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G.E. Lessings "Nathan der Weise"

Titel: G.E. Lessings "Nathan der Weise"

Hausarbeit , 1998 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Eleni Stefanidou (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„...der rechte Ring besitzt die Wunderkraft beliebt zu machen. Vor Gott und den Menschen angenehm.“ So heißt es in der Ringparabel, die Nathan dem Sultan Saladin erzählt. Nathan selbst besitzt zwar nicht diesen Ring, aber seine Weisheit verleiht ihm die Kraft, vor Gott und den Menschen angenehm zu sein. Denn er tritt seinen Mitmenschen vollkommen vorurteilsfrei gegenüber. Seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1779 gilt somit Lessings dramatisches Gedicht „Nathan der Weise“ als Plädoyer für Toleranz und Humanität. Der Anlaß dazu war der Fragmentenstreit mit dem Hamburger Hauptpastor Goeze, der sich schließlich so zuspitzte, daß Mitte1778 Lessing die Zensurfreiheit entzogen wurde. Um weiterhin seine aufklärerischen Gedanken überzeugend transportieren zu können, schuf Lessing mit „Nathan dem Weisen“ einen erzieherischen Charakter, welcher hier näher betrachtet werden soll. Nathan ist ein jüdischer Kaufmann, der mit seiner Adoptivtochter Recha und deren christlicher Gesellschafterin Daja im Jerusalem des 12. Jahrhunderts lebt. Es ist also das Zeitalter der Kreuzzüge, welche von der Intoleranz der Religionen gegeneinander zeugen. In Jerusalem, wo die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam aufeinandertreffen, schafft Nathan es durch seine Weisheit, Vertreter der Religionen zu Menschen zu erziehen.

Hier soll zunächst dargestellt werden, welche besonderen Eigenschaften diese Weisheit ausmachen, die dem Stück seinen heiteren und optimistischen Grundton verleiht und ein tragisches Ende der Verwicklungen verhindert. Gegenstand einer näheren Untersuchung soll aber vor allem eine bestimmte Fähigkeit Nathans sein. Als Erzieher wendet Nathan nämlich eine besondere Technik an. In Dialogen gibt er seinen Gesprächspartnern Denkanstöße, die zu vernünftiger Einsicht führen - sofern eine Bereitschaft oder Fähigkeit zum Dialog besteht. Diese geht dann einher mit der Bereitschaft zu menschlichem Handeln. In Gegenüberstellung zu den anderen Figuren des Dramas soll dabei mit Hilfe einer Rangordnung auch Nathans innere Überlegenheit verdeutlicht werden, denn er steht in der Fähigkeit zum Dialog und in Humanität allen als Vorbild voran. Besonders interessant wird es sein zu sehen, wie genau er erreicht, zwei ihm eher feindlich gesinnte Personen, Saladin und den Tempelherrn, zu seinen Freunden zu machen. Dies wird anhand der Analyse der Szenen II,5 und III,7 dargelegt werden. Das Augenmerk soll dabei in erster Linie auf Nathans Taktik und argumentatives Vorgehen liegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nathans Weisheit

2.1 Toleranz, Menschenkenntnis und Wohltätigkeit Nathans

2.2 Judentum und Vorsehungsglaube

2.2.1 Der Name „Nathan“

3. Nathans Überlegenheit in Humanität und Dialog

3.1 Der Patriarch

3.2 Daja und Recha

3.3 Al-Hafi und der Klosterbruder

3.4 Der Tempelherr

3.5 Sittah

3.6 Saladin

4. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur Nathans in Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“ als erzieherischen Charakter, der durch seine Weisheit, Toleranz und rhetorische Überlegenheit im Dialog zwischen den drei Weltreligionen vermittelt. Im Zentrum steht die Analyse seiner Taktik, mit der er feindlich gesinnte oder festgefahrene Charaktere wie Saladin und den Tempelherrn zur vernünftigen Einsicht und menschlichem Handeln führt.

  • Die Funktion von Nathans Weisheit und Menschenkenntnis.
  • Die Bedeutung von Vorsehungsglaube und Toleranz.
  • Methoden der argumentativen Überlegenheit und Gesprächsführung.
  • Die Erziehung der anderen Charaktere zur Humanität.
  • Gegenüberstellung von Nathans Vorbildfunktion zu anderen Figuren.

Auszug aus dem Buch

3.4 Der Tempelherr

Der Tempelherr ist ein leidenschaftlicher und daher wechselhafter Charakter, dessen Entwicklung durch das gesamte Drama zu verfolgen ist. Am Ende nimmt er eine sehr hohe Position in der Rangordnung der Humanität ein. Den Anstoß zu dieser Entwicklung gibt Nathan, der es mit Geduld und Geschick versteht, den anfänglichen Widerstand des Tempelherrn gegen jedes Gespräch zu überwinden.

Seine Kühnheit und sein Temperament verleiten den Tempelherrn dazu, einem ersten Impuls folgend, Recha aus dem brennenden Haus zu retten. Doch danach zeigt er sich stolz und unnahbar und will keinen Dank für eine unbedachte Handlung empfangen. Ein Grund dafür sind auch die Vorurteile, die er Andersgläubigen gegenüber hegt.

Bei der ersten Begegnung mit Nathan wird aber das Fundament für eine andere, eine menschliche Denkweise des Tempelherrn gelegt, sowie die rhetorische Überlegenheit Nathans besonders deutlich herausgestellt.

Zu Beginn der Szene II,5 findet sich Nathan im Vorteil, in seinem Gegenüber bekannte Verhaltensweisen zu entdecken. Außerdem kann er ihn auf Grund seiner Menschenkenntnis gut einschätzen. Die gute Tat des Tempelherrn spricht für sich, seine trotzige Haltung sieht Nathan bloß als harte Schale für den guten Kern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Werks und Darlegung der Zielsetzung, Nathan als erzieherischen Charakter zu analysieren.

2. Nathans Weisheit: Untersuchung von Nathans Charakteristika, insbesondere seiner Toleranz, Menschenkenntnis und seines Vorsehungsglaubens.

3. Nathans Überlegenheit in Humanität und Dialog: Analyse der Interaktionen Nathans mit anderen Figuren, bei denen er seine rhetorische und humane Überlegenheit zur Erziehung einsetzt.

4. Schluß: Zusammenfassende Betrachtung von „Nathan der Weise“ als Aufklärungsdrama, das durch Nathan die Ideale von Toleranz und Humanität propagiert.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Aufklärung, Toleranz, Humanität, Dialog, Ringparabel, Vorsehungsglaube, Menschenkenntnis, Erziehung, Vernunft, Religionsgeschichte, Saladin, Tempelherr.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert G.E. Lessings Drama „Nathan der Weise“ im Hinblick auf Nathans Weisheit und seine Rolle als Erzieher zur Humanität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Toleranzgedanke der Aufklärung, die Bedeutung des Dialogs, der Vorsehungsglaube und der Abbau religiöser Vorurteile.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Nathan durch geschickte Gesprächsführung und humane Überlegenheit seine Mitmenschen zu einem vernünftigen und toleranten Verhalten erzieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Szenen des Dramas untersucht und in den Kontext der Forschungsliteratur einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Charakterstufen in Bezug auf ihre Dialogfähigkeit sowie Nathans spezifische Strategien gegenüber Figuren wie dem Patriarchen, Daja, dem Tempelherrn und Saladin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Nathan, Toleranz, Aufklärung, Humanität, Dialog, Vorsehungsglaube und Erziehung.

Warum weicht Nathan einer Begegnung mit dem Patriarchen aus?

Nathan meidet den Patriarchen, weil dieser als dogmatischer und intoleranter Fanatiker keine Bereitschaft zu einem menschlichen Dialog zeigt und Nathan realistisch genug ist, ein aussichtsloses Wagnis zu vermeiden.

Wie gelingt es Nathan, Saladin zu überzeugen?

Indem er keine direkte Antwort auf die Frage nach der wahren Religion gibt, sondern die Ringparabel erzählt und an Saladins Familiensinn appelliert, wodurch dieser seine Unzulänglichkeit erkennt und sich als Mensch für Freundschaft öffnet.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
G.E. Lessings "Nathan der Weise"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Eleni Stefanidou (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
16
Katalognummer
V45283
ISBN (eBook)
9783638427142
ISBN (Buch)
9783640459599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lessings Nathan Weise Thema Nathan der Weise Aufklärung Juden Jude Religion Islam Judentum Christentum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eleni Stefanidou (Autor:in), 1998, G.E. Lessings "Nathan der Weise", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45283
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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