Universität Potsdam, Institut für Psychologie
Seminar: Angsttheorien
Angst
von: Heiko Böttcher
0. Einleitung S. 3
1. Begriffsklärung S. 4
1.1 Angst S. 5
1.2 Furcht S. 5
1.3 Ängstlichkeit S. 5
1.4 Stress S. 6
1.5 Phobie S. 6
2. Einordnung der Angst in den Evolutionsprozess S. 6
3. Biologische Grundlagen der Angst S. 8
3.1 Die Biopsychologie der Angstemotion S. 8
3.1.1 Die James-Lange-Theorie S. 8
3.1.2 Die Cannon-Bard-Theorie S. 9
3.2 Neuronale Steuerung von Angstverhalten S. 9
4. Die Messbarkeit der Angst S. 10
4.1 Die physiologische Messung S. 11
4.2 Projektive Tests S. 12
4.3 Fragebogentechniken S. 12
5. Ausgewählte Angsttheorien S. 13
5.1 Die Freudsche Gefahrsignaltheorie S. 13
5.2 Die Angsttheorie der Neo-Freudianer S. 14
5.3 Die Theorie des R. S. Lazarus S. 15
6. Zusammenfassung S. 16
7. Literaturverzeichnis S. 18
0. Einleitung
Die vorliegende Ausarbeitung stellt den Versuch dar, den Phänomenbereich der Angst zu umreißen. Nach der Festlegung der wichtigsten mit ihm verbundenen Begrifflichkeiten, erfolgt eine grobe Einordnung des Angstgeschehens in den Evolutionsprozess, mit einer nachfolgenden Zusammenfassung seiner biologischen und neuronalen Grundlagen. Bevor einige ausgewählte Angsttheorien kurz beleuchtet werden, wird noch die Messbarkeit der Angst thematisiert. Obwohl bis heute für die Angst keine rundum befriedigende Theorie existiert, wird sie aufgrund ihres Machtpotentials recht ungeniert für die verschiedensten Zwecke bedient, wobei oft unwissend in Kauf genommen wird, dass die kurzfristigen Erfolge nicht im Verhältnis zu den unkontrollierbaren Langzeitfolgen stehen. Die Angst verhält sich ähnlich einem scharfgemachten Wachhund, der eine gewisse Zeit beeindruckende Dienste leistet und am Ende die eigenen Kinder beißt.
1. Begriffsklärung
In der Umgangssprache und in der Kunst lassen sich sämtliche mit dem Begriff der Angst verbundenen Assoziationen in diesem einen, oder synonym gebrauchten Wörtern verdichten, so dass seine kommunikative Verwendung dort relativ unmissverständlich möglich ist. Alle vorwissenschaftlichen Versuche, Angst zu definieren, lassen sich in drei Gruppen kategorisieren, die eines gemeinsam haben, nämlich, dass sie den Zustand der Angst nicht definieren:
1. Angstauslöser wie zum Beispiel: „ Angst bekommt man vor…“
2. Angstauswirkungen wie zum Beispiel „ Wenn man Angst hat, bekommt man…“
3. Vergleiche mit anderen Zuständen, die wiederum nur vergleichend beschrieben werden können, wie zum Beispiel: „ Angst ist das Gegenteil von …“
Selbst die Bitte um Präzisierung bringt den Fragenden der Lösung nicht näher. Hugo von Hoffmannsthal ließ 1902 seinen Lord Chandos in einem Brief an den britischen Empiriker Francis Bacon dieses Dilemma mit den Worten beschreiben: „… Es zerfiel mir alles in Teile, die Teile wieder in Teile, und nichts mehr ließ sich mit einem Begriff umspannen. Die einzelnen Worte schwammen um mich, sie gerannen zu Augen, die mich anstarren und in die ich wieder hineinstarren muß…“ (H. v. Hoffmannsthal. S.463). Diese Schwierigkeiten erwachsen aus den untauglichen Versuchen vermittels der Sprache etwas Immaterielles begrifflich festzuhalten, was man aber dem Wortsinn nach nicht festhalten oder begreifen kann. Um sich dem Phänomenbereich der Angst aber wissenschaftlich anzunähern, hypostasiert die Psychologie zweckmäßigerweise Konstrukte, die jedoch niemals dem Anspruch auf Vollständigkeit genügen können, so dass zu jeder theoretischen Betrachtung eine passende operationale Definition der Angst geschaffen werden muss. Obwohl diese nichts anderes als Krücken darstellen, kann man sich mit ihnen einigermaßen sicher in der wissenschaftlichen Landschaft bewegen, so lange man nur nicht von den vorher festgelegten Pfaden abkommt. Selbst in den Naturwissenschaften bedient man sich solcher Hilfsmittel, wie sie zum Beispiel die imaginären Zahlen darstellen und man stellt mit der, mit gedanklicher Logik nicht nachzuvollziehenden Quadratwurzel aus minus eins, die solidesten Berechnungen an, die man in den Bau von Flugzeugen und babylonischen Türmen einfließen lässt. „…In einer solchen Rechnung sind am Anfang ganz solide Zahlen, die Meter oder Gewichte oder irgendetwas anderes Greifbares darstellen können und wenigstens wirkliche Zahlen sind. Am Ende der Rechnung stehen ebensolche […], wie bei einer Brücke von der nur Anfangs- und Endpfeiler vorhanden sind und die man dennoch so sicher überschreitet, als ob sie ganz dastünde…“ (Musil. S. 74)
1.1 Angst
Angst stellt einen „… eher diffusen emotionalen Zustand […], der von erheblichen physiologischen Erscheinungen begleitet ist…“( Wendt. S. 80), dar, die „… ohne erkennbaren Grund bzw. infolge inadäquater Reize ausgelöst und empfunden wird…“ (Pschyrembel. S. 77).
1.2 Furcht
[...]
Arbeit zitieren:
Heiko Böttcher, 2002, Angst - ein Kurzvortrag, München, GRIN Verlag GmbH
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