Universität Karlsruhe (TH), Institut für Geschichte
HS: Protagonisten moderner Geschichtswissenschaft
9. Hochschulsemester
Bernhard Groethuysen:
„Philosophie der Französischen Revolution“
von: Meike Seiffert
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung S. 1
II. Biographie Bernhard Groethuysen S. 3
III. „Philosophie der Französischen Revolution“ S. 6
1.) Aufbau des Werkes S. 6
2.) Das Werk selbst S. 7
IV. Wilhelm Dilthey als Groethuysens „geistiger Vater“ und sein Einfluss auf das Werk „Philosophie der Französischen Revolution“ S. 13
V. Schlussbemerkungen und Rezeption Bernhard Groethuysens S. 16
Literaturverzeichnis S.18
I. Einleitung
Mit seinem Tod am 17. September 1946 hinterlässt Bernhard Groethuysen eine weit gefächerte geistige Arbeit als Historiker, Übersetzer, Philosoph, Soziologe und Literaturkritiker. Er war sehr vielseitig, in jeglicher Hinsicht. Von seinen Freunden wird er als „philosophischer Vagabund, Grenzgänger zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Geist und Geschichte, Bohemien und Ideenkünstler“1 beschrieben. In der vorliegenden Arbeit wird Bernhard Groethuysens Werk „Philosophie der Französischen Revolution“2 vorgestellt und anhand dessen sein methodisch-historischer Ansatzes aufgezeigt. Der Schwerpunkt hierbei wird auf den ersten Teil des Werkes, die philosophischen Grundlagen der Aufklärung und ihrer Umsetzung in der Gesellschaft zu Zeiten der aufkommenden Französischen Revolution gelegt. Wichtig zu erwähnen ist dabei der erhebliche geistige Einfluss Wilhelm Diltheys3 auf Groethuysens geschichtswissenschaftliche Arbeit.
Im zweiten Teil der Arbeit wird deshalb Wilhelm Dilthey als Groethuysens „geistiger Vater“ vorgestellt, seine grundlegenden Ansätze der modernen Geschichtswissenschaft erläutert und der Bezug zum Werk „Philosophie der Französischen Revolution“4dargelegt. Als Arbeitsgrundlage sind hauptsächlich die Bücher „Philosophie der Französischen Revolution“5 und „Zwischen Berlin und Paris: Bernhard Groethuysen (1880-1946)“ 6 zu nennen. Das zweite genannte Buch ist die intellektuelle Biographie Groethuysens, die nicht nur einen hervorragenden Einblick in sein bewegtes Leben gibt, sondern auch seine geisteswissenschaftlichen Arbeitsansätze beleuchtet.
Zudem wird die schwierige, für Groethuysen aber wichtige Beziehung des geistig-kulturellen Lebens zwischen Frankreich und Deutschland aufgezeigt, der sich Groethuysen bis an sein Lebensende als Vermittler zwischen den Kulturen gewidmet hat. Zum besseren Verständnis von Groethuysens Arbeit dient das Werk „Deutsche Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert“7, in dem ausführlich Wilhelm Dilthey und sein Ansatz zur modernen Geschichtswissenschaft verständlich vorgestellt wird. Zudem werden weitere, die Geschichtswissenschaft prägende Historiker, wie Leopold von Ranke, Theodor Mommsen oder Heinrich von Sybel erwähnt. Ergänzend hierzu steht das Werk „Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften“8 von Wilhelm Dilthey selbst, das seine geschichtswissenschaftlichen Theorien ausführlich veranschaulicht.
II. Biographie Bernhard Groethuysen
Bernhard Groethuysen wird am 9. Januar 1880 als zweites von fünf Kindern in Berlin geboren. Sein Vater, Philipp Groethuysen, Arzt und Sanitätsrat, stammt aus einer kleinstädtischen, bürgerlichen Familie vom Niederrhein, seine Mutter, Olga Groethuysen, geborene Goloff, ist die Tochter eines einflussreichen russischen Einwanderers. Fünf Jahre nach der Geburt Bernhard Groethuysens zieht die Familie nach Baden-Baden, da der Vater psychisch erkrankt und in einem Sanatorium betreut werden muss. Er verbringt dort sein gesamtes Leben, sodass Bernhard mehr oder weniger ohne seinen Vater aufwächst. Seine Schulzeit verbringt er in Baden-Baden, besteht im Sommer 1898 erfolgreich das Abitur am Großherzoglichen Gymnasium Baden und verlässt dann zu Beginn seines Studiums das sein Elternhaus.
In Wien beginnt er im Wintersemester 1898/99 das Studium der Philosophie, wechselt dann aber ein Jahr später an die Königliche Friedrich – Wilhelms – Universität zu Berlin. Er besucht hauptsächlich Vorlesungen der Philosophie und Soziologie, interessiert sich aber zugleich auch für Nationalökonomie und Psychologie. Zum Wintersemester 1900/1901 geht er für ein Jahr nach München und setzt dort sein Studium fort. Zusätzlich studiert er dort noch Kunstgeschichte. Zum Wintersemester 1901/02 kehrt er nach Berlin zurück, wo er erstmals auf Wilhelm Dithey trifft, dessen methodischer Arbeitsansatz und wissenschaftliches Denken ihn ein Leben lang begleiten und beeinflussen werden. Im Sommer 1903 beendet er sein Studium, beginnt aber sofort mit seiner Dissertation aus dem Themenbereich der Psychologie. 1904 besteht er die letzte Prüfung und wird für seine Arbeit „Das Mitgefühl“ von der Philosophischen Fakultät mit summa cum laude promoviert. Wilhelm Dilthey ist Zweitprüfer seiner Dissertation. In den folgenden Jahren rezensiert er verschiedene Neuerscheinungen für die Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane, die von seinem Doktorvater Carl Stumpf herausgegeben wird, wendet sich aber immer mehr philosophiehistorischen Fragestellungen und Themen zu. Im Winter 1903/1904 bekommt Groethuysen die Möglichkeit an einer geplanten Gesamtausgabe der Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz mitzuarbeiten. Dieses Forschungsprojekt war als Kooperation zwischen der Preußischen Akademie der Wissenschaften und zwei französischen Akademien in Paris vereinbart worden.
[...]
1 Große Kracht, Klaus: „Zwischen Berlin und Paris: Bernhard Groethuysen (1880-1946)“, Tübingen 2002, S. 4.
2 Groethuysen, Bernhard: „Philosophie der Französischen Revolution“, Neuwied 1971.
3 Dilthey, Wilhelm (1833-1911), Geschichts- und Kulturphilosoph; Hauptvertreter der Hermeneutik, suchte die methodische und erkenntnistheoretische Selbständigkeit der Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften zu sichern.
4 Groethuysen, Bernhard: „Philosophie der Französischen Revolution“, Neuwied 1971.
5 ebd.
6 Große Kracht, Klaus: „Zwischen Berlin und Paris: Bernhard Groethuysen (1880-1946)“, Tübingen 2002.
7 Kornbichler, Thomas: „Deutsche Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert“, Pfaffenweiler 1984.
8 Dilthey, Wilhelm: „Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften“, Frankfurt am Main, 1970.
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Meike Seiffert, 2004, Bernhard Groethuysen: 'Philosophie der Französischen Revolution', Munich, GRIN Publishing GmbH
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