„Liebe beginnt“ von Marie Luise Kaschnitz - Analyse des
Buches mit dem Schwerpunkt Liebe und Nationalsozialismus
von: Sabine Jaki
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definition von Liebe 3
3. Liebe im Roman 6
3.1. Silvias Liebesbeziehung zu Andreas 6
3.2. Vergleich: Liebe beginnt und Liebe als System 8
4. Silvias Wandel : Abhängigkeit - Volksgemeinschaft - Familie 10
5. Quellenverzeichnis 18
1. Einleitung
Der Roman „Liebe beginnt“ von MARIE LUISE KASCHNITZ, aus dem Jahre 1933, handelt von Silvia und Andreas. Die beiden Protagonisten sind ein Paar und leben, eher unauffällig, zusammen in einer Wohnung. Silvia ist arbeitslos und kümmert sich um den Haushalt, während Andreas seine Zeit in der Bibliothek verbringt. Er ist Wissenschaftler und Schriftsteller. Ihr Leben gerät jedoch aus den Fugen und schon im ersten Kapitel werden Veränderungen deutlich. Die beiden begeben sich auf eine Reise, welche ihre Einstellungen und ihr Leben komplett verändert. Silvia beschreibt diese Reise und ihre Gefühle, wie sie sich entwickeln, neu ordnen und verändern.
In meiner Arbeit zu diesem Buch möchte ich versuchen, diese Veränderungen aufzuzeigen. Ich möchte deutlich machen, welche Beziehung Silvia zu Andreas hat und wie diese sich wandelt. Da der Roman 1933 entstanden ist, finden sich in den Lebensweisen und Aussagen der Figuren, positive und negative Einstellungen zum Nationalsozialismus. Silvia befindet sich, auf Grund dessen, in einem Zwiespalt, zwischen dem Wunsch, einer Gemeinschaft anzugehören und, dem eher freien, Dasein ihres Lebensgefährten Andreas. Diesen Zwiespalt will ich versuchen, unter Einbezug der damals vorherrschenden Rolle von Familie und Frau, deutlich zu machen. Um einen Einstieg in das Thema zu finden, muss man zunächst den Begriff Liebe definieren. Hierbei gilt es zu beschreiben, was Liebe eigentlich ausmacht, von was sie bedingt wird und was sie für die Menschen bedeutet.
2. Definition von Liebe
Der Begriff Liebe gibt uns seit Jahrhunderten Rätsel auf. Spricht man von Emotionen, meint man etwas anderes als körperliche Liebe und Sexualität. Redet man von freundschaftlichem Verständnis und davon, dass man Einstellungen und Hobbys teilt, kann dies auf einen Lebensabschnittsgefährten oder Ehepartner, aber auch auf einen guten Freund zutreffen. All dies Attribute, die wir unserem geläufigen Begriff von Liebe zuschreiben. Schlägt man den Ausdruck Liebe z. B. in einer Enzyklopädie nach, so heißt es:
„Liebe (vom mittelhochdeutschen liob = gut ) ist die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen empfinden kann, ein Gefühl inniger und tiefer Verbundenheit mit dem Nächsten. Ausgehend von der biologisch angeborenen Fähigkeit zu intensiven positiven Gefühlen gegenüber einem anderen Menschen wurde der Begriff schon immer auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann allgemein für die stärkste Form der Hinwendung zu anderen Lebewesen oder Dingen.“1 Das Liebe jedoch auch als Funktionssystem gesehen werden kann, welches einem, auf den ersten Blick einfachen, binären Code folgt, dass wollen Liebende, wie auch andere, die mit der Materie nicht intensiv beschäftigen, nicht wahrhaben.
NIKLAS LUHMANN beschäftigte sich in seinem Werk Liebe als Passion von 1982 mit dem System Liebe. „In diesem Sinne ist das Medium Liebe selbst kein Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken, bilden, simulieren, anderen unterstellen, leugnen und sich mit all dem auf die Konsequenzen einstellen kann, die es hat, wenn entsprechende Kommunikationen realisiert werden.“2 Er geht dabei weniger darauf ein, was Liebe ist und wie sie zu deuten sei, sondern beschreibt, wie wir sie kommunizieren. D.h. Liebe ist Interaktion und Kommunikation.
[...]
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Liebe [Stand: 16.03.05].
2 Luhmann, Niklas: Liebe als Passion: Zur Codierung von Intimität. Frankfurt am Main, 1994. S.23.
Quote paper:
Sabine Jaki, 2005, 'Liebe beginnt' von Marie Luise Kaschnitz - Analyse des Buches mit dem Schwerpunkt Liebe und Nationalsozialismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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