INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG. 0
2 AUSWIRKUNGEN VON TRADITION UND MYTHOS DES ALTEN SÜDENS 4
3 VERÄNDERUNGEN UND AUSWIRKUNGEN DES BÜRGERKRIEGES 7
3.1 DIE GESELLSCHAFTLICHE STIMMUNG UND HALTUNG. 7
3.2 ARBEIT UND BILDUNG. 9
3.3 POLITISCH ORIENTIERTE STRÖMUNGEN 13
4 ZUSAMMENFASSUNG. 16
5 BIBLIOGRAPHIE. 17
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1 Einleitung
Thema der folgenden Abhandlung ist die Geschichte der Frauen im Neuen Süden der USA, das heißt vom Bürgerkrieg bis Anfang der 20er Jahre. Ich möchte dabei das Leben der Frauen im Süden zu erklären und eventuell entstehende Strömungen in der Gesellschaft zu betrachten. Es wird inhaltlich nicht auf die Frauen bzw. die Frauenbewegung im Norden eingegangen, diese wird nur als Vergleich herangezogen und bildet einen Teil der Grundlage der Fragestellung. Die Fragestellung bezieht sich im Folgenden darauf, warum es im Süden zu dieser Zeit zu kaum einer Frauenrechtsbewegung kam. Dabei wird die Hauptthese kurz gefaßt darauf hinaus laufen, daß im Süden der USA in der Gesellschaft ganz andere Voraussetzungen für eine Frauenbewegung vorlagen, wenn man die wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Struktur betrachtet.
Dies wird folgendermaßen dargestellt, indem ich zuerst auf die Traditionen, insbesondere bezüglich der Familienstruktur und der Gesellschaftshierarchie, die aus dem Alten Süden stammten eingehen werde und dann den ebenfalls aus dieser Zeit stammenden Mythos der Southern Lady und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft erläutern werde. Anschließend werden Haltungen und Einstellungen innerhalb der Gesellschaft zur Begründung der These aufgeführt. Danach wird das praktische Leben im Hinblick auf Arbeiten und Bildung der Frauen nach dem Krieg aufgezeigt und die Parallelen dessen zu einer Frauenbewegung hergestellt. Schließlich werden die am Ende dieser Zeit aufkommenden politischen Strömungen im Zusammenhang mit der Frauenrechtsbewegung insbesondere dem Suffrage Movement dargestellt.
Die folgenden Erläuterungen bezüglich Tradition und Mythos greifen dem behandelten Zeitraum zwar deutlich voraus, sind aber für das Verständnis der Gesellschaft in den Südstaaten absolut notwendig und bilden auch für die Zeit nach dem Krieg den ideologischen Hintergrund der Gesellschaft.
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2 Auswirkungen von Tradition und Mythos des Alten Südens
Tradition und Mythos des Alten Südens waren zwei Aspekte, welche die Gesellschaft in den Südstaaten auch nach dem Bürgerkrieg prägten. Durch sie läßt sich aufzeigen, welche Mentalität Männer und Frauen für den Aufbau des Neuen Südens mitbrachten. Sie zeigen, welche Menschen an diesem Aufbau beteiligt waren. Daraus lassen sich ebenfalls Schlüsse ziehen, warum die Gesellschaftsstruktur wenig Raum für eine Frauenbewegung ließ und die Veränderung bezüglich der Stellung der Frau nur sehr langsam voranschritt, während sie sich im Norden bereits aktiv vollzog.
Worin bestand also zuerst einmal die Tradition? Hier soll der Begriff beschränkt auf die Struktur der Gesellschaft, insbesondere auf das Umfeld der Frauen, erklärt werden. Das heißt hinsichtlich dem familiären Leben und der Beziehung zwischen Männern und Frauen. Die Gesellschaft bestand hauptsächlich aus drei Schichten, die sich in der von Landwirtschaft geprägten Wirtschaft etablierten: die weiße Aristokratie, die Kleinbauern und schließlich die schwarzen Sklaven. Um 1860 waren ungefähr ein Drittel der Bevölkerung Sklavenhalter und beanspruchten dabei 90-95% des landwirtschaftlichen Reichtums. Diese Familien lebten auf den großen Plantagen und legten den derzeitigen Status quo fest. Die Aufgabenbereiche teilten sich folgendermaßen auf: der Mann, als Kopf der Familie, stand über allen anderen, er hatte eine überwachende Position über den Rest der Familie und die Abläufe auf der Plantage. Er war ebenfalls für die Sicherheit seiner Mitglieder verantwortlich und repräsentierte die Familie nach außen, das heißt im gesellschaftlichen Leben. Die Frau wurde gerade von diesem Gesellschaftsleben ausgeschlossen. Sie war allein für den Haushalt und die Kinder zuständig. Ebenfalls kam ihr die Aufgabe zu, sich um die Belange der Sklaven zu kümmern, was oft eine sehr umfangreiche Aufgabe darstellte, die eine Menge Organisationstalent forderte. Die Frau stand trotz ihrer bedeutenden Aufgaben immer im Hintergrund und führte ein sehr isoliertes Leben, Kommunikation fand für sie nur statt, wenn sie Besuche auf anderen Farmen abstatten konnte, was im weiten Süden mit der Überwindung großer Strecken verbunden war, oder die Kirche gab ihr die Möglichkeit des Austausches mit Menschen außerhalb ihres Zuhauses. Sie hing in ihren gesamten Lebensbedingungen von ihrem Mann ab und dies galt als festgelegt: „God in his
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inscutable wisdom has appointed a place and duty for females out of which they can neither accomplish their destiny nor secure their happieness!!“ 1
Diese Festlegung galt auch für die Frauen der Kleinbauern. Allein der Besitz unterschied sie von ihren Schwestern. Während Vater und Söhne dieser eher armen Bauern auf dem Feld arbeiteten, kümmerte sich die Frau um Haushalt, Kinder und Tiere. Harte körperliche Arbeit war der Standard dieser Farmen und ihre wenig einflußreiche Position in der Wirtschaft machte es schwierig, andere Ziele als den Kampf ums Überleben zu verfolgen. Unter den Schwarzen hatten Männer wie Frauen ein rechtloses Dasein. Beide arbeiteten auf den Feldern, wobei der Frau zusätzlich der Bereich des Haushalts zukam. Aber trotz dieser Gleichheit unterstand sie dem Mann im Haus und war auch diesem zur Unterwerfung verpflichtet. Die Familie wurde zu einem sehr wichtigen Element, um wenigstens etwas Halt in der Gesellschaft zu finden. Allerdings war sie oft auch eine instabile Institution, da erstens eine Heirat nicht legal anerkannt war und zweitens der Zusammenhalt jederzeit durch den Sklavenhalter gestört und zerrissen werden konnte.
Für Frauen aller Schichten galt, daß sie durch ihre mehr oder weniger rechtlose Stellung häufig dem körperlichen Mißbrauch der Männer ausgesetzt waren. Scheidungen waren praktisch nicht möglich und wirtschaftliche Unabhängigkeit konnte ebenfalls nicht erlangt werden. Auch bestand ein großes Problem in der Beziehung zwischen Mann und Frau darin, daß die Frau keinerlei Einflußnahme auf die Fortpflanzung nehmen konnte. Dies führte zu einem sehr angespannten Verhältnis zwischen den Ehepartnern. Die Geburtenrate war sehr hoch, Kinder galten in der Männerwelt als angesehen und somit waren die Frauen oft permanent schwanger oder hatten einen Säugling zu versorgen. Dies bedeutete vor allem eine starke Unsicherheit in Bezug auf die gesundheitlichen Folgen. Frauen lebten mit der ständigen Angst einer neuen Schwangerschaft, die sie vielleicht nicht überlebten.
Um die Struktur dieser Männerwelt zu halten, wurden die Kindern von früh auf in diese Aufgabenverteilung herein erzogen. Sie lernten weder andere Arten der Gesellschaft
1 Anne Firor Scott, The Southern Lady: From Pedestal to Politics 1830-1930 (Chicago: The University Press of Virginia, 1970), 8.
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Arbeit zitieren:
Johanna Avato, 2001, Southern Womenhood: Die Geschlechtergeschichte des neuen Süden, München, GRIN Verlag GmbH
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