Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 1
2. Zeitgenössische Quellen 1
2.1 Einhards Vita Karoli Magni 1
2.1.1 Die Idealisierung Karls des Großen 2
2.1.2 Die Ordnung unter Karl dem Großen 3
2.2 Annales regni Francorum 4
3. Interpretationstheorien 5
3.1 Der Kaisertitel wider Karls Willen 5
3.2 Das Zwei-Kaiserproblem 6
3.3 Die Art und Weise der Zeremonie 7
4. Schluss 9
5. Bibliografie 10
5.1 Quellen 10
5.2 Literatur 10
II
1 Einleitung
Das Thema der vorliegenden Hausarbeit lautet: „Karl der Große - Kaiser wider Willen?“. Zunächst werden i n einem ersten Schritt zwei entscheidende historische Quellen erläutert, die sich unterschiedlich über die Kaiserkrönung Karls des Großen äußern. Dabei wird verstärkt die Position Einhards, dem Verfasser der Karoli Magni, erörtert, die besondere Bedeutung für die Bearbeitung des Hausarbeitsthemas hat.
Der Schwerpunkt der Hausarbeit liegt in den Interpretationstheorien, die die „Kaiser wider Willen“ These erörtern und Gründe benennen. Der Schlussteil enthält eine Zusammenfassung der erarbeiteten Thesen, verbunden mit einer Stellungnahme bezüglich der Frage, ob Karl der Große ein Kaiser wider Willen war.
2 Zeitgenössische Quellen
Die Frage, ob Karl der Große ein Kaiser wider Willen war, lässt sich ohnehin schon schwer klären. Doch bevor man sich diesem Thema zuwendet, ist in jedem Fall ein Blick in zeitgenössische Quellen, die über die Kaiserkrönung Karl des Großen berichten, sinnvoll.
Im Folgenden geht es um die Annales regni Francorum, eine unabhängige Geschichtsschreibung, und um Einhards Vita Karoli Magni. Gerade die Karoli Magni ist bei der Bearbeitung der Fragestellung „Karl der Große - Kaiser wider Willen?“ von großer Bedeutung, da die zentralen Textpassagen über die Kaiserkrönung für viele Historiker die Grundlage der „Kaiser wider Willen“-These ist.
2.1 Einhards Karoli Magni
Die Vita Karoli Magni wurde von Einhard, einem „engen Vertrauten“ 1 Karls des Großen, verfasst 2 . Einhard hat sich in seinem Stil streng an die Kaiserbiografien Suetons gehalten 3 , dagegen bezieht sich der Inhalt der Vita eher auf den individuellen Charakter Karls, wobei aber auch immer wieder „allgemeingültige,
1 Becher, Matthias (1999).Karl der Grosse. München: C.H. Beck`sche Verlagsbuchhandlung, Seite 7
2 Vgl. Becher 1999, S. 7
3 Vgl. Einhard, Das Leben Karls des Großen. In: Reinhold Rau (Hrsg.). Quellen zur karolingischen
Reichsgeschichte I (Seite 157-201). Darmstadt: Wissenschaftliche Büchergesellschaft, S. 159
1
statische Eigenschaften“ 4 des Monarchen von Einhard hervorgehoben werden. Im Allgemeinen ist zu beobachten, dass Einhard äußerst ausführlich Gewohnheiten, Statur und Privat- bzw. Familienleben des Kaisers beschreibt, ganz anders als bei dem Ereignis der Kaiserkrönung am 25.12.800 in Rom. Hier genügt Einhard ein Satz, unbewusst dessen, das dieser Satz bis heute mehr Fragen bzw. Spekulationen aufweist als das es Antworten gibt 5 . Denn der Biograf berichtet über Karls Gemützustand an diesem Ereignis wie folgt: „Damals war es, daß er die Benennung Kaiser und Augustus empfing; das war ihm zuerst so zuwider, daß er versicherte, er würde an jenem Tage, obgleich es ein hohes Fest war, die Kirche nicht betreten haben, wenn er des Papstes Absicht hätte vorherwissen können“ 6 . Unverkennbar beschreibt Einhard auf den ersten Blick einen Kaiser wider Willen der weder den Plan des Papstes kannte, noch sich auf die Krönung hätte vorbereiten können. Doch untersucht man andere Quellen, wird deutlich, dass der Überraschungseffekt für Karl den Großen keinesfalls den Tatsachen entspricht. Denn zum Einen „konnte Karl erst unmittelbar vor dem Weiheakt selbst die kaiserliche Gewandung anlegen“ 7 und zum Anderen waren die zahlreichen Weihegaben, die Karl mit seinen Töchtern und Söhnen auf der Confessio dem heiligen Petrus brachte, von so großem Aufwand, dass sie nicht spontan gewesen sein können 8 .
Doch welche persönlichen Beweggründe mögen Einhard veranlasst haben Karl den Großen als einen Kaiser wider Willen darzustellen?
2.1.1 Die Idealisierung Karls des Großen
Die Vita Karoli Magni soll ein Gedenken an Karl den Großen sein, und so ist es Fakt, dass Einhard an vielen Stellen darauf bedacht ist sein Vorbild zu ehren. Das hat zur Folge, dass „Einhard zu Übertreibungen neigte, oft zugunsten seines Helden und zu dessen Idealisierung“ 9 .Einhard hat nicht die Absicht das große historische Ereignis in den Vordergrund zu stellen, vielmehr geht es ihm darum die Tugenden Karls deutlich werden zu lassen. Karls Bescheidenheit,
4 Becher 1999, S. 7
5 Vgl. Becher 1999, S. 7
6 Einhard, Das Leben Karls des Großen, S. 199-201
7 Hägermann, Dieter (2000). Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. München: Propyläen, S. 426
8 Vgl. Hägermann 2000, S. 426
9 Becher 1999, S. 8
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Arbeit zitieren:
Christina Eggers, 2005, Karl der Große - Kaiser wider Willen?, München, GRIN Verlag GmbH
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