Krieg in Europa,
Ursachen, Verlauf und Folgen des Kosovo-Konfliktes Allgemeine Soziologie Lehrforschungsprojekt über 2 Semester WS99/00; SS00
Eingereicht als Lehrforschungsprojekt
Verfasser:
Michael Krupp
Abgabetermin: 31.05.2000 Anzahl der Wörter/Zeichen:4.462/34.114
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1. Einleitung 1
2. Institutionen der UNO im Kosovo. 2
2.1. KFOR 2
2.2. UNMIK 4
3. Erfolge und Probleme 7
3.1. Innere Sicherheit 7
3.2. Minderheiten. 10
3.3. Flüchtlingsproblem 10
3.4. Gefahr durch Minen. 11
3.5. Justiz 12
3.6. Humanitäre Hilfe. 13
3.7. Wiederaufbau 14
3.8. Demokratisierung 17
3.9. Medien. 17
4. Resümee 18
Quellenangabe : 19
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Abb 1: Struktur der Multinationalen Brigade 3
Tab 1: Internationale Beteiligung an der KFOR (Truppenstärke) 4
Abb 2: Struktur der UNMIK Führungsebene 5
Tab 2: Strategische Vorgehensweise der UNMIK. 6
Tab 3: Ethnische Struktur der bisher ausgebildeten Polizisten im Kosovo 9
Tab 4: Die Verbrechensstatistik der UNMIK gesamtes Kosovo, Juni - Oktober 99 23 9
Tab 5: Finanzielles Engagement der EU in der Republik Jugoslawien 1991-1999. 15
Tab 6: Wiederaufbauhilfe der europäischen Gesellschaft für Wiederaufbau, 2000 16
Tab 7: Rundfunkanstalten im Kosovo seit Juni 1999 18
Istanalyse Kosovo, Michael Krupp, Quellenangabe S.:1
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Im letzten Jahr war die Bundesrepublik Deutschland erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg in einen Krieg verwickelt. Deutsche Soldaten waren im Rahmen der NATO direkt an Kampfhandlungen beteiligt. In diesem Konflikt wurden das diplomatische Verhandlungsgeschick der EU, deren Präsidentschaft Deutschland innehatte, und das der UNO auf die Probe gestellt. Für die NATO trat zum ersten Mal der „Ernstfall“ ein und die Ergebnisse und Erfahrungen werden wohl, auch außerhalb des Balkans, weite Kreise ziehen. Die räumliche Nähe zum Kriegsschauplatz auf dem Balkan und das offensichtliche Versagen der diplomatischen Mittel sollten aber Grund genug sein, sich genauer mit diesem Konflikt zu beschäftigen.
Am 9. Juni1999 stimmte Slobodan Milosevic den Forderungen der NATO und der G8 Staaten zu und Vertreter der Jugoslawischen Volksarmee unterzeichneten das Militärisch Technische Abkommen. Zwei Tage später, als der Abzug der Serben deutlich zu erkennen war, wurden die Kampfhandlungen seitens der NATO eingestellt.
Heute, ein Jahr danach, scheint es besonders interessant, die Situation im Kosovo zu beleuchten. Inwieweit die politischen Zielsetzungen des Krieges bis jetzt durchgesetzt werden konnten, welche Probleme auftraten, noch auftreten und im weiteren zu erwarten sind, soll ein zentraler Aspekt dieser Arbeit sein. Ferner soll die Frage behandelt werden, ob Menschenrechtsverletzungen und organisierte Massenvertreibungen, die letztlich Hauptargument für den Waffengang waren, hätten unterbunden werden können. Außerdem soll eine Übersicht über das Fortschreiten des Wiederaufbaus und über die Zukunftsperspektiven für die Region gegeben werden.
Bei dieser Arbeit wird besonders Wert auf die Aktualität der Quellen gelegt. Allerdings endet die Recherche am 28.05.00. Somit können spätere Ereignisse, die das Thema betreffen, nicht berücksichtigt werden. Angesichts der Menge an Informationen, die insbesondere das Internet zu diesem Thema bietet, und die Tatsache, daß alle Ereignisse von verschiedenen Betrachtern, je nach deren politischem oder ethnischem Hintergrund, unterschiedlich berichtet werden, soll diese Arbeit nur einen groben Abriß der Ereignisse und Gegebenheiten im Kosovo bieten.
Istanalyse Kosovo, Michael Krupp, Quellenangabe S.:2
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Am 9.Juni 1999 unterzeichnen die KFOR, Vertreter der jugoslawischen Armee und der serbischen Polizei das „Militärisch Technische Übereinkommen“ 1 , was zum umgehenden Rückzug der serbischen Kräfte aus dem Kosovo führt. Einen Tag später, am 10. Juni 1999 verabschiedet der UNO Sicherheitsrat die Resolution 1244 2 . Diese stellt die rechtliche Grundlage für die Übernahme ziviler Verwaltungsaufgaben durch die UNMIK (United Nation Interim Administration Mission in Kosovo) und den Einmarsch der internationalen KFOR Truppen als bewaffnete Ordnungsmacht dar. Mit diesen beiden Organisationen wurde die bisher größte internationale Struktur eingesetzt.
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Am 12. Juni 1999 übernimmt die internationale Sicherheitstruppe, KFOR, die Aufgaben der Ordnungsmacht im Kosovo. Der Kosovo wird in fünf Verwaltungsbereiche gegliedert, die jeweils einer Führungsnation unterstellt sind. Das Oberkommando über die KFOR hat ihr Hauptquartier in Pristina, wechselt alle sechs Monate und wird seit 18. April 2000 vom spanischen General-Lieutenant Juan Ortuño geleitet. Die Truppenstärke ist von anfangs 20.000 Mann auf derzeit ca. 50.000 Mann aus 30 Nationen angewachsen. Davon sind 47.500 Mann im Kosovo direkt und 2.500 zur Organisation und zur Sicherung der Nachschubwege in Albanien, Mazedonien und Griechenland stationiert. Die Hauptaufgaben der KFOR sind wie folgt definiert:
• Sicherstellung eines unverzüglichen und verifizierbaren Endes von Gewalt und Unterdrückung
• Überprüfung des Rückzugs aller militärischen, paramilitärischen und polizeilichen Kräfte der Bundesrepublik Jugoslawien
• Schaffen und Aufrechterhalten eines sicheren Umfelds für alle Bürger im Kosovo sowie Ermöglichen einer freien Rückkehr aller Vertriebenen und Flüchtlinge in ihre Heimat
1 Annex I und II Uno Resolution 1244
2 Uno Resolution 1244
Istanalyse Kosovo, Michael Krupp, Quellenangabe S.:3
• Unterstützung der internationalen Organisationen bei der Entwicklung selbsttragender demokratischer Übergangsstrukturen, sowie Sicherstellen friedlicher und normaler Lebensbedingungen für die Bewohner des Kosovo
• Demilitarisierung im gesamten Kosovo einschließlich der UCK
• Gewährleistung des ungehinderten Zugangs humanitärer Hilfsorganisationen in das Kosovo
Folgende Abbildung und Tabelle zeigen die Gebietseinteilung und Beteiligung sowie Truppenstärke der einzelnen Staaten.
3 Österreichisches Bundesheer Homepage; www.bmlv.gv.at/kfor/inhalt-kfor.htm; 18.05.00
Arbeit zitieren:
Dr. Michael Krupp, 2000, Analyse der Situation im Kosovo (Stand 2000), München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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