), und für die Offenheit und das Vertrauen, das sie mir schenkte. Daten und Angaben meines Fallbeispiels sind mit Diskretion zu behandeln.
Studentin, 20 Jahre alt aufgewachsen in einem liebevollen Zuhause leidet an einer Angstneurose. Der Grund ist noch ungeklärt, sie besucht einmal wöchentlic h einen Verhaltenstherapeuten (und wird auch medikamentös mit Psychopharmaka behandelt). Die Studentin gilt laut Mediziner als physisch gesund.
Die größten Ängste dieser Klientin sind:
- Thanatophobie (Angst vor dem Tod)
- Klaustrophobie
- Flugangst
- Angst alle ine zu sein
- Agoraphobie und
- Angst in geschlossenen Räumen
Die Angst äußert sich überwiegend in Panikattacken, welche bis zu einigen Stunden andauern können. Die Angst entsteht vorwiegend nach physischen Problemen, wie zum Beispiel: Herzrasen, Schwindel, Beklemmungsgefühlen, Atemnot, Schwächegefühle, Taubheit oder Kribbeln in Körperteilen, usw. Wenn diese Symptome beginnen, setzt die Angst ein und verstärkt diese Symptome noch mehr, die Folgen sind: Angst die Kontrolle zu verlieren, Angst verrückt zu werden, Angst umzukippen und/oder Todesangst.
Nach einigen Minuten lässt dieser Zustand nach und wird geringer. Die Klientin steht ständig unter hoher Anspannung, welches sich in Nervosität und Unruhe ausdrückt, Verhaltensweisen in so einer Anspannung sind zum Beispiel: wippen mit dem Fuß, Nägelbeißen, auf und ab laufen, berühren des Gesichtes, usw. Dadurch, dass sie ständig unter so einer großen Anspannung leidet, kann es durchaus vorkommen, dass eine Panikattacke den ganzen Tag andauern kann. Das heißt, wenn die Panikattacke ausgelöst wird und nach einiger Zeit wieder etwas nachlässt, bedarf es nicht viel (zum Beispiel ein unangenehmer Gedanke) um wieder ihren höchsten Punkt zu erreichen.
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Vorgeschichte:
Durchschnittliches Mädchen, aufgewachsen in einem liebevollen zuhause, Eltern sind durchschnittlich erfolgreich und gesellschaftlich angesehen. Sie hat eine liebevolle Beziehung zu ihren Eltern vor allem zum Vater, respektiert und bewundert ihn sehr. Hat eine fünf Jahre jüngere Schwester, auf welche sie zeitweise eifersüchtig ist, da diese das Nesthäkchen ist und von den Eltern sehr verwöhnt wurde. Sie selbst ist ein durchschnittliches Mädchen, selbstbewusst, beliebt und zielgerichtet, sie hat bestimmte Vorstellungen vom Leben welche sie zielstrebig verfolgt. Vor einigen Monaten trennte sich ihr langjähriger Freund von ihr. Sehr erwähnenswert ist, dass sie ca. 2 Jahre lang regelmäßig Cannabis konsumierte und auch LSD probierte. Während des Konsums hatte sie einige male so genannte Horrortrips und empfand große Angst, litt unter anderem an Verfolgungswahn und Halluzinationen. Da diese Zustände immer häufiger aufgetreten sind, hörte sie mit dem Konsum auf.
Die erste Panikattacke trat in Folge eines Kreislaufkollapses auf. Weitere Panikattacken folgten in der nächsten Zeit.
Wann treten die Angstzustände am häufigsten auf?
- wenn sie alleine zu Hause ist
- in engen Räumen oder in belebten Räumen
- aber auch während entspannter Situationen
Was wird in diesen Situationen unternommen?
- versucht sich mit positiver Selbstsuggestion zu beruhigen, es beginnt ein innerer Dialog
- versucht sich mit anderen Dingen abzulenken, wie zum Beispiel durch Zeichnen oder mit anderen Personen zu sprechen
Mögliche Gründe, die zu diesen Panikattacken führten und führen:
- das Loslösen von der Familie, bzw. Erwachsenwerden und Selbständigkeit
- das Loslösen vom geliebten Vater
- Trennung vom langjährigen Freund
- Trennung von den guten Freunden
- Fühlt sich einsam und verlassen
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2. . F FR RA AG GE EB B O LE EB B E 2 ZU UR R L OG GE EN N Z EN NS SG GE ES SC CH HI IC CH HT TE E
Den Fragebogen zur Lebensgeschic hte (nach A.A. Lazarus, 1973/übersetzt und erweitert von D. Zimmer und L. Echelmeyer), bekam die Klientin von ihrem Therapeut, um rasch mit einer Therapie beginnen zu können, ist es für den Therapeut wichtig so viel als möglich über den Klienten und seine „Probleme“ zu erfahren, um auf das bestehende Problem eingehen zu können und eine dementsprechende Behandlung durchführen zu können.
Die Klientin gibt in diesem Fragebogen ausführliche Informationen, doch auf die Bitte der Klientin, sind Textstellen, die die Klientin nicht preisgeben wollte, entfernt. Weiteres habe ich Textstellen, die für meine Arbeit nicht relevant sind, nicht angeführt.
Geben Sie eine kurze Auskunft bezüglich der Geschichte und der Entwicklung Ihrer Beschwerden (vom Zeitpunkt des Eins etzens bis heute); der Häufigkeit ihres Auftretens und der jeweiligen Folge für Sie und/oder andere Personen
Auftreten der ersten Panikattacke:
Oktober 1999, nach Rückkehr eines Auslandsaufenthaltes (wollte nach Amerika auswandern und dort studieren, hat aber leider nicht geklappt, vorwiegend aus finanziellen und rechtlichen Gründen). War bei der Rückkehr unausgeschlafen und übermüdet, traf mich am Abend mit Freunden und bei der Rückfahrt nach Hause wurde mir unwohl, mein Vater kam mich unterwegs holen, da ich nicht mehr im Stande war selbst weiterzufahren. Der Zustand verbesserte sich vorerst, nach einiger Zeit begann es mir wieder schlecht zu gehen. Kreislaufkollaps in Folge: Panik (Symptome: Kopfschmerzen, Hyperventilieren, Kribbeln in den Händen...). Kam mit der Rettung ins LKH, wurde untersucht, stationär auf Neurologie. Am nächsten Tag: Entlassung nach einem Gespräch, organisch keine Auffälligkeiten. Medikation: ½ Seroxat (ca. ½ Jahr genommen, viele Nebenwirkungen, wie z.B. Gewichtszunahme, lustlos auch im sexuellen Bereich, Unwohlsein...)
Vorgeschichte: Maturiert Juni 1999, in der Nacht nach Matura Kreislaufkollaps mit Bewusstlosigkeit
(vorher Konsum von Marihuana und wenig Schlaf). Auffälligkeiten in der Zeit zwischen Juni und Oktober 1999 waren einige körperliche Beschwerden, Einschlafstörungen, Alpträume, Schwächegefühle, Unwohlsein... Habe aber diese Symptome nicht weiter beachtet (bekam vom Hausarzt Antidepressiva verschrieben, die ich aber nur 1x genommen habe)
Trotz Diagnose „Panikattacken und Angstneurose“ habe ich es nicht 100%ig geglaubt, machte viele Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten, aber es gab keine Auffälligkeiten. In den letzten 2 Jahren hatte ich viele Ängste und Panikattacken.
Im Sommer 2000 hatte ich Schwierigkeiten mit dem Einschlafen und Durchschlafen. Nachdem ich
lange nicht einschlafen konnte bin ich nach einigen Minuten Schlaf wieder unsanft aufgewacht und dasselbe begann von vorne. Konnte meist erst in der Früh einschlafen. Hatte alle möglichen Schmerzen wie zum Beispiel: Zahn- und Ohrenschmerzen, Herzrasen und -stechen (dachte ich sterbe an einem Herzinfarkt), Schmerzen in den Gliedern, usw.
Stärke und Häufigkeit der Panikattacken und Ängsten variierte, zeitweise unerträglich und oft und dann wieder Wochen und Monate nur hin und wieder leichte Panikattacken, die ich aber gleich als solche identifizierte und bekämpfte.
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Seit Herbst 2000 bis ungefähr April, Mai 2001 hatte ich diese Zustände sehr gut im Griff, eventuelle
„Rückfälle“ waren schnell unter Kontrolle bzw. ich ließ mich nicht von ihnen beherrschen.
Anfang Februar dieses Jahres hat mein damaliger Freund mit mir Schluss gemacht, das hat mich sehr hart getroffen. (TEXTESTELLEN FEHLEN)
Ich kam nur ins Elternhaus wenn mein Vater nicht zu Hause war. Eines Tages war ich wieder im Elternhaus, wegen meiner Schwester, weil sie einige Tage zuvor verletzt worden ist und ich mir um sie Sorgen machte und sie ein bisschen ablenken wollte. Auf jeden Fall endete dieser Abend mit einem Streit mit meiner Schwester und Folge dessen auch mit meiner Mutter. Enttäuscht und verletzt bin ich dann in meine Wohnung gefahren. Am nächsten Morgen habe ich meinen Hund ins Elternhaus geführt, da meine Mutter Urlaub hatte und auf ihn aufpasste. Das eine Wort ergab das andere und es kam zum Streit, plötzlich sagte meine Mutter: „schau das dein Leben einmal in den Griff bekommst!“ Diese Aussage hat mich total gekränkt und geärgert, dass ich einen Wutanfall bekam, der in einen Nervenzusammenbruch endete. Mich ärgerte diese Aussage eigentlich so, da ich dachte, wenn meine Familie es nicht so weit getrieben hätte, dass mein Leben jetzt aus der Bahn gekommen wäre, bräuchte ich mein Leben nicht wieder in den Griff bekommen. Dieser Nervenzusammenbruch sah so aus, dass ich 48 Std. am Stück am weinen war. An diesem Abend schlief meine Mutter bei mir in meiner Wohnung. Und das war eigentlich die letzte Nacht in der ich in meiner Wohnung schlief. (TEXTESTELLEN FEHLEN) In dieser Zeit dachte ich auch sehr oft an Suizid, ich hatte vor mir selbst Angst, da ich mir selbst nicht mehr vertrauen konnte. Auf jeden Fall dauerte dieser Zustand einige Tage. Ich war nicht fähig Entscheidungen zu treffen, der größte Konflikt den ich eigentlich hatte warversöhne ich mich nun mit meinem Vater oder nicht. Denn das ich mit meinem Vater nicht sprach tat mir auch nicht gut. Die Situation ist schon so weit ausgeartet, dass ich schon freiwillig in ein Krankenhaus gehen wollte. Nun musste ich mich entscheiden - ins Krankenhaus oder wieder mit meinem Vater sprechen. Diese Entscheidung (die ich sowieso nicht im Stande war zu entscheiden) wurde mir abgenommen indem mein Vater auf mich zukam (d.h. er kam in mein Zimmer nahm mich bei der Hand und führte mich hinunter). Erst weigerte ich mich ihm gegenüber zu treten, doch im Endeffekt saß ich dann unter auf der Couch und weinte nur.
Mein Vater sagte nur wir brauchen kein blabla machen, einfach so tun, als wäre nichts und darüber reden können wir ja, wenn sich die Lage entspannt hat und nicht so emotional ist. Dieses Gespräch fand nie statt!
Seit dieser Versöhnung geht es mir aber noch immer nicht besser.
Bitte schätzen Sie auf der folgenden Skala ein, für wie schwerwiegend Sie Ihr Problem halten
?????????????????????????¦?????››› leicht mittel-sehr extrem total störend schwer schwer schwer unerträglich
Unterstreichen Sie, was auf Sie zutrifft:
wertlos, nutzlos, ein Niemand, Leben ist sinnlos, inadäquat, dumm, inkompetent, naiv, mache nichts richtig, schuldig, böse, liege moralisch falsch, schreckliche Gedanken, feindlich, voller Hass, ängstlich, getrieben, selbstunsicher, neigt zur Panik , aggressiv, hässlich, deformiert, unattraktiv, abstoßend, deprimiert, einsam, ungeliebt, missverstanden, gelangweilt, ohne Hoffnung, ruhelos, verwirrt, hat keine Zuversicht, im Konflikt, voll Ablehnung, wertvoll, sympathisch, attraktiv, intelligent, optimistisch, vernünftig, voller Hoffnung
Anderes: fleißig, witzig, schlimm, offen, direkt, ehrlich, selbstbewusst, aufbrausend, ...
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Arbeit zitieren:
Syzane Berisha, 2002, Angststörungen (mit Fallbeispiel), München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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