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Einleitung 3
A. Globalisierung
Einleitung 3
I. Definition und Entwicklung 3
1. Globale Finanzmärkte 5
2. Globale Produktion und Investitionsströme 6
3. Globaler Handel 7
II. Globalisierungskritik: Handel
1. Handelsliberalisierung - Wachstum doch nicht für alle? 8
2. Führt Globalisierung zu Armut? 10
3. Hat die Globalisierung negative Auswirkungen
auf den Arbeitsmarkt? 11
4. Ausbeutung von Arbeitskräften in den
Entwicklungsl ändern? 11
5. Absenkung von Sozialstandards und
Einkommen in den Industrieländern? 12
6. Migration von Arbeitskräften 13
7. Diskriminierungen und Handelsverzerrungen durch
Industrieländer und transnationale Unternehmen? 14
III. Fazit 15
B. Regionalisierung
Einleitung 17
I. Die regionalen Abkommen 17
1. EU 17
2. ASEAN 19
3. MERCOSUR 20
4. NAFTA 21
5. FTAA 21
II. Wirtschaftliche (und andere) Faktoren für die Bildung
regionaler Abkommen am Beispiel der NAFTA 22
1. Kanada 23
2. Mexiko 23
3. USA 24
III. Triade 26
IV. Positive und negative Aspekte der Regionalisierung 28
V. Fazit 30
C. Fazit 31
D. Literaturverzeichnis 32
2
Einleitung
In dieser Seminararbeit werden wir zuerst die Globalisierung vorstellen. Hier sollen der globale Handel und seine Kritik im Vordergrund stehen. Dem gegenüber gestellt wird die Regionalisierung, die in diesem Kontext von Kritikern und Nationalstaaten oft als Instrument zur Handhabung bzw. als Antwort auf Globalisierung angesehen wird. Inwieweit diese Annahmen zutreffen, soll im Fazit erläutert werden.
Der erste Teil dieser Arbeit, der sich mit Globalisierung beschäftigt, wurde von Claudia Breisa verfasst, der zweite Teil über die Regionalisierung wurde von Anke Seifert geschrieben.
A. Globalisierung
Globalisierung - ein Begriff, den im 21. Jahrhundert jeder kennt, den aber kaum einer genau zu definieren weiß. In meinem Teil dieser Hausarbeit möchte ich zuerst etwas über die Entwicklung und die Definition des Be griffes Globalisierung sagen. Danach werde ich grob auf die drei Bereiche eingehen: globale Finanzmärkte, globale Produktion und Investitionsströme sowie globalen Handel, auf die sich dieser globale Prozess bezieht. Den Bereich Umwelt werde ich hier nicht betrachten. Anschließend werde ich versuchen, am Be ispiel des globalen Handels und seine r Auswirkungen die Argumentation der Kritiker und der Fürsprecher der Globalisierung zu analysieren, bevor ich diese Arbeit mit einem Fazit abschließe. Die Literatur und auch die medial geführte Globalisierungsdiskussion sind äußerst vielfältig und schwer zu überschauen. Deshalb werde ich mich hauptsächlich auf den globalen Handel konzentrieren, da jede zusätzliche Erweiterung den Rahmen dieser Arbeit komplett sprengen und um ein vielfaches vergrößern würde.
I. Definition und Ent wicklung
Als Definition werde ich hier die Definition von Schirm aus seinem Buch „Internationale Politische Ökonomie“ verwenden, da sie neben all den ande-
3
ren Definitionen des Begriffs Globalisierung am kürzesten und prägnantesten war und mir somit am besten geeignet schien. „Globalisierung sei hier definiert als der wachsende Anteil grenzüberschreitend verlaufender privatwirtschaftlicher Transaktionen an der gesamten Wirtschaftstätigkeit“ 1
Globalisierung ist ein Prozess, der seit den siebziger Jahren immer wichtiger geworden ist. In den achtziger Jahren wendeten sich immer mehr Staaten, vor allem in Europa, von dem nach dem zweiten Weltkrieg propagierten keynesianischen Konzept der staatlichen Marktregulierung ab. Zudem löste sich Lateinamerika zunehmend vom importsubstitutierenden Protektionismus. 2 Es lag nun im zunehmenden Interesse aller Staaten, auf dem einen oder anderen Weg den eigenen Standort global konkurrenzfähiger werden zu lassen. 3 Das Ziel der Globalisierung war es, jedem Staat zu ermöglichen, an der internationalen Wirtschaft teilnehmen zu können und so auch die immer weiter ansteigende Armut auf der Welt abzusenken. „Aber ist die weltweite Marktwirtschaft auch geeignet, die Armut in der Welt zu mindern?“ 4 Viele Kritiker sehen den Prozess der Globalisierung als eine zunehmende „Entbettung aus dem Bett gesellschaftlicher Bindungen, eine great transformation der traditionalen, über viele Jahrhunderte sich nur langsam ändernden, Verhältnisse zur marktwirtschaftlichen, kapitalistischen Moderne.“ 5
Doch wo liegt die Wahrheit in der Entwicklung der Globalisierung? Fest steht, dass transnationale Bewegungen heute auf Nordamerika, Westeuropa, Ostasien und einige Schwellenlä nder beschränkt sind. Benutzen Globalisierungskritiker und Globalisierungsbefürworter nicht in vielen Fällen die gleiche einseitige Darstellungspolemik? Die Antwort auf diese Frage werde ich in dieser Arbeit sicher nicht vollkommen klären kön- 1 Schirm, Stefan A., Internationale Politische Ökonomie, Baden- Baden 2004. S. 67. Im Folgen-
den zitiert als „Schirm, IPÖ“
2 Schirm, IPÖ, S. 67.
3 Die genauen Hintergründe dieses historischen Prozesses werde ich später, bei der Betrachtung
der globale Finanzströme, der Produktion und der Investition, sowie des globalen Handels, ge-
nauer erklären.
4 Uchatius, Wolfgang, Koreferat zu Irmgard Nübler, in: Mummert, Uwe, Sell/Friedrich L., Glo-
balisierung und nationale Entwicklungspolitik, Münster, 2003, S 43
5 Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit, Grenzen der Globalisierung- Ökonomie, Ökologie und
Politik in der Weltgesellschaft, Münster 2004, S.16
4
nen. Aber ich werde versuchen, das eine oder andere Licht in dieser undurchschaubaren Menge von Behauptungen, Statistiken, Meinungen und Erwartungen zu bringen.
1. Globale Finanzmärkte
Als US-Präsident Nixon 1971 erklärte, dass die USA den Umtausch von Dollars gegen Gold zu einem festen Satz nicht mehr garantieren könnten, endete die 1944 beschlossene Weltwirtschaftsordnung von Bretton-Woods. In der darauf folgenden Zeit entwickelte sich ein System flexibler (floatender) Wechselkurse, das zu einer raschen Zunahme von Wechselkursschwankungen und Währungsgeschäften führte. 6 Vor allem England und die USA versuchten durch eine Reihe von Deregulierungen, die auf den Druck der Finanzsektoren geschahen, die Attraktivität ihrer Länder als internationale Finanzplätze zu erhalten. Es ent-standen so genannte `off- shore´ Finanzplätze, die sich, wie auch schon während des Bretton-Woods Systems, unter anderem in den Finanzzentren Londons und New Yorks befanden. Diese „außerhalb nationaler Rechtssprechung stehenden Finanzplätze“ 7 waren für Anleger und Kreditnehmer überaus attraktiv, so dass sich der Druck auf andere Lä nder, die Kapitalabflüsse natürlich verhindern wollten, verschärfte. Zudem nahm das Volumen internationaler Anlage- und Kreditgeschäfte zu. Dies basierte auf den immer weiter zunehmenden Expansionsbestrebungen transnationaler Unternehmen (so genannter TNU´s) und den hohen Einnahmen der OPEC-Staaten, welche ihre Gewinne überwiegend in amerikanischen und europäischen Banken anlegten. Da die Banken diese enormen Geldmengen nicht komplett gewinnbringend anlegen konnten, verliehen sie Geld an Entwicklungsländer, die für ihre Industrialisierung dringend Geld brauchten. So bekamen auch die Entwicklungsländer, von denen sich viele nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Herrschaft ihrer europäischen Kolonialherren gelöst hatten, die
6 Schirm, IPÖ, S. 73.
7 Schirm, IPÖ, S. 74.
5
Möglichkeit, sich in das Finanzsystem zu integrieren. 8 Binnenorientie rte Länder konnten vor dieser Entwicklung nicht die Augen verschließen. Ihre Anpassungsunwilligkeit ließ die Kosten, die die Weigerung, attraktivere Bedingungen für Finanzströme zu schaffen, mit sich brachte, stark ansteigen. Kapitalabfluss und weniger Kapitalzuflüsse waren die Ursachen für die Krisen national orientierter Länder. Des Weiteren wurde die Wirksamkeit wirtschaftspolitischer Instrumente eingeschränkt, da staatliche Stellen nun gar nicht mehr in der Lage waren, die Massen elektronischer Informationen, die in sekundenschnelle rund um die Welt rasten, zu kontrollieren. Es ließ sich ein Interessenwandel der transnational orientierten Länder feststellen. Nun waren Anpassungstendenzen an die Konkurrenz zu spüren. Attraktivere Standortbedingungen, Steuersenkungen u.v.m. waren von Interesse, um Kapitalabflüsse (auch eine exit-option) zu verhindern. 9
2. Globale Produktion und Investitionsströme
Als wesentliche Ursachen für das Anwachsen der Mobilität und des Produktionsvolumens, sowie globaler, arbeitsteiliger Produktion war die Expansion transnationaler Unternehmen (TNU´s), die sich jetzt das Land mit den idealsten Standortbedingungen aussuchen und darüber hinaus in dem Land, in dem sie bereits ansässig waren, mit der „Exitoption“, also dem Verlassen des bisherigen Standortes, drohen konnten. Durch die zunehmende Arbeitsteilung versprachen sie sich auch bessere Verkaufszahlen durch die Produktion vor Ort. In den Entwicklungsländern ließen sich erste Industrialisierungserfolge vermerken. 10 Dazu beigetragen hat die Expansion der TNU´s, und die Entwicklung eigener
8 Schirm, IPÖ, S. 74f., siehe auch Nübler, Irmgard: Die Wirkung der Globalisierung auf die
Entwicklungsländer, in: Mummert, Uwe/Sell, Friedrich L., Globalisierung und nationale Ent-
wicklungspolitik, Münster, 2003, S 23ff. Im Folgenden zitiert als „Nübler, Entwicklungslän-
der“
9 Schirm, IPÖ, S. 77ff.
10 siehe hierzu auch die genaue Analyse des Anteils der Entwicklungsländer an den Kapitalzu-flüssen bei: Nübler, Entwicklungsländer, S. 18f.
6
TNU´s in den asiatischen „Tigerstaaten“, wie zum Beispiel Hyundai. Auch hier waren die marktliberalisierende Wirtschaftspolitik und die zunehmende Konkurrenz der Industrieländer ausschlaggebend. Die globale Produktion wurde ein wichtiger, aber kein entscheidender Aspekt für nationale Volkswirtschaften. Durch den vereinfachten Transfer von Kapital und Produktion bekamen transnationale Unternehmen die Möglichkeit, stärkeren Einfluss (voice und exit option) auf die nationale Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder zu nehmen. Protektionistische Ansichten stehen gegen liberale und es wird zunehmend schwieriger, nationale Sektoren vor ausländischen Angeboten protektionistisch zu schützen, da viele ausländische Firmen Produktionsstätten in vielen verschiedenen Ländern der Welt haben. Protektionistische Ausgrenzung, durch Warenboykott beispielsweise, würde auch eigene Staatsangehörige im schlimmsten Fall in die Erwerbslosigkeit treiben. 11
3. Globaler Handel
Seit den siebziger Jahren nahm der Exportanteil des Bruttosozialproduktes zu. Eine der Ursachen dafür war die Verringerung von tarifären Handelshemmnissen durch die GATT-Runden und die Gründung der WTO 1993, bei denen sich die teilnehmenden Länder zu grundlege nden Handelserleichterungen entschlossen hatten. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden immer mehr praktische und technische Neuerungen entwickelt, die die Transportkosten, die vorher ebenfalls zu einer Beeinträchtigung des Hand els geführt hatten, absenkten. Durch die, bereits erwähnte, Expansion der TNU´s kam es jetzt auch zu gesteigertem Intra-Firmen-Handel mit Einzelteilen und fertigen Produkten. Zudem führten die Industrialisierungserfolge in einigen Entwicklungsländern (so genannten „newly industrialised countries = NIC´s) zu einem verbreiterten Produktangebot und vermehrter Konkurrenzfähigkeit. 12 Die Entwicklungsländer begannen nun mit dem Export verarbeiteter Produkte. Vorher waren sie auf den Export von Primärgütern (Wolle, Weizen,
11 Schirm, IPÖ, S. 81ff.
12 Nübler, Entwicklungsländer, S. 16.
7
etc.) beschränkt gewesen. Zudem boten diese, jetzt mehr in den Weltmarkt eingebundenen Länder attraktive Absatzmärkte für langlebige Konsumgüter aus den Industrieländern, z.B. Autos. Diese Auswirkungen des vermehrt grenzüberschreitenden Handels machten den Nationalstaaten bewusst, dass ihre Wohlfahrt ohne außenwirtschaftliche Verflechtungen nicht mehr gesichert werden konnte und kann. Seitens der Firmen steigt natürlich das Interesse einer am Weltmarkt orientierten Wirtschafts- und Handelspolitik. Durch die Öffnung der OECD-Staaten wurden auch bisher national agierende Firmen veranlasst, sich stärker am Weltmarkt auszurichten. Eine Weigerung, sich an diese neuen Bedingungen anzupassen, hätte Geschäftseinbußen, oder den baldigen Konkurs zu Folge. Allerdings kann es auch zu „Import-Lecks“ (importleakages) kommen. Dies ist zum Beispiel bei der momentanen Euro-Dollar Situation der Fall. Je nach Grad der Außenhandelsverflechtungen wandert die innerstaatliche Kaufkraftzunahme in Importe ab, so dass die beabsichtigte Ausweitung von Produktion und Arbeitsplätzen im Inland eingeschränkt werden muss. Mit zunehmendem Exportanteil können sich einzelne Staaten auch nicht mehr unerwartet auf protektionistische Maßnahmen zurückziehen, da sie von der Offenheit ihrer Zielmärkte abhängig sind. Zusammenfassend lässt sich sagen, der global erwirtschaftete Teil des BSP ist zwar kleiner als der innerstaatlich erwirtschaftete, jedoch könnte kein Staat heute mehr auf den globale Anteil seines Bruttosozialproduktes verzichten. 13
II. Globalisierungskritik: Handel
1. Handelsliberalisierung- Wachstum doch nicht für alle? Eine fundamentaler Kritikpunkt der Globalisierungskritiker sind die viel geäußerten Zweifel an der verbesserten Wohlfahrt der Entwicklungsländer. Das Nord-Süd-Gefälle, welches schon seit längerer Zeit von der Politikwissenschaft mit Imperialismus- oder Modernisierungs-
13 Schirm, IPÖ, S. 91ff.
8
theorien analysiert wird, würde sich eher vergrößern als verkleinern. Des Weiteren stellen Globalisierungskritiker die Theorie der komparativen Kostenvorteile in Frage. Sie „würde bei der heutigen Kapitalmobilität nicht mehr gelten, absolute Vorteile würden durch schnelles Umschichten von Kapital dazu führen, dass sich die Weltproduktion in einzelnen Regionen dieser Welt konzentriere.“ 14 Dieses A rgument lässt sich widerlegen, da die Spezialisierung eines Landes innerhalb eines bestimmten Bereiches nicht von der Kapitalmobilität abhängig ist. Fest steht jedoch, dass kein Land auf absolut jedem Sektor einen komparativen Vorteil haben kann. Der Vorsprung der Industrieländer ist also keineswegs uneinholbar. Die Entwicklungsländer, die sich weiterentwickeln konnten, taten dies durch ihre Integration in das System des i nternationalen Arbeitsteilung und der Spezialisierung der komparativen Kostenvorteile. Ein weiterer Kritikpunkt, der von Globalisierungsge gnern auch häufig in den Medien propagiert wird, ist die Behauptung, dass Bedingungen freien Wettbewerbs gar nicht vorliegen würden. Dies lässt den gesamten globalen Prozess als eine Farce zu Gunsten der Industrieländer erscheinen. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass bei liquiden Kapitalmärkten die Errichtung finanzieller Marktzutrittsschranken schwer möglich ist. Zudem beweisen die Entwicklungen in den „Tigerstaaten“ Asiens, dass auch der Wissensvorsprung der Industrieländer nicht uneinholbar ist. Juergen W. Donges, auf den ich mich hier beziehe, stellt zudem fest, dass Marktunvollkommenheiten mit der Globalisierung eher abnehmen würden. Trotzdem müsse der Markt auch weiterhin auf Kartellstrukturen, Monopole und weitere Ungleichheiten überprüft werden. 15
14 Donges, Juergen B., Menzel, Kai, Paulus, Philipp, Globalisierungskritik auf dem Prüfstand -
ein Almanach aus ökonomischer Sicht, Stuttgart, 2003, S. 29 (im Folgenden zitiert als: Donges,
Globalisierungskritik)
15 Donges, Globalisierungskritik, S. 29ff.
9
Arbeit zitieren:
Anke Seifert, Claudia Breisa, 2005, Globalisierung und Regionalisierung - zwei Seiten einer Medaille?, München, GRIN Verlag GmbH
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