I
Einleitung 2
1. Unsere Wurzeln - die Industriegesellschaft 3
1.1 Die industrielle Revolution 3
1.2 Das Kapital und die Arbeiterklasse schließen einen Kompromiss 3
1.3 Der Kapitalismus gibt noch mal richtig Gas 4
2. Die technologische Initialzündung der Wissensgesellschaft 6
3. Anzeichen des Wandels in gesellschaftlichen Sphären 7
3.1 Ökonomie - Wissen als unmittelbarer Produktionsfaktor 7
3.2 Politik - Eigenverantwortung anstelle von Regulierung und Vorsorge 8
3.3 Bildung und Wissen 8
3.4 Kultur 8
4. Ansichten der neuen Gesellschaftsform 9
4.1 Schöne neue Welt 9
4.2 Wer sind die Teilnehmer 11
5. Schlussbetrachtung 12
6. Literaturverzeichnis 13
2
Einleitung
Unsere Industriegesellschaft ist in die Jahre gekommen. Viele Anzeichen sprechen für einen Übergang in eine neue Gesellschaftsform. Das Label dieser neuen Gesellschaftsform ist nach der nomadischen, agrarischen und industriel- len die Wissens gesellschaft 1 .
Die Leitwerte der Industriegesellschaft sind Standardisierung, Spezialisierung, Synchronisierung und Zentralisierung. Alle diese Bereiche leiden unter Auflö- sungserscheinungen. Standardprodukte sind zunehmend nicht mehr marktfä- hig, die Spezialisierung der Geschlechter wird zunehmend aufgebrochen, die starre Arbeitszeitstruktur der Industrie deckt sich nicht mehr mit den heutigen Anforderungen und zentrale Systeme wie der Staat eines ist stehen unter star- kem Beschuss 2 .
Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Trendforscher und Politiker beschäfti- gen sich intensiv mit der Analyse der Krise, der möglichen Ausformungen und den Chancen, Hoffnungen bzw. Möglichkeiten, die sich für die Gesellschaft und die teilnehmenden Menschen ergeben.
Diese Hausarbeit skizziert in Kapitel 1 die Industriegesellschaft, nimmt in Kapitel 2 die Spuren des Wandels in den unterschiedlichengesellschaftlichen Sphären auf, beschreibt in Kapitel 5 die technologischen Vorraussetzungen und gibt schließlich in Kapitel 4 Raum für zwei unterschiedliche Aussichten in die Wissensgesellschaft.
1 Vgl. Alvin Toffler, Amerikanischer Zukunftsforscher in "The third wave", New York, 1980
2 Vgl. Matthias Horx, Trendforscher, Die Zukunftsgesellschaft, Kelkheim 2003
3
1. Unsere Wurzeln - die Industriegesellschaft
Um zu verstehen, welchen Umfang der Wandel unsere Gesellschaft umfasst, sind im folgenden Kapitel die "Errungenschaften" der industriellen Revolution beschrieben und der Klassenkompromiss, auf dem unsere heutige Gesellschaft noch funktioniert.
Die industrielle Revolution
1.1 Am Ende des 18. Jahrhunderts läutete die Landwirtschaft die industrielle Revolution ein. Die Landwirtschaft führte neue Produktionsmethoden ein und steigerte so ihre Erträge. Für viele Landarbeiter bedeutete das den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Arbeitslos geworden drängten sie auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Es entstanden Ballungsgebiete, die ebenfalls von der industriellen Revolution geprägt waren. Hochentwickelte Technologien, starke Arbeitsteilung, Massenproduktion, Leistungs- und Wachstumsorientierung, neue Herrschafts- und Organisationsstrukturen (Bürokratismus) und der verstärkte Einsatz von produzierendem Kapital ließen die Industriegesellschaft entstehen 1 .
Das "Kapital" und die Arbeiterklasse schließen einen Kompromiss
1.2 Spezialisierung, Arbeitsteilung und die Automatisierung bestimmten den Alltag des Arbeiters. "Arbeit ist ein (…) wesentliches Moment der Daseinserfüllung." 1 Es kam es zu einer Entfremdung der Arbeit und somit zum beschädigten Selbstwertgefühl bei den neuen Industriearbeitern und ehemaligen Landarbei- tern, die nur noch genau definierte Arbeitsschritte zu einer ganz bestimmten Zeit zu verrichten hatten. "Der Mensch will von Natur aus nicht Geld und mehr Geld verdienen, sondern so leben, wie er zu leben gewohnt ist und das dafür Notwendige erwerben." 2 Die ersten Industriearbeiter hatten ihre Schwierigkeiten mit dem neuen System. Sie verließen ihre Webstühle oft vor offiziellem Arbeits- schluss, weil sie meinten, genug für ihren Lebens unterhalt verdient zu haben.
1 dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden; 1988
2 Max Weber, Soziologe, Die protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus (1920)
4
Der neue Arbeiter musste sich an ein formalisiertes Arbeitszeitsystem, das sich an den Maschinen orientierte, gewöhnen. Die Arbeiterklasse, das Proletariat, das periodisch-auftretender Arbeitslosigkeit ausgesetzt war, stand dem wachsenden gesellschaftlichen Reichtum gegenüber 1 . Soziale Konflikte zwischen den Klassen waren die Folge. Diesen Zündstoff zu entschärfen, wurde die Gesellschaft stark Institutionalisiert. Gewerkschaften und staatliche Bürokratie gaben den Arbeitern den verlorengegangenen Halt und Orientierung. Soziale Absicherungssysteme wurden eingezogen. Es kam zum sogenannten Klassenkompromiss. Einen Ausgleich für die permanente Arbeitsintensivierung und Leistungssteigerung fand die Arbeiterklasse im Warenkonsum. Der kons u- mistische Zirkel ist typisch für den entwickelten Kapitalismus 4 .
Der Kapitalismus "gibt noch mal richtig Gas"
1.3
Angefangen in den 30er Jahren nach der Weltwirtschaftskrise und gefestigt durch den Ost-West-Konflikt entwickelte sich im Klima der Optimierung der Be- triebsabläufe, dem Taylorismus 2 die Spätform des Kapitalismus der Fordismus, der die Rationalisierung der Fertigungskosten durch Massenproduktion syste- matisierte 3 . Ausgelöst durch die Konkurrenz der unterschiedlichen Systeme festigten sich der Staatsinterventionismus und die Konzentration auf die Bin- nenmärkte. In den 70er Jahren gerät der Fordismus in eine Krise. Für Joachim Hirsch liegt der Grund für das Scheitern des Fordsimus in ihm selbst 4 . Aufge- baut auf Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung, auf Institutio- nen wie der Bürokratie und den Gewerkschaften und einem staatlich organi- sierten Klassenkompromiss brannten die tayloristischen Produktivitätspotentiale aus und die Grundlage des Fordismus begann sich aufzulösen.
Globalisierung wurde und wird als Lösungsansatz für dieses Problem gesehen 4 . "Der kapitalistische Ausweg aus der Krise bestand in einer grundlegenden
1 vgl.: Lehrbuch der Soziologie, Helmut Voelzkow, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2 Taylorismus: (amerikanische Ingenieur S.W. Taylor, 1856-1915) System der wissenschaftlichen Be- triebsführung mit dem Ziel, einen möglichst wirtschaftlichen Betriebsablauf zur erzielen, Quelle: Duden - das Fremdwörterbuch, Mannheim 01.02.1990.
3 Fordismus (nach Henry Ford): Industriepolitische Konzeption, Quelle: Duden - das Fremdwörterbuch, Mannheim 01.02.1990.
4 vgl. Joachim Hirsch in "Die Zukunft der Arbeitsgesellschaft", erschienen in Jungle World Nr.24 vom 9.7.99
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Gunnar Vollering, 2003, Von der Industriegesellschaft in die Wissensgesellschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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