II
Gliederung Seite:
I. Einleitung. 1
II. Allgemeines zur Spieltheorie 1
III. Das Gefangenen-Dilemma aus (klassischer) ökonomischer Sicht 3
1. Spielsituation: 3
2. Spielresultate 4
IV. Psychologischer Ansatz 5
1. Kooperation fördernde Faktoren 6
a) Anreize von außen. 6
b) Kommunikation. 6
c) Eingehen von Bindungen. 7
d) Soziale Normen / Vertrauen. 7
e) Persönliche Orientierung der Spieler. 8
f) Mehrmaliges Spiel. 8
2. Kooperation hindernde Faktoren. 9
V. Anwendungen 9
1. Beispiel: Kartellabsprachen in einem Dyopol 9
2. Beispiel: Bereitstellung öffentlicher Güter durch Private 10
3. Beispiel: Krieg. 11
VI. Fazit 12
III
Literaturverzeichnis:
Amann, Erwin Evolutionäre Spieltheorie
Grundlagen und neue Ansätze
Heidelberg 1999 Beck; Reinhilde Konfliktmanagement
Schwarz, Gotthart Alling 1995 Frank, Elisabeth Theoretische Modelle zu Kooperation, Kompetition
Frey, Dieter und Verhandeln bei interpersonalen Konflikten
In: Theorien der Sozialpsychologie
Band II: Gruppen-, Interaktions- und Lerntheorien
2. Auflage, Bern 2002 Glasl, Friedrich Konfliktmanagement
Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und
Berater
5. Auflage
Bern 1997 Holler, Manfred J Einführung in die Spieltheorie
Illing, Gerhard 5. Auflage
Berlin, Heidelberg, New York 2002
1
I. Einleitung Konflikte 1 und Konfliktverhalten sind Forschungsgegenstand der verschiedensten
wissenschaftlichen Disziplinen. Entsprechend gibt es viele unterschiedliche Definitionen und Ansätze um Konflikte zu beschreiben 2 . Die vorliegende Arbeit setzt sich mit sozialen Konflikten auseinander. Der Begriff „sozial“ meint in diesem Zusammenhang alle zwischenmenschlichen Konflikte, in die wenigstens zwei Personen verwickelt sind, d.h. Konflikte in Paaren, Gruppen oder zwischen Gruppen, in größeren Gemeinschaften und großen sozialen Gebilden 3 . Der Begriff des sozialen Konfliktes meint also interpersonelle Konflikte. Eine gängige Definition des sozialen Konfliktes stammt von Friedrich Glasl 4 . Ein sozialer Konflikt ist demnach „eine Interaktion zwischen zwei Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor den Umgang mit einer Differenz so erlebt, dass er durch das Handeln eines anderen Aktors dabei beeinträchtigt wird die eigenen Vorstellungen, Gefühle oder Absichten zu leben oder zu verwirklichen.“ Auch hinsichtlich der sozialen Konflikte existieren mannigfaltige Untersuchungsansätze. So wurde in den frühen Ansetzen zur Erforschung vor allem die Bedeutung von subjektiven Einstellungen zum Gegenüber (z.B. Stereotypen) und das Aggressionsverhalten untersucht 5 . Der Aufmerksamkeitsfokus lag also auf den an der Konfliktsituation beteiligten Personen. Ein anderer Ansatz liegt darin, das Hauptaugenmerk auf die dem Konflikt zugrunde liegende Situation der Abhängigkeit der Konfliktparteien voneinander zu lenken. Derartige Situationen sind Grundlage spieltheoretischer Untersuchungen 6 , die Gegenstand der folgenden Darstellung sind.
II. Allgemeines zur Spieltheorie
Die Spieltheorie ist ein Zweig der Mathematik und Ökonomie 7 , der sich mit der Analyse von strategischen Entscheidungssituationen befasst 8 . Dabei handelt es sich um Situationen, in denen eine Abhängigkeit, bzw. Interpendenz von Personen zentrales Merkmal ist. Interpendenz
1 Das Wort „Konflikt“ stammt vom lateinischen Wort „confligere“, was soviel bedeutet wie aneinandergeraten, kämpfen.
2 Beck, R../Schwarz, G. (1995), S.: 21; Glasl, F. (1997), S. 12.
3 Glasl, F. (1998), S. 22.
4 Glasl, F. (1997), S. 15.
5 Frank, E./Frey, D (2002), S. 122.
6 Ebenda.
7 Frank, E./Frey, D (2002), S. 121; Holler, M.J./Illing, G. (2002), S. 1.
8 Vgl. nur: Holler, M.J./Illing, G. (2002), S. 1; Frank, E./Frey, D (2002), S. 122.
2
bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Entscheidung eines Einzelnen i n wechselseitiger Abhängigkeit zu der Entscheidung von (wenigstens) einem anderen steht 9 . Das Verhalten des einen führt für sich genommen also noch zu keinem bestimmten Ergebnis. Dieses ergibt sich vielmehr erst aus dem Zusammenwirken des Verhaltens aller Beteiligten. Weiteres Merkmal von strategischen Entscheidungssituationen ist, dass sich jeder Entscheidungsträger dieser Interpendenz bewusst ist und außerdem davon ausgeht, dass dies auch auf alle anderen Entscheidungsträger zutrifft. Darüber hinaus treffen die Beteiligten ihre Entscheidung auch unter Berücksichtigung dieser Tatsachen 10 .
Diese Konstellation führt zu Koordinationsproblemen und Interessenkonflikten unter den Beteiligten. Es entstehen soziale Konflikte (s.o.) Das Entwickeln von Verhaltensstrategien wird somit für die Beteiligten möglich und sinnvoll. Eine Analyse des Verhaltens und der Strategiefindung der Beteiligten erfordert dementsprechend eine Gesamtbetrachtung der Situation. Diese Erkenntnis führte im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu der E ntwicklung der Spieltheorie 11 , die eine Möglichkeit bietet derartige Situationen zu analysieren. Sie lassen sich nämlich als Spielsituationen beschreiben, bei denen jeder Spieler nach gewissen Regeln strategische Entscheidungen trifft 12 . Diesem Umstand verdankt die Spieltheorie auch ihren Namen. Ziel der durchgeführten „Spiele“ ist es, für soziale Konfliktsituationen mehr oder minder eindeutig das individuell rationale Entscheidungsverhalten zu definieren. Dies ist jedenfalls das Interesse der Ökonomie an der Spieltheorie. Im Gegensatz zu dieser normativen Ausrichtung der Spieltheorie geht es in der psychologischen Forschung nicht darum zu analysieren, welches Verhalten in einer gegebenen Interpendenzsituation als rational und damit als Handlungsnorm zu betrachten ist. Vielmehr besteht hier ein Interesse an dem deskriptiven Aspekt und es wird dementsprechend versucht zu ermitteln, was die situativen und/ oder personalen Bedingungen für kooperatives oder nicht-kooperatives Verhalten in einer Situation wechselseitiger Abhängigkeit sind 13 . Auf diese Art und Weise sollten die in spieltheoretischen Paradigmen relativ häufig zu beobachtenden Abweichungen des realen Verhaltens von dem rational-ökonomisch zu erwartenden erklärbar sein.
9 Frank, E./Frey, D (2002), S. 122.
10 Holler, M.J./Illing, G. (2002), S. 1.
11 Vgl. Amann (1999), S. 1.
12 Holler, M.J./Illing, G. (2002), S. 1.
13 Frank, E./Frey, D (2002), S. 122.
Arbeit zitieren:
Martin Rüppell, 2005, Spieltheorie: Gefangenen-Dilemma, München, GRIN Verlag GmbH
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