Inhaltsverzeichnis:
Die Leistungsmessung:
Funktionen des Zeugnisses
1. Disziplinierungs Motivierungsfunktion
2. Auslese und Berechtigungsfunktion
3. Informations Orientierungs und Berichtsfunktion
Gütekriterien einer Messung
1. Validität
2. Reliabilität
3. Objektivität
Die Leistungsbeurteilung
Leistungsbewertung
1. Sachnorm
2. Sozialnorm
3. Individualnorm
Der pädagogische Leistungsbegriff
1. Der individuelle Lernfortschritt
2. Die soziale Dimension des Lernens
3. Ermutigen und Fördern
Zeugnisarten
Literaturverzeichnis
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Das Kind erfährt durch eine schlechte Bewertung seiner Leistung in der Schule Konsequenzen, die von Nichtversetzung über Versetzung in Sonderschulen bis hin zu Rückstufung in die Vorschule reichen. Durch gute Noten bekommt das Kind Anerkennung und Ermunterung, was oft auch durch Geldgeschenke durch Eltern und Bekannte noch verstärkt wird. Das Kind wird durch die Notengebung folglich extrinsisch motiviert, also durch äußere Anreize zum Lernen gebracht, nicht aber, wie es optimalerweise sein sollte, durch den Spaß am Lernen und am Lernstoff selber.
Die Auslese- und Berechtigungsfunktion meint, dass über das Zeugnis eine Auswahl innerhalb einer Klasse getroffen wird. Es wird über die Noten selektiert, welches Kind in der Klasse bleiben darf, welches eventuell eine Klasse überspringt oder wiederholen muss. Auch wird anhand der Zensur ermittelt, ob ein Kind auf eine Sonderschule überwiesen wird, oder welche Schulform es nach der dritten Klasse besuchen kann.
Die weiterführenden Schulen haben anhand der ihnen vorliegenden Zeugnisse festzulegen, welcher Schüler zu ihnen passt und welcher nicht. Dabei müssen sie Zeugnisse und Noten von Schülern unterschiedlicher Klassen und Schulen miteina nder vergleichen. Das setzt voraus, dass Noten im gleichen Fach, aber von verschiedenen Schulen und Lehrern, vergleichbar sein müssen. Die schulische Leistung, von der KMK als „Erfüllung von Anforderungen“ definiert“ muss also einheitlich gemessen und nach allgemeingültigen Maßstäben bewertet werden. Bei wissenschaftlichen Erhebungen gibt es Maßstäbe für Messungen, die sogenannten Gütekriterien. Diese gelten auch bei der Leistungsmessung, die als die „Messung der
Erfüllung von Anforderungen durch Anlegen eines Maßes“ definiert ist. Sie umfassen Validität, Reliabilität und Objektivität.
Validität beinhaltet das Prinzip der Gültigkeit, das heißt, dass der Test auch nur das testen darf, was er auch vorgibt zu testen. Im Schulalltag heißt das, dass in Leistungs überprüfungen, egal ob schriftlich, mündlich oder praktisch, nur Inhalte, die im Unterricht behandelt wurden und dem Kind somit bekannt sind, abgefragt werden dürfen. So kann der Lehrer zwei Schülern bei einer Leistungsüberprüfung im Weitsprung nicht den Anlauf des Sprungs in die Wertung miteinbeziehen, wenn im Unterricht vorher nur der Absprung geübt wurde.
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Die Reliabilität bestimmt, dass die Leistungsmessung zuverlässig sein muss. Ein Instrument misst zuverlässig, wenn bei wiederholter Messung der gleichen Leistung unter denselben Bedingungen das gleiche Ergebnis vorliegt. Für den Lehrer bedeutet dies, dass er bei einer Leistungserhebung im Sprint nicht die Sekunden selber zählen darf anstatt eine Stoppuhr zu benutzen, oder dass er nicht zwei Läufe im Freien miteinander vergleicht, wobei einer im Regen auf nassem Untergrund stattgefunden hat.
Als letztes Kriterium ist noch die Objektivität zu nennen. Dieses besagt, dass das Ergebnis einer Leistungsmessung von der Person des Messenden unabhängig sein muss.
Durch diese Gütekriterien, die wissenschaftlichen Tests zugrunde liegen, wird garantiert, dass Ergebnisse von Messungen nicht willkürlich und zufällig entstanden sind und deshalb auch untereinander verglichen werden können.
Diese Vergleichbarkeit ist nicht nur wichtig, damit Schüler untereinander ihre Leistungen vergleichen können, sondern auch spätestens für die weiterführenden Schulen, die Grundschüler nach der vierten Klasse übernehmen. Um eine Auswahl treffen zu können, werden hierzu die Noten auf den Zeugnissen miteinander verglichen. Aus dieser Sicht ist es verständlich zu prüfen, ob diese Noten auch die Gütekriterien erfüllen und somit als Vergleichsgröße den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen.
Die Leistungsmessung findet im Fach Sport a ber sehr weitläufige und facettenreiche Bedingungen, die die Erfüllung dieses Anspruchs erschweren, was hauptsächlich durch die Vielzahl und Vielfältigkeit der Lernbereiche bedingt ist.
Bei einigen kann die Leistungsmessung ohne weitere Probleme durchgeführt werden, wie etwa in der Leichtathletik. Der Lehrer kann erzielte Weiten, Höhen oder Zeiten ganz einfach in Zentimetern, Metern, Sekunden und Minuten festhalten. Bei diesen Sportarten können die Gütekriterien ziemlich einfach eingehalten werden. Auch die Kriterien, was genau gemessen werden soll, sind durch Hilfsmittel unterstützt und festgelegt. So können Leistungsbögen aus der Leichtathletik verwendet werden, um die Leistungsmessung zu vereinfachen.
Doch der Schulsport umfasst auch Inhaltsbereiche, die zwar messbare Inhalte besitzen, diese aber schwer zu erfassen sind. Dazu gehört unter anderem auch das Geräteturnen. Hier gibt es zwar auch von Vereinen und Verbänden Tabellen und Tests zur Leistungsmessung, diese im Unterricht aber unverändert zu verwenden ist ziemlich problematisch, da die motorischen Voraussetzungen und der Könnensstand der Schüler in einer GS nicht auf dem Leistungssportniveau eines Vereinsturners sind.
Doch auch wenn so eine modifizierte Hilfe zur Leistungsmessung verwendet wird, bleibt die Leistungsmessung im Turnen problematisch. Da die Bewegungen im Turnen meistens von
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Marco Niehaus, 2003, Leistungsmessung und -bewertung in der Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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