Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Wissenschaftliche Biographie des Autors Seite 3
3. Thema und inhaltliche Hauptaussage des untersuchten Textes Seite 4
4. Untersuchung der Argumentationsstruktur Seite 4
4.1. Ausgangspunkt und Aufbau der Argumentationsstruktur Seite 5
4.2. Darlegung der Kernthesen und deren stilistische Verknüpfung
mit dem Text Seite 11
4.3. Bewertung der Argumentationsführung Seite 13
5. Fazit Seite 14
6. Literaturverzeichnis Seite 16
2
1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung der Argumentationsstruktur des Textes Der Gott der Ohren von Friedrich A. Kittler, der die Thematisierung des Wahnsinns durch das Akustische zum Inhalt hat.
Das Ziel ist dabei die Verdeutlichung der Gliederung innerhalb der Argumentationsstruktur, d. h., an welchem Ausgangspunkt die Argumentation ansetzt, wie sie fortgeführt wird und wieweit sie sich immer wieder auf den Ausgangspunkt bezieht. Daneben werden auch die Aspekte betrachtet, die Kittler zur Einbettung seiner Argumentation heranzieht und wie schlüssig die Argumentationsführung aufgebaut ist.
Bevor die eigentliche Untersuchung beginnt, wird zunächst der Autor Friedrich A. Kittler kurz mit einigen wissenschaftlichen biographischen Angaben vorgestellt, dem anschließend eine kurze inhaltliche Zusammenfassung der Hauptaussagen des Textes folgt.
Zum Abschluss dieser Arbeit werden noch einmal die wichtigsten Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und bewertet.
2. Wissenschaftliche Biographie des Autors
Friedrich A. Kittler, Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Autor des untersuchten Textes Der Gott der Ohren, wurde 1943 in Rochlitz (Sachsen) geboren und studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Freiburg / Breisgau. Dort promovierte er 1976 und legte hier 1984 auch seine Habilitation ab.
Sein Lebenslauf ist charakterisiert von mehreren Dozenturen an diversen Universitäten im In- und Ausland. Seit 1993 ist er Professor für Ästhetik und Geschichte der Medien an der Humboldt-Universität in Berlin.
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Kittler hat sich als einer der ersten Germanisten für die Rezeption des Poststrukturalismus eingesetzt und gilt heute als führender Vertreter der Medientheorie. 1
3. Thema und inhaltliche Hauptaussage des untersuchten Textes
Der Text Der Gott der Ohren von Friedrich A. Kittler konzentriert sich auf die Thematisierung der Geschichte des Wahnsinns, die laut Kittler vor einem technischen Hintergrund betrachtet in der Geschichte der Ohren bzw. des Gehörsinns gründet. 2 Und zwar zum einen deshalb, weil sich der Mensch den Klängen, die ständig und aus allen Richtungen auf ihn einwirken, nicht entziehen kann 3 , da Ohren das einzige, nicht zu schließende Organ sind. 4 Und zum anderen, weil nicht koordinierbare bzw. lokalisierbare Klänge / Stimmen [im Kopf] als Auslöser für Schizophrenie, eine allgemein hin bezeichnete Form des Wahnsinns, gelten könnten. 5 Kittler sieht also eine direkte Beziehung zwischen Akustik und Wahnsinn und gleichzeitig zur Technik.
4. Untersuchung der Argumentationsstruktur
Im Folgenden wird der zugrunde liegende Text hinsichtlich seiner argumentativen Struktur untersucht. Dabei wird zunächst der Ausgangspunkt der Argumentation bestimmt, dem eine detaillierte Darstellung des Aufbaus der
Argumentationsstruktur folgt. Abschließend wird in diesem Kapitel neben einer Zusammenfassung und Darlegung der Kernthesen in ihrer stilistischen Verknüpfung zum gesamten Text die Argumentation dieser Thesen näher erörtert und bewertet.
1 Vgl. http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/ausblick/kittler.htm
2 Vgl. Kittler (1984), S. 146
3 Ebd., S. 140
4 Ebd., S. 142
5 Ebd., S. 147
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4.1. Ausgangspunkt und Aufbau der Argumentationsstruktur
Der Rocksong Brain Damage von Pink Floyd 6 bildet den Ausgangspunkt, auf den die gesamte Argumentation Kittlers aufbaut bzw. zu dem während der Ausführungen immer wieder Rückschlüsse gezogen werden. Der Songinhalt bezieht sich auf unlokalisierbare Stimmen im Kopf als Erscheinung von Schizophrenie, die letztendlich in Wahnsinn enden. Der Song erschien auf der Pink Floyd-LP The Dark Side of the Moon aus dem Jahre 1973. 7
Doch zunächst beginnt Kittler mit einem Auszug aus Pierre Klossowskis Das Bad der Diana, eine Erzählung über den griechischen Gott Pan, „der im Akustischen hauste“ 8 . Dieser war durch seine Hirtenflöte quasi omnipräsent: Selbst wenn er nicht mehr zu sehen war, hallte er doch in den Ohren. 9 Daraus zieht Kittler die Schlussfolgerung, indem er sich auf Walter J. Ong beruft, dass die Intensität des Hörens und seine Verallgegenwärtigung gegenüber und gerade damit dem Sehen weit überlegen sei. Zum Sehen müssen die Augen bewegt werden, beim Hören empfängt man aus allen Richtungen Töne, ohne sich überhaupt bewegen zu müssen. Da es aber keinen Gott mehr gibt, der Töne zum „Dröhnen“ bringt, wird die akustische Lautverstärkung heute durch Kraftverstärker und
Beschallungsanlagen ersetzt, die es ermöglichen, Klänge aus allen Richtungen gleichzeitig zu vernehmen - und zwar in Form von Rocksongs. Kittler sieht seine Annahme in Pink Floyds Song Brain Damage bestätigt, auf den er im Folgenden immer wieder zu sprechen kommt. 10
Um seine Annahme nachvollziehbarer zu gestalten, führt Kittler zunächst einmal die Entstehungsgeschichte der Gruppe Pink Floyd an, welche sich - dank des Beitritts von Sänger und Leadgittarist Syd Barret - Begründer einer neuen Musikgeschichte im Kapitel des Niedrigfrequenztechnik und Optoelektronik nennen dürfen. 11 Genauer: der ersten Quadrophonia-Technik / Azimut Coordinator, d. h. es bestand nun die Möglichkeit, innerhalb einer Klangmasse Tracks und Schichten „in beliebige und nach allen drei Raumdimensionen
6 Ebd., S. 140 f.
7 Ebd., S. 141
8 Ebd., S. 140
9 Ebd., S. 140
10 Ebd.
11 Ebd., S. 141
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Arbeit zitieren:
Jasmin Teuteberg, 2004, Untersuchung der Argumentationsstruktur des Textes "Der Gott der Ohren" von Friedrich A. Kittler, München, GRIN Verlag GmbH
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