Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Frauen- und Geschlechtergeschichte 3
3. Die Volksrechte (Leges) des frühen Mittelalters 4
3.1. Der Pactus legis Salicae 4
3.2 Aufbau und Inhalt des Pactus legis Salicae 6
4. Der Wert einer Frau im Pactus legis Salicae 7
5. Fazit 9
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
‚Das Frauenbild’ ist eine höchst ambivale nte Phrase. Gibt es überhaupt ein Frauenbild? Selbst im heutigen 21. Jahrhundert gibt es kein einheitlich vorherrsche ndes Frauenbild, sondern eine Vielzahl von Meinungen und Sichtweisen, die teilweise mit-einander, aber auch gegeneinander existieren. Das umfassende Frauenbild des Frühmittelalters zu erforschen und zu belegen dürfte meines Erachtens unmöglich sein, da die Quellen sehr verschiedene Frauenrollen aufzeigen. Demnach gab es sowohl Frauen, die gänzlich ihren Männern untergeordnet und hörig waren, als auch solche, die ihre Wünsche durchsetzten.
Um den Forschungsstand zu verdeutlichen wird zunächst auf die Frauen- und Geschlechtergeschichte eingegangen, die sich hauptsächlich mit diesem Thema befasst. Im Anschluss daran wird der Pactus legis Salicae genau untersucht, um die Stellung und den Wert der Frauen in dieser Gesetzessammlung und somit in der damaligen Gesellschaft zu ermitteln. Dabei basiert diese Arbeit hauptsächlich auf der Edition des Pactus legis Salicae von Karl August Eckhardt, die viele verschiedene Handschriften berücksichtigt. 1 Die Quellenlage zum Thema des Frauenbildes im 6. Jahrhundert ist problematisch, da die Zeugnisse nur sehr verstreut auftreten und kaum Informationen über Frauen um ihres Geschlechts willen enthalten. Die Quellena ussagen bedürfen deshalb ständig der Interpretation, bei der die damaligen Werturteile und das damalige Bewusstsein nie außer Acht gelassen werden dürfen. 2
Das Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, dass Frauen im frühen Mittelalter nicht als wertlose und überflüssige Wesen galten, sondern durchaus schutzbedürftig waren, da sie für gewisse Aufgaben unersetzlich waren. Um zu diesem Schluss zu kommen ist es wichtig, dass man heutige Sichtweisen und eigene ethische und moralische Vorstellungen in den Hintergrund stellt. Sie behindern das Verständnis der damaligen Verhältnisse und verwehren einem somit einen möglichst tiefen Einblick in den Sachverhalt. 3 In dieser Arbeit soll anhand des Pactus legis Salicae der Wert einer Frau bei
1 Die Gesetze des Merowingerreiches 481-714. Pactus legis Salicae: Recensiones Merovingicae, hg. v. Karl August Eckhardt (Germanenrechte. Texte und Übersetzungen 1), 2. Bearbeitung, Göttingen, Berlin, Frankfurt 1955.
2 Goetz, Hans-Werner: Frauen im frühen Mittelalter. Frauenbild und Frauenleben im Frankenreich, Weimar, Köln, Wien 1995, S. 397.
3 Affeldt, Werner, Reiter, Sabine: Die Historiae Gregors von Tours als Quelle für die Lebenssituation von Frauen im Frankenreich des sechsten Jahrhunderts, in: Frauen in der Geschichte VII. Interdisziplinäre Studien zur Geschichte der Frauen im Frühmittelalter. Methoden - Probleme - Ergebnisse, hg. v. Werner Affeldt, Annette Kuhn (Geschichtsdidaktik. Studien-Materialien 39), Düsseldorf 1986, S. 197.
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den Merowingern des 6. Jahrhunderts herausgearbeitet und daraus ein eingeschränktes Frauenbild im Spiegel der Merowingergesetze gezeichnet werden.
2. Frauen- und Geschlechtergeschichte
Die Frauen- und die Geschlechtergeschichte sind relativ junge Bereiche der Geschicht swissenschaft. Dies liegt zum Einen daran, dass weit weniger schriftliche Que llen von Frauen überliefert sind als solche von Männern, aber auch daran, dass man(n) Jahrhunderte lang glaubte, nur Männer seien maßgeblich an der Geschichte beteiligt. Gerade das frühe Mittelalter betreffend ist die Frauengeschichte mehr Teil der Alltags- und Kirchengeschichte als der politischen Geschichte. Zwar gibt es Viten von weiblichen Heiligen und Königinnen, auch werden Nonnen und vereinzelt gewöhnliche Frauen erwähnt, jedoch liegt dabei das Hauptaugenmerk weniger auf ihnen als Frau, denn als Heilige, Königin, Nonne, Arbeiterin oder ‚Gebärmaschine ’. 4 Die Aufgabe der Frauengeschichte ist nun das Herausfiltern von relevanten Informationen aus den vorliegenden Que llen und deren Interpretatio n in Hinsicht auf den Alltag, den Wert, die Freiheiten, die Selbstbestimmung und das Selbstbewusstsein von Frauen im frühen Mittelalter. Besonders schwierig ist dabei, dass aus heutiger Sicht selbst die selbstbewussteste und freieste frühmittelalterliche Frau unterdrückt und unmündig erscheint, weil man dazu neigt sein „neuhistorisches Denken“ auf diese gänzlich andere Zeit zu übertragen. 5 Historiker, die diese Schwierigkeit verstanden haben, können viel unbefangener forschen und somit auch die Vorteile der frühmittelalterlichen Frauen aufzeigen. Gerade in den letzten zehn bis fünfundzwanzig Jahren haben sich Geschichtswissenschaftler vermehrt mit der frühmittelalterlichen Frauen- und Geschlechtergeschichte befasst und somit dazu beigetragen, dass das Bild von der vollkommen unterdrückten, handlungsunfähigen Frau etwas entzerrt wurde. 6 Das bedeu-
4 Goetz,Hans-Werner: Frauen im Früh- und Hochmittelalter. Ergebnisse der Forschung, in: Lustgarten und Dämonenpein. Konzepte von Weiblichkeit in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. v. Annette Kuhn, Bea Lundt, Dortmund 1997, S. 21.
5 Kammeier-Nebel, Andrea: Empfängnisverhütung, Abtreibung, Kindestötung und Aussetzung im frühen Mittelalter, in: Frauen in der Geschichte VII. Interdisziplinäre Studien zur Geschichte der Frauen im Frühmittelalter. Methoden - Probleme - Ergebnisse, hg. v. Werner Affeldt, Annette Kuhn (Geschichtsdidaktik. Studien-Materialien 39), Düsseldorf 1986, S. 197.
6 Hier sind besonders zu nennen: Wemple, Suzanne Fonay: Frauen im frühen Mittelalter, in: Geschichte der Frauen im Occident, hg. v. Christiane Klapisch-Zuber, Frankfurt am Main 1997, S. 185-211, Goetz: Frauen im frühen Mittelalter; Affeldt, Werner, Reiter, Sabine: Die Historiae Gregors von Tours als Quelle für die Lebenssituation von Frauen im Frankenreich des sechsten Jahrhunderts, in: Frauen in der Geschichte VII. Interdisziplinäre Studien zur Geschichte der Frauen im Frühmittelalter. Methoden
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Arbeit zitieren:
Kirsten Nath, 2005, Das Frauenbild im Spiegel des Pactus legis Salicae. Eine Untersuchung über den Wert der Frau in den Gesetzen der Merowinger, München, GRIN Verlag GmbH
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