*/,('(581* 1. Erkenntnisinteresse und These 2
2. Ökonomische Begründung des Freihandels 2
2.1 Die Außenhandelstheorie Ricardos 2
2.2 Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse 3
3. Prinzipien und Funktionsweise der WTO 4
3.1 Motivation und Ziele des GATT 4
3.2 Prinzipien der WTO für weltweiten Freihandel 5
3.2.1 Meistbegünstigung 5
3.2.2 Inländerprinzip 6
3.2.3. Reziprozität 6
3.2.4 Förderung der Entwicklungsländer 7
3.2.5 Förderung des Umweltschutzes 7
4. Die weltwirtschaftliche Realität 8
4.1 Kritik der liberalen Theorie 8
4.2 Juristische Probleme des GATT 8
4.3 Staatsdirigismus bei Ökonomien in Transformation 9
4.4 Handelsinteressen der USA 9
4.5 Der Protektionismus der EU und Südostasiens 10
4.6 Von der WTO selbst legalisierter Protektionismus 10
4.7 Diskriminierung der Entwicklungsländer 11
4.8 Handel mit Dienstleistungen und E-Commerce 12
5. Fazit und Ausblick 13
5.1 Ablehnung der These 13
5.2 Ausblick: Reformbedürftigkeit der WTO 13
Literaturverzeichnis
1
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Die WTO steht vor einer neuen großen Handelsrunde. Die Ministerkonferenz in Qatar im November 2001 bildete den Auftakt hierzu. Bei einer näheren Betrachtung der WTO sticht jedoch die Diskrepanz der liberalen Freihandelstheorie einerseits und der weltwirtschaftlichen Realität andererseits ins Auge.
Arbeit und Funktionsweise der WTO können unter vielfältigen Gesichtspunkten betrachtet werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Schwerpunkt auf der ökonomischen Theorie und Praxis legen. Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liegt darin, ob die WTO tatsächlich dem Freihandel zur Durchsetzung verhelfen kann oder ob nicht die Handelsinteressen einiger weniger Staaten und Zollunionen diesen zu einem legalisierten Protektionismus verfälscht haben. Zur Untersuchung dieser Fragestellung dient die folgende Hypothese: 'LH :72 DOVLQWHUQDWLRQDOH,QVWLWXWLRQHUP|JOLFKWGXUFKLKUH3ULQ]LSLHQ XQG)XQNWLRQVZHLVH UHLEXQJVORVHQZHOWZHLWHQ)UHLKDQGHOXQGHUK|KWVRGLH:RKOIDKUWDOOHU/lQGHU Nach dem formalen Beweis der positiven Wirkungen von Freihandel wird untersucht, inwiefern die WTO-Prinzipien weltweiten Freihandel ermöglichen. Der Vergleich mit der weltwirtschaftlichen Realität wird jedoch die Grenzen dieser Möglichkeiten aufzeigen. Es wird sich letztendlich erweisen, daß die WTO-Prinzipien zwar begrüßenswert sind, international aber aufgrund der Blockadepolitik der großen Handelsnationen und der EU in Wirklichkeit Protektionismus zwischen den USA, der EU und Japan einerseits und dem Rest der Welt andererseits herrscht. Ein abschließender Ausblick zeigt die Reformbedürftigkeit der WTO und Chancen für die Durchsetzung einer Reform auf.
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Der schottische Nationalökonom David Ricardo gilt allgemein als der Schöpfer der klassischen liberalen Freihandelstheorie. Die Kernaussage seines Werkes läßt sich wie folgt darstellen: Wenn zwei Nationen in bezug auf unterschiedliche Güter unterschiedliche Spezialisie-rungsvorteile haben, so ist es sinnvoll, sich auf die alleinige Produktion desjenigen Gutes zu beschränken, bei dem der Spezialisierungsvorteil am größten ist. Das andere Gut hingegen wird gar nicht mehr produziert, sondern aus dem Ausland importiert. Ricardo wählte hierfür das Beispiel der Staaten England und Portugal, die beide Wein und Tuch produzieren können. Allerdings hat England aufgrund seines technologischen Knowhows Spezialisierungsvorteile bei der Produktion von Tuch. Bei Portugal gilt dasselbe Argument in bezug auf Wein.
Obwohl England Wein und Portugal Tuch produzieren könnte, wird England nur Tuch produzieren und Wein importieren; Portugal wiederum wird nur Wein produzieren und Tuch im-portieren. Beide spezialisieren sich also auf das, was sie am besten können. Im freien Handelsverkehr bezahlt England seine Weinimporte mit dem Erlös des Tuches, das nach Portugal exportiert wurde. Portugal bezahlt sein Tuch mit dem Erlös aus den Weinexporten.
2
Das Entscheidende ist, daß dieses System eben kein Nullsummenspiel darstellt, sondern beide Länder durch die Spezialisierung ihre Produktionsfaktoren so effizient wie möglich einsetzen. Dadurch haben am Ende beide Staaten mehr von beiden Gütern, als wenn sie die Güter - und zwar ineffizient - in Autarkie produziert hätten. Dies gilt nicht nur bei absoluten Kostenvorteilen (wie schon Adam Smith gezeigt hatte), sondern auch bei relativen Kostenvorteilen (sog. Ricardianisches Theorem der komparativen Kostenvorteile).
Internationaler Freihandel ist also etwas Wünschenswertes, da niemand dabei etwas verliert, ganz im Gegenteil: Im Land selbst werden die Produzenten die verfügbaren knappen Produk-tionsfaktoren so effizient wie möglich einsetzen, durch die Außenhandelsbilanz erwirtschaftet das Land einen positiven Beitrag zu seinem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Beim dem ausländischen Handelspartner gilt genau dasselbe. Beide haben also ihre Wohlfahrt allein dadurch gesteigert, daß sie miteinander Handel treiben.
Die grundsätzliche Richtigkeit dieser Überlegungen ist kürzlich erneut durch Untersuchungen von Sachs und Warner 1 bestätigt worden: „Entwicklungsländer, die auf Export setzen und ausländisches Kapital anlocken, haben zwischen 1970 und 1990 ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent verzeichnet; ‚geschlossene‘ Länder hingegen nur von 0,7 Prozent.“
Ein extremes Beispiel für die Steigerung der Wohlfahrt eines Landes durch Außenhandel ist Südkorea, das noch 1965 ein Entwicklungsland ohne nennenswerte Industrie war, durch konsequente Marktöffnung und Orientierung am Freihandel allerdings zu einer der führenden Wirtschaftsmächte Südostasiens aufstieg. =|OOHXQGQLFKWWDULIlUH+DQGHOVKHPPQLVVH
Wohlfahrtstheoretisch ist Freihandel immer zu begrüßen, da er die Wohlfahrt sowohl im Inwie im Ausland erhöht und kompetitive Weltmarktpreise sicherstellt. Ein Zoll, gleich welcher Ausgestaltung, wirkt jedoch hemmend auf den freien Handel.
Die ökonomische Wirkungen eines Zolls ist wie folgt: Der durch freien Handel und Wettbewerb aller sich bildende Weltmarktpreis (d.h. der bei internationaler freier Kompetition zu zahlende Preis für ein Gut) ist jetzt nicht mehr identisch mit dem Inlandspreis. Letzterer wird nämlich künstlich nach oben gesetzt durch den Zoll, der an der Landesgrenze auf das Produkt zu zahlen ist. Die Produzenten bezahlen zwar zunächst den Zoll, geben ihre Aufwendungen aber über den Preis des Gutes direkt an den Konsumenten weiter. Der Preis im Inland steigt also um den realen Wert des Zolls. Durch diese Verteuerung werden die Konsumenten weniger vom ausländischen Gut nachfragen, die Importe sinken somit. Die inländischen Produzenten jedoch haben nun einen Wettbewerbsvorteil: Obwohl ihre Produktion längst nicht so effizient ist und sie niemals zu Weltmarktpreisen anbieten könnten, hat der Zoll den Preis für das ausländische Gut so weit erhöht, daß das ineffiziente inländische Produkt für die Konsumenten billiger ist als das ausländische Produkt. Gleichzeitig sind die Importe zurückgegangen. Also werden die inländischen Produzenten mehr produzieren, um den Nachfragerückgang zu kompensieren - obwohl sie diese Produktionsmenge auf dem freien Weltmarkt niemals absetzen könnten! Es kommt also zu einer künstlichen Ausweitung der Produktion und zum Aufbau ineffizienter Überkapazitäten.
1 Zitiert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 28.10.2001, S.38
3
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Marcus Matthias Keupp, 2002, Die WTO - Weltweiter Freihandel oder nationaler Protektionismus?, München, GRIN Verlag GmbH
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