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Inhaltsverzeichnis
Behauptungen , Hinweise und Listen 1
1 Einleitung 3
2 Einordnung des Textes 4
2.1 Textinhalt 5
2.2 Einteilung in Sinnabschnitte 6
2.3 Die W-Fragen 7
3 Sprachliche Analyse 9
4 Zusammenfassung der Analyse und Fragen
der Intertextualität 13
5 Literaturverzeichnis 16
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Vorwort
Mit dieser Arbeit sollte ursprünglich unter Beweis gestellt werden, dass ich den Anforderungen des Seminars „Einführung in die literaturwissenschaftliche Interpretation“ gewachsen bin. Ergo sollte ich begriffen haben, was Roland Bartes und andere unter Literatur verstehen. Ich weiß nicht genau, ob ich dem Horizont des Seminars mit dieser Arbeit gerecht werde, habe es aber zumindest versucht. Danken möchte ich im voraus dem Dozenten Moritz Baßler, der wohl der einzige war, mit dem ich sowohl Freitags in der Frühe in einem viel zu kleinen Raum der Literatur frönte als auch das Weltmeisterschaftsspiel Brasilien - England im „Keller“ angesehen habe.
Die Arbeit an einem popliterarischen Text hat zum einen Freude gebracht, weil er inhaltlich näher an meinen Interessen liegt als eine Novelle von Storm, aber zum anderen ist er nicht unkomplizierter gestaltet als einer der klassischen. „Ob der Stuckrad - Barre sich all´ dieser Dinge bewusst war?“ Nicht nur mein Vater stellte mir beim Lesen der Arbeit diese Frage. Ich kann es nicht genau beantworten, aber ich bin der Überzeugung, dass so viele stilistische Elemente einem Autor nicht einfach so aus der Feder fließen. Es gibt Zufälle, aber nicht am Stück. Würde es nur ein Buch von Stuckrad - Barre geben, das im Stile der „Neuen Archivisten“ geschrieben wäre, dann könnte man von einer Eintagsfliege ausgehen. Aber mit der fast sprichwörtlichen Stilsicherheit, die der Autor an den Tag legt, kann davon ausgegangen werden, dass er sich seines Verfahrens bewusst ist und dieses auch so einsetzt. Zitiert habe ich nach dem in meinem Erstfach üblichen „APA-Standard“ (American Psychological Association), da ich ihn bei allem Respekt für übersichtlicher und einfacher halte als den in der Germanistik und im Zitiertest angepriesenen Stil. Musikalisch hielten dieses Mal themenbedingt alte Kassetten Einzug beim Schreiben. Höhepunkte waren das Livekonzert von „Pearl Jam“ in Berlin sowie ein Mitschnitt aus dem „Black Board Jungle“.
Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mich während der Zeit des Schreibens ertragen haben.
Karsten Görsdorf, Berlin, August 2003
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1 Einleitung
„Kassettenmädchen“ von Stuckrad - Barre auszuwählen als Grundlage zur Hausarbeit „Einführung in die
literaturwissenschaftliche Interpretation“ erscheint widersprüchlich, da eigentlich ein erzählender Text vorgesehen war. Deshalb soll eine Argumentation geführt werden, die eine
literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation im Rahmen dieser Arbeit rechtfertigt. Der Text ist auf den ersten Blick weder narrativ noch fiktiv. Die Arbeit möchte aber den Versuch unternehmen, im folgenden darzulegen, dass Stuckrad - Barres Methoden zur Komposition eines Textes diesen zwischen Fiktion und Realität erscheinen lassen. Die Grenze zwischen erzählendem und kommentierendem Text soll untersucht werden. Wenn Leser die Texte von Benjamin von Stuckrad - Barre konsumieren, treffen sie auf Sätze wie: „Jungs haben mehr Platten und CDs als Mädchen.“ (Stuckrad - Barre, 2001, S. 285). Vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrung kann der Leser dieser Tendenz sicher zustimmen. Aber es gibt bestimmt auch Ausnahmen. Sofort wird der Leser herausgefordert, für sich selbst zu bestimmen, ob er der Behauptung zustimmen kann oder nicht. Daher ergeben sich die Fragen: Wie gelingt es den Texten Stuckrad-Barres, dass der Rezipient sich mehr oder weniger im Geschriebenen wiederfindet? Welche rhetorischen Mittel verwendet er und welche Wirkungsakzente kann Stuckrad - Barre damit beim Leser erwarten? Welche Rolle spielen dabei Paradigmen wie das anfänglich erwähnte und wo ist der Zusammenhang, zu den dem Text innewohnenden Listen zu finden? Dies soll am Feuilletonartikel „Kassettenmädchen“, der im Buch „REMIX“ enthalten ist, untersucht werden. Weiterhin soll analysiert werden, ob sich die eventuellen Auffälligkeiten auch in anderen Texten Stuckrad - Barres wiederfinden.
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2 Einordnung des Textes
„Kassettenmädchen“ ist im Buch „REMIX“ erschienen, in dem veröffentlichte Feuilletonartikel Stuckrad - Barres aus den Jahren 1996 - 1999 abgedruckt sind. Der Feuilletonartikel kann vom Wesen her kein fiktiver narrativer Text sein, könnte aber Züge desgleichen tragen. Eine mögliche Definition wäre: „Unterhaltende Thematisierung und Darstellung von scheinbaren Nebensächlichkeiten. Banalitäten, Alltägliches werden
aufgepeppt, um Nachricht oder Meinung schmackhaft zu gestalten.“ (Noelle-Neumann, Schulz & Wilke, 1989, S.69ff). Demnach sei der Feuilletonartikel als „phantasiebetonte, unterhaltende Form“ (Noelle-Neumann, Schulz & Wilke, 1989, S.69ff) zu klassifizieren. Er besitzt laut Noelle-Neumann, Schulz und Wilke ein „stilistisches Gewand, rhetorische Stilblüten“ und ist geprägt durch eine „literarische Sprachform, die distanziert, weniger sachlich, oft humorvoll“ erscheint. Inhaltlich seien es meist kulturelle Themen.
Die Erzählung ist zum einen als umfassendster Begriff für epische Genres zu verstehen. Kurzgeschichten, Sagen und Märchen als Arten der Erzählung besitzen engere Definitionen, beinhalten aber trotzdem das Wesensmerkmal des Erzählens. Zum anderen kommt eine Abgrenzung zum Roman und zur Novelle in Frage, wobei auffallen wird, dass nicht eine Reihe von Begebenheiten „das Werk bestimmen, sondern eine tritt in den Mittelpunkt“ (Kasper, 1983, S. 51). Dabei fließen oft „Kommentare, Erörterungen, Betrachtungen und Reflexionen“ (Kasper, 1983, S. 51) mit ein. Genau dieser Punkt ist in „Kassettenmädchen“ umgekehrt worden. In den Kommentar, die Hinweise, Paradigmen und Listen ist der Aspekt der Erzählung (Stuckrad - Barre 2001, S.288, Zeile 29) mit eingeflossen. Es wird eine Begebenheit erzählt, die ein Ich -Erzähler kund gibt. Dadurch weichen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sowie zwischen Autor und Erzähler auf. Es wird zur Ungewissheit, ob der Autor des Artikels die erzählten Dinge selber getan hat oder ob es fiktional ist. Hat sich der Leser bis zur genannten Stelle sicher sein können, dass des Autors Meinungen und Erfahrungen hinter dem Geschriebenen stehen, weil dies im Feuilleton quasi in der Leserwartung liegt, so kann er es ab dieser Zeile weder für das Folgende noch für das Vorangegangene sein. Mithin läge eine Vermischung der Medien Zeitung und Buch sowie ihrer Genres Feuilleton und Erzählung im allgemeinen Verständnis vor. Eine solche Mischform würde eine
Arbeit zitieren:
Karsten Görsdorf, 2003, Behauptungen, Hinweise und Listen in Stuckrad-Barres "Kassettenmädchen", München, GRIN Verlag GmbH
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