II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ...........................................................................................III
Tabellenverzeichnis................................................................................................III
1. Einleitung 1
2. Definition von Mezzanine-Kapital 2
3. Typische Formen von Mezzanine-Kapital 4
3.1 Nachrangdarlehen 5
3.2 Verkäuferdarlehen 6
3.3 Stille Beteiligung 7
3.4 Genusscheine 8
3.5 Wandel- und Optionsanleihen 11
4. Renditekomponenten von Mezzanine-Kapital 12
5. Wesentliche Vor- und Nachteile von Mezzanine-Kapital 15
6. Klassische Anwendungsgebiete einer Mezzanine-Finanzierung 17
7. Zusammenfassung und Fazit 21
Literaturverzeichnis 22
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übersicht über Mezzanine-Instrumente 5
Abbildung 2: Cashflow-Struktur einer Mezzanine-Finanzierung 14
Abbildung 3: Unternehmensfinanzierungsphasen 18
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Abgrenzung von Eigenkapital Mezzanine-Kapital und Fremdkapital 4
Tabelle 2: Kennzahlen des SmartMezzanine-Genussrechtsprogramm 10
Tabelle 3: Überblick Mezzanine-Kapital 12
1
1. Einleitung
Der Mittelstand 1 ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Die ca. 3,3 Millionen mittelständischen Unternehmen erwirtschaften rund 43% des Bruttoinlands- produkt, beschäftigen ca. 77% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer
und tätigen rund 46% der deutschen Unternehmensinvestitionen. 2 Doch momentan befindet sich der Mittelstand in einer schwierigen Lage. Ein sig-
nifikanter wirtschaftlicher Aufschwung lässt auf sich warten, und die Zahl der In- solvenzen steigt. Immer mehr mittelständische Unternehmen haben Liquiditäts- probleme. Die häufig unzureichende Eigenkapitalausstattung dürfte eine der zen-
tralen Ursachen der „Finanzierungsproblematik des Mittelstands“ sein. Während die durchschnittliche Eigenkapitalquote mittelständischer Unternehmen in Frank-
reich 34%, in UK 40% und in den USA 45% der Bilanzsumme ausmacht, beläuft
sich der entsprechende Wert in Deutschland auf knapp 20%. 2 Dies zeigt, dass die mittelständischen Unternehmen in Deutschland überwiegend fremdfinanziert sind.
Doch mit der Einführung von Basel II befindet sich die Finanzierungslandschaft in einem grundlegenden Wandel. Ziel von Basel II ist es, die Stabilität des inter-
nationalen Finanzsystems zu erhöhen, indem die Risiken im Kreditgeschäft besser erfasst und die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter ausgestal-
tet werden sollen. 3 Das bedeutet, dass die Kreditinstitute zukünftig umso mehr Ei- genkapital vorhalten sollen, je hö her das Risiko des Kreditnehmers ist, an den sie einen Kredit vergeben. Auch wenn es zunächst nur um die Eigenkapitalvorschrif-
ten für Finanzinstitute geht, werden mittelfristig auch deren mittelständische Fir- menkunden von diesen Veränderungen betroffen sein, wodurch sich Kredite für
einige mittelständische Unternehmen verteuern können. 3 Somit wird im Zuge von Basel II immer häufiger darüber nachgedacht die klassi- sche Kreditfinanzierung durch alternative Instrumente zu ersetzen. Der klassi-
sche n Aufnahme von Eigenkapital im Rahmen der Außenfinanzierung (Bsp.: Private Equity, Initial Public Offering) sind jedoch Grenzen gesetzt, da eine
___________________
1 „Mittelstand“ bedeutet in Deutschland: Kleine und mittlere Unternehmen bis 50 Million € Jahres-
(http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/schwerpunkte/rating/basel.html)
2
Verwässerung der Beteiligungsquoten der Altgesellschafter oft nicht erwünscht
ist. In diesem Zusammenhang rückt das sog. „Mezzanine-Kapital“, welches eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellt, immer mehr ins Blickfeld
von Unternehmen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Vorteilhaftigkeit von Mezzanine-Kapital gegenüber
reinem Eigen- und Fremdkapital für den Mittelstand darzustellen, und die Gren- zen und Möglichkeiten von Mezzanine-Finanzierungen aufzuzeigen.
Dazu wird in Kapitel 2 zunächst der Begriff „Mezzanine-Kapital“ definiert und von Eigen- und Fremdkapital abgegrenzt. Dabei wird auch auf die typischen Ei- genschaften von Mezzanine-Kapital eingegangen.
Anschließend werden in Kapitel 3 alle verfügbaren mezzaninen Instrumente vor- gestellt, wobei nur auf die in Deutschland gängigsten Instrumente näher einge-
gangen wird. Kapitel 4 stellt die Renditeformen von Mezzanine-Kapital vor, die neben einer festen Vergütung auch aus einer variablen gewinnabhängigen Kom-
ponente bestehen können. Abschließend werden in Kapitel 5 und 6 die wesentli- chen Vor- und Nachteile, sowie typische Anwendungsgebiete mezzaniner Fina n- zierungsinstrumente vorgestellt.
2. Definition von Mezzanine-Kapital
Für den Begriff Mezzanine-Kapital existiert weder in der Ökonomie noch in der
Rechtswissenschaft eine Definition. 4 Das Wort „Mezzanine“ ist eigentlich ein Begriff aus der Architektur und bedeutet Zwischengeschoss. In Bezug auf Fina n- zierungsmittel hat die Mezzanine-Finanzierung als hybride Finanzierungsart eine
ganz ähnliche Bedeutung. Unter ihr versteht man diejenigen Mittel, die eine Zwi- schenform von Eigen- und Fremdkapital darstellen. Sie verbindet die Vorteile des
Eigenkapitals (Bsp.: wirtschaftliches Eigenkapital mit daraus resultierenden Ra- tingverbesserungen) mit den Vorteilen des Fremdkapitals (Bsp.: steuerliche Ab- zugsfähigkeit der Zinsen).
___________________
4 vgl. Häger/Elkemann-Reusch, Mezzanine Finanzierungsinstrumente, (2004), S.22
3
Die Mezzanine-Mittel werden in der Regel über Private-Equity-Gesellschaften
(Eigenkapitalgeber) oder Banken zur Verfügung gestellt. Häufig liegen die Min- destbeträge bei 2,5 Million Euro. Einzelne Gesellschaften oder Banken bieten je-
doch bereits ab 250.000 bis 500.000 Euro Mezzanine-Produkte an. In der Praxis existiert eine Vielzahl von Gestaltungsformen für Mezzanine-
Finanzierungen, die oftmals durch folgende Merkmale gekennzeichnet sind: 5
Eigenkapitalähnliche Erscheinungsform:
• Gewinnbeteiligung oder Aktienbezugsrechte
Fremdkapitalähnliche Erscheinungsform:
• Vorrangigkeit gegenüber „echtem“ Eigenkapital (nachrangig gegenüber ande- ren Gläubigern)
• Reguläre Zinszahlungen
• Steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen
Sonstige Eigenschaften:
• Zeitliche Befristung der Kapitalüberlassung (in der Regel sieben bis zwölf Jahre)
• Verzicht auf Sicherheiten
Mezzanine-Kapital nimmt somit eine Zwitterstellung von Eigen- und Fremdkapi- tal ein. Tabelle 1 auf Seite 4 zeigt einen Überblick über die Abgrenzung von Ei-
genkapital, Mezzanine-Kapital und Fremdkapital.
Man kann dort deutlich erkennen, dass Mezzanine-Kapital sowohl Eigenschaften
von Eigen- als auch von Fremdkapital annimmt.
___________________
5 vgl. Müller, Mezzanine Finance, (2004), S.13, S.23f
4
Tabelle 1: Abgrenzung von Eigenkapital, Mezzanine-Kapital und Fremdkapital 6
3. Typische Formen von Mezzanine-Kapital
Grundsätzlich handelt es sich bei Mezzanine-Finanzierungen um unb esicherte
Kreditfinanzierungen. Der Mezzanine-Investor kann daher seine Investitionsent-
scheidung nicht auf Sicherheiten stützen, sondern wird seine Analyse, vergleich-
bar mit einem Eigenkapitalinvestor, vordringlich auf die Zukunft und den zukünf-
tigen Cashflows konzentrieren.
In Abbildung 1 auf Seite 5 sind alle verfügbaren Mezzanine-Instrumente aufge-
führt. Diese werden oft zwischen Privatplatzierungs- und Kapitalmarktinstrumen-
ten unterschieden. Im Folgenden werden aber nur die zurzeit in Deutschland
___________________
6 vgl. Häger/Elkemann-Reusch, Mezzanine Finanzierungsinstrumente,(2004), S.24, Abb.1
Quote paper:
Tarek Saffaf, 2005, Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen: Mezzanine Kapital, Munich, GRIN Publishing GmbH
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