I
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 1
2 GRUNDLAGEN 3
2.1 Anthropologie 3
2.2 Poetik 4
3 BIOLOGISCHER ANSATZ 5
3.1 Evolutorische Grundlagen 6
3.2 BioCulture 8
3.3 Stress-Lust-Mechanismus 9
4 ANTHROPOLOGISCHER ANSATZ 12
4.1 Imitation und Emulation 13
4.2 Gesellschaftliche Perspektive 15
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 17
6 LITERATURVERZEICHNIS 18
1 Einleitung 1
Einleitung 1
Soziale Systeme entstehen durch Kommunikation, aber einmal
konstituiert, determinieren sie die Kommunikationsstruktur. Der
einzelne […] Kommunikationsvorgang ist somit als Komponente eines
sozialen Systems, einer spezifischen Kulturgestalt […]determiniert. (Reimann 1986: S.96)
Wenn man der Frage nachgehen will, warum der Mensch kreativ oder eben poetisch ist, findet man in der Disziplin der kulturellen Anthropologie einen guten Sparringspartner. Denn in ihr wird multidisziplinär mit den verschiedensten Instanzen ein breites Bild gezeichnet und somit ein mehrdimensionaler Erklärungsversuch dessen geliefert, was den Menschen poetisch sein lässt. Es ist durchaus spannend, die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Forschungsrichtungen darauf zu untersuchen, welche Ergebnisse oder Lösungsansätze diese im Hinblick auf die Fragestellung anbieten. Somit kann in dieser Ausarbeitung ein differenziertes Bild dessen gezeichnet werden, was denn nun einen poetischen oder kreativen Menschen ausmacht. Nachdem als Grundlagen die Stichworte „Anthropologie“ und „Poetik“ definiert wurden, wird zunächst unter dem Begriff „Biologischer Ansatz“ ein Ausblick in die Evolutionstheorie gegeben. Dann wird der Zusammenhang von Biologie und Kultur dargelegt, indem bei Tieren beobachtetes Verhalten und die interpretierten Intentionen auf die Welt des homo sapiens übertragen werden. Dann wird die Basistheorie Eibls herangezogen, dass in gewisser Weise alles menschliche Handeln auf dem Stress-Lust-Prinzip beruht. Im Grunde beschreibt Eibl damit vormals instinktive Mechanismen, die der Reproduktion dienten, welche nun auch als Antrieb zu kreativem Verhalten angesehen werden. Gleichsam ist aber auch die Menschheit daran interessiert, einfach nur um des Genusses willen die Sprache zu nutzen. Ohne realen Nutzen oder andere Nebenabsichten wird also das Benutzen der Sprache zur Lustbefriedigung eingesetzt, wobei es bei demjenigen auch Lust generiert, der dieses Mittel einsetzt.
1 Einleitung 2
Im Weiteren wird dann unter dem Begriff „Anthropologischer Ansatz“ die Methode des Imitierens und Emulierens aufgeführt, die zum einen als Grundlage allen Lernens begriffen wird, zum anderen die Basis für die Weiterentwicklung von Bestehendem ist. Sodann wird als gesellschaftliche Perspektive ausgeführt, was die kulturellen Motivatoren für das Entstehen einer poetogenen Struktur sind. Zugleich wird gezeigt, dass das normative Umfeld der Gesellschaft dazu herausfordert, diese Normen zu umgehen. Und wo dies nicht möglich ist, wurde die Poesie als Ventil zur Äußerung der eigenen Meinung installiert.
2 Grundlagen 3
2 Grundlagen
Die Fragestellung begleitend, scheint die Definition von Anthropologie und Poetik hilfreich, da hiermit eine Basis gelegt wird, um die Thematik einleitend zu erfassen. Daher werden im Folgenden zunächst diese beiden Begriffe, teils in unterschiedlichen Ausprägungen, erläutert.
2.1 Anthropologie
Der Begriff Anthropologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Lehre vom Menschen“ (o.V., S. 461). Fokussiert auf die Fragestellung scheinen zwei Definitionen, die dort als erweiterte angegeben sind, interessant.
Zunächst die „psychische A.“, die als „Lehre von den geistigen Eigenschaften des Menschen zu verstehen [ist]“ (o.V., S.462) und sich in Teildisziplinen der Psychologie und der Verhaltensforschung integriert sieht.
Weiterhin die „kulturelle A.“, welche „die empirisch fundierte Integration mehrerer Einzelwissenschaften wie Soziologie, Psycholog., Med., Pädag., Rechts- und Religionswissenschaft, Völkerkunde u.a. [beschreibt]“ und daher „als Grundlage zur Bewältigung komplexer Probleme [dient], wie sie sich in der modernen Ges.[ellschaft] stellen“ (o.V., S.462)
2 Grundlagen 4
2.2 Poetik
Der Begriff Poetik stammt aus dem Griechischen und beschreibt die „Kunst des Dichtens, Lehre von der Dichtkunst, dem Wesen, den Formen und Gattungen der Literatur“ (Nünning, S. 531).
„Die erste und bis heute einflußreichste P. verfaßte Aristoteles um 330 v.Chr. als Polemik gegen Platon mit dem Ziel, die Dichtkunst im allg., ihre Formen und deren Eigenart sowie die Frage der Gestaltung der Stoffe in der Dichtung zu erklären. (...) Dichtung und Lit. sind hier deutlich aufgewertet, da sie im Unterschied zur Geschichtsschreibung, der bloßen Nachzeichnung vergangener Tatsachenwelten, in ihren Fiktionswelten die Grenzen der bestehenden Realität durchbrechen und die Vollendung des in der Natur noch Unvollendeten antizipieren. (...) Das sprachliche Kunstwerk beruht auf einem Akt der Nachahmung (Mimesis), der durch Techniken der Fiktionalisierung (Poiesis) das Material in eine spezifische Struktur und ästhetische Erfahrung verwandelt.“ (Nünning, S. 531).
Arbeit zitieren:
Jessica Scheffold, 2005, Warum ist der Mensch poetisch? ein biologisch-anthropologischer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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