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0. Inhaltsverzeichnis 01 1. Einleitung 02 2. Die Rolle des Sklaven 03
2.1. Die Stellung der Sklaven in der Hausgemeinschaft 03
2.2. Sklaverei von Natur aus vs. Sklaverei aufgrund von Gesetz und Gewalt 07
2.3. Rechtfertigung der Sklaverei 09 2.4. Barbaren 10 2.5. Oikos und Polis 11 3. Kritische Anmerkungen 13 4. Abschließende Bemerkungen 15 5. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Die „Politik“ des Aristoteles wird - nebst der Nikomachischen Ethik - als sein Hauptwerk gesehen - und das nicht ohne Grund, legt der Philosoph doch in diesem Werk seine Staatsphilosophie da. Er analysiert den
„Aufbau der menschlichen Gemeinschaft und der Techniken der Staatsführung i m Hinblick auf eine Staatsform, die ein Maximum von Stabilität mit einem Maximum von Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit verbindet.“ 1
Diese politische Philosophie beinhaltet Gedanken, die dem heutigen Leser befremdlich, wenn nicht sogar skandalös erscheinen. Aristoteles’ Weltbild kann zwar nach wie vor beeindrucken, scheint allerdings, betrachtet vor dem Hintergrund der modernen Kultur und Wissenschaft, hoffnungslos veraltert und gestrig zu sein.
Bei ihm sind ethisch hochgesteckte Ansprüche an den Menschen und die Gesellschaft eng verwoben mit der Legitimierung von Zusammenhängen, deren Anliegen sich aus heutiger Sicht nicht verteidigen lässt, wie er etwa seine Auffassungen zur Glückseligkeit mit der Verteidigung der Sklavenhaltergesellschaft zusammen sieht. 2 Daher ist besonders Aristoteles’ Menschenbild im Hinblick auf die Skla verei 3 und darauf, welche Rolle die Frau in der Polis zu spielen hat, oftmals diskutiert worden.
Aber auch im Hinblick darauf, dass nicht nur Sklaven, sondern auch Metöken 4 , Handwerker, Kaufleute und gewöhnliche Bauern aus der Teilhabe an der Bürgerschaft der Polis ausgeschlossen sind, liefert die Politik des Aristoteles Stoff zur gründlichen Untersuchung, wobei die Sklaverei Aristoteles immerhin legitimierungsbedürftig schien, während nirgends die Tatsache in Frage gestellt wird, dass fremde Einwanderer oftmals über Generationen nicht die Chance erhalten, Bürger zu werden. 5
1 Aristoteles: Politik (Übers. v. Gigon), München 2003, S. 8.
2 Vgl. http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/3715.html (22. August 2005).
3 Zum Beispiel zu sehen in Schofield: Ideology and Philosophy in Aristotle’s Theory of Slavery in Patzig (Hrsg.): Aristoteles’ Politik. Akte des XI: Symposium Aristotelicum Friedrichshafen / Bodensee 25.8.-3.9.1987, Göttingen 1990, S. 1: „Aristotle’s views on slavery are an embarassement to those who otherwise hold his philosophy in high regard.“
4 „Ein Metöke (von griech.: meta mit und oikos Haus, also "Mithauser/Mitwohner") war in der griechischen Antike, insbesondere in Athen, die Bezeichnung für einen dauerhaft in der jeweiligen Stadt lebenden Fremden, der kein Bürgerrecht besaß (aber meist auch Grieche war). Die Metöken mussten in Athen eine spezielle Steuer (metoikion) entrichten und standen dafür unter einem gewissen Schutz des Staates . Vor Gericht und bei Rechtsgeschäften mussten Metöken sich durch einen Bürger vertreten lassen. Sie durften in Athen keinen Grundbesitz erwerben und waren daher überwiegend in Handel und Gewerbe tätig, wurden aber wie die Bürger zum Kriegsdienst herangezogen.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Met%C3%B6ke (22. September 2005))
5 Meier: Gleichheit und Grenzen in: Bohrer u. a. (Hrsg.): Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, j. 49, n. 9-10, Stuttgart 1995, S. 829 f vermutet, dass der Grund hierfür ist, dass Sklaven das, was sie waren, nicht wählen konnten, während es Nicht-Bürgern freistand, in eine andere Stadt zu ziehen.
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Zwar ist es durchaus möglich, die anstößig klingenden Teile des Werkes beiseite zu lassen oder als unwichtig abzutun, was in der Forschung durchaus eine nicht unübliche Praxis ist 6 , doch ignoriert man hiermit die Tatsache, dass Aristoteles’ politische Philosophie auf tiefen Unterschieden, Eingrenzungen der griechischen Bürgerschaften und Ausgrenzungen bestimmter Gruppen fußt. 7 Es ist zwar richtig, dass Aristoteles nicht dem System der Sklaverei seiner Zeit „die philosophischen Weihen erteilt, da es sich um eine ganz andere Form der Abhängigkeit handelt, die er „natürlich“ findet“ 8 , dennoch handelt es sich um eine tatsächliche Form der Sklaverei, bei der die Wortwahl „Sklave“ (doulos) und „Sklaverei“ (douleia) völlig zutreffend ist.
Diese Hausarbeit möchte einen Überblick über die Funktionen, Rechte und Stellung des Sklaven in der von Aristoteles konstruierten idealen Polis geben, denn die Herausarbeitung der Struktur der Relation zwischen Herr und Sklave ist in ihrer Bedeutung nicht allein auf die Sklaverei als Bedingung des Hauses beschränkt, „sondern ist auch auf den weiten Rahmen der Herrschaftsformen in der Polis bezogen“ 9 . Sie will sich mit der Frage befassen, ob der Sklave, der nicht als rein wirtschaftliches Objekt, sondern vielmehr als Teil eines Systems von Abhängigkeiten im präpolitischen Raum gesehen wird, bei Aristoteles überhaupt als vollwertiger Mensch angesehen werden kann, die Rolle des Sklaven im Oikos und damit das Herrscha ftsverhältnis zwischen Herr und Sklaven genauer analysieren und den Unterschied zwischen Sklaverei, die auf der Natur und solcher, die auf Gesetzen basiert, betrachten. Auch Aristoteles’ Kritiker sollen exemplarisch zu Wort kommen.
2. Die Rolle des Sklaven
2. 1. Die Stellung der Sklaven in der Hausgemeinschaft
Besonderen Wert legt Aristoteles auch bei seinen Staatstheorien auf die so genannte analytische Methode: Um den Staat als Ganzes zu verstehen, ist es wichtig, zunächst seine einzelnen Glieder zu betrachten:
„Wie man nämlich auch anderswo das Zusammengesetzte bis zu den nicht mehr zusammengesetzten Teilen zerlegen muß (denn diese sind die kleinsten Teile des Ganzen), so müssen wir auch beim Staate erkennen, woraus er zusammengesetzt ist.“ 10
6 Wie zu sehen in Charpa: Aristoteles, Frankfurt am Main, New York 1991, S. 102: „Die zeitgebundene Ausschließung von Frauen und Sklaven ist leicht revidierbar und für den Gang von Aristoteles’ Argumentation […] marginal.“
7 Vgl. Meier: Gleichheit und Grenzen, in: Bohrer u. a. (Hrsg.): Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, S. 825.
8 Pellegrin: Hausverwaltung und Sklaverei in: Höffe (Hrsg.): Aristoteles Politik, Berlin 2001, S. 3.
9 Klees: Herren und Sklaven, Wiesbaden 1975, S. 187.
10 Aristoteles: Politik (Übers. v. Gigon), 1252 a 13 ff.
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Arbeit zitieren:
Sonja Filip, 2005, Die Rolle des Sklaven in Aristoteles' Politik, München, GRIN Verlag GmbH
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