2
Inhaltangabe
Einleitung 3
Die drei alltagsästhetischen Schemata 4
Das Hochkulturschema 4
Das Trivialschema. 5
Das Spannungsschemata. 5
Der Erlebnismarkt 5
Erlebnis als Handlungsziel 6
Rationalit ät der Erlebnisnachfrage und des Erlebnisangebots. 6
1) Korrespondenz 7
2) Abstraktion. 7
3) Kumulation. 7
4) Variation. 7
5) Autosuggestion. 7
1) Schematisierung. 8
2) Profilierung 8
3) Abwandlung. 8
4) Suggestion. 8
Die Dynamik des Erlebnismarktes. 8
1) Erlebnisorientierte Veränderung der Produktstruktur. 9
2) Expansion des Tauschvolumens. 9
3) Räumliche Expansion von Absatzgebieten und Endregionalisierung. 9
4) Korporatisierung und Konzentration. 9
5) Progredienz 9
6) Schematisierung der Alltagsästhetik. 10
7) Milieusegmentierung 10
Schulzes Fazit 10
Schluss 11
3
Einleitung
Paris - die Stadt der Liebe. Befragt man 100 Personen nach einer spontanen Antwort, was Sie mit der Stadt Paris verbinden, sagen 100 Liebe. Dies erscheint einleuchtend. Die heutige Gesellschaft findet langsam wieder gefallen an Geborgenheit, Partnerschaft und Familie. Weg vom schnelllebigen und hektischen Alltag - rein ins Vergnügen. Richtig gehört, Vergnügen. Also was würden nun diese 100 Befragten als nächstes sagen, wenn Sie mit der Stadt Paris konfrontiert werden? Louvre? Notre Dame? Eifelturm wahrscheinlich eher. Aber nein, sie antworten mit Eurodisney… Was auch sonst. Warum pilgern Millionen Menschen zur, von US-Produzent und Regisseur Cecil B. de Mille für seinen Film „Die 10 Gebote“, errichteten Stadt Karnak, die eigentlich in Ägypten, genauer gesagt in Luxor steht? Wieso fährt man hunderte Kilometer, um sein Auto nicht beim örtlichen Händler, sondern in einem Erlebnispark, einer Produktions- und gleichzeitig Luxusstadt abzuholen? Und kann es sein, dass Millionen Liter Cerosin in die Luft gepulvert werden, um ein Einkaufswochenende in New Yorks großen Shoppingcentern zu verbringen?
„Kann es in Zukunft ein neues Bedürfnis nach künstlichen Erlebniswelten geben?“ 1 Wenn man heute eine (Tages-) Zeitung, eine Zeitschrift oder eine Illustrierte aufschlägt, oder das Fernsehen, das Radio oder den Computer anmacht, kommt es nicht selten vor, dass man gleich zu Beginn sein Augenmerk auf das richtet, was mit vielen bunten Bildern, Schriften und paradiesischen Redewendungen in den Werbe- und Klatschspalten erscheint. Meist sind es Produkte, Neuheiten, welche den Drang nach Bedürfnisbefriedigung der Gesellschaft stillen. Ein Ereignis, ein Event, ein Erlebnis für die Sinne und nicht selten für den Geldbeutel auch. Der Wettlauf hat begonnen.
„Allein in Deutschland gibt es mehr als 60 Freizeit- und Erlebnisparks, 8.800 Ausstellungen und über 10.000 Volksfeste“ 2 und Festivals. Mehr und mehr müssen sich Wirtschaft und Politik, aber auch Forschung und Entwicklung mit dem Anspruch der neuen Ereigniskultur auseinandersetzen. Kann man das Ganze eigentlich noch als Kultur bezeichnen? Ist es nicht vielmehr Kulisse? Illusion statt Wirklichkeit? Fast…der Anspruch der Erlebnisgesellschaft von heute und morgen sind perfekte Illusionen und Scheinwelten, „solange sie die Wirklichkeit übertreffen“ 3 .
1 In: OPASCHOWSKI, Erlebniswelten im Zeitalter der Eventkultur; B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut
Hamburg, 2000, S.8
2 In: OPASCHOWSKI, Erlebniswelten im Zeitalter der Eventkultur; B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut
Hamburg, 2000, S.9
3 In: OPASCHOWSKI, Erlebniswelten im Zeitalter der Eventkultur; B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut
Hamburg, 2000, S.12
4
„Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat!“ JEAN-JACQUES ROUSSEAU (1762) 4
Als einer der bekanntesten Vertreter eines radikalen Erlebnisbegriffes hat Rousseau diesen in engem Zusammenhang mit seinem Naturverständnis gesetzt. Nach Rousseau ist das Erlebnis also die „Sinnenumfassende Wahrnehmung der Natur“. 5
In dieser Arbeit geht es zunächst um den Begriff der Ereigniskultur an sich. Ziel soll es sein einige Sachverhalte, die Gerhard SCHULZE in seinem Buch „Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart“ erforscht hat, näher zu beschreiben. Schwerpunkte bilden dabei der Begriff und die Bedeutung alltagsästhetischer Schemata sowie der Erlebnismarkt. Nach diesem kurzen Anriss des theoretischen Bezuges, wird die Arbeit den Trend Festivals aufgreifen, ehe wir anhand zweier Fallbeispiele, nämlich Graz 2003 und den Klangspuren Schwaz, den Bezug zwischen Schulzes Erlebnisdefinition und der Realität darstellen wollen. Dabei werden insbesondere die positiven Auswirkungen wie Umwegrenatbilität und Nachhaltigkeit von Graz 2003 beleuchtet, aber auch die Gefahren und Probleme aufgezeigt.
Die drei alltagsästhetischen Schemata
Alltagsästhetische Schemata können als “ Bündelungen” bzw. als “Muster des Erlebens” verstanden werden. Dabei weist Schulze unterschiedlichen Verhaltenweisen ähnliche ästhetische Bedeutungen zu. Dies kann beispielsweise nach folgendem Prinzip ablaufen: Der Besuch eines Museums ist ähnlich dem Besuch eines Konzertes und auch dem Lesen oder Schreiben von Gedichten. Verhaltensweisen, wie dem Lesen einer Bildzeitung oder dem Besuch einer Discothek, sind mit den erstgenannten jedoch kaum vereinbar und diesen sehr “unähnlich”. Aufgrund von solchen Bündelungen gelangt Schulze zu drei Schemata: 1) Das Hochkulturschema: Es zeichnet sich durch die Kultur der alten Klasse aus. Lektüre gehobener Literatur, klassische Musik und Opernbesuche sind als typische Zeichen zu verstehen. Dieses Genussschema ist gekennzeichnet durch mediative Entspannung, die Zurücknahme des Körpers und stilles Betrachten. Kultivierte und Gebildete „richten sich gegen
4 In: OPASCHOWSKI, Erlebniswelten im Zeitalter der Eventkultur; B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut
Hamburg, 2000, S. 11
5 MÜLLER, Wolfgang; Erlebnismarkt und Menschenbild; Berneux Verlag Düsseldorf, 2001
Arbeit zitieren:
Annemarie Kremer, 2004, Die Ereigniskultur nach Gerhard Schulze, München, GRIN Verlag GmbH
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