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Armut in den USA

Title: Armut in den USA

Seminar Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lotte von Lignau (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die Sozialstruktur in den USA bewegt sich immer weiter von der Mittelklasse weg. Die Armen werden immer ärmer und die Reichen dafür umso reicher. Die Vorstellung der Vereinigten Staaten als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" trügt. Denn seit sich die städtische Ökonomie von der Güterproduktion entfernt hat und sich nun immer mehr auf die Bereitstellung von Informationen und Dienstleistungen konzentriert, sind auch die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt. Durch das geänderte Sozialverhalten der Amerikaner hat sich die Zahl der alleinerziehenden Elternteile (meist Mütter) vervielfacht. Auch diese Situation schwächt die Aufstiegschancen.

Ein weiteres Problem ist die Ausbreitung von Armutsvierteln und Slums in den Großstädten Amerikas. Seit den sechziger Jahren hat sich die Alters- und ländliche Armut stark verringert. Die Armen werden immer jünger, 72% aller Sozialhilfeepfänger in den USA sind Kinder (Brot für die Welt 2002: 30), und ein Großteil der armen Bevölkerung ist in die Stadt gezogen, in der Hoffnung dort Arbeit zu finden. Die Zahl der Amerikaner, die trotz Vollzeitarbeit ein Leben unterhalb der Armutsgrenze führen, steigt immer weiter. In den Slums macht sich ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen den ethnischen Gruppen bemerkbar und die sozialen Probleme, wie Kriminalität, Gewalt und Drogenkonsum, sind von Seiten der Regierung kaum mehr in den Griff zu bekommen.

In meiner Arbeit möchte ich das Ausmaß und die Struktur der Armut in den Vereinigten Staaten von Amerika analysieren und verdeutlichen. Mit "Armut" ist in diesem Fall nicht absolute Armut gemeint, sondern eine relative Armut, gemessen am durchschnittlichen Lebensstandard der US-amerikanischen Bevölkerung. Beginnen möchte ich mit der Erläuterung der offiziellen Armutsgrenze der USA und einem Einblick in die Problematik, die sie mit sich bringt. Im zweiten Teil geht es um die Struktur der Armut. Wer ist betroffen und wie sieht das prozentuale Verhältnis verschiedener betroffener Gruppen zueinander aus? Hierzu sind einige Daten aufgeführt. Ferner gebe ich einen Überblick über die Entwicklung der Armut von der Industriellen Revolution bis zum Sozialhilfereformgesetz von 1996. Der letzte Teil befasst sich schließlich mit den verschiedenen Sozialhilfeprogrammen, die es in den USA gibt und geht noch einmal auf die Sozialhilfereform von 1996 ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition von Armut in den USA

2. Wer ist betroffen von Armut?

3. Entwicklung der Armut in den USA

4. Sozialhilfe in Amerika

Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert das Ausmaß und die Struktur der Armut in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Armut definiert wird, welche Bevölkerungsgruppen überproportional betroffen sind, wie sich die historische Entwicklung der Armut bis zur Sozialhilfereform von 1996 vollzogen hat und welche sozialpolitischen Programme in den USA existieren.

  • Definition der offiziellen Armutsgrenze und ihre Problematik
  • Struktur und Demografie der von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen
  • Historische Analyse der Armutsentwicklung in den USA
  • Evaluation der Sozialhilfeprogramme und der Reform von 1996

Auszug aus dem Buch

1. Definition von Armut in den USA

Obwohl die USA eins der reichsten Länder der Welt sind, zeigt der Bericht des Statistischen Bundesamtes „Poverty in the United States 2000“, dass im Jahr 2000 31,1 Millionen Amerikaner, also 11,3 %, der Bevölkerung in Armut lebten. Dass es in den USA so genaue Zahlen über die Armutsquote gibt liegt daran, dass 1965 im Zuge des von Lyndon B. Johnson deklarierten "war on poverty" eine offizielle Armutsgrenze von der Social Security Administration (SSA) festgelegt wurde, anhand derer regelmäßig Armutsberichterstattungen offen gelegt werden können. Diese Armutsgrenze wird wie folgt definiert: nach einer Studie des Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 1955 benötigt eine amerikanische Durchschnittsfamilie etwa ein Drittel des versteuerten Einkommens für Nahrungsmittel (Gebhardt 1998: 23). Also wurde vom Landwirtschaftsministerium der "Thrifty Food-Plan" (Nahrungsmittel-Warenkorb) erstellt, „in dem“, laut Brot für die Welt, „festgehalten ist, welche Nährstoffe benötigt werden und wie viel eine Familie einer bestimmten Größe für Nahrungsmittel höchstens ausgeben darf" (Brot für die Welt 2002: 17). Die Kosten für diesen Nahrungsmittelkorb wurden nun mit drei multipliziert. Ein Haushalt ist also arm, wenn das Nettoeinkommen unter dem dreifachen Wert der festgelegten Grundernährung liegt (vgl.: Goldsmith; Blakely 1992: 30).

Hunger ist ein eindeutiger Indikator für Armut in den USA, da er den Schlüsselindikator zur Bestimmung der offiziellen Armutsgrenze bildet. Im Hunger Report von Brot für die Welt heißt es sogar: "Im großen und ganzen sind Hunger und Armut in den Vereinigten Staaten deckungsgleich. (…) Es ist erstaunlich, dass es in den Vereinigten Staaten in einem solchen Ausmaß Hunger gibt. Und das, obwohl die USA der größte Nahrungsmittel-Exporteur der Welt sind und die prosperierendste Wirtschaft haben, die es je weltweit gab" (Brot für die Welt 2002: 15). Aber die wirtschaftliche Expansion verläuft nicht immer umgekehrt proportional zum Hunger. So ist in der Zeit von 1973-1992 die Gesamtzahl der Armen gestiegen, obwohl die Wirtschaft expandierte (vgl.: Goldsmith; Blakely 1992: 29).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die gesellschaftliche Ausgangslage in den USA beschrieben, die von einer wachsenden Schere zwischen Arm und Reich sowie einem Strukturwandel der Ökonomie geprägt ist.

1. Definition von Armut in den USA: Dieses Kapitel erläutert die methodische Bestimmung der offiziellen Armutsgrenze über den "Thrifty Food-Plan" und kritisiert die Aussagekraft dieses absoluten Maßstabs.

2. Wer ist betroffen von Armut?: Hier werden statistische Daten zu den besonders von Armut gefährdeten Gruppen präsentiert, wobei ein Fokus auf Minderheiten, Kindern und alleinerziehenden Müttern liegt.

3. Entwicklung der Armut in den USA: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss von der Industriellen Revolution bis zum Sozialhilfereformgesetz von 1996.

4. Sozialhilfe in Amerika: Die Analyse der bestehenden Sozialleistungssysteme verdeutlicht die bedarfsabhängige Natur der US-Hilfsprogramme und die Auswirkungen der Reformen seit 1996.

Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über das US-amerikanische Sozialmodell im Vergleich zu europäischen Standards.

Schlüsselwörter

Armut, USA, Sozialhilfe, Armutsgrenze, Hunger, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Kinderarmut, Slums, Wirtschaftsreform, AFDC, Medicaid, Sozialstruktur, Relative Armut, Bevölkerungsdemografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Armut in den USA, analysiert deren statistische Erfassung und beleuchtet die sozialpolitischen Rahmenbedingungen sowie deren historische Entwicklung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Armut, die demografische Verteilung der Armut, die historische Entwicklung seit der Industriellen Revolution und die Funktionsweise des US-Sozialhilfesystems.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Ausmaß und die Struktur der relativen Armut in den Vereinigten Staaten transparent zu machen und kritisch zu hinterfragen, warum trotz wirtschaftlicher Prosperität signifikante Teile der Bevölkerung in Armut leben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die sich auf Sekundärquellen, Armutsstatistiken und Berichte spezialisierter Institutionen wie "Brot für die Welt" stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Definition der Armutsgrenze, die Untersuchung der betroffenen Bevölkerungsgruppen, die historische Entwicklung der Armut und eine detaillierte Betrachtung der Sozialhilfeprogramme.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Armut, USA, Sozialhilfe, Armutsgrenze, Kinderarmut und Sozialpolitik.

Wie genau wird die offizielle Armutsgrenze in den USA berechnet?

Die Armutsgrenze basiert auf dem dreifachen Wert der Kosten für einen fest definierten Nahrungsmittel-Warenkorb ("Thrifty Food-Plan"), der Nährstoffbedarf für verschiedene Familiengrößen berücksichtigt.

Welche Auswirkungen hatte die Sozialhilfereform von 1996?

Die Reform ersetzte das AFDC-Programm durch das TANF-Programm, legte den Fokus auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt und führte zeitliche Begrenzungen für Sozialhilfeleistungen ein.

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Details

Title
Armut in den USA
College
University of Freiburg  (Institut für Europäische Ethnologie)
Course
"Arm dran...“ – Volkskundliche Zugänge zur Erforschung von Armut
Grade
1,7
Author
Lotte von Lignau (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V45056
ISBN (eBook)
9783638425292
ISBN (Book)
9783640271733
Language
German
Tags
Volkskunde Europäische Ethnologie Armut USA Amerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lotte von Lignau (Author), 2003, Armut in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45056
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