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Inhalt
1. Einleitung 2
2.1. Die Vorbereitung des Kreuzzuges 3
2.2. Die Kreuzzugsbulle „Post miserabile“ 4
2.3. Die Durchführung des Kreuzzuges 6
3. Schluss 9
4. Bibliographie 10
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1. Einleitung
Der vierte Kreuzzug von 1198 - 1204 ist bemerkenswert, da er sich von den vorangegangenen großen Kreuzzügen in vielen Punkten unterscheidet. Eine besondere Rolle spielt hierbei Papst Innocenz III. Um das verstehen zu können, muss man sich über folgendes klar werden: Zunächst war der Kreuzzugsgedanke ohne entscheidende Beteiligung des Papsttums entstanden 1 . Daher kam es auch, dass die ersten großen Kreuzzüge unter der Leitung von weltlichen Fürsten und Rittern standen. Zwar riefen auch die Päpste dazu auf, leisteten hin und wieder finanzielle Unterstützung, jedoch standen sie letztendlich unter der Autorität der weltlichen Herrscher.
Vor diesem Hintergrund wird erst deutlich, welch „große Aufgabe Innocenz III. in Angriff nahm, als er den Kreuzzug zum päpstlichen Unternehmen zu machen versuchte.“ 2 Es ist erstaunlich, mit welcher Intensität der Papst die Kreuzzugsbege isterung wieder aufleben lassen wollte und wie schnell er sich an die Pläne für den nächsten Kreuzzug machte. So schreibt er kurz nach seinem Amtsantritt an den Patriarchen von Jerusalem, dass er „zu seiner Unterstützung mit größerer Tatkraft arbeiten und zur Befreiung des Landes um Jerusalem sich noch intensiver einsetzen werde“ 3 .
Dass er dies so kurz nach seinem Amtsantritt schrieb und in einem Alter von 37 Jahren, lässt meiner Meinung nach den Schluss zu, dass ein Kreuzzug unter der Leitung eines Papstes, beziehungsweise unter seiner Leitung ein großer Traum von ihm gewesen sein muss. Auch der Verlauf und das Ergebnis des vierten Kreuzzuges stehen rückblickend betrachtet im Gegensatz zum ursprünglichen Kreuzzugsgedanken, der Peregrinatio. Nicht nur allein die Tatsache, dass das Hauptheer nie Jerusalem erreichte, spiegelt dies wieder, sondern auch der Angriff und die Eroberung von zwei christlichen Städten sowie das Verhalten der einzelnen Heerführer.
Der Schwerpunkt der Hausarbeit soll auf der Rolle von Papst Innocenz III. und auf der von ihm verfassten Bulle „Post miserabile“ 4 liegen.
1 Roscher, Helmut: Papst Innocenz III. und die Kreuzzüge, Göttingen 1969, S. 27.
2 Ebd. S. 47.
3 Migne PL 214, ep. XI, S. 10.
4 Reg., I:336.
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2.1. Die Vorbereitung des Kreuzzuges
Die Forschung beschäftigte sich lange Zeit nur mit dem „zweiten Teil“ des Kreuzzuges und konzentrierte sich dabei hauptsächlich auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Eroberung Konstantinopels das Ergebnis war und das eigentliche Ziel, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen, so verfehlt wurde. Doch da in der Geschichte die Ursprünge der Geschehnisse meist nicht unmittelbar vor den Ereignissen zu suchen sind, ist es von großer Bedeutung, die Vorbereitung des Kreuzzuges genauer zu betrachten. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, nahm diese zum ersten Mal ein Papst, Innocenz III., in die Hand. Betrachtet man diese Vorbereitungen nun genauer, fällt auf, dass es Innocenz gar nicht gelang, den Kreuzzug so in die Hand zu bekommen, wie man es nach seinen Aufrufen und Briefen hätte erwarten müssen. Daher soll nun zunächst auf die Aufrufe und speziell die Bulle eingegangen werden.
Sein Brief an den Kaiser Alexius III. 5 zeigt, dass er den Seeweg plante. Das wird auch gestützt durch die Tatsache, dass er Legaten nach Venedig, Pisa und Genua entsand te. Wie Helmut Roscher sehr richtig betont, entsprach diese Entscheidung einem Hauptmerkmal seines Kreuzzugsgedankens, nämlich der auf den Erfolg ausgerichteten Nüchternheit 6 . Sofort wurden auch Legaten für den Kreuzzug von Innocenz eingesetzt. Welche Aufgabe diese hatten, ist umstritten, ich denke jedoch, dass sie tatsächlich als Führer des Unternehmens gedacht waren. Es würde nicht zusammen passen, dass der Papst den Kreuzzug mit großer Intensität vorbereitet und dann die Führung ganz den weltlichen Führern überlässt. Zudem war dies die einzige Möglichkeit, den Kreuzzug von Rom aus zu leiten, da er sich nicht hätte darauf verlassen können, dass die weltlichen Befehlshaber seinen Anordnungen Gehorsam geleistet hätten. Dass er die Legaten so bald und betont für den geplanten Kreuzzug ernannte, stützt diese Vermutung zusätzlich. Im ersten großen Schreiben zum Kreuzzug im Juni 1198 fehlte der Termin für den Kreuzzug, was den Schluss zulässt, dass der Papst den konkreten Kreuzzugsplan sehr überstürzt fasste. Erst in der bereits angesprochenen Bulle „Post miserabile“ wurde der Termin dann auf den März 1199 festgesetzt. Als sich dieser Termin nicht einhalten ließ, überließ Innocenz es anderen Herrschern, das Abreisedatum festzulegen. Hier machte er bereits den ersten Schritt, welcher dazu beitrug, dass ihm die Initiative und die Führung des Kreuzzuges aus der Hand entglitt.
5 Reg. I, 353, P. 349.
6 Vgl. Roscher, Helmut, Papst Innocenz III., S. 59.
Arbeit zitieren:
Sebastian Runkel, 2005, Der Vierte Kreuzzug - Der Verlauf sowie die Rolle des Papstes Innocenz III., München, GRIN Verlag GmbH
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