I
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis II
1 Chancen- und Risikencontrolling als Erfolgsfaktor in projektorientierten
Unternehmungen. 1
2 Begriffliche Grundlagen des Chancen- und Risikencontrolling in Proje kten. 1
2.1 Allgemeine und projektspezifische Definition von Chancen und Ris iken 1
2.2 Charakteristika von Projekten sowie projektspezifisches Chancen- und
Risikencontrolling als integrierte Teildisziplin des Projektmanagement. 3
2.3 Das Vier-Stufen-Modell zur Strukturierung von Chancen und Ris iken 4
3 Prozessablauf eines projektspezifischen Chancen- und Risiken-
contro lling 6
3.1 Phase der Identifikation: Erkennen - Beobachten - Dokumentieren 6
3.2 Phase der Bewertung: Problem der Isolierung und Beme ssung. 7
3.3 Phase der Selektion: Priorisierung anhand parametrischer Grenzwerte 8
3.4 Phase der Steuerung und Überwachung: Auswahl geeigneter
Reaktionsstrategien 9
4 Hinweise zur Ausgestaltung des phasenorientierten Prozesskonze ptes 11
4.1 Instrumentelle Dimension des Prozesskonzeptes 11
4.1.1 Phasenbezogene Instrumente und Methoden im Überblick 11
4.1.2 Die Projekt-Balanced-Scorecard: Ein ganzheitlicher Ansatz zum
Chancen - und Risikencontrolling in Projekten 12
4.2 Möglichkeiten der Institutionalisierung eines Chancen- und
Risikencontrolling in Projekten 14
5 Zukünftige Bedeutung und Realisierungspotentiale eines projekspezifischen
Chancen - und Risikencontrolling. 15
Literaturverzeichnis 17
II
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Das Vier-Stufen-Modell zur Strukturierung von Chancen und Ris iken……5 Abbildung 2: Chancen-/Risikenportfolio………………………………………………….9 Abbildung 3: Zirkulärer Prozessverlauf des Chancen- und Risikencontrolling………….11
1
1 Chancen- und Risikencontrolling als Erfolgsfaktor in projektorientierten Unternehmungen
„Unternehmen heißt riskieren. “ 1 In einer zunehmend dynamischen und komplexen Umwelt beschleunigen neue Technologien das Geschäft und zwingen Unternehmungen zur Erschließung unbekannter Geschäftsfelder, zu radikalen V eränderungen von Organisationsstrukturen und zur Anpassung von Verhaltensmustern. Vor allem aber erzwingen sie ein professionelles Chancen- und Risikenmanagement, das diese Veränderungsprozesse erfolgssichernd begleitet. 2
Da sich diese Veränderungen nach heutigem Verständnis vor allem in und durch Projekte(n) vollziehen, 3 ist es insbesondere das projektbezogene Chancen- und Risikencontrolling, als funktionale Umsetzung des Chancen- und Risikenmanagements auf die Projektebene, welches einen elementaren Einfluss auf die Sicherung des Unternehmenserfolgs und damit auf das Fortbestehen der Unternehmung ausübt. 4 Das systematische Erkennen und Steuern der Chancen und Risiken stellt dabei einen wichtigen Schlüssel zum Erreichen der Projekt- und Unternehmensziele dar.
Im Rahmen dieser Arbeit soll daher im Kern beleuchtet werden, wie ein Konzept zum systematischen Umgang mit Chancen und Risiken in Projekten aussehen kann, wie sich bietende Chancen genutzt und drohende Risiken kontrolliert werden können und wie die praktische Umsetzung dieses Konzeptes mit Hilfe ausgewählter Instrumente und Methoden gelingen kann.
2 Begriffliche Grundlagen des p rojektorientierten Chancen-und
Risikencontrolling 2.1 Allgemeine und projektspezifische Definition von Chancen und Risiken
Anhand der themenspezifischen Literatur kann festgestellt werden, dass im Kontext des Chancen- und Risikenmanagements eine Vielzahl unterschiedlicher Termini als begriffliche Grundlagen verwendet werden. Da die exakte Fixierung einer einheitlichen
1 Merbecks/Stegemann (2002), S. 60.
2 Vgl. Weber/Weißenberger/Liekweg (2001), S. 49 sowie Schnorrenberg/Goebels (1997), S. 15.
3 Vgl. Steinle (2001) S. 13.
4 Vgl. Franke (1993), S. 61.
2
terminologischen Basis zur Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex aber unabdingbare Voraussetzung ist, ist es zielführend, zunächst die zentralen Begriffe Chance und Risiko trennscharf zu definieren.
Bei der Herleitung dieser Definitionen ist grundsätzlich eine weitläufige Verständnisvielfalt auffällig. So k ann exemplarisch zwischen einer eher inhaltlichen und einer tendenziell logisch-genetischen Akzentuierung unterschieden werden, die jeweils für sich genommen die Termini Chance und Risiko aus einer eigenen Perspektive definieren, sich aber in Bezug auf eine umfassende Erläuterung der Begriffe letztlich ergänzen.
Im Sinne der inhaltlichen Herleitung gilt das Risiko als „ein Ereignis, von dem nicht sicher bekannt ist, ob es eintreten und/oder in welcher Höhe es einen Schaden verursachen wird.“ 5 Analog hierzu lässt sich auch die Definition der Chance erschließen, die als Ereignis gilt, von dem nicht sicher bekannt ist, ob es eintreten und/oder in welcher Höhe es einen Nutzen verursachen wird.
Die logisch-genetische Herleitung der Begriffe sieht hingegen die umweltbezogene n Gefahren und Gelegenheiten im Zusammenspiel mit unternehmungsbezogenen Stärken und Schwächen als Ursprung v on Chancen und Risiken. „Eine Gefahr wandelt sich demnach zu einem Risiko, wenn ihr eine unternehmungsbezogene Schwäche gegenübersteht.“ 6 Und ebenso kann sich eine umweltbezogene Gelegenheit nur dann zu einer Chance wandeln, wenn mit ihr eine unternehmungsbezogene Stärke korreliert. 7
Da sich die vorgenannten, einander ergänzenden Ansätze auf allgemeine unternehmungsbezogene Chancen u nd Risiken beziehen, ist in Bezug auf eine Projektorientierung eine weitere Konkretisierung der Begrifflichkeiten erforderlich. In Verbindung mit den allgemeinen Definitionen gilt ein Projektrisiko damit als „ein Ereignis, das zu einer negativen Abweichung von den Projektzielen (z.B. Kostenanstieg, Verschlechterung des Ergebnisses, Terminverzögerung (…)) führen kann. Eine Chance ist
5 Freund (2000), S. 52.
6 Steinle/Grewe/Adolf (2001), S. 175.
7 Vgl. Steinle/Grewe/Adolf (2001), S. 176.
3
ein Ereignis, das zur Verbesserung eines oder mehrerer Projektziele (z.B. besseres Ergebnis, frühzeitigere Lieferung, (…) Zusatzaufträge) genutzt werden kann.“ 8
Interpretiert man die vorliegenden Ansätze im rein lexikalischen Sinne, so stehen die Begriffe Chance und Risiko im direkten Gegensatz zueinander. Vielmehr ist es jedoch so, dass verwandtschaftliche Merkmale und Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Chancen und Risiken bestehen, die es zu berücksichtigen gilt. So lassen sich sowohl Chancen als auch Risiken durch ein ursächliches Ereignis, die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkunge n dieses Ereignisses charakterisieren. 9 Wohl auch aus diesem Grunde wird von einer getrennten Betrachtung von Chancen und Risiken in der Literatur häufig abgesehen. 10
2.2 Charakteristika von Projekten sowie projektspezifisches Chancen- und Risikencontrolling als integrierte Teildisziplin des Projektmanagements
Ein Projekt ist ein „Vorhaben, das im wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.
• Zielvorgabe
• zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen
• Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
• projektspezifische Organisation“ 11
Die Praxis hat gezeigt, dass Projekte, ob ihrer beschriebenen Merkmale, signifikant andere Anforderungen an die Unternehmensführung stellen als vergleichbar repetitive, serielle und/oder routineorientierte Leistungserstellungsprozesse. Herkömmlich gegliederte Managementstrukturen wurden diesen Anforderungen nicht mehr gerecht, 12 so dass sich für die ganzheitliche Koordination der Projektaktivitäten das Projektmanagement im Sinne „einer Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mitteln für die Abwicklung eines Projektes“ 13 herausbildete.
8 DMS Consulting Group (2002), S. 1.
9 Vgl. DMS Consulting Group (2002), S. 1.
10 Vgl. Reiß (1997), S.110 sowie Huch/Tecklenburg (2001), S. 302f.
11 DIN (1989), S. 11.
12 Vgl. Mörsdorf (1998), S. 68.
13 DIN (1989), S. 27.
Arbeit zitieren:
Jan Boruszewski, 2004, Chancen- und Risikencontrolling in Projekten, München, GRIN Verlag GmbH
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