Inhaltsverzeichnis Seite
I. Einleitung 3
(Claudia Breisa)
II. Die Entstehung des okzidentalen Kapitalismus 3
(Claudia Breisa)
1. Faktoren der Entstehung 3
2. Binnenmoral und Außenmoral 5
3. Die Ethik der Kirchen 6
III. Webers Religionssoziologie 7
(Anke Seifert)
1. Die Magiefeindlichkeit und der
westliche Kapitalismus 7
2. Die Alltagstauglichkeit der Religionen 7
3. Die lutherische Reformation 8
4. Der Calvinismus 9
IV. Schlussbemerkung 10
(Anke Seifert)
2
I. Einleitung
Unter den von Max Weber geschaffenen soziologischen Arbeiten stellen seine Ausführungen zur protestantischen Ethik und dem Geist des Kapitalismus ein besonderes Beispiel der angewandten Soziologie dar. Eigentlich eher durch Zufall fand Weber heraus, dass reiche Kapitalbesitzer, erfolgreiche Geschäftsleute und Führungspersönlichkeiten in Baden überdurchschnittlich oft Protestanten waren. Im Verlauf weiterer Forschungen stellte er fest, dass dieses soziologische Phänomen immer in protestantisch und nie katholisch geprägten Gegenden auftrat. 1 Die Erforschung dieses „Phänomens“ passt genau in die von Max Weber selbst definierte Arbeitsweise der Soziologie. Nach Weber versucht die Soziologie mit ihrer Forschung herauszufinden, „ob sie damit der historisch kausalen Zurechnung der kulturellen Erscheinungen einen Dienst leisten kann.“ 2 Im Folgenden möchten wir die protestantische Ethik und Max Webers Religionssoziologie näher betrachten.
II. Die Entstehung des okzidentalen Kapitalismus
1. Faktoren de r Entstehung
Zu Beginn seiner Erläuterungen versucht Weber einige, seiner Meinung nach, irrtümliche Schlussfolgerungen zur Entstehung des okzidentalen Kapitalismus aus dem Weg zu räumen. Demnach war die, vor allem zur Zeit der Industrialisierung, rapide wachsende Zahl der Bevölkerung nicht Ausschlag gebend für die Entstehung des Kapitalismus im europäischen Raum. Doch ebenfalls genau in diesem Zeitraum, zwischen dem Anfang des 18. Jahrhunderts und dem Ende des 19. Jahrhunderts, findet ein insgesamt großer, schneller Schritt in der Weiterentwicklung der okzidentalen Bevölkerung statt. Jedoch ist die
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Bevölkerungszunahme, laut Weber, nicht entscheidend, da z.B. China ebenfalls in dieser Zeit eine Bevölkerungszunahme „von mindestens gleicher Stärke erlebt“ hat. 3 Ein geringeres Wachstum innerhalb der Bevölkerung hätte dem Kapitalismus auch nicht die entsprechenden Arbeitskräfte zuführen können. Innerhalb Europas fand dieses Wachstum vor allem innerhalb der Arbeiterschicht statt. In China, um ein Gegenbeispiel zu nennen, fand das gleiche Wachstum fast ausschließlich innerhalb anderer Schichten statt. Es wurde so zu „einem Gewimmel von Kleinbauern.“ 4 Auch der Edelmetallzufluss ist nach Webers Meinung nicht entscheidend gewesen für die Entstehung des okzidentalen Kapitalismus. Hier führt er als Beispiel Indien an, wo große Mengen Edelmetall ins Land strömten, dort aber in den Schatzkammern der Regenten verschwanden und ebenfalls keine Form von Kapitalismus auslösten. 5 Begünstigend für die Entwicklung des Kapitalismus im Okzident wirkten die innereuropäischen Verbindungswege zu Wasser und zu Land, sowie das Mittelmeer, die den interkontinentalen Handel enorm erleichterten. 6 Somit waren die Bevölkerungszunahme und der Zufluss von Edelmetallen Faktoren, aber nicht entscheidend für den okzidentalen Kapitalismus. Weber definiert die Entstehung des Kapitalismus folgendermaßen: „Was letzten Endes den Kapitalismus geschaffen hat, ist die rationale Dauerunternehmung, rationale Buchführung, rationale Technik, das rationale Recht, aber auch nicht sie allein; es muss ergänzend hinzutreten: die rationale Gesinnung, die Rationalisierung der Lebensführung, das rationale Wirtschaftsethos.“ 7 Der Kapitalismus hatte also die besten Entstehungs- und Verbreitungschancen zur Zeit der Industrialisierung. In früheren Zeiten, so Weber weiter, konnte er nicht entstehen, da das Denken der Menschen
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Arbeit zitieren:
Anke Seifert, Claudia Breisa, 2004, Die protestantische Ethik, München, GRIN Verlag GmbH
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