Inhaltsverzeichnis
1. Eine definitorische Einführung 3
2. Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter 4
2.1. Bildmedien im mittelalterlichen Kirchenraum 4
2.1.1. Malereitechniken 5
2.1.1.1. Glasmalerei und Wandmalerei 5
2.1.1.2. Tafelmalerei 6
2.1.2. Deutungsversuche 6
2.1.2.1. Deutung einzelner Bildkomponenten 7
2.1.2.1.1. Tiere 7
2.1.2.1.2. Pflanzen 8
2.1.2.1.3. Farben 9
2.1.2.1.4. Personen 11
2.1.2.1.5. Gegenstände 11
2.1.2.2. Deutung mittelalterlicher Bildwerke 12
2.1.3. Funktionen des Mediums Bild 14
2.2. Menschmedien im mittelalterlichen Kirchenraum 14
2.2.1. Der Prediger 15
2.2.2. Das Kirchenspiel 15
3. Schlusswort 17
4. Literaturverzeichnis 18
2
1. Eine definitorische Einführung
Ich möchte mich in dieser Hausarbeit mit den Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter beschäftigen und dabei dem Kirchenraum besondere Beachtung schenken. Bevor ich mich dem Thema zuwende, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, sich zunächst mit den grundlegenden Begriffen zum Themenkomplex vertraut zu machen, damit Verständnisprobleme gar nicht erst entstehen. Folgerecht möchte ich an dieser Stelle einen kurzen definitorischen Überblick über die zentralen Termini dieser Hausarbeit geben:
Das Wort KIRCHE leitet sich von dem griechischen Ausdruck „kyriake“ für „dem Herrn gehörig“ ab und bezeichnet den Ort der öffentlichen Versammlung der christlichen Gemeinde. Im Neuen Testament ist das griechische Wort für Kirche „ekklesia“, was „die Herausgerufenen“ meint und damit auf die christlichen Religionsgemeinschaften deutet, deren theologische Grundlage die christliche Glaubenslehre ist. 1
Der Begriff MITTELALTER benennt in der europäischen Historie den Zeitraum zwischen Altertum und Neuzeit, wobei Anfang und Ende des Mittelalters unterschiedlich angesetzt werden. Vielfach kennzeichnet man die Völkerwanderung im 4. Jahrhundert als Beginn und die Reformation im Jahr 1517 als Endpunkt dieser Epoche. Das Bild des Mittelalters war vor allem durch den bestimmenden Einfluss der Kirche geprägt, die ihre enorme Macht in Alltag, Glauben und Weltverständnis der Menschen geltend machte. 2
Der Ausdruck KOMMUNIKATION stammt von dem lateinischen Wort „commūnicātio“ für „Mitteilung“ ab und bezeichnet im Allgemeinen den wechselseitigen Prozess der
____________________________
1 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 10. Herausgegeben vom Lexikon-Institut Bertelsmann in Zusammenarbeit mit Dr. Hans F. Müller. Berlin, Gütersloh, München, Wien: Bertelsmann, 1975. S. 16.
2 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 12. Herausgegeben vom Lexikon-Institut Bertelsmann in Zusammenarbeit mit Dr. Hans F. Müller. Berlin, Gütersloh: Bertelsmann, 1977. S. 282.
3
Informations- und Bedeutungsübermittlung zwischen einzelnen Lebewesen durch Zeichen und Symbole. Die soziale Kommunikation definiert den Kommunikator als Sender bzw. Quelle der Information, die Aussage als die eigentliche Information, das Medium als materiellen Träger der Information sowie den Rezipienten als Empfänger der Information. Eine erfolgreiche Verständigung ist dann gewährleistet, wenn Kommunikator und Rezipient die Bedeutungsregeln ihrer Zeichen und Symbole miteinander teilen. 3
Die in meiner Hausarbeit thematisierten Kommunikationsmedien richten sich in erster Linie an eine größere Personengruppe, so dass in diesem Zusammenhang der Begriff der Massenkommunikation durchaus seine Berechtigung finden würde. Die Rolle der Kommunikatoren übernimmt im Mittelalter der Klerus, der mit dem Adel die beiden ersten privilegierten Stände bildet (Klerus als 1. Stand, Adel als 2. Stand). Rezipienten sind neben dem Bürgertum die Bauern, welche dem dritten Stand angehören.
Wenn ich von den Medien der Kommunikation spreche, beziehe ich mich dabei nicht nur auf die in der mittelalterlichen Kirche allgegenwärtigen Bildmedien. So genannte Menschmedien, bei denen der Mensch als Medium fungiert, werden in meiner Ausarbeitung ebenfalls eine Rolle spielen.
2. Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter
2.1. Bildmedien im mittelalterlichen Kirchenraum
Bilder zählten zweifelsfrei zu den wichtigsten Kommunikationsmedien innerhalb der Kirche im Mittelalter. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass neben den materiellen
____________________________
3 vgl. Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden. Bd. 12. Herausgegeben von Meyers Lexikonredaktion. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Leipzig, Mannheim, Wien, Zürich: B.I.-Taschenbuchverlag, 1992. S. 72.
4
Gütern auch die Bildung in der mittelalterlichen Gesellschaft heterogen verteilt war und demzufolge ein hoher Teil der Bevölkerung aus Analphabeten bestand, wird die enorme Bedeutung des Bildes als ein sehr einfaches Medium zur Beschaffung von kirchlichem Wissen deutlich.
Im Folgenden möchte ich zunächst auf die in der mittelalterlichen Kirche verwendeten Malereitechniken eingehen:
2.1.1. Malereitechniken
2.1.1.1. Glasmalerei und Wandmalerei
Die Technik der Glasmalerei, unter der man die Herstellung und Ausschmückung von Glasfenstern mit bildlichen Darstellungen versteht 4 , spielte während der kunstgeschichtlichen Epoche der Romanik (von etwa 1000 bis 1200) zunächst eine periphere Rolle. Die für die Romanik typischen kleinen Fenster boten schlichtweg nicht genügend Fläche für prunkvolle Glasbilder. 5 Stattdessen bediente man sich der Wandmalerei, die vorwiegend auf feuchtem Putz (Freskomalerei) oder auf trockenen Wänden (Seccomalerei) verwirklicht wurde. 6 Die nach der Romanik vorherrschende Architektur der Stilepoche der Gotik (von etwa 1140 bis 1500) zeichnete sich unter anderem durch größere Fenster und kleinere Wandflächen aus. Das Medium Wand wurde somit weitgehend verdrängt und die Glasmalerei konnte ihre bedeutendsten Leistungen hervorbringen. 7
Die musivische Glasmalerei stellt das älteste Verfahren der Glasmalerei dar. Hierbei
____________________________
4 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 7. Herausgegeben vom Lexikon-Institut Bertelsmann in Zusammenarbeit mit Dr. Hans F. Müller. Berlin, Gütersloh, München, Wien: Bertelsmann, 1975. S. 106.
5 vgl. Ernst Merten: Berühmte Glasmalereien. Ramerding: Berghaus, 1980. S. 6.
6 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 20. Herausgegeben vom Lexikon-Institut Bertelsmann in Zusammenarbeit mit Dr. Hans F. Müller. Gütersloh: Bertelsmann, 1979. S. 17.
7 vgl. Merten 1980. S. 6.
5
wurde der Entwurf zunächst mit farbigen Glasstücken ausgelegt, auf denen anschließend Schwarzlot aufgemalt und eingebrannt wurde. Danach wurden die Glasscheibenteile aneinandergesetzt und durch Windeisen befestigt, so dass ein flächenhaft mosaikartiges Glasbild entstand. 8 Die durch das durchscheinende Licht entstandene Farbenpracht erzeugte eine mystische bis feierliche Stimmung: „Die Wirkung muß [sic!] atemberaubend gewesen sein. Ein Gottesdienstbesuch bedeutete nicht nur geistige Belehrung und Trost, sondern auch Eintritt in eine in sich abgeschlossene Wunderwelt. Einerseits war die Glasmalerei das mittelalterliche Gegenstück zum Kino, andererseits war sie Vermittler eines mystischen Erlebnisses, das den Menschen Gott näher brachte.“ 9
2.1.1.2. Tafelmalerei
Bei der Tafelmalerei wurde die bildliche Darstellung auf flachem, festem und transportablem Material wie beispielsweise Holz aufgetragen. Da das Tafelbild an keinen bestimmten Ort gebunden war, wurde aus Gründen der religiösen Ästhetik ein fester Rahmen angebracht, der das Tafelbild abschließen sollte. Die ersten aus dem 12. Jahrhundert stammenden Tafelbilder sind vor allem Altarvorsätze (auch: Antependien) und gemalte Kruzifixe. Während im 14. Jahrhundert das Altarbild in Nordeuropa zum Träger der malerischen Entwicklung wurde, verweilte in Italien die Wandmalerei paritätisch. 10
2.1.2. Deutungsversuche
Nachdem nun die wesentlichen Techniken der Malerei bekannt sind, stellt sich die überaus interessante Frage, was die Erschaffer mit ihren Bildwerken zum Ausdruck
____________________________
8 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 7. 1975. S. 106.
9 Werner Faulstich: Die Geschichte der Medien. Bd. 2: Medien und Öffentlichkeiten im Mittelalter: 800-1400. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1996. S. 169.
10 vgl. Das moderne Lexikon in 20 Bänden. Bd. 18. Herausgegeben vom Lexikon-Institut Bertelsmann in Zusammenarbeit mit Dr. Hans F. Müller. Gütersloh: Bertelsmann, 1978. S. 201.
6
Arbeit zitieren:
Michael Möllmann, 2004, Bild- und Menschmedien: Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtseinheit: Gewaltfreie Lösung von Konflikten in Jugendgruppen...
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
Medien der Massenkommunikation in der Kirche im Mittelalter unter beso...
Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Virtuelle Computerwelten: Fiktion, Realität, Gesellschaft
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Agrarpolitik vs. Industriepolitik als Basis bzw. Motor der wirtschaftl...
Seminararbeit, 19 Seiten
Mögliche Ursachen von Arbeitslosigkeit und das wirtschaftspolitische I...
VWL - Makroökonomie, allgemein
Hausarbeit, 25 Seiten
Entwicklung und Aufgaben des "Reichsstatthalters" im NS-Syst...
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Der Konflikt zwischen Karl V. und den Protestanten im Heiligen Römisch...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugen...
Vordiplomarbeit, 41 Seiten
Das Erdbeben von Lissabon in Reflexion auf seine Zeit und auf Kants Th...
Seminararbeit, 26 Seiten
Das Problem 'Jugendarbeitslosigkeit' in Deutschland - was hat ...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege
Studienarbeit, 44 Seiten
Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse eines Gymnasiums: Pro - Contra -...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Konfliktbearbeitungs-Case-Study: Südtirol
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Seminararbeit, 17 Seiten
Überlieferte Leistungen der Olympischen Spiele der Antike
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 27 Seiten
Gewalt an deutschen Schulen - Mit dem Schwerpunkt präventiver Handlung...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Die Strukturanalyse von Wolfgang Schulz - Didaktisches Ordnungsschema ...
Hausarbeit, 14 Seiten
Bild und Körper im Mittelalter
Kristin Marek, Raphaèle Preisinger, Marius Rimmele, Katrin Kärcher
Sternstunden statt dunkles Mittelalter
Die katholische Kirche und der...
Thomas E. Woods, Gabriele Stein
Visualisierungsstrategien in mittelalterlichen Bildern und Texten
Horst Wenzel, C. Stephen Jaeger
Vermittlung von Information im...
Andreas Laubinger, Brunhilde Gedderth, Claudia Dobrinski
0 Kommentare