Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. Ausgangssituation in Deutschland vor der
Studentenbewegung - Die Bundesrepublik Deutschland am 3
Vorabend der Protestbewegung
3. Die erste Phase des studentischen Protests: 4
4. Der 2. Juni 1967 - der Protest in seiner zweiten Phase: 6
5. Die dritte Phase des Protests - Mordanschlag auf Rudi
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Dutschke und der Ostermarsch 1968
6. Die vierte Phase der Bewegung: Höhepunkt, Niedergang
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und unmittelbare Folgen der Protestbewegung:
7. Fazit 11
8. Literaturverzeichnis 13
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Die Studentenbewegung in der BRD von 1967 bis 1969
1. Einleitung:
Im Jahr 1967 entstand in Deutschland eine Studentenbewegung, geprägt durch marxistische Ansichten, die sich zum Ziel setzte, die Gesellschaft zu verändern. Noch im Jahr 1965 wurde die Jugend, die nur zwei Jahre später protestierend durch die Strassen zog, wie folgt beschrieben: „Aber was sich auch ereignen mag, diese Generation wird nie revolutionär, in flammender kollektiver Leidenschaft auf diese Dinge reagieren.“ (Schelsky, in Langguth 1983, S. 19) Auch andere Sozialwissenschaftler stellten ähnliches fest, so auch Friedeburg 1965: „Überall erscheint die Welt ohne Alternativen, passt man sich den jeweiligen Gegebenheiten an, ohne sich zu engagieren, und sucht sein persönliches Glück in Familienleben und Berufskarriere. In der modernen Gesellschaft bilden Studenten kaum mehr ein Ferment produktiver Unruhe. Es geht nicht mehr darum, sein Leben oder gar die Welt zu verändern, sondern deren Angebote bereitwillig aufzunehmen und sich in ihr, so wie es nun einmal ist, angemessen und distanziert einzurichten.“ (Friedeburg in Langguth 1983, S. 19)
Die Studentinnen und Studenten, die nicht mehr von den Erfahrungen des Totalitarismus geprägt waren (Langguth 1983, S. 20), konnten jedoch schon zwei Jahre später den Sozialwissenschaftlern Friedeburg und Schelsky durch ihren zunehmenden Aktionismus widersprechen.
Inwieweit die Bewegung ihre Ziele umsetzten konnte, wie sie entstand und wie sie verlief, soll in der folgenden Arbeit erörtert werden. Besondere Beachtung wird dabei dem Zeitraum von 1967 bis 1969 geschenkt.
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2. Ausgangssituation in Deutschland vor der Studentenbewegung - Die Bundesrepublik Deutschland am Vorabend der Protestbewegung:
Um die Studierendenbewegung, die im Jahre 1967 in der BRD verstärkt eintrat, genauer erklären zu können, muss vorerst die gesellschaftliche, politische sowie die ökonomische Situation, in der sich die protestierende Generation befand, beleuchtet werden.
Im Jahr 1967 stand die Bundesrepublik nach einer konjunkturellen Abstiegsphase einem, fast am Nullpunkt angekommenen Wachstum des Bruttosozialprodukts gegenüber. Der vorangegangene Preisanstieg in den Jahren 1965 (um 3,4%) und 1966 (um 3,5%), die Kohlekrise im Ruhrgebiet und die, besonders in der Landwirtschaft, erkennbare Rezession, führten in einigen Gebieten der BRD sogar zu einer Krisenangst. Begründet werden kann dieser Einbruch der Wirtschaft vor allem durch den Rückgang der öffentlichen und privaten Investitionen. (Vgl. Borowsky, 1998, S. 10; Rupp, 2000, S. 142f)
Ein unmittelbarer Einfluss der ökonomischen Krise lässt sich auf politischer Ebene an den Landtagswahlergebnissen und den damit verbundenen ersten Erfolgen der NPD erkennen (zum Beispiel der Einzug der NPD in die Landtage in Bayern und Hessen). Auf Bundesebene lässt sich nach den Wahlen vom 19. September 1965 ein deutlicher Stimmenzuwachs bei CDU/CSU und SPD erkennen, wohingegen die FDP ein Grossteil von Stimmen einbüßen musste. Dennoch wurde die bewährte Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP vorerst fortgesetzt. Am 27. Oktober 1966 endete diese Regierungskoalition nach heftigen Auseinadersetzungen um den Hauhaltsplan. Die FDP-Fraktion entschloss sich mehrheitlich aus dem Kabinett auszutreten und einen Tag später, am 28. Oktober 1966, traten die vier FDP-Minister zurück. Nachdem die folgenden Koalitionsverhandlungen zwischen den beiden ehemals regierenden Parteien endgültig scheiterten, einigten sich die CDU/CSU und SPD am 26. November 1966 auf eine „Große Koalition“. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Georg Kiesinger (am 1. Dezember 1966 vom Bundestag mit 340 Stimmen gewählt), Willy Brandt wurde Vizekanzler und Außenminister. Die SPD war damit zum ersten Mal in ihrer Geschichte an einer Bundesregierung beteiligt. (Vgl. Lehmann, 2002, S. 159, 161)
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Die politische Haltung der Bundesregierung gegenüber der Dritten Welt, die sich zum Beispiel in der Unterstützung diktatorischer Systeme im Kongo äußerte, d er Vietnamkrieg ab 1964 sowie Protestbewegungen in den USA und europäischen Ländern gelten auch, vor allem in ihrer Anfangphase, als Ursachen der Studentenbewegung. (Vgl. Rupp, 2000, S. 145; Bauß, 1977, S. 48) Da insbesondere junge Menschen an der außerparlamentarischen Opposition, wie die Studentenbewegung auch genannt wurde, beteiligt waren, soll noch ein kurzer Blick auf die Generation der protestierenden Jugend geworfen werden. In den Jahrgängen von 1910 bis 1935 konnte man/frau eine zahlenmäßige Schwäche deutlich erkennen. Diese wird durch die zwei Weltkriege sowie die Weltwirtschaftskrise 1929 begründet. Gerd Langguth stellte in diesem
Zusammenhang fest: „Insbesondere aber muss das Fehlen einer demokratischen Tradition konstatiert werden, das ein n ormatives Defizit in der Einstellung zur Demokratie bei weiten Teilen der jungen Generation bewirken musste.“ (Langguth, 1983, S. 20)
In den folgenden Abschnitten soll nun erörtert werden inwieweit diese Umstände auf die Protestbewegung bis 1969 einwirkten. Die eben erkannten Rahmenbedingungen sollen dabei weiter ergänzt werden.
3. Die erste Phase des studentischen Protests:
Zentrum des studentischen Protests war zu Beginn der Bewegung Westberlin beziehungsweise die Freie Universität Berlin. Die Studierenden waren an dieser Universität durch das „Berliner Modell“ weit mehr in den Entwicklungsprozess der Universität integriert als Studierende an anderen Universitäten der Bundesrepublik. Die Satzung der FU Berlin beinhaltete das Recht der Mitsprache in den Gremien durch die Studenten/innen und die damit verbundene Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Allerdings stellten die Lernenden nach und nach fest, dass „die Mitbestimmungsbefugnis, die ihnen eingeräumt war im Akademischen Senat und in den Fakultäten, gar nicht bis zur entscheidenden Dimension reichte; nämlich bis zur Mitbestimmung im tatsächlichen Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens an der Universität.“ (Lefèvre, 1968, S. 51)
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Arbeit zitieren:
Alexander Sander, 2005, Die Studentenbewegung in der BRD von 1967 bis 1969 - ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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