Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG 3
1.1. AUFBAU SEMINARARBEIT 4
2. GESCHICHTE UNGARNS. 4
2.1. BEMERKUNG ZUR GESCHICHTE UNGARNS 7
3. WISSENSWERTES ÜBER UNGARN 9
3.1. STATISTISCHE DATEN IM VERGLEICH 9
4. DAS INTERVIEW. 13
4.1. INTERVIEWVORBEREITUNG. 13
4.2. DIE GESPRÄCHE. 14
5. FAZIT 16
6. LITERATURVERZEICHNIS. 19
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1. Einleitung
In der Vorlesung „Neue Politische Systeme in Ost-Mitteleuropa“ hörten wir viel über die politische Transformation von einer Einheitspartei mit kommunistischer Führung zu pluralistischen Mehrparteiensysteme welche demokratisch gewählt wurden. Diese sehr schwierige Transformation passierte, im Gegensatz zu den westeuropäischen Staaten, innerhalb kürzester Zeit. Die Strukturen welche in manch Staaten seit der französischen Revolution 1789 langsam gewachsen sind, sollten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion innerhalb weniger Monate entstehen - dies ist sicherlich eine unglaubliche Herausforderung an diese Staaten und führt zwangsläufig zu wirtschaftlichen, politischen und sozialen Problemen. Mich interessiert bei dieser Thematik besonders die sozialen Auswirkungen, sprich wie geht es den Einwohnern der jeweiligen Länder während dieser einschneidenden Erlebnis se in der kommunistischen Ära, beim Zerfall des Kommunismus und heute nach circa 15 Jahren Demokratie und mehr oder weniger freie Marktwirtschaft (in den meisten Ländern). Um mir ein Bild davon zu machen, lass ich die Bücher von Engel, Reinhard: Der harte Weg nach Europa und Wieser, Margot: Stiller Aufbruch: Frauen in Ungarn erzählen (siehe auch Literaturverzeichnis). Die Autoren dieser zwei Bücher haben das Lebensgefühl der Einwohner des jeweiligen Landes vermittelt. Herr Engel mit der direkten Beschreibung der Lebenssituation und Statements der beschriebenen Personen und Frau Wieser mit der Niederschrift von persönlichen Gesprächen. Diese Texte waren für mich sehr aufschlussreich und gaben mir ein Bild wieder welche Probleme die Bewohner des jeweiligen Landes beschäftigen, wie sie denken und wie sie mit ihrer persönlichen Lebenssituation zurecht kommen. Besonders die Vorgehensweise von Margot Wieser fand ich interessant. Sie interviewte ausschließlich ungarische Frauen und schrieb in der Einleitung „Willst du ein Land kennen lernen, befrage seine Frauen!“. Dieser Leitsatz hat mich neugierig gemacht und ich beschloss auch in der Art und Weise wie Frau Wieser Interviews zu führen, mit wenig Einflussnahme beim Interview um den Personen beim Erzählen i hrer persönlichen Geschichte freien Lauf zu lassen und nur ganz grobe Eckpunkte vorzugeben, wie: Familiengeschichte, Kindheit, Schulbildung, Lebensunterhalt, politische Einstellung, Religion, Freizeitgestaltung.
Bei der Wahl des Landes wollte ich unbedingt ein nahes östliches Nachbarland von Österreich haben, also entweder Slowakei oder Ungarn. Ich entschloss mich schlussendlich für Ungarn, da Österreich/Ungarn eine gemeinsame Geschichte gehabt haben (nicht immer
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eine harmonische aber doch, siehe Geschichte Ungarns), auch war ich mal in Ungarn auf
Urlaub und habe die Einwohner dort als äußerst freundlich empfunden und da das Buch von Frau Wieser auch ungarische Frauen befragte. Mich interessierte auch wie die Personen heute Leben und Denken, da die Gespräche des Buches von Frau Wieser in den Jahren 1991 bis 1995 stattfanden und die von Herrn Engels bis 1999 und sich in diesen 14 beziehungsweise 6 Jahren sicher einiges getan hat.
1.1. Aufbau Seminararbeit
Im folgenden Punkt 2. Geschichte Ungarns will ich kurz auf die Geschichte Ungarn eingehen und anschließend mir wichtige Punkte auch entsprechend dokumentieren. Im Punkt 3. Wissenswertes über Ungarn will ich kurz allgemeine Fakten und statistische Daten über Ungarn präsentieren, welche meiner Meinung nach wichtig für das Verständnis dieses Landes sind.
Im Punkt 4. Das Interview erklärt den Vorgang und das Umfeld der Interviews und schließlich auch die Interviews selbst.
Abschließend im Punkt 5. Fazit schreibe ich noch meine Schlussfolgerungen über die gesammelten Daten und Interviews nieder.
2. Geschichte Ungarns
Die folgende stichwortartige Aufzählung stammt vom Auswärtigen Amt Deutschlands 1 und soll einen kurzen Überblick über die bewegte Geschichte Ungarns geben.
896 "Landnahme" durch 7 aus dem Osten stammende Stämme der Magyaren 997-1038 Stephan I., der Heilige, Staatsgründer und erster ungarischer König Westorientierung des sich formierenden Königsreichs 1222 Andreas II. (1175-1235) erlässt die Goldene Bulle über aristokratische Vorrechte, die eine ähnliche Rolle wie die Magna Charta von 1215 spielte 1241/1242 Einfall der Mongolen 1301-1342 Karl I. Robert von Anjou 1342-1382 Ludwig I. der Große von Anjou
1 http://www.auswaertiges-
amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=9&land_id=181
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1368-1437 Sigismund von Luxemburg, Entwicklung eines Ständestaates 1370 Vereinigung der Königreiche Ungarns und Polens 1397-1439 Albrecht von Habsburg, Bedrohung durch osmanisch-türkisches Reich 1458-1490 Matthias Corvinus besetzt wichtigste Ämter und Behörden mit Magyaren, die deutsche Bevölkerung (etwa 50%) behält jedoch ihre eigenen Rechte; Kampf gegen die Osmanen; Eroberung Wiens 1514 Bauernkrieg 1526 Ungarische Armee in der Schlacht von Mohács von den Türken vernichtend geschlagen; Land wurde in drei Teile gespalten: Den Westen erhielten die Habsburger, im Osten Fürstenstand Siebenbürgen, die Mitte wurde türkisch besetzt.
1541-1686 Unter der Herrschaft der Türken (145 Jahre) wird Buda westliche Grenzstadt des Osmanischen Reiches. 1686 Rückeroberung Budas und Pests durch kaiserliche Truppen unter Prinz Eugen von Savoyen; Habsburger Herrschaft über ganz Ungarn ab 1698 Ansiedlung der Ungarndeutschen in der Zeit von Maria Theresia 1703-1711 Unabhängigkeitskampf gegen den Habsburger Machtanspruch in Siebenbürgen unter der Führung des Fürsten Ferenc II. Rákoczi. Annahme der Pragmatischen Sanktion durch die Stände Ungarns (Unteilbarkeit des Habsburger Reiches, Anerkennung weiblicher Thronfolge) 1836 Ungarisch wird Staatssprache
1848/49 15.03. Der nationale Unabhängigkeitskampf führt zur Revolution (Proklamation der Unabhängigkeit am 14.04.1849)
August 1849: Niederschlagung des Freiheitskampfes mit Hilfe russischer Truppen. 1867 Pest wird Sitz des Reichstages sowie Sitz aller ungarischen Ämter der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Krönung Kaiser Franz Josefs I. zum König von Ungarn 1916 Kaiser Karl I. von Habsburg wird zum letzten ungarischen König gekrönt (Karl IV. von Ungarn).
Oktober 1918 Bürgerlich-demokratische Revolution, Proklamation der Republik März 1919 Räterepublik für 133 Tage
20.06.1920 Vertrag von Trianon: Ungarn verliert 2/3 seines Staatsgebietes und 1/3 seiner Bürger, 3 Millionen Ungarn verbleiben außerhalb der Landesgrenzen.
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1919-1944 Ära des Reichsverwesers Miklós Horthy. Er bemüht sich von Anfang an um Revision der Grenzen und richtet einen parlamentarisch-bürgerlichen Staat mit diktatorischen Elementen ein. 1938 Erster Wiener Schiedsspruch: Rückgabe des von Ungarn bewohnten Gebietes der Slowakei 1940 Zweiter Wiener Schiedsspruch: Teil Siebenbürgens zurück an Ungarn 1941 Ungarn gestattet im Zweiten Weltkrieg den Durchzug deutscher Truppen nach Jugoslawien.
Selbstmord von Ministerpräsident Graf Teleki. Juni 1941: Ungarn erklärt der Sowjetunion den Krieg; nach Vernichtung 2. ungarischen Armee "Schaukelpolitik"
19.03.1944 Besetzung Budapests durch deutsche Truppen, nach 6-wöchiger Belagerung. Beginn der Judenverfolgung unter Anleitung Eichmanns. 28.12.1944 Kriegserklärung der provisorischen Regierung an Deutschland 04.04.1945 Eroberung Ungarns durch die Rote Armee 20.08.1949 (St. Stephans-Tag): Verkündung der Verfassung der Ungarischen Volksrepublik
23.10.1956 Beginn des Ungarn-Aufstandes, der am 4. November 1956 mit der blutigen Niederschlagung durch sowjetische Truppen endet. 1958 Hinrichtung von Imre Nagy, Ministerpräsident während des Ungarn-Aufstandes
1957-1989 Sozialistische Volksrepublik mit Einparteiensystem 11.09.1989 Ungarn öffnet seine Grenze für Deutsche aus der DDR 23.10.1989 Ausrufung der Republik - Ende der Volksrepublik Ungarn 1990 Erste freie Wahlen: Sieg des konservativen "Ungarischen Demokratischen Forums" unter Ministerpräsident Antall. Ungarn tritt dem Europarat bei (06.11.1990) Februar 1991 Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt Bildung der Visegrád-Gruppe (zusammen mit Polen und der damaligen Tschechoslowakei)
19.06.1991 Abzug der Roten Armee aus Ungarn 01.07.1991 Auflösung des Warschauer Paktes
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Arbeit zitieren:
Gerhard Als, 2004, Eine Jugend in der demokratischen Republik Ungarn, München, GRIN Verlag GmbH
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