I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. I
Abk ürzungsverzeichnis. III
Symbolverzeichnis. V
Abbildungsverzeichnis. VI
Tabellenverzeichnis. VII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 1
1.2 Aufbau der Arbeit. 7
2. Mezzanine-Kapital - Eine neue Finanzierungsalternative? 8
2.1 Grundlagen. 8
2.1.1 Begriff Mezzanine-Kapital. 8
2.1.2 Charakteristika von Eigen- und Fremdkapital. 11
2.1.3 Charakteristika von Mezzanine-Kapital. 13
2.2 Zusammensetzung der Finanzierungskosten des Mezzanine-Kapitals. 16
2.2.1 Bestandteile der Mezzanine - Finanzierungskosten. 16
2.2.2 Strukturierungsvarianten des „Kicker-Bestandteils“ 18
2.2.2.1 Mezzanine-Kapital mit Equity Kicker. 18
2.2.2.2 Mezzanine-Kapital mit Non-Equity Kicker. 19
2.2.3 Wechselwirkung der Finanzierungskosten zu den einzuräumenden
Convenants. 20
2.3 Ausgestaltung ausgewählter Finanzierungsinstrumente des Mezzanine-
Kapitals. 21
2.3.1 Allgemeines. 21
2.3.2 Nachrangdarlehen. 23
2.3.2.1 Typische Ausgestaltung einer Nachrangklausel. 23
2.3.2.2 Mezzanine-Merkmale. 25
2.3.2.3 Bilanzierung nach HGB und IFRS aus Unternehmenssicht. 27
2.3.2.4 Sonderform „Partiarisches Darlehen“ 28
2.3.3 Genussrechte. 29
2.3.3.1 Grundlagen 29
II
Inhaltsverzeichnis
2.3.3.2 Vertragsgestaltung. 30
2.3.3.3 Bilanzierung nach HGB und IFRS aus Unternehmenssicht. 32
2.3.4 Stille Beteiligung. 34
2.3.4.1 Begriff der stillen Gesellschaft. 34
2.3.4.2 Unterschied zwischen typisch und atypisch stiller Gesellschaft. 36
2.3.4.3 Mezzanine-Merkmale. 38
2.3.4.4 Bilanzierung nach HGB und IFRS aus Unternehmenssicht. 38
2.3.5 Wandel- und Optionsanleihe. 40
2.3.5.1 Eigenschaften. 40
2.3.5.2 Vertragsgestaltung. 41
2.3.5.3 Bilanzierung nach HGB und IFRS aus Unternehmenssicht. 42
3. Die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Mezzanine-Kapitals für
mittelst ändische Unternehmen. 44
3.1 Anlässe von Mezzanine-Finanzierung. 44
3.1.1 Allgemeines. 44
3.1.2 Management-Buy-Out - Finanzierung. 44
3.1.3 Wachstumsfinanzierung. 47
3.1.4 Brückenfinanzierung bis zum Börsengang. 49
3.1.5 Refinanzierung/Rekapitalisierung. 50
3.2 Unternehmensseitig zu erfüllende Voraussetzungen für den Einsatz von
Mezzanine -Kapital 52
3.3 Beurteilung ausgewählter Finanzierungsinstrumente des Mezzanine-
Kapitals aus Sicht mittelständischer Unternehmen. 53
3.3.1 Vor- und Nachteile des Nachrangdarlehens. 53
3.3.2 Vor- und Nachteile des Genussrechts. 56
3.3.3 Vor- und Nachteile der stillen Beteiligung. 57
3.3.4 Vor- und Nachteile der Wandel- und Optionsanleihe. 59
4. Schlussbetrachtung. 61
4.1 Zusammenfassung. 61
4.2 Ausblick. 63
Anhang. VIII
Literaturverzeichnis XI
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft AktG Aktiengesetz Aufl. Auflage Bd. Band BGB Bürgerliches Gesetzbuch bzw. beziehungsweise ca. circa d. den d.h. das heißt EStG Einkommensteuergesetz etc. et cetera f. folgende(r) ff. fortfolgende GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GuV Gewinn- und Verlustrechnung HFA Hauptfachausschuss HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber IfM Institut für Mittelstandsforschung i.H.v. in Höhe von i.S.v. im Sinne von i.V.m. in Verbindung mit IAS International Accounting Standard IdW Institut der Wirtschaftsprüfer IFRS International Financial Reporting Standard KG Kommanditgesellschaft KMU Kleine und mittlere Unternehmen KWG Kreditwesengesetz LBO Leveraged-Buyout MBI Management-Buyin MBO Management-Buyout
Abkürzungsverzeichnis
Mio. Millionen Nr. Nummer oHG offene Handelsgesellschaft o.V. ohne Verfasser Rdnr. Randnummer S. Seite Tab. Tabelle u. und u.a. unter anderem vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
Symbolverzeichnis
Symbolverzeichnis
€ E u r o
§ Paragraph % P r o z e n t & und Verschuldungsgrad v
VI
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Eigenkapitalausstattung des Mittelstands (Studie Creditreform)
Abb. 2: Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen (Studie FAS)
Abb. 3: Einordnung des Mezzanine-Kapitals.
Abb. 4: Auslegung des Mezzanine-Begriffs nach Link/Reichling und Rudolph.
Abb. 5: Auslegung des Mezzanine-Begriffs nach Dörscher/Hinz und Beintmann
Abb. 6: Risiko-Rendite-Relation von Fremdkapital, Mezzanine-Kapital und
Eigenkapital.
Abb. 7: Zusammensetzung der Mezzanine-Finanzierungskosten.
Abb 8: Ausgestaltungsformen des Mezzanine-Kapitals
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Mittelstandsdefinition des IfM Bonn seit Einführung des Euro
(01.01.2002).................................................................................................1 Tab. 2: Neue KMU-Defintion der EU (seit 1.1.2005).............................................2 Tab. 3: Beispiel zum Leverage-Effekt...................................................................44
1. Einleitung
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Mittelständische Unternehmen werden als „das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ 1 angesehen. Dies kann einerseits aus den politischen Debatten entnommen werden, in denen stets die Bedeutung des Mittelstands 2 für die deutsche Volkswirtschaft betont wird. Andererseits wird diese Tatsache durch zahlreiche Statistiken belegt: Aktuellen Statistiken zufolge stellen mittelständische Unternehmen 99,8 % der Unternehmen dar, tätigen 59,5 % der Umsätze, beschäftigen 70,2 % aller Arbeitnehmer, bilden 81,9 % aller Auszubildenden aus, erzielen 64,2 % der Bruttowertschöpfung und führen 51,5 % der Bruttoinvestitionen durch. 3 Diese Zahlen zeigen somit, welch wichtige Bedeutung mittelständische Unternehmen für die deutsche Gesamtwirtschaft besitzen.
Bevor jedoch auf die Problemstellung mittelständischer Unternehmen eingegangen werden kann, muss zunächst kurz erläutert werden, was unter einem mittelständischen Unternehmen zu verstehen ist. Hierzulande gibt es keine eindeutige Definition für den Mittelstand, so dass zu seiner Beschreibung meist quantitative und gegebenenfalls qualitative Kriterien herangezogen werden. Zur quantitativen Abgrenzung werden in der Regel als Größenmerkmale die Zahl der Beschäftigten sowie der Jahresumsatz des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) verwendet.
Tab.1: Mittelstandsdefinition des IfM Bonn seit Einführung des Euro (01.01.2002)
Quelle: http://www.ifm-bonn.org/dienste/definition.htm, 22.07.2005.
Demnach gehören branchenübergreifend alle kleinen und mittleren Unternehmen sowie Freien Berufe mit weniger als 500 Beschäftigten bzw. mit einem Jahresumsatz von unter 50 Mio. € zum Mittelstand.
1 O.V., http://focus.msn.de/finanzen/business/mittelstand, 09.08.2005; O.V.,
http://www.bmwa.bund.de/Navigation/Wirtschaft/mittelstandspolitik.html, 09.08.2005.
2 Die Begriffe Mittelstand und mittelständische Unternehmen werden synonym verwendet.
3 Vgl. O.V., http://www.ifm-bonn.org/dienste/definition.htm, 22.07.2005.
1. Einleitung
Die Europäische Union hat ebenfalls eine quantitative Definition entwickelt.
Tab. 2: Neue KMU-Definition der EU (seit 1.1.2005)
Quelle: http://www.ifm-bonn.org/dienste/definition.htm, 22.07.2005.
Der Unterschied zur Definition des IfM besteht lediglich darin, dass hierbei nur Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gehören.
Des Weiteren müssen zur Mittelstandsdefinition qualitative Kriterien herangezogen werden, da sich der Mittelstand nicht allein über die Unternehmensgröße und den Jahresumsatz definiert. Kennzeichnendes Merkmal hierbei ist die enge Verbindung von Unternehmen und Inhaber. Dies drückt sich insbesondere in der Einheit von Eigentum, Leitung, Haftung und Risiko aus. Das heißt, dass in der Regel alle unternehmenspolitisch relevanten Entscheidungen vom Inhaber selbst getroffen werden. Hieraus resultiert unmittelbar ein weiteres qualitatives Kriterium, nämlich das der wirtschaftlichen und rechtlichen Unabhängigkeit mittelständischer Unternehmen. 4
Die enorme Bedeutung mittelständischer Unternehmen für die deutsche Gesamtwirtschaft ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diese seit Jahrzehnten eine im internationalen Vergleich zu geringe Eigenkapitalausstattung aufweisen. „Die Unternehmensbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank belegt, dass die durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen seit Mitte der sechziger Jahre von rund 30 (...)[%] auf zuletzt etwa 17 (...) [%] gesunken ist.“ 5
4 Vgl. Günterberg/Wolter (2002), S. 1 ff.; O.V., http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelstand,
31.07.2005.
5 Studie Creditreform „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand 2005“, S. 18.
1. Einleitung
Stattdessen weisen amerikanische Unternehmen durchschnittlich eine Eigenkapitalquote von 54 % und europäische Konkurrenten aus Frankreich und Großbritannien jeweils von ca. 50 % auf. 6
Die folgende Grafik stellt die Eigenkapitalquoten einer Studie der Creditreform im Frühjahr 2005 mit 4.112 befragten mittelständischen Unternehmen dar:
Abb. 1: Eigenkapitalausstattung des Mittelstands
Quelle: Studie Creditreform „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand 2005“, S. 18.
Auffällig ist, dass 37 % und damit über 1/3 der Befragten nur eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 % aufweisen. Verschärft wird diese bedenkenswerte Tatsache dadurch, dass der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 6 % gestiegen ist. Lediglich mit einem Anteil von 22,1 % der befragten Unternehmen hat nur knapp jedes fünfte Unternehmen eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 %. 7
Ein ähnliches Ergebnis liefert die vergleichbare EOS Finanzpanel-Befragung im März 2005, bei der von 65 befragten mittelständischen Unternehmen, 23,1 % eine Eigenkapitalquote von unter 10 % besitzen. 8
6 Vgl. hierzu FAS Mittelstandsstudie 2004/2005, S. 23. Allerdings darf bei solchen Vergleichen
nicht außer Betracht gelassen werden, dass die deutschen Bilanzierungsvorschriften einen nied-
rigeren Ausweis des Eigenkapital begünstigen, da bestimmte Aktiva niedrig bewertet und damit
stille Reserven gebildet werden können.
7 Vgl. hierzu Studie Creditreform „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand 2005“, S. 18.
8 Vgl. hierzu EOS Finanzpanel 01/05, S. 17.
1. Einleitung
Zu einem überraschend anderen Ergebnis kommt die FAS Mittelstandsstudie wie in der Grafik zu sehen ist:
Abb. 2: Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen
Quelle: FAS Mittelstandsstudie 2004/2005, S. 22.
Bei der von 1.855 befragten Unternehmen weisen lediglich 2,6 % eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 % und 26 % eine Eigenkapitalausstattung von mehr als 50 % auf.
Es stellt sich damit offenkundig die Frage, wie die Studien zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen kommen, und ob sie demnach repräsentativ für alle Mittelständler sein können. Entscheidend für die extrem hohen Abweichungen zwischen den Studienergebnissen ist die Art der einbezogenen Unternehmen. Während beispielsweise die Studie von Creditreform ausschließlich Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 50 Mio. € erfasst, fließen in die Datenbasis der FAS Mittelstandsstudie ausschließlich Unternehmen mit mehr als 100 Mio. € ein. Um schließlich eine aussagekräftige Interpretation solcher Studien zu erhalten, ist darauf zu achten, dass die Datenbasis auf vergleichbaren Unternehmensgrößen beruht.
Alle Studien liefern jedoch die gleiche Erkenntnis, dass es eine Korrelation zwischen der Unternehmensgröße und der Eigenkapitalquote gibt und somit folgen- des gilt: Je kleiner ein Unternehmen, desto geringer die Eigenkapitalquote! Damit
1. Einleitung
ergibt sich insbesondere für die zahlreichen kleineren mittelständischen Unternehmen ein Eigenkapitalproblem.
Die Ursachen für die schwache Eigenkapitalausstattung des Mittelstands sind vielfältig. Während auf der einen Seite die unterdurchschnittliche Ertragslage der Mittelständler und die häufig zu hohen Privatentnahmen der Unternehmensinhaber beklagt werden, haben auf der anderen Seiten lange Zeit zahlreiche Gründe insbesondere für die Aufnahme von Fremdkapital gesprochen. Vor allem die vergleichsweise günstigeren Fremdkapitalzinsen sowie dessen steuerliche Abzugsfähigkeit machen das Fremdkapital aus Sicht der mittelständischen Unternehmen zu einem attraktiven Finanzierungsmittel. Des Weiteren ist Fremdkapital so interessant, da die Unternehmen bei ihrer Aufnahme nicht zur Publizität verpflichtet werden und außerdem dem Gläubiger keine Mitentscheidungsrechte einräumen müssen. 9 Der Bankkredit ist somit traditionell die tragende Säule der Mittelstandsfinanzierung, so dass lange Zeit eine Stärkung der Eigenkapitalbasis bei den mittelständischen Unternehmen nicht im Vordergrund stand. Dies wird sich jedoch in Zukunft ändern müssen!
Vor dem Hintergrund der neuen Eigenkapitalverordnung, Basel II, und der schwierigen Ertragslage in der Bankenbranche, werden die Kreditinstitute ihr bisheriges Verhalten bei der Kreditvergabe nicht beibehalten können. Folglich wird die Kreditfinanzierung für die mittelständischen Unternehmen in Zukunft schwieriger als bislang. Bisher erfolgte die Eigenkapitalunterlegung der Kredite durch Kreditinstitute einheitlich mit 8 %. Aufgrund der prinzipiellen Zielsetzung von Basel II, die Stabilität im Kreditwesen zu erhöhen, wird die Eigenkapitalunterlegung der Kredite neu geregelt. Dabei findet in Zukunft das Ausfallrisiko eines Kredits stärkere Beachtung, so dass Kredite an Unternehmen mit hoher (geringer) Bonität mit weniger (mehr) Eigenkapital unterlegt werden müssen. Demnach wird eine schlechte (gute) Bonität höhere (geringere) Finanzierungskosten für das Unternehmen zur Folge haben. Im schlimmsten Fall kann es sogar sein, dass ein Unternehmen gar keinen Kredit erhält. 10
9 Vgl. Reich (2004), S. 20; Studie Creditreform „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand
2005“, S. 20.
10 Vgl. Nitschke/Brockmann (2004), S. 45 ff.; Pleister (2000), S. 12.
1. Einleitung
Folglich wird es zukünftig für ein kapitalsuchendes Unternehmen von besonderer Bedeutung sein, ein möglichst gutes Rating zu erhalten, um grundsätzlich einen Kredit und möglichst mit geringen Finanzierungskosten zur Verfügung gestellt zu bekommen. In ein Rating fließen u.a. sämtliche Informationen zu Umsatz- und Bilanzzahlen, zum Controlling sowie zur Informationspolitik des zu beurteilenden Unternehmens ein, jedoch ist für ein gutes Rating die Eigenkapitalquote des Unternehmens von ganz besonderer Bedeutung. Denn in seiner Funktion als Haftungskapital bedeutet Eigenkapital Sicherheit für Fremdkapitalgeber. Demzufolge stellt die Eigenkapitalquote eine wichtige Grundlage bei der Entscheidung über die Kreditvergabe dar.
Darüber hinaus ist eine gute Eigenkapitalquote eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung risikobehafteter Investitionen und damit für das Wachstum eines Unternehmens. Denn durch Investitionen sind Unternehmen in der Lage, neue Ertragsquellen zu erschließen und somit die Finanzkraft und Liquidität des Unternehmens zu erhöhen, um schließlich auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. neue Märkte zu erschließen. Außerdem ist eine ausreichende Eigenkapitalausstattung für die Überlebensfähigkeit in Krisenzeiten eines Unternehmens äußerst notwendig.
Somit stehen mittelständische Unternehmen derzeit vor der Aufgabe ihr bisheriges Finanzierungsverhalten zu ändern und sich damit auf die Suche nach neuen Finanzierungsalternativen zu begeben.
Eine gegenwärtig viel diskutierte Finanzierungsalternative zur Lösung der Finanzierungsprobleme des Mittelstands stellt das so genannte Mezzanine-Kapital dar.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Finanzierungsform des Mezzanine Kapitals vorzustellen, und herauszuarbeiten, ob und inwieweit diese Form tatsächlich eine Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen darstellt. Besondere Beachtung soll dabei die Einstellung der Mittelständler zum Mezzanine Kapital finden, sowie die genaue Erläuterung möglicher Probleme und Grenzen der Fi- nanzierungsform des Mezzanine Kapitals.
1. Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit beginnt mit Erläuterungen der Grundlagen zum Begriff des Mezzanine-Kapitals. In diesem Rahmen erfolgt eine Abgrenzung des Mezzanine-Kapitals zum Eigen- und zum Fremdkapital. Nach dem die Charakteristika des Mezzanine-Kapitals erörtert wurden, wird auf die Bestandteile der Finanzierungskosten des Mezzanine Kapitals eingegangen.
Der nächste Abschnitt der Arbeit widmet sich der Darstellung ausgewählter Instrumente des Mezzanine-Kapitals; dabei beschränkt sich die Auswahl auf das Nachrangdarlehen, die stille Beteiligung, den Genussschein und die Wandel- und Optionsanleihe.
Der dritte Gliederungspunkt dieser Arbeit stellt die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Mezzanine Kapitals für mittelständische Unternehmen dar. In diesem Rahmen werden die Anlässe von Mezzanine Finanzierung, die zu seiner Anwendung notwendigen Voraussetzungen sowie die Vor- und Nachteile der in Punkt 2.3 vorgestellten Finanzierungsinstrumente des Mezzanine Kapitals diskutiert. In der Schlussbetrachtung wird eine Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse dargelegt. Abgeschlossen wird die Arbeit durch einen Ausblick, welcher über mögliche Zukunftsperspektiven der Finanzierung mittelständischer Unternehmen informiert.
2. Mezzanine-Kapital - Eine neue Finanzierungsalternative?
2. Mezzanine-Kapital - Eine neue Finanzierungsalternative?
2.1 Grundlagen
2.1.1 Begriff Mezzanine-Kapital
Der Begriff Mezzanine stammt ursprünglich aus dem Italienischen und beschreibt in der Architektur ein niedriges Zwischengeschoss, welches meist zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss oder unmittelbar unter dem Dach liegt. 11 Interessanterweise findet dieser Begriff seit Mitte der 1980er-Jahre 12 auch in der Unternehmensfinanzierung Anwendung, denn ebenfalls in der Mitte angesiedelt ist das Mezzanine-Kapital, und zwar zwischen dem risikotragenden Eigenkapital und dem besicherten Fremdkapital. Vergleicht man die Passivseite einer Bilanz mit einem Gebäude, so kann das wirtschaftliche und rechtliche Eigenkapital eines Unternehmens als das Fundament bzw. als Erdgeschoss betrachtet werden, während sich das Fremdkapital mit dem Obergeschoss gleichsetzen lässt. 13 Die folgende Abbildung verdeutlicht diesen Aspekt:
Abb. 3: Einordnung des Mezzanine-Kapitals
Quelle: Eigene Darstellung
11 Vgl. Duden Fremdwörterbuch, Bd. 5 (1997) S. 516.
12 Vgl. Müller (2003), S. 15.
13 Vgl. ebenda, S. 13.
2. Mezzanine-Kapital - Eine neue Finanzierungsalternative?
Das Mezzanine-Kapital steht somit für zahlreiche Finanzierungsinstrumente, die bilanziell zwischen dem reinen Eigenkapital und dem reinen Fremdkapital einzu-ordnen sind, da es Charakteristika 14 von beiden aufweist. 15 Mezzanine-Kapital ist damit durch eine hohe Flexibilität hinsichtlich seiner Ausgestaltungsformen gekennzeichnet. 16 Demnach wird Mezzanine-Kapital finanzierungstechnisch immer dann eingesetzt, wenn eine Finanzierungslücke zwischen Eigen- und Fremdkapital entsteht. 17
In der Literatur wird zwischen einer weiten und einer engen Auslegung des Mezzanine-Begriffs unterschieden. Auffällig ist, dass diese Begriffsauslegungen von verschiedenen Autoren 18 unterschiedlich weit gefasst werden.
Zunächst wird die Fassung von Link/Reichling und Rudolph dargestellt. Der Mezzanine-Begriff im weiteren Sinne stammt ursprünglichen aus den USA 19 . Er umfasst sowohl öffentlich als auch privat platzierte Mezzanine-Instrumente. Eine öffentliche Platzierung liegt vor, wenn öffentlich Anleger für die neu ausgegebenen Wertpapiere geworben werden. Die Emission sowie die Unterbringung der Wertpapiere erfolgt hierbei auf dem Kapitalmarkt. Bei einer Privatplatzierung werden Wertpapiere eines Unternehmens von der Emissionsbank nicht über den Kapitalmarkt, sondern nur einer ausgewählten Gruppe (z.B. Großinvestoren) angeboten, so dass der Anlegerkreis hierbei wesentlich kleiner ist als bei einer öffentlichen Platzierung. 20 Private Mezzanine-Instrumente zeichnen sich gegenüber öffentlichen Instrumenten dadurch aus, dass sie individuell auf die Finanzierungssituation eines Unternehmens zugeschnitten sind. 21 Der in Großbritannien vorherrschende Mezzanine-Begriff im engeren Sinne hingegen subsumiert ausschließlich privates Mezzanine-Kapital, d.h. jenes, das nicht auf dem Kapital- 14 Siehehierzu Punkt 2.1.3.
15 Vgl. Weiß (2005), S. 1; Werner (2004), S. 13.
16 Vgl. Golland/Gehlhaar/Grossmann/Eickhoff-Kley/Jänisch (2005), S. 2.
17 Vgl. Elkemann-Reusch/Zickenrott (2001), S. 113; Pleister (2000), S. 16.
18 Vgl. die Autoren Beintmann (2004) und Dörscher/Hinz (2003) vs. Link/Reichling (2000) und
Rudolph (2004).
19 Denn in den USA werden auch so genannte Junk Bonds zum Mezzanine-Kapital gezählt. Der
Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Junk Bonds öffentlich gehandelt werden.
20 Vgl. O.V., http://www.zertifikate.bgb.de/Lexikon/Gruppe_DF/Emission.html, 17.07.2005.
21 Vgl. Link/Reichling (2000), S. 267; Rudolph (2004), S. 13. Dies hat zur Folge, dass sie wesent-
lich kleinere Volumina aufweisen und somit der Sekundärhandel im Gegensatz zu dem von bör-
sengehandelten Mezzanine-Instrumenten geringe bis fast gar keine Liquidität aufweisen.
Arbeit zitieren:
Handan Arslan, 2005, Die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Mezzanine-Kapitals für mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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