Inhaltsverzeichnis:
1. Einle itung 2
2. Die Lichtwarkschule in Hamburg. 3
3. Die Organisation des Unterrichts (Heinrich Landahl) 3
4. Der geglückte Versuch zwischen Anpassung und Reform 8
Quellen - und Literaturverzeic hnis 11
1
1. Einleitung
Der Weimarer Schulkompromiss 1920 verhinderte das von den Reformpädagogen erhoffte Einheitsschulwesen: Das Zentrum bestand auf Bekenntnisschulen, während die SPD bekenntnislose Schulen forderte. Das Ergebnis war ein Nebeneinander von Gemeinschafts-, Bekenntnis- und weltlichen Schulen. 1 Die für alle Kinder gemeinsame Grundschule wurde zwar beschlossen, aber auf 4 Jahre begrenzt. Da Artikel 174 besagte, dass bis zum Erlass eines Reichsgesetzes die bestehende Recht slage in Kraft bleibe, blieb die Schul- und Unterrichtsorganisation in den meisten Fällen so wie sie im Kaiserreich gewesen war. 2
Die Ausnahme bildeten die von Reformpädagogen ins Leben gerufenen Versuchsschulen. Ihre Grundsätze waren Koedukation, Verzicht auf Prügelstrafe und die Einführung von Gesamtunterricht und ganzheitliche m Lernen. Versuchsschulen waren nicht an Lehrpläne gebunden, durften ihr Kollegium frei wählen und durften auch Schüler, die außerhalb ihres Bezirks wohnten, aufnehmen. 3 Die Eingliederung in das bestehende Schulsystem war nicht einfach und nur durch eine g ewisse Anpassung möglich. Das Beispiel der Lichtwarkschule zeigt jedoch, dass die Anpassung nicht zum Nachteil für das Schulleben und die Schüler sein mus ste. Gerade in einer Großstadt ist es wichtig, dass sich alle Schulen zumindest grob einem Sys tem anpassen um Schulwechsel nicht unmöglich zu machen, aber auch, damit die Schüler untereinander zu Recht kommen und sich im späteren Berufsleben keine aus der Schulbildung resultierenden Probleme ergeben.
Nachfolgend soll die Organisation des Unterrichts an der Lichtwarkschule genauer untersucht werden, besonders im Hinblick auf die Anpassung und Einpassung der Lichtwarkschule in das hamburgische Schulsystem. Als Quelle dient dazu ein 1929 publizierter Aufsatz von Heinrich Landahl, dem Schulleiter der Lichtwarkschule.
1 Herrmann, Ulrich (Hg.): „Neue Erziehung“ - „Neue Menschen“. Ansätze zur Erziehungs- und Bil-
dungsreform in Deutschland zwischen Kaiserreich und Diktatur, Weinheim, Basel 1987, S. 20.
2 http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/verfassung/index.html , 22.7.2004.
3 Lehberger, Reiner: „Schule als Lebensstätte der Jugend“. Die Hamburger Versuchs- und Gemein-
schaftsschulen in der Weimarer Republik, in: Amlung, Ullrich et al. (Hg.): „Die alte Schule überwinden“.
Reformpädagogische Versuchsschulen zwischen Kaiserreich und Nationalsozialis mus, Bd. 15, Frankfurt
am Main 1993, S. 35.
2
2. Die Lichtwarkschule in Hamburg
Die Lichtwarkschule wurde 1920/21 gegründet. Sie war die einzige Versuchsschule des höheren Schulwesens in Hamburg, auch landesweit gab es nur sehr wenige ihrer Art. 4 Hervorgegangen aus der Realschule Winterhude (1914 gegründet), war die Lichtwarkschule zunächst eine Jungenschule, deren relativ junges Kollegium zusammen mit der Elternschaft beschloss eine Versuchsschule zu gründen. Den Namen ‚Lichtwarkschule’ erhielt die Schule auf Antrag des Lehrkörpers am 02.02.1921. Alfred Lichtwark (1852-1914), der ehemalige Direktor der Kunsthalle, war Initiator der Kunsterziehungsbewegung und ein Kritiker einer einseitig auf den Intellekt fixierten schulischen Erziehung gewesen. 5 Da die Schule bis 1925 kein eigenes Gebäude hatte, musste der Unterricht in anderen Schulen, darunter auch in Baracken im Hinterhof des Johanneums stattfinden, die von Schülern und Lehrern künstlerisch dekoriert wurden. Georg Jäger, der damalige Schulleiter, war sogar der Meinung, dass die kleinen, fla chen Baracken für die Schüler als Ort des Lernens viel geeigneter seien als die großen, schönen Schulgebäude, die mit ihren dicken Mauern mehr an Klö ster erinne rten. 6
Als 1925 das neue Gebäude am Stadtpark bezogen wurde, waren auch die räumlichen Bedingungen für den kunsterzieherischen und arbeitsunterrichtlichen Schwerpunkt der Schule gegeben. 7 Durch den Sparzwang konnten keine reformpädagogischen Ideen am Bau selber verwirklicht werden, sodass das Gebäude sich nicht wesentlich von anderen Schulen unterscheidet. Das besondere pädagogische Profil der Lichtwarkschule und ihre Einzigartigkeit im höheren Schulwesen lockten dennoch Schüler und seit dem Umzug auch zu fast gleich hohem Anteil Schülerinnen aus dem gesamten Stadtgebiet. 8
3. Die Organisation des Unterrichts (Heinrich Landahl)
Die vorliegende Quelle Die Organisation des Unterrichts ist ein Aufsatz aus dem Buch Die Lichtwarkschule in Hamburg: Beiträge zur Grundlegung und Berichte 1928. Es ist 1929 in Hamburg erschienen und in der Staats- und Universitätsbibliothek Ham-
4 Schmitt,Hanno: Topografie der Reformschulen in der Weimarer Republik. Perspektiven ihrer Erfor-
schung, in: Amlung, Ullrich et al. (Hg.): „Die alte Schule überwinden“. Reformpädagogische Versuchs-
schulen zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, Bd. 15, Frankfurt am Main 1993, S. 18.
5 Lehberger, Reiner: Die Lichtwarkschule in Hamburg. Hamburg 1996, S. 5.
6 Wendt, Joachim: Die Lichtwarkschule in Hamburg (1921-1937). Eine Stätte der Reform des höheren
Schulwesens. Hamburg 2000, S. 71.
7 Ebda., S. 88.
8 Lehberger, 1996, S. 9.
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Arbeit zitieren:
Kirsten Nath, 2004, Zwischen Anpassung und Reform. Die Schulorganisation der Lichtwarkschule in Hamburg (1921-1937), München, GRIN Verlag GmbH
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