1. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Frauen in Führungspositionen und geht weiter auf das Beispiel der Schulleiterin, als Führerin der Schule, ein. Um einen Einstieg in das Thema zu finden, soll zuerst geklärt werden was der Begriff Führung, im organisatorischen Sinne, bedeutet und welche Merkmale und Eigenschaften damit verbunden sind. Es soll erläutert werden, in wie weit Frauen, in Abgrenzung von Männern, diesen Anforderungen gerecht werden. Sich aus den Anforderungen ergebende Verhaltensweisen, welche bei Mann und Frau unterschiedlich sein können, werden oft in geschlechtertypischen Führungsstilen verankert, welche ich beschreiben möchte. Eine Antwort auf die Frage, welches Geschlecht besser führt, möchte ich nicht geben. Laut Literatur bleibt offen, ob es jene Führungsstile wirklich gibt.
Es schließt sich im nächsten Kapitel die Frage an, ob sich ein, den Frauen unterstellter, weiblicher Führungsstil, am Beispiel der Grundschulleiterin, belegen lässt, und ob die ihm zugesprochenen weiblichen Eigenschaften, gerade in diesem Bereich, als Vorteile gesehen werden könne n.
Im Bereich der Grundschulleitung gibt es, anders als z.B. in der Wirtschaft, einen verhältnismäßig hohen Prozentsatz an weiblichen Führungskräften. Woran dies liegt und inwieweit dieser Umstand als Chance für Frauen gesehen werden kann, wird an einzelnen Daten belegt. Ferner werde ich darstellen, auf welche Hindernisse Frauen stoßen, die eine Schulleitungsfunktion anstreben.
In einem abschließenden Fazit werden die Ergebnisse meiner Arbeit zusammengetragen.
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2. Frauen in Führungspositionen
Oft wird beschrieben, dass in den Zentren der Macht - in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, die Männer stehen. Diese Mutmaßung lässt sich mit Zahlen untermauern. 2002 konnte zum Beispiel in den 100 größten Unternehmen in Deutschland, in den Vorständen, keine einzige Frau gezählt werden. Dieser Zustand wird in der Literatur oft als Gläserne Decke bezeichnet. Frauen stoßen bei der Verwirklichung ihrer Karriere unweigerlich an diese Schwelle , wenn sie eine Führungsposition anstreben. Als Gläserne Decke werden die unsichtbaren, künstlich geschaffenen Barrieren bezeichnet, die Menschen bzw. Frauen daran hindern, beruflich weiter aufzusteigen um ihr ganzes Potential in einer Organisation entfalten zu können. Die Höhe einer solchen Decke variiert in den unterschiedlichen Unternehmen und gibt an, in wie weit es Frauen überhaupt möglich ist beruflich aufzusteigen. 1 Aus diesem Umstand heraus resultieren wohl auch die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes, welche in folgender Pressemitteilung vom 7. März 2005 vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg festgehalten wurden:
„Obwohl sich die berufliche Qualifikation von Männern und Frauen immer mehr angleicht, sind Frauen in leitender beruflicher Position noch immer eher die Ausnahme. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus übten im Jahr 2004 annähernd 165 000 Männer, jedoch nur knapp 37 000 Frauen eine Führungsposition aus. Gemessen am Frauenanteil unter den Erwerbstätigen insgesamt, der im Jahr 2004 bei knapp 45 Prozent lag, sind »Chefinnen« mit gut 18 Prozent an allen Führungskräften deutlich unterrepräsentiert. Die große Mehrheit der Führungspositionen (knapp 82 Prozent) ist hingegen mit Männern besetzt.“ 2
1 vgl. Kraus, Helga/ Karin Kraus: Frauen und Macht. In: Wolf, Michael (Hrsg.): Frauen und Männer in
Organisationen und Leitungsfunktionen: Unbewusste Prozesse und die Dynamik von Macht und
Geschlecht. Frankfurt a. M., 2002. S.37.
2 http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2005065.asp?ArbeitsmErwerb [Stand
22.08.05].
3
Dass Frauen in den Chefetagen selten sind, zeigt sich bei den Top-Führungskräften noch stärker. Im März 2004 stuften sich hochgerechnet 819 000 Personen als Erwerbstätige in Positionen mit umfassenden Führungsaufgaben ein. Dazu zählen z.B. Direktorinnen und Direktoren, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer. An dieser Gruppe hatten Frauen einen Anteil von nur 21%. Entscheidungsträger in Unternehmen und Behörden in Deutschland sind immer noch überwiegend männlich. 3
Die Folgende Tabelle stellt nochmals die Daten für alle Erwerbstätigen zusammen und veranschaulicht die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen.
Abb. 1. Führungspositionen 4
Quelle: Mikrozensus 2004 / Statistisches Bundesamt
3 vgl. http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2005/p1370024.htm [Stand 22.08.05].
4 http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2005065.asp?ArbeitsmErwerb [Stand
22.08.05].
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Das Statistische Bundesamt teilte zum Internationalen Frauentag am 08.03.2002 mit, dass Frauen im Jahr 2001 deutlich weniger, als ihre männlichen Kollegen, verdienten. Die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen erreichten im
Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe im Oktober 2001 mit 2 294 Euro nur 79,0 % des Männerverdienstes, welcher durchschnittlich bei 2 904 Euro lag. Diese immer noch aktuellen Verdienstunterschiede dürften, laut bundesamtlichen Statistiken, im Wesentlichen darauf zurückgehen, dass Frauen, wie schon erwähnt, häufiger als Männer mit weniger anspruchsvollen und deswegen geringer entlohnten Arbeiten beschäftigt werden. 5
Auslöser für diese Zahlen sind u. a. das Phänomen der Gläsernen Decke und der Umstand, dass Frauen nur all zu oft genau die Fähigkeiten abgesprochen werden, die eine gute Führung ausmachen. Laut einer Untersuchung von LORD, DEVALER und ALLIGER von 1986, bestehen vor allem Zusammenhänge „zwischen der Wahrnehmung von Führungserfolg („leadership-perception“) und Intelligenz, Maskulinität sowie Dominanz.“ 6
Gute Führung wird in der Literatur auch oft mit verschiedenen männlichen Archetypen beschrieben, die da wären:
„…[der] Vater, [der] Held und [der] Heilsbringer. Daß es männliche Ur- oder Vor-Bilder sind, ist ein weiterer Beleg dafür, daß Führung in unserer Gesellschaft eine männliche Domäne war und ist. Führer modellieren sich nach dem Bild von Vätern, Helden und Heilanden.“ 7
Diese Ausführungen verdeutlichen, dass Führung und Männlichkeit all zu oft in den Gedanken der Menschen miteinander verbunden sind. Welche Fähigkeiten und Merkmale gute Führung wirklich, bzw. noch ausmachen, soll im nächsten Kapitel geklärt werden.
5 vgl. http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2002/p0750042.htm [Stand 22.08.05]
6 Bonsen, Martin: Schule, Führung, Organisation: Eine empirische Studie zum Organisations - und
Führungsverständnis von Schulleiterinnen und Schulleitern. Münster, 2003. S.34.
7 Neuberger, Oswald: Führen und geführt werden. 5. Auflage. Stuttgart, 1995. S.41.
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Arbeit zitieren:
Sabine Jaki, 2005, Frauen in Führungspositionen und das Beispiel der weiblichen Schulleitung, München, GRIN Verlag GmbH
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