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Inhalt
0 Einleitung 3
1 Innovationsdynamik in offenen Volkswirtschaften 4
1.1 Ausgangssituation 4
1.2 Das Grundmodell des internationalen Qualitätswettbewerbs 6
1.3 Handelsgleichgewicht mit gleichen Faktorpreisen 10
1.4 Handelsgleichgewicht mit ungleichen Faktorpreisen 12
2 Erweiterung: Multinationale Unternehmen (MNCs) 14
2.1 Gleichgewichtsanalyse 14
2.2 Weitere Voraussetzungen für MNCs 18
3 Schlussfolgerung. 19
Literaturverzeichnis 20
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0 Einleitung
Der Zusammenhang zwischen Innovationen und Wachstum und der Stellenwert, den der technische Fortschritt als wichtige Determinante der Entwicklung einer Volkswirtschaft einnimmt, sind in der Literatur viel diskutierte Sachverhalte. Die zunehmende Komplexität des Welthandels in Form von immer vielfältigeren Möglichkeiten der Interaktion zwischen einzelnen Ländern, gibt zahlreiche Ansatzpunkte für Analysen und Modelle bezüglich Handel, F&E-Aktivität und Wachstum, deren Resultate oft sehr unterschiedlich sind. Es können also nur sehr schwer eindeutige Aussagen über Ausmaß und Eigenschaften von Innovationen als Wachstumsdeterminante gemacht werden. Einig ist man sich lediglich darüber, dass technischer Fortschritt in einer Volkswirtschaft eine sehr große Bedeutung für deren Wachstumspfad besitzt. Thema der folgenden Ausführung ist es mit Hilfe des Modells der „rising product quality“ von Grossman und Helpmann (1991) die Innovationsdynamik offener Volkswirtschaften zu beleuchten und über endogene Innovationsprozesse und unter Einbeziehung dynamischer komparativer Vorteile ein langfristiges Handelsgleichgewicht entwickeln.
Im ersten Teil wird, nach einer Darstellung der Ausgangsituation, das Grundmodell des Innovationsprozesses zweier handeltreibender Volkswirtschaften hergeleitet. Anschließend wird eine Analyse der langfristigen Handelsgleichgewichte mit einer Fallunterscheidung zwischen ausgeglichen und ungleichen Faktorpreisen durchgeführt. Sich daraus ergebende Handelsstrukturen werden mit einem grundlegenden Modell, dem Heckscher-Ohlin-Modell, verglichen. Im zweiten Teil wird eine Erweiterung vorgenommen und die mögliche Entstehung multinationaler Unternehmen (MNCs) in die Gleichgewichtsanalyse mit einbezogen. Es wird ermittelt, bei welchen gleichgewichtigen Faktorausstattungen ausreichende Anreize zur geographischen Trennung von Ort der F&E-Tätigkeit und Produktionsstandort gegeben sind. Abschließend werden weitere Faktoren diskutiert, die für die Entstehung von transnationalen Firmen relevant sein können.
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1 Innovationsdynamik in offenen Volkswirtschaften
1.1 Ausgangssituation
Oft wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im High-Tech- Sektor nicht nur daran gemessen, ob sie ihre Produkte zu geringeren Kosten produzieren oder ein weiteres Produkt dieser Klasse anbieten können, sondern ihr Marktanteil ist auch durch die Qualität und Zuverlässigkeit ihrer Produkte determiniert. Daraus folgt, dass der internationale Qualitätswettbewerb zwischen Produkten, die relativ viel F&E-Tätigkeit erfordern, in den Aktivitäten eines Unternehmens wesentlich zu berücksichtigen ist. Eine Möglichkeit zur Darstellung der Handelsstrukturen, welche sich langfristig aus diesem Qualitätswettbewerb ergeben können, ist das Modell der „Innovationen über Qualitätsverbesserungen“ von Grossman und Helpmann (1991). Dieses Grundmodell, welches von sogenannten „quality ladders“ für jede Industrie ausgeht, beschreibt das Wachstum einer Volkswirtschaft über den durchschnittlichen Qualitätsanstieg ihrer Produkte. 1 Es gilt hier zu ermitteln, was langfristig passiert, wenn konkurrierende Firmen verschiedener Länder unter Berücksichtigung ihrer Ressourcenausstattung versuchen, in ihren F&E-Abteilungen die Qualität von am Markt vorhandener Produkte weiterzuentwickeln, diese verbesserten Produkte anschließend zu produzieren und auf dem Weltmarkt abzusetzen.
Dieses Modell erweist sich als sehr vorteilhaft für die Beschreibung langfristiger Handelsmuster, da es, wie häufig in anderen Modellen dieser Art angenommen, weder den Stand der Technik als gegeben betrachtet, noch die Annahme einschließt, dass alle Länder mit den gleichen technologischen Möglichkeiten ausgestattet sind. Hingegen betrachtet dieses Modell den Stand der Technik unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen Möglichkeiten als endogen. Konkret werden hier die Austauschverhältnisse zweier großer Länder analysiert und die grundlegenden Determinanten der gleichgewichtigen Handelsstruktur im Steady State bestimmt werden.
Ausgangspunkt der Analyse ist das sogenannte zwei- Sektoren, zwei-Faktoren Modell. Die Faktoren sind dabei auch langfristig relativ begrenzt verfügbare Inputs, die zur Herstellung von Endprodukten benötigt werden. Sie bestehen im vorliegenden Modell aus Kapital bzw. Humankapital und Arbeit bzw. gering qualifizierte Arbeitskraft. Die Endprodukte sind einem der beiden Sektoren zugeordnet, das bedeutet hier entweder dem sogenannten traditionellen
1 Ausführliche Darstellung dieses Grundmodells in Grossman/Helpman (1991), 84-111
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Sektor, d.h. der Produktion arbeitsintensiver Güter oder dem kapitalintensiven Hightech-Sektor. Grundsätzlich unterscheiden sich die Sektoren also dadurch, in welcher Intensität die Produktionsfaktoren eingesetzt und verbraucht werden.
Eine wichtige Annahme ist dabei, dass die in der F&E konkurrierenden Unternehmen bei Erfolg ihrer Innovation Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt gewinnen können. Die Konsumenten sind bereit, für die höhere Qualität einen Preisaufschlag zu zahlen. Dies bewirkt einen impliziten Innovationsanreiz. Wenn sich ein Unternehmen durch eine qualitativen Neuentwicklung zu einem sogenannten Führer in einer Industrie erheben kann, hat es das Privileg die gesamte Nachfrage in der betreffenden Industrie auf sich ziehen zu können. Damit ist die intersektorale Handelstruktur durch die Anzahl technologisch führender Unternehmen determiniert und dies hängt wiederum mit den vorher getätigten F&E-Investitionen zusammen.
Weiter wird davon ausgegangen, dass es laufend zu internationalen „Wissensspillovers“ kommt. Das heißt, dass die Forscher immer in der Lage sind, die Merkmale der neusten Innovation zu studieren und die Ergebnisse in die Entwicklung der eigenen Produkte einzubeziehen. Das ermöglicht ihnen, aufbauend auf nicht selbst getätigter F&E, ein qualitativ höherwertiges Produkt auf den Markt zu bringen. Diese Annahme des freien Marktzutritts „begrenzt die Möglichkeiten an länderspezifischen Merkmalen, die als Quellen langfristiger komparativer Vorteile dienen könnten“. (Grossman/Helpman, 1991, S.178) Charakteristika wie Landesgröße oder Geschichte der Produktionsstruktur treten damit in den Hintergrund. Diese Annahme muss dabei sehr kritisch betrachtet werden, da sich die Aussagen darüber, ob Wissensspillovers überhaupt national, international oder gar nicht vorhanden sind, sehr voneinander unterscheiden. (WTO, 2000, S.5-8) Ein Hauptproblem dieser Annahme ist, dass die getätigten Investitionen in F&E für die Unternehmen sehr kostspielig sind und die Innovatoren also darauf dringen, selbst die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Neuentwicklungen zu behalten und damit die Dauer ihrer erwarteten Monopolgewinne zu verlängern. In diesem Fall „kann Arbitrage von Wissen, worauf es bei der Verbreitung von Know-How letztendlich hinaus läuft, auch nicht vollkommen exogen in bezug auf Wirtschaftsaktivität sein.“ (WTO, 2000, S.8)
Eine weitere entscheidende Restriktion dieser ersten Analyse ist die Tatsache, dass Produktion und F&E im gleichen Land stattfinden sollen. Es besteht also kein Anlass zur
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geographischen Trennung von Produktionsort und Ort der F&E. Eine Lockerung dieser Restriktion wird später in Kapitel 2 betrachtet.
1.2 Das Grundmodell des internationalen Qualitätswettbewerbs
Wie schon zuvor erwähnt, werden die Wirtschaftsaktivitäten der zwei handeltreibenden Länder A und B im folgenden Modell auf zunächst zwei produzierende Sektoren, arbeitsintensiv und kapitalintensiv, und zwei Produktionsfaktoren, Arbeit und Kapital, vereinfacht.
Angenommen werden weltweit identische Präferenzen der Haushalte die sich mit folgender Nutzenfunktion beschreiben lassen:
∞
[ ] τ τ ρ − − t ) ( U ∫ < σ τ σ τ σ < − + = (1) 1 0 d C e t ) ( log ) 1 ( ) ( logC Y
Z
t
C ist dabei der Konsum des Gutes Z des traditionellen Sektors. Y C stellt den Konsum
Z
eines Bündels an qualitativ differenzierten Produkten dar ((human-)kapitalintensiver). σ ( σ − ) 1 bzw. ist der Anteil, der für das jeweilige Gut ausgegeben wird. Für die Produktion des Gutes Z wird eine Technologie mit konstanten Skalenerträgen unterstellt und der vollkommene Wettbewerb impliziert im langfristigen Gleichgewicht einen Preis gemäß den Grenzkosten, welche abhängig von den Kosten des eingesetzten Humankapitals ( H w ) und
der gering qualifizierten Arbeitskräften ( L w ) sind
i i p = ) , ( w w c i = A,B (2)
H L z z
C Y = , wobei D den Index der eingesetzten D Für das Güterbündel Y gilt per Definition
Zwischenprodukte darstellt und über eine CES-Spezifikation definiert ist: 2
= D ∫ log log
0
als Input der m-ten Produktgeneration der Industrie j mit der Qualität m λ . 3 ) ( j x mit
m
2 Bei der CES-Funktion (Constant Elasticity of Substitution) handelt es sich um eine Produktionsfunktion mit
konstanter Substitutionselastizität, die für einzelne Volkswirtschaften je nach Faktoreinsatzeigenschaften Werte
zwischen null und unendlich annehmen kann.
Arbeit zitieren:
Johanna Avato, 2004, Innovationsdynamik in offenen Volkswirtschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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Liquiditätsfalle und Geldpolitik in Japan
Aktuelle Fragen der Geld- und ...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 29 Seiten
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