Gliederung
A. Einleitung: Darlegung der Fragestellung und Aufbau der Arbeit
B. Hauptteil: Analyse des Liedes „Mîn herze und mîn lîp die wellent
scheiden “ von Friedrich von Hausen
I. Der Minnesänger Friedrich von Hausen
1. Biographie
2. Sein Werk
II. Mîn herze und mîn lîp die wellent scheiden
1. Der Inhalt
2. Der formale Aufbau
3. Reimform und Metrik
III. Frauendienst und Gottesdienst zur Zeit der Kreuzzüge
1. Der Konflikt zwischen Frauendienst und Gottesdienst
2. Die Trennung von herze und lîp und die Entscheidung für Gott
C. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse
2
A. Einleitung
Mit Friedrich von Hausen begegnet man dem Hauptvertreter der „rheinischen Minnelyrik“. Unter diesem Begriff fasst man eine Gruppe von Sängern zusammen, die geographisch und stilistisch sehr eng zusammengehören. 1 Auch das Lied „ Mîn herze und mîn lîp die wellent scheiden“, das zur Kreuzzugslyrik gehört, wird ihm zugeschrieben.
Dieses wird ziemlich genau vor dem Aufbruch zum 3. Kreuzzug, Friedrichs von Hausen, also auf 1188/1189 datiert.
Somit gehört es unter den zahlreichen Kreuzliedern der mittelhochdeutschen Literatur zu den frühsten. Es vertritt den Typ des Keuzzug-Abschiedliedes, welches den Konflikt zwischen Gottesminne und Frauenminne zum Inhalt hat, besonders deutlich. 2
Im Folgenden wird zunächst eine kurze, urkundlich belegte Biographie Friedrichs von Hausen vorgestellt und sein Werk in der hohen Minne erklärt. Danach folgt eine Analyse des wohl bekanntesten Kreuzzugliedes „Mîn herze und mîn lîp die wellent scheiden“ und abschließend der schon angekündigte Konflikt zwischen Gottesdienst und Frauendienst, der hier sehr deutlich ausgeprägt ist und ein eindeutiges Ende nimmt.
B. Hauptteil
I. Der Minnesänger Friedrich von Hausen
1. Biographie
Der erstmal zwischen 1171 und 1190 urkundlich bezeugte Fridericus de Husen, wird in der Forschung eindeutig mit dem Dichter gleichgesetzt. Hierbei handelt es sich um den Sohn eines homo liber Waltherus de Husen. Die Zeugnisse verweisen auf das rheinpfälzische und das rheinhessische Gebiet. Friedrich tritt zunächst mit seinem Vater gemeinsam in den Urkunden von zwei Bischöfen, 1171 und 1173 in Mainz und Worms, auf.
Alleine erscheint er erst 1175 in einer Urkunde des Erzbischofs von Mainz, die vor Pavia angefertigt wird.
1 Vgl. Bräuer, Rolf: Der Helden Minne, Triuwe und Êre, S. 534
2 Vgl. Bräuer, Rolf: Der Helden Minne, Triuwe und Êre, S. 535
3
Nach einer Lücke von 11 Jahren taucht er 1186 in einer italienischen Urkunde wieder auf.
Die letzten Zeugnisse berichten von seinem Tod während des 3. Kreuzzuges am 6.5.1190 bei Philomelium. Dies geschah wenige Wochen vor dem Tode Friedrichs I. Barbarossa.
Den Zeugnissen nach war Friedrich von Hausen in seinen letzten Jahren ein hoch angesehener Ministeriale des Stauferhofes und reiste mindestens zweimal nach Italien.
Sein Stammsitz ist sehr umstritten, wird aber einig auf das Gebiet zwischen Bingen und Mannheim angesiedelt. 3
2. Sein Werk
Wie schon in der Einleitung erwähnt, gilt Friedrich von Hausen als der Hauptvertreter der rheinischen Minnelyrik.
Er führt jedoch nicht konsequent die heimische Lyrik fort, sondern nimmt auch Elemente der provenzalischen und altfranzösischen Minnelyrik mit auf und schafft durch deren Vereinigung ein durchaus eige nständiges Werk, welches die Entwicklung des mhd. Minnesangs mitprägt. Das Verhältnis zur Frau lässt sich in drei Kategorien einteilen.
Die Werbelieder in der Heimat oder aus der Ferne und die Kreuzzugslieder. 4 Wobei letzteres für die weitere Analyse entscheidend ist. Hier wird der schon angedeutete Konflikt zwischen Frauendienst und Gottesdienst behandelt und eine Entscheidung für eine der beiden Seiten, also für die Liebe zu Gott oder der Frau, dargestellt.
Des Weiteren sind nur diese Kreuzzugslieder einigermaßen sicher zu datieren, da sie wohl in den letzten Lebensjahren des Dichters verfasst wurden. 5 Auf das bekannteste Kreuzzugslied von Friedrich von Hausen wird im Folgenden näher eingegangen und zuletzt eben diese Thematik, die den Konflikts von Frauen- und Gottesdienst, behandelt.
3 Vgl. Wachinger, Burghart: Deutschsprachige Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon,
S. 141-143
4 Vgl. Wachinger, Burghart: Deutschsprachige Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon, S. 145
5 Vgl. Wachinger, Burghart: Deutschsprachige Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon, S. 150
4
Arbeit zitieren:
Christian Lübke, 2005, Friedrich von Hausen - Das Verhältnis von Frauendienst und Gottesdienst, München, GRIN Verlag GmbH
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