Inhaltsverzeichnis Seite
I. Einleitung 3
II. Arbeitszeitkonten
1. Definition der Arbeitszeitflexibilisierung 4
2. Vorteile 5
3. Nachteile 6
III. Arbeitszeitverlängerung
1. Vorteile 7
2. Nachteile 8
IV. Europäischer Vergleich
1. Arbeitszeiten 9
2. Standort und Wirtschaftslage 11
V. Fazit 12
VI. Literaturverzeichnis 14
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I. Einleitung
„Eine Ausweitung der Arbeitszeit ist im Wirtschaftsablauf exakt dasselbe wie ein technischer Fortschritt, der die Produktivität eines jeden einzelnen Menschen bei gleicher Arbeitszeit erhöht.“ (Sinn 2004). Prof. Hans-Werner Sinn, Leiter des Info-Instituts für Wirtschaftsforschung und Direktor des Center for Economic Studies (CES) in München, fordert die Politiker auf, „eine konzertierte Aktion aller Beteiligten mit dem Ziel einer allgemeinen Ausweitung der Arbeitszeit in die Wege [zu] le iten“ (Sinn 2004).
Seit einiger Zeit mehren sich die Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die - um Kosten und Arbeitslosigkeit zu senken, Arbeitsplätze zu erhalten, die Wirtschaft anzukurbeln usw. - eine Arbeitszeitverlängerung fordern.
Aber sind Arbeitszeitverlängerungen wirklich der „heilige Gral“ der Arbeitsplatzsicherung und neuer Beschäftigungseffekte oder werden die Probleme mit der Forderung nach Arbeitszeitverlängerung nicht simplifiziert?
Mit Beschäftigungseffekten und Arbeitsplatzsicherung wird seit geraumer Zeit ein weiteres Schla gwort in Verbindung gebracht, das der Arbeitszeitflexibilisierung in Form von Arbeitszeitkonten.
Im Folgenden soll zunächst dargestellt werden, was unter Arbeitszeitkonten zu verstehen ist. Danach werden die Vor- und Nachteile von Arbeitszeitkonten ebenso dargelegt wie die Vor- und Nachteile einer Arbeitszeitverlängerung, um sodann einen Vergleich internationaler (europäischer) Arbeitsze iten vorzunehmen. Dabei wird aufgezeigt, inwieweit Arbeitszeiten als Ind ikatoren für B eschäftigung und Standortattraktivität verwendet werden können. Zum Schluss soll in einem Fazit geklärt werden, ob Arbeitszeitkonten als Form von Arbeitszeitflexibilisierung gegenüber einer Arbeitszeitverlä ngerung zu präferieren sind.
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II. Arbeitszeitkonten
1. Definition der Arbeitszeitflexibilisierung
Arbeitszeitflexibilisierung ist als Abgrenzung zu dem Begriff des „Normalarbeitsverhältnisses“ zu verstehen. Das so genannte „Normalarbeitsve rhältnis“ unterstellt eine „dauerhafte Vollzeitbeschäftigung mit einer gleichmäßigen, nicht variierenden Verteilung der Arbeitszeit tagsüber von Montags bis Freitags“ (Schulze-Buschhoff 2000: 32 ff.), das oft mals den Zusatz enthält, dass es sich um ein „tariflich und sozialversicherungsrechtlich reguliertes Vollzeitarbeitsverhältnis“ (Dingeldey 2001: 32) handelt. Die Arbeitszeitflexibilisierung sieht dagegen fo lgende Definition vor: „Die Arbeitszeit wird durch ihre zeitliche Lage sowie Dauer, den so genannten chronometrischen sowie chronologischen Faktoren, bestimmt. Wenn mindestens einer dieser beiden Faktoren permanent veränderbar ist, liegt eine ‚flexible’ Arbeitszeit vor“ (Schulze-Buschhoff 2000: 32 ff.). Diese sehr theoretisch anmutende Definition soll am Beispiel von Arbeitszeitkonten erläutert werden:
Im Grunde genommen sind Arbeitszeitkonten ein Instrument der Arbeitszeiterfassung (vgl. AuS innovativ: Begriff). Arbeitszeitkonten dienen der Dokumentation von Arbeitszeiten. Auf den Konten werden die jeweils individuell geleisteten Arbeitsze iten verbucht und aus gewertet. Insbesondere sollen Abweichungen der vereinbarten Regelarbeitszeit festgehalten werden. Plus- und Minusstunden auf Arbeitszeitkonten ähneln Guthaben und Schulden auf Geldkonten (vgl. Seifert 2001: 84). Zeitguthaben auf den Kontomodellen können entweder in Freizeit oder in Geld umgewandelt werden, „wobei die erste Variante die weitaus häufigere ist“ (vgl. AuS innovativ: Arten/ Modelle ). Arbeitszeit- „Defizite“ führen nicht zur Lohnminderung, sondern müssen in einem vereinbarten Zeitraum ausgeglichen werden (vgl. Seifert 2001: 84). Als Vorbilder der heutigen Arbeitszeitkonten gelten „die in den 60er Jahren aufgekommenen Gleitzeitmodelle“ (Seifert 2001: 85). Die Gleitzeit als Prototyp der Arbeitszeitflexibilisierung wurde seitdem weiterentwickelt und v erfeinert (vgl. Hermann/ Promberger/Singer/Trinczek 1999: 155). Arbeitszeitkonten können grob in Kurz-, Jahres- und Langzeitkonten eingeteilt werden (vgl. Hermann/Promberger/Singer/ Trinczek 1999: 156). Die Modelle reichen von schlichter Gleitzeit bis hin zu komplizierten Lebensarbeitszeitmodellen, die lange Phasen ohne tatsächliche Arbeitsleistung (gleitender Übergang in den Ruhestand, Sabbatjahr etc.) vorsehen. Unterschiede der einzelnen Arbeitszeitkonten bestehen in der Höchstgrenze für Zeitguthaben bzw.
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-schulden und der Ausgleichszeit (vgl. AuS innovativ: Begriff). Oft werden verschiedene Konten parallel in einem Betrieb geführt oder Kontenarten gemischt (vgl. Seifert 2001: 85).
2. Vorteile
Dank der Vielfalt der „Maßschneiderungsmöglichkeiten“ bringen Arbeitszeitkonten für beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, viele Vorteile. Der wahrscheinlich größte Vorteil für Arbeitgeber ist die Kostenreduzierung. Für Konten mit Guthaben müssen keine Überstundenzuschläge gezahlt werden (vgl. Heckmann/Schank 2004: 513). Pluszeiten werden in der Regel nicht vergütet, sondern in Freizeit umgewandelt. Die Nutzung von Arbeitszeitkonten ermöglicht eine Anpassung an saisonal bedingte Auftragslagen (z. B. im Bau- und Metallgewerbe), so dass Leerläufe vermieden werden. Deshalb existieren bereits bei 29% der M etall- und Elektrofirmen (2002) Langzeitkonten mit mehr als 12 Monaten Ausgleichsraum (vgl. iwd 31/2004). So war es z.B. dem Unternehmen Airbus seinerzeit durch die Einführung von Arbeitszeitkonten gelungen, einen aufgrund konjunktureller Schwankungen drohe nden Stellenabbau zu verhindern. Inzwischen wurden dort sogar ca. 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen (vgl. iwd 46/2003). Dieses Beispiel zeigt, dass auch die Arbeitsproduktivität steigt, wenn auf die aktuelle Auftragslage reagiert werden kann. Grenzüberschreitungen des Normalarbeitsverhältnisses scheinen wichtige ökonomische Produk tivkräfte freisetzen zu können (vgl. Geißler 2004: 8). Insgesamt ergibt sich dadurch ein kosteneffizienteres Arbeiten, was für Unternehmen einen Wettbewerbs-vorteil darstellt. Verringerte, aber effizientere Arbeitszeit kann sich demnach positiv auf Arbeitsplätze auswirken (vgl. Seifert 2001: 86). Besonders in konjunkturell schwierigen Zeiten bieten Arbeitszeitkonten eine Möglichkeit zur Arbeitsplatzsicherung. Bereits 95% der Unternehmen mit Langzeitkonten sehen in Arbeitszeitkonten die Chance, ihre Mitarbeiter, insbesondere Teams, auch bei verringerten Auftragseingängen halten zu können (vgl. iwd 46/2003). Arbeitszeitkonten bieten nicht nur durch Wettbewerbsvorteile Produktivitätsgewinn, sondern durch ihre Vielseitigkeit auch eine Möglichkeit, den Interessen der Beschäftigten entgegen zu kommen. Das Mehr an Freizeit, welches dem Arbeitnehmer durch Zeitguthaben zusteht, kann er für seine individuellen Bedürfnisse nutzen. Auch die tägliche Arbeitszeit kann je nach Arbeitszeitmodell an den Lebensstil des Arbeitenden angepasst werden. Viel Raum
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Arbeit zitieren:
Anke Seifert, 2005, Beschäftigungseffekte und Arbeitsplatzsicherung - Ist Arbeitszeitflexibilisierung gegenüber Arbeitszeitverlängerung zu präferieren?, München, GRIN Verlag GmbH
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