Inhaltsverzeichnis:
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1 Einleitung 3
2 Schicksalsschläge 3
2.1 Definition. 3
2.2 Psychische Verarbeitung von Schicksalsschlägen 4
3 Bedeutung von Schicksalsschlägen in Seifenopern 5
4 Die Figur der Cécile de Maron aus „Verbotene Liebe“ 7
4.1 Hintergrund und Vorgeschichte 7
4.2 Biografie 7
5 Analyse: Céciles Schicksalsschläge 8
5.1 Multiple Sklerose. 8
5.2 Gescheiterte Verlobungsfeier 11
5.3 Hennings Tod 12
6 Fazit 14
Literaturverzeichnis : 15
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1 EINLEITUNG
Schicksalsschläge überall - Übertreibt „Verbotene Liebe“ es jetzt?
Knapp 65 Prozent der 111 Teilnehmer einer Online Umfrage im Fanforum „Verbotene Liebe“ beantworteten diese Frage im März 2003 mit „Ja“ (vgl. http://www.die- haettichs.de/vlfanpage/umfrage.html, 20.2.2004). Schicksalsschläge sind ein genauso fester Bestandteil von Seifenopern wie der obligatorische Cliffhanger am Ende jeder Folge. Den Figuren einer Daily Soap widerfahren in einem Jahr mehr Schicksalsschläge als einem normalen Menschen in seinem ganzen Leben (vgl. FAHR, 1999, S. 84). Diese Meinung vertritt auch die Psychologin WEIDERER (2000) und stellt fest, dass „Zugunsten der Dramatik [...] vieles übertrieben oder verknappt [wird]“ (S. 64). „Verbotene Liebe“ bildet hier keine Ausnahme. KOUKOULLI (1998) verweist darauf, dass „[…] das Augenmerk dieser Soap eher im melodramatischen Bereich [liegt]“ (S. 68). Betrachtet man die Folgen 1617 bis 2023 - was dem Zeitraum Oktober 2001 bis August 2003 entspricht - bestätigt sich dies. Der hier exemplarisch ausgewählten Hauptfigur Cécile de Maron widerfahren in diesen fast zwei Jahren drei markante Schicksalsschläge, die im Laufe dieser Ausarbeitung in Bezug auf ein reales Menschenleben dargestellt und analysiert werden. Es sollen dabei insbesondere folgende Fragen geklärt werden:
1. Werden die Schicksalsschläge angemessen verarbeitet? 2. Warum findet sich in Soaps eine solche Anhäufung an extremen Ereignissen?
2 SCHICKSALSSCHLÄGE
2.1 Definition
Mit Schicksalsschlägen wird hauptsächlich etwas Negatives wie bspw. eine unheilbare Krankheit oder eine schwierige Operation am eigenen Körper oder bei nahestehenden Personen verbunden. Der Tod einer solchen Person stellt wohl eines der schlimmsten Ereignisse dar, die ein Mensch erleiden kann. Doch auch etwas Positives, wie etwa ein Lottogewinn, kann als Schicksalsschlag bezeichnet werden.
Durch einen extrem negativen Schicksalsschlag kann eine psychologische Traumatisierung erfolgen. „Jedes bedrohliche Ereignis, das außerhalb der sonst üblichen Erfahrungen liegt, kann ein psychisches Trauma verursachen“ (LÜDKE; CLEMENS, 2003, S. 36). Doch dieses
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ist nicht mit dem Ende des traumatischen Ereignisses abgeschlossen. Der Betroffene durchlebt einen Prozess, der drei Phasen beinhaltet: Die Schock-, die Einwirkungs- und die Erholungsphase oder Chronifizierung. Sie laufen nacheinander ab und können zusammen bis zu ein paar Monate andauern. In der Schockphase befindet sich der Leidtragende direkt nach dem schicksalsträchtigen Vorfall. Im Durchschnitt hält diese zwei Tage an, die mögliche Dauer beträgt allerdings von einer Stunde bis hin zu einer Woche. Die einen sind in dieser Phase „[...] aufgeregt, verwirrt, betäubt, wütend und/oder orientierungslos“ (ebd., S. 38). Die anderen dagegen „organisieren, handeln, regeln, werden nicht müde [...], während die erlebten Gefühle (vorerst) beiseite gedrängt sind“ (ebd.). Die Verarbeitung beginnt erst in der Einwirkungsphase, die etwa zwei bis vier Wochen beansprucht. Nun beginnt der Betroffene langsam das Geschehene zu begreifen. Belastende Erinnerungsbilder, Vermeidung vo n Menschen, Orten, Situationen und Gedanken, die an das Ereignis erinnern, Schwierigkeiten anderen Menschen zu vertrauen und erhöhte Reizbarkeit sind eine Auswahl der Symptome, die sich in diesem Stadium entwickeln (vgl. ebd., S. 41f). Nach acht bis zwölf Wochen befindet sich der Betroffene entweder in der Erholungsphase, in der es geschafft wird, das Erlebte zu bewältigen und in die eigenen Erfahrungen aufzunehmen oder in der Chronifizierung. Hier trifft das eben Genannte nach maximal zwölf Wochen nicht ein und die Symptome sind weiterhin vorhanden. In diesem Fall muss professionelle Hilfe herangezogen werden.
2.2 Psychische Verarbeitung von Schicksalsschlägen
In diesem Kapitel wird vor allem auf den Tod als „ultimativer Schicksalsschlag“ eingegangen, da sich hierbei am leichtesten eine Regelmäßigkeit in der psychischen Verarbeitung ableiten lässt.
Schwere Schicksalsschläge werden i. d. R. nur mühsam verarbeitet. Der Betroffene benötigt vor allem Zeit, um extreme Erlebnisse zu überwinden. Es ist wichtig, dass diese von Familie, Bekannten und Freunden auch gegeben wird. Beim Tod des Ehepartners oder des eigenen Kindes kann als ungefähres Richtmaß das sogenannte „Trauerjahr“ gelten. Die „Verarbeitung ist ein sehr mühevoller, anstrengender und Kräfte zehrender Prozess [...]“ und kein Zustand (LÜDKE; CLEMENS, 2003, S. 141). Nicht umsonst ist oft auch von „Trauerarbeit“ die Rede, die in verschiedenen Phasen durchlaufen werden muss. Wie lange der Hinterbliebene jedoch in den einzelnen Stadien verweilt, ist individuell und hängt davon ab, wie ein Mensch gestorben ist und in welcher Beziehung man zu ihm stand (vgl. HERRMANN DONNELLEY, 1988, S. 30).
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Oftmals wird irrtümlich angenommen, das Verarbeiten eines Schicksalsschlags habe mit Verdrängen, Vergessen und dem Wunsch, das Unglücksereignis ungeschehen zu machen, zu tun. Vielmehr geht es aber darum, das Geschehene zunächst zu akzeptieren und den damit verbundenen Schmerz zu ertragen, sodass eine Bewältigung der Ereignisse stattfinden kann. Während dieses Prozesses entwickelt sich der Mensch weiter; er orientiert sich in seinem Leben neu. Am Ende erfolgreicher Trauerarbeit bleiben zwar unangenehme Erinnerungen an das Trauma bestehen, diese stellen jedoch keine psychische Belastung mehr dar. Der ehemals Trauernde nimmt erneut aktiv am gesellschaftlichen Leben teil und kann es wieder deutlich mehr genießen. Er hat das traumatische Ereignis dennoch nicht verdrängt oder vergessen - er hat es akzeptiert und geht offen damit um.
3 BEDEUTUNG VON SCHICKSALSSCHLÄGEN IN
SEIFENOPERN
Umfragen unter jugendlichen Fernsehzuschauern zeigen, dass viele Seifenopern häufig als (stark) übertrieben und damit als realitätsfremd angesehen werden. Eine 16-jährige Schülerin findet z. B. die „Soap-Storys [...] total unrealistisch und unglaubwürdig. Um ein bisschen Spannung zu haben, versuchen die Autoren alle Konflikte darin unterzubringen, die es auf der Welt gibt, und zwar am liebsten alle gleichzeitig [...]“ (SÜSS; KOSACK, 2000, S. 33). Auch die Worte eines 17-jährigen Schülers bringen diese Meinung zum Ausdruck: [...] Immer dieselbe Masche. Gerade am Schluss, bei den Cliffhangern. Total vorhersehbar:
Ein bisschen Spannung aufbauen, dann eine Großaufnahme auf ein angstverzerrtes Gesicht,
oder irgendwer hat wieder etwas belauscht [...] (ebd., S. 34).
Das erzähltechnische Mittel des Cliffhangers ist immer eng mit einem Schicksalsschlag einer Hauptfigur verbunden und dient dazu, die Rezipienten immer aufs Neue zu binden, Interesse zu wecken (vgl. JURGA, 1998, S. 471-473) sowie sie „[...] zum Nachdenken und Einschalten [der Soaps] am nächsten Tag“ zu animieren (GÖTZ, 2002, S. 16).
Um die Zuschauer zu halten und neue hinzu zu gewinnen, wird darauf geachtet, die Storyline möglichst realitätsnah zu schreiben, sodass sie sich ein stückweit mit den Figuren identifizieren können (vgl. KOUKOULLI, 1998, S. 75). Da es in diesem emotionalen „Realitätsschein“ (HICKETHIER, 1991, S. 31) jedoch nicht möglich ist, sich in allen Handlungssträngen zu identifizieren, findet in der Rezeption eine subjektive Selektion der Sequenzen statt, in denen der Zuschauer die Emotionen der Serienfiguren nachvollziehen kann. Andere Sequenzen werden eher distanziert betrachtet, weil sie keinen Bezug auf die
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Arbeit zitieren:
Verena Starowiecki, 2005, Bedeutung und Verarbeitung von Schicksalsschlägen in Daily Soaps am Beispiel "Verbotene Liebe" (ARD) im Vergleich zur Realität, München, GRIN Verlag GmbH
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