„Am kommenden Montag wird Hapag-Lloyd in Singapur das größte Containerschiff der Welt auf den Namen "Colombo Express" taufen. Das Schiff kann 8750 Standardcontainer laden und wird mit einer Geschwindigkeit von 25 Knoten (50 Stundenkilometer) vor allem im Ost-West-Verkehr eingesetzt. Es wird das 52. Schiff der Hamburger. Anders als die Konkurrenz fährt Hapag-Lloyd vor allem mit eigenen Schiffen und mietet sich vergleichsweise wenig fremde Kapazitäten hinzu. 60 Prozent der Transportkapazität von 192 000 Containern gehören dem Konzern. Üblich in der Branche sind 40 Prozent. Dadurch ist Hapag-Lloyd unabhängiger von den Charterpreisen. Nic“
Dieser Artikel erschien am 6. April 2005 in der Zeitung „Die Welt“. Vergleicht man die Beladungskapazität von Containerschiffen in den sechziger Jahren von etwa 200 Container, bekommt man einen ersten Eindruck von den Dimensionen mit denen die Containerisierung in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten ist. Container sind in der heutigen Zeit der transkontinentalen Geschäftsbeziehungen nicht mehr wegzudenken. Tagtäglich ermöglichen sie die globalen Warenströme und Handelsbeziehungen zwischen den Volkswirtschaften. Waren aus Fernost die früher wegen des langen und gefährlichen Seeweges in Europa sehr teuer und selten waren, gibt es dank des Containers heute billig und in großen Mengen zukaufen.
Die Idee des Containers ist dabei seit den sechziger Jahren weitestgehend unverändert geblieben. Innovationen gab es allerdings in den Häfen und bei den Schiffen. Mussten die Container am Anfang noch mit Schiffs eigenen Kränen verladen werden, erfolgt dies heute im Minutentakt teilautomatisiert von Land aus. Doch in Zukunft werden die Güterströme weiter zunehmen und die heutigen Systeme und Anlagen an ihre Grenzen stoßen lassen.
Die folgende Arbeit soll die Abfertigungsbedingungen des Containers innerhalb eines modernen Containerterminals aufzeigen. Zielstellung soll es sein die betriebswirtschaftlichen Probleme und Phänomene, sowie die Anlagen und Systeme bei der Containerabfertigung darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielstellung
2. Das Containersystem
2.1 Abkürzungen im Containerverkehr
2.2 Entwicklungsschritte
2.3 Das Hub and Spoke System der Containerschifffahrt
2.4 Containeraufbau und -typen
3. Der Containerterminal (CT)
3.1 Charakterisierung des CT
3.1.1 Einordnung des CT in den Dienstleistungssektor
3.1.2 Logistik Prozesse im CT
3.2 Der CT als Schnittstelle
3.3 Betriebswirtschaftliche Problemstellungen in der Schnittstelle
3.3.1 Reedereien und CT Betreiber
3.3.1.1 Die Reederein
3.3.1.2 Die CT Betreiber
4. Exkurs Containerabfertigung im CT Altenwerder
4.1 Die HHLA
4.2 Allgemeine Daten zum CTA
4.3 Der Weg eines Containers durch den Containerterminal Altenwerder (CTA)
5. Zukünftige Gestaltung der Abfertigung in Containerterminals
5.1 Bau von noch mehr Umschlagsanlagen
5.2 Bau von Spezialschiffen
5.3 Integriertes Terminal- Schiff- System für übergroße Containerschiffe
6.Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und logistischen Herausforderungen bei der Abfertigung von Containern in modernen Seehäfen aufzuzeigen, wobei die Anlagen und Systeme des Containerumschlags im Fokus stehen.
- Entwicklung und Funktionsweise moderner Containersysteme
- Logistikprozesse und die Rolle des Containerterminals als Schnittstelle
- Betriebswirtschaftliche Problemstellungen zwischen Reedereien und Terminalbetreibern
- Detaillierte Analyse des automatisierten Ablaufs im Containerterminal Altenwerder (CTA)
- Zukunftsperspektiven und technologische Lösungsansätze im Containerumschlag
Auszug aus dem Buch
4.3 Der Weg eines Containers durch den Containerterminal Altenwerder (CTA)
Das Schiff legt an der Kaimauer an und wird festgemacht, dabei gibt es im CT Altenwerden insgesamt vier Stellplätze mit insgesamt 13 Zweikatzcontainerbrücken.
Danach transportiert die Hauptkatze den Container auf die Laschplattform. Wie eh und je müssen die Lascher von Hand die Befestigungskrallen (Twistlocks) entfernen und Stabilisierungsstangen von den Containern an den Schiffe entfernen. „Die Weiterentwicklung der Technik scheint an dieser Stelle auf ein paar komplexe Probleme gestoßen zusein, denn eigentlich müssten sich solche immer wiederkehrenden Betriebsabläufe hervorragend zur Automatisierung eignen.“
Ein Tribut an die Zukunft sind gerade mal die Containerbrücken, deren gläserne Kanzeln in fast 50 Meter Höhe über das Schiff fahren. 22 Containerreihen können sie bearbeiten, 5 mehr als selbst die derzeit größten Ozeanriesen laden. Das allerdings geschieht noch manuell. Kranführer, die hier Brückenfahrer heißen, steuern die Hauptkatze, deren Greifarme die stählernen Boxen aufnehmen und absetzen. Mit Joysticks und Computerbildschirmen sind die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel allerdings zeitgemäß. Der Grund für diese wenig futuristische Arbeitsweise liegt in darin begründet, dass ein manueller Betrieb auch heute noch schneller und sicherer ist. Die Brückenfahrer werden bei den Be- und Entladevorgängen lediglich von einer Teilautomatik unterstützt. Sie verhindert unter anderem ein zu starkes Pendeln der tonnenschweren Fracht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielstellung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Containerisierung für den Welthandel ein und definiert das Ziel der Untersuchung, betriebswirtschaftliche Probleme und Systeme bei der Containerabfertigung darzustellen.
2. Das Containersystem: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Containerentwicklung sowie eine Erläuterung der technischen Standards und des Hub-and-Spoke-Systems in der Schifffahrt.
3. Der Containerterminal (CT): Hier wird der Containerterminal als logistischer Dienstleister und entscheidende Schnittstelle in der Transportkette charakterisiert, wobei der Fokus auf den TUL-Prozessen und den betriebswirtschaftlichen Spannungsfeldern liegt.
4. Exkurs Containerabfertigung im CT Altenwerder: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand eines Fallbeispiels die hochgradig automatisierte Abfertigungskette eines Containers vom Schiff über das fahrerlose Transportsystem bis in das Lager.
5. Zukünftige Gestaltung der Abfertigung in Containerterminals: Es werden Lösungsansätze wie die Kapazitätserweiterung, Spezialschiffe und integrierte Terminal-Schiff-Systeme diskutiert, um den wachsenden logistischen Anforderungen zu begegnen.
6.Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die zukünftige Entwicklung der Terminalbetreiber vom reinen Umschlagplatz hin zum umfassenden Logistikdienstleister.
Schlüsselwörter
Containerterminal, Containerumschlag, Logistik, Transportkette, Seehafen, HHLA, Containerterminal Altenwerder, AGV, Hub and Spoke, TUL-Prozesse, Reedereien, Automatisierung, TEU, Lagerlogistik, Schnittstellenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und operativen Abläufen bei der Abfertigung von Containern in modernen Seehäfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die technischen Voraussetzungen der Containerisierung, die Rolle von Terminals als Logistik-Schnittstellen und die Herausforderungen durch den Preiskampf der Reedereien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die betriebswirtschaftlichen Probleme, Phänomene sowie die eingesetzten Anlagen und Systeme bei der Containerabfertigung fundiert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur sowie eine praktische Fallstudie (Exkurs) zum Containerterminal Altenwerder in Hamburg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung des Containersystems und des Containerterminals, eine detaillierte Prozessbeschreibung des CTA sowie die Diskussion zukünftiger Strategien zur Effizienzsteigerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Containerterminal, TUL-Prozesse, Hub and Spoke, Automatisierung und die logistische Transportkette.
Warum ist das Terminal Altenwerder ein besonderes Beispiel für diese Untersuchung?
Das Terminal Altenwerder gilt als eines der modernsten weltweit und nutzt automatisierte Fahrzeuge (AGV) sowie ausgeklügelte Software-Steuerungen (TLS), was es als Modellfall für zukünftige Entwicklungen ideal macht.
Was bedeutet das "Hub and Spoke" System im Kontext dieser Arbeit?
Es beschreibt das Organisationsprinzip der modernen Linienschifffahrt, bei dem große Seehäfen (Hubs) als zentrale Knotenpunkte fungieren, die durch kleinere Zuleiter (Feeder) mit dem Hinterland oder kleineren Häfen verbunden sind.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Zukunft der Terminalbetreiber?
Der Autor prognostiziert, dass sich Terminalbetreiber zunehmend von reinen Umschlagseinrichtungen zu kompletten Logistikdienstleistern entwickeln werden, die womöglich auch multimodale Komplettlösungen anbieten.
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- Björn Schermer (Author), 2005, Abfertigungsbedingungen in Containerterminals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45077