INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 3
2 Trennung des Freiheitsbegriffes 4
2.1 Negative Freiheit 5
2.2 Positive Freiheit 8
2.3 Wertekonflikt und Wertepluralismus S.11
3 Zusammenfassung S.14
Literaturverzeichnis
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1 EINLEITUNG
Isaiah BERLIN beschäftigt sich in seinem Text „Positive und negative Freiheit“ mit zwei Konzepten politischer Freiheit und geht dabei von zwei Grundpositionen aus. Auf der einen Seite kann die Frage: „In welchem Ausmaß werde ich regiert“, hinsichtlich eines negativen Bereichs und auf der anderen „Wer regiert mich?“, für einen positiven Bereich gestellt werden. Dies orientiert sich einmal an dem Wunsch des Individuums nach Handlungsfreiheit und weiterhin am Bedürfnis souverän sein zu können und zielt sowohl auf dessen Möglichkeiten innerhalb eines Staates eigenen Interessen ohne staatliche Einmischung nachzugehen als auch auf seine Chancen politisch mitwirken zu können. Als Isaiah Berlin 1958 in seiner Antrittsvorlesung als Professor in Harvard, sein Konzept der positiven und negativen Dimension des politischen Freiheitsbegriffes vorstellte, sorgte er für Furore und beschwor eine Reihe kritischer Stimmen herauf.
Gleichwohl ist der Essay: „Zwei Freiheitsbegriffe“ noch heute Grundlage vielfältiger Erörterungen und hat an seiner Aktualität nichts eingebüßt.
BERLINs Aussagen zu positiver und zu negativer Freiheit, sollen in der hier vorliegenden Ausarbeitung vorgestellt werden, gleichwohl im begrenzten Rahmen der Arbeit, nicht alle Facetten der Argumentation BERLINs beleuchtet werden können.
Obwohl BERLIN eine Trennung beider Begriffe propagiert, muss natürlich gesagt sein, dass es in diesem Bereich trotzdem zu Überschneidungen in der Erläuterung kommen kann. BERLIN sieht die Lösung der Konflikte von Werten in einem Wertepluralismus, der ebenfalls kurz Ansprache finden soll und direkt mit den Erörterungen über positive und negative Freiheit verbunden ist. Diesen Erläuterungen liegen die von BERLIN verfassten Texte „Positive und negative Freiheit“ sowie „Zwei Freiheitsbegriffe“ zugrunde. Aus ihnen wird in dieser Arbeit zitiert.
Schließlich sollen zusammenfassend noch kritische Stimmen, wie Charles TAYLOR und Leonid IONIN einbezogen werden, wobei jedoch nicht deren gesamte Konzepte erörtert werden sollen. Jedoch erscheint es notwendig auf diese Weise beispielhaft deutlich werden zu lassen, in welchen Punkten BERLIN besonders kritisiert wird. Zunächst gilt es aber, die Relevanz der Unterscheidung von Freiheit in diese beiden Komponenten kurz zu erklären.
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2 TRENNUNG DES FREIHEITSBEGRIFFES
Isaiah BERLIN unterscheidet in seinem Text „Zwei Freiheitsbegriffe“ in eine negative und eine positive Konzeption des Begriffs politischer Freiheit.
Entgegen der Vorstellung, es handele sich prinzipiell um dasselbe, einmal in negativer und andererseits in positver Sichtweise beleuchtet, betont er die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung.
Er erachtet eine Unterscheidung als fundamental, da beide Formen „ viel
Menschheitsgeschichte hinter sich und […] auch noch vor sich haben (BERLIN 1995, S. 201).“
Die Wünsche nach jeweils mehr negativer oder positiver Freiheit, richten sich nicht auf die gleichen Ziele. Die einen, so BERLIN, wollen die Staatsgewalt eindämmen und die Vertreter der anderen wollen sie selbst in die Hände bekommen.
Es existieren also Denker, die, wie z.B. Bentham, Locke oder Mill, liberalen Ideen folgen und vom Standpunkt negativer Freiheit aus argumentieren, während beispielsweise Marx kollektivistische Theorien vorzieht und für eine Verkleinerung des Bereichs negativer Freiheit und mehr staatliche Aktivität plädiert.
Ein hohes Maß an Freiheit im negativen Sinne, ist jedoch nicht zwangsläufig mit einem großen Bereich von Möglichkeiten der Selbstverwaltung, also positiver Freiheit, verknüpft. Daraus ergibt sich der entscheidende Unterschied zwischen positiver und negativer Freiheit und die Begründ ung, dass die Fragen „Wer regiert mich?“ und „Wie weit engen mich Staat oder Regierung ein?“ einer Unterscheidung bedürfen.
Würde man sie als zusammenhängend betrachten, würde die Bedeutung der Freiheit beschnitten und etwas als politisch frei bezeichne t, was es in BERLINs Sinne nicht ist. Positive und negative Freiheit können in Konflikt miteinander geraten, wenn es zugunsten einer der beiden Freiheiten zu entscheiden gilt. So können Situationen entstehen, in denen entschieden werden muss, ob Demokratie auf Kosten individueller Freiheit, Gleichheit auf Kosten der Kunst und Glück auf Kosten von Wissen und Wahrheit erweitert werden soll. Letztlich geht es bei der Frage nach Begrenzungen der Bereiche von Freiheit, gleichermaßen um die stets zentrale Frage der Politik, nach Gehorsam und Zwang: „Warum soll ich (oder sonst jemand) einem anderen gehorchen? - Warum soll ich nicht so leben, wie es mir gefällt? - Muß ich gehorchen? - Darf, wenn ich nicht gehorche, Zwang gegen mich ausgeübt
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werden? Von wem, in welchem Maße, in wessen Namen und um wessentwillen? (BERLIN 1995, S. 200).“
Aus den unterschiedlichen Ansichten heraus, so BERLIN, ist im Laufe der Geschichte ein massiver ideologischer Konflikt entstanden, wobei Anhänger negativer Freiheit oftmals behaupten, die positive Freiheit sei nur Deckmantel brutaler Tyrannei. BERLIN räumt zwar ein, dass positive und negative Freiheit in ihrem Ursprung nicht weit voneinander entfernt liegen, jedoch haben sich beide Begriffe historisch immer weiter auseinander entwickelt hin zu zwei unterschiedlichen Ideologien. Dabei ist, laut BERLIN, vor allem die positive Freiheit in ihrer Argumentation ausgenutzt und in ihrer eigentlichen Bedeutung missbraucht worden.
Im Folgenden sollen die Konzepte der negativen und der positiven Freiheit einzeln erläutert werden, wobei auch die angesprochene Entwicklung der positiven Freiheit hin zum Missbrauch ihrer Idee deutlich werden wird.
2.1 Negative Freiheit
Die Grundbedeutung von Freiheit ist Freiheit von etwas: von Ketten, von eingesperrt sein, von Versklavung. Freiheit in ihrer politischen Bedeutung ist gleichbedeutend mit der Abwesenheit von Herrschaft.
Die negative Freiheit stellt dabei die Frage nach einem Bereich dar, in welchem der Mensch, frei von allen Entscheidungen durch andere, selbständig agieren und entscheiden kann - in welchem er also sein eigener Herr ist. Je größer dieser Bereich ist, desto größer ist die negative Freiheit des Menschen. Unfrei wäre er demnach, wenn er in seiner freien Entscheidung behindert wird und von Unterdrückung kann gesprochen werden, wenn dieser Bereich freier Entscheidung über ein bestimmtes Maß hin eingeengt wird. Von Zwang kann jedoch nur gesprochen werden, wenn ein Eingriff willentlich zur absichtsvollen Beschneidung von Handlungsmöglichkeiten durch dritte erfolgt. Nicht zu verstehen ist darunter beispielsweise das Unvermögen 2 Meter hoch springen zu können. Auch Armut kann in dem Sinne nicht dazu gezählt werden, es sei denn Menschen werden absichtsvoll arm gehalten.
Das Ausmaß negativer Freiheit ist abhängig davon, welche Chancen ein Mensch zur Verwirklichung seiner Bedürfnisse hat - welche Türen ihm also wie weit offen stehen.
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Arbeit zitieren:
Doreen Kubek, 2004, Isaiah Berlin: Positive und negative Freiheit, München, GRIN Verlag GmbH
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