Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung 4
2. Einleitung 5
3. Benutzeradaptive Systeme
3.1 Definition „Personalized Hypermedia Application“ 6
3.2 Die Funktionsweise 6
3.3 Anwendungsbereiche 7
3.4 Benutzeradaptive Systeme in Konflikt mit dem Datenschutz 8
3.4.1 Statistiken über Ängste und Bedürfnisse der Nutzer 8
3.4.2 Datenschutzgesetze im Überblick 9
3.4.2.1 Datenschutzgesetzen zu Grunde liegende Prinzipien und ihre
Auswirkungen auf die Funktionsweise benutzeradaptiver Systeme 10
3.4.2.1.1 Schutz der Daten von identifizierten oder identifizierbaren
Individuen S. 10
3.4.2.1.2 Grundsatz der begrenzten Datenerhebung 10
3.4.2.1.3 Grundsatz der Zweckbestimmung 10
3.4.2.1.4 Grundsatz der Offenheit gegenüber dem Datensubjekt 10
3.4.2.1.5 Grenzüberschreitende Ströme personenbezogener Daten 10
3.4.2.1.6 Löschung der Nutzerprotokolle 11
3.4.2.1.7 Verfahren mit den Nutzerprotokollen verschiedener Anwendungen 11
3.4.2.1.8 Nutzerprofile und Pseudonyme 11
3.4.2.1.9 Anonymität und Pseudonymität 11
3.4.3 Lösungsmöglichkeiten 11
3.4.3.1 Anonyme Zugänge 12
3.4.3.1.1 Verschiedene Arten anonymer Zugänge 12
3.4.3.1.2 Vorteile von Anonymität 13
3.4.3.2 Verschlüsselung 14
3.4.3.3 Die „Component Architecture for Dynamically Managing
Privacy Constraints 15
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4. Biometrie - Der Körper als Schlüssel 16
4.1 Was ist Biometrie? 17
4.2 Geschichtliches zur Biometrie 17
4.3 Marktanteile verschiedener biometrischer Systeme 18
4.4 Was prüfen biometrische Systeme? 19
4.5 Anwendungsgebiete für biometrische Systeme 19
4.6 Die Funktionsweise biometrischer Systeme 20
4.7 Falsch-Akzeptanz-Rate und Falsch-Rückweisungs-Rate 21
4.8 Anforderungen an biometrische Merkmale 22
4.8.1 Universalität 22
4.8.2 Einmaligkeit 23
4.8.3 Beständigkeit 23
4.8.4 Erfassbarkeit 23
4.8.5 Durchführung 23
4.8.6 Akzeptierbarkeit 24
4.8.7 Fälschungssicherheit 24
4.9 Einzelne biometrische Verfahren 24
4.9.1 Die Fingerabdruck-Erkennung 24
4.9.1.1 Allgemeines zum Verfahren 24
4.9.1.2 Anwendungsbeispiele für die Fingerabdruckerkennung 26
4.9.1.3 Probleme 26
4.9.2 Die Gesichtserkennung 27
4.9.2.1 Allgemeines zum Verfahren 27
4.9.2.2 Anwendungsbeispiele für die Gesichtserkennung 28
4.9.2.3 Probleme 28
4.9.3 Der Iris-Scan 29
4.9.3.1 Allgemeines zum Verfahren 29
4.9.3.2 Anwendungsbereiche 30
4.9.3.3 Sicherheitsaspekte 30
4.9.4 Charakteristika der Unterschrift 31
4.9.4.1 Allgemeines zum Verfahren 31
4.9.4.2 Sicherheitsaspekte 32
4.10 Höhere Sicherheit durch kombinierte Systeme 32
4.11 Tabellarische Zusammenfassung der wichtigsten Vor- und
Nachteile der unterschiedlichen biometrischen Systeme 34
5. Literaturverzeichnis 37
3
1. Zusammenfassung
Benutzeradaptive Systeme erleichtern den Usern in vielen Anwendungsbereichen die Arbeit und Interaktion. Als Beispiele hierfür führt Jörg Schreck von der Universität Essen die „Hervorhebung wichtiger Funktionalität, Auslassung nicht notwendiger I n-formationen oder automatische[…] Ausführung wiederkehrender Tätigkeiten“ an. Um diese Prozesse durchführen zu können, ist das benutzeradaptive System auf eine Vielzahl von Daten und Informationen über den Nutzer und sein Verhalten in den einzelnen Anwendungssitzungen angewiesen. Um die Risiken des Missbrauchs solcher Daten zu mindern, wurden Datenschutzrichtlinien geschaffen. Darüber hinaus entwickelten unter anderen Alfred Kobsa, Professor an der School of Information and Computer Science der Universität von Kalifornien, Irvine, sowie Jörg Schreck am I nstitut für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Universität Essen Möglichkeiten, mit benutzeradaptiven Systemen unter den Kriterien Anonymität und Pseudonymität zu interagieren. Hierbei stellt die Pseudonymous Identification den wohl besten Kompromiss zwischen den Anforderungen des Systems einerseits sowie der Wahrung der Privatsphäre der Nutzer andererseits dar. Die so genannte „Component Architecture for Dynamically Managing Privacy Constraints“, eine Software, die sich automatisch an das jeweilige Datenschutzniveau anpasst, erweist sich ebenfalls als erfolgsversprechend. Zur Sicherung der Inhalte auf dem Weg durch das weltweite Datennetz sind Verschlüsselungsmethoden beim Transport unbedingt notwendig.
Eine weitere Art der individuellen Nutzererkennung stellen biometrische Systeme dar. Diese Systeme i dentifizieren oder verifizieren den Benutzer auf der Basis physiologischer oder verhaltensbasierter Merkmale. Die prominentesten Vertreter bi ometrischer Verfahren stellen der Fingerabdruck sowie der Iris-Scan dar. Biometrische Systeme eignen sich beispielsweise für physische Zugangskontrollen, logische Zugangssysteme, Legitimationsvorgänge oder Überwachungen. Alle Methoden unterscheiden sich in Kosten, Benutzerfreundlichkeit, Erkennungsgeschwindigkeit oder Genauigkeit. Eine Kombination verschiedener biometrischer Verfahren erhöht den Sicherheitslevel. [9], [10] , [20]
4
2. Einleitung
In unserer Gesellschaft nehmen der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Grad der weltweiten Vernetzung kontinuierlich zu. Im Zuge dieser Entwicklung hin zu immer leistungsstärkeren und komplexeren Systemen finden benutzeradaptive Anwendungen, d.h. Anwendungen mit der Fähigkeit zur individuellen Anpassung an den jeweiligen Nutzer - vor allem auch im Internetimmer weitere Verbreitung. Sie erleichtern dem Benutzer die Interaktion, verbessern die Systemnutzung und unterstützen ihn bei der Informationsfindung. In dem Maße, in dem Computer und Datenverarbeitung eine ständig wachsende Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen unseres täglichen Lebens spielt, gewinnt aber auch der Schutz von personenbezogenen Informationen vor Missbrauch i mmer mehr an Bedeutung. Benutzeradaptive Anwendungen im Web erweisen sich in diesem Zusammenhang als besonders prekär. Wie alle adaptiven Systeme müssen sie, um optimal zu funktionieren, möglichst große Mengen an Daten über den Benutzer sammeln, verarbeiten und speichern. Die Gefahr, dass diese Informationen dabei in falsche Hände gelangen, darf im weltweiten Netzwerk nicht unterschätzt werden. Mit dem Problem des Datenschutzes in benutzeradaptiven Systemen speziell im Internet befassen sich unter anderem Alfred Kobsa und Jörg Schreck. Mit ihren Arbeiten beschäftigt sich der erste Teil unserer Hausarbeit.
In ihrem zweiten Teil beschäftigt sich diese Hausarbeit mit dem Phänomen biometrischer Systeme. Zunächst soll geklärt werden, was unter dem Begriff zu verstehen ist und was biometrische Systeme sind. Es wird skizziert, wie die Systeme im Allgemeinen funktionieren und was durch sie geprüft werden kann. Auch auf den Unterschied der Anwendung zur Verifikation und zur Identifikation soll eingegangen werden. Einen weiteren Teil macht die exemplarische Vorstellung von verschiedenen biometrischen Systemen - der Fingerabdruckerkennung, der Gesichtserkennung, des Iris-Scan und des Unterschriftenvergleichs - aus. Dass die Kombination zweier Systeme zu höherer Sicherheit führt, soll schließlich an der Entwicklung von Lin Hong und Anil Jain verdeutlicht werden
5
3. Benutzeradaptive Systeme
3.1 Definition „Personalized Hypermedia Application“
Kobsa et al. definieren eine benutzeradaptive Hypermedia-Anwendung allgemein als
“a hypermedia system, which adapts the content, structure and / or presentation of
the net-worked hypermedia objects to each individual user’s characteristics, usage
behaviour and / or usage environment
Im Gegensatz zu den so genannten benutzeradaptierbaren Systemen (user-
adaptable systems), welche der Benutzer selbst manuell an die eigenen Bedürfnisse
angleichen kann, führen benutzeradaptive Systeme (user-adaptive systems) alle An-
passungen selbstständig und automatisch aus.
Eines der wohl bekanntesten Beispiele für eine benutzeradaptive Internetseite stellt
Amazon dar. Dabei merkt sich das System, welche Seiten der Kunde besucht, wel-
che Waren er gekauft und nach welchen Stichworten er gesucht hat. Auf der Grund-
lage dieser Informationen werden dem Kunden bei einem erneuten Besuch speziell
auf seine Interessen und Bedürfnisse zugeschnittene Kaufempfehlungen angeboten.
Als ein weiteres Beispiel für eine benutzeradaptive Anwendung sei Swiftfile zu nen-
nen , ein Werkzeug zur Sortierung und Ablage von E-Mails in Ordnern. Hierzu werden
eingehende Mails vom Programm einer semantischen Analyse unterzogen. Darauf-
hin schlägt es automatisch drei passende Ordner vor, in die der Nutzer die Nachricht
abgelegen kann.
13 , 20
3.2 Die Funktionsweise
Unter dem Begriff des benutzeradaptiven Systems fasst Kobsa den Benutzer, den
User -Modeling-Server, das auf diesem vorhandene individuelle Benutzermodell so-
wie die benutzeradaptive Anwendung zusammen.
6
Diese Abbildung veranschaulicht eine aus Sicht der Autoren Kobsa und Schreck mögliche Funktionsweise der benutzeradaptiven Systeme. Damit das System korrekt arbeiten kann, muss der Benutzer zu Beginn jeder Sitzung mit seinem User-Modeling-Server verbunden sein. Diese sind in der Lage, die Informationen, die sie über den User erhalten, mit denen über die gesamte Userpopulation oder Benutzeruntergruppen zu vergleichen. Darüber hinaus können sie die Informationen verschiedener Anwendungssitzungen desselben Users vermischen.
Der Anwender 1 - links in der Grafik - arbeitet mit einer personalisierten Zeitung sowie einer personalisierten Website. Beide Instanzen leiten Informationen über den Benutzer an das Usermodell weiter. Zugleich passen sie ihr Angebot und ihre I nhalte an die Interessen und Vorlieben des Benutzers an. Diese Informationen erhalten sie ebenfalls vom User-Modeling-Server. Zudem empfängt ein kommerzielles Programm konkrete Informationen über den Benutzer und sein Verhalten vom Modeling-Server und beliefert den User mit speziell auf seine Vorlieben, Bedürfnisse und Interessen ausgerichteter Werbung.
Der zweite User - rechts in der Grafik - agiert ebenfalls mit zwei benutzeradaptiven Anwendungen. Informationen über diesen User werden in einem anderen Usermodell gespeichert als die Daten über Benutzer 1. Das Usermodell liegt aber auf demselben Server wie das von Anwender 1. Dadurch wird der erwähnte Vergleich zwischen verschiedenen Usern und der gesamten Usergruppe ermöglicht. [20], Bild: Kobsa, Schreck
3.3 Anwendungsbereiche
Benutzeradaptive Systeme fanden bisher in den verschiedensten Feldern Anwendung. So zum Beispiel im Bereich der Lern- und Trainingsprogramme, der Onlinehilfe für Computersoftware, bei Computerzugängen für Behinderte sowie bei der flexiblen Informationssuche. Seit den 90ern erfreuen sie sich stetig wachsender Popularität, vor allem auch auf Grund der fortschreitenden Entwicklung und Verbreitung des I nternet, das für derartige Systeme viele Anwendungsmöglichkeiten bereithält. In diesem Bereich bedarf es allerdings noch einiger Entwicklungsarbeit. Bisher werden im Web nämlich nur benutzeradaptive Systeme für relativ einfache Aufgaben der Kundenbetreuung eingesetzt. Diese sind zum Beispiel die Bereitstellung kundenspezifisch angepasster Inhalte wie maßgeschneiderte Informationen über Anlagemöglichkeiten, an die Interessen angepasste Nachrichten, die Empfehlung von Produkten
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oder Schaltung von Werbung, basierend auf dem bisherigen Kaufverhalten der Kunden, auf die Möglichkeiten des Kunden zugeschnittene Preise, maßgeschneiderte E-Mailbenachrichtigungen oder Expresstransaktionen. In Zukunft sind Kobsa zu Folge noch weitaus aufwändigere Anwendungen denkbar: Produktbeschreibungen, deren Komplexität auf die Vorbildung und das Wissen des Nutzers zugeschnitten sind, eine automatische Anpassung der Präsentationsart von Informationen etc. an die Vorlieben der Nutzer, was beispielsweise die Art der verwendeten Medien wie Text, Graphiken, Videos, anbelangt, Empfehlungen und Informationen basierend auf den Interessen und Zielen der Nutzer, sowie mobile Geräte, die auch den Standort und die Gewohnheiten des Benutzers mit berücksichtigen. [19]
3.4 Benutzeradaptive Systeme in Konflikt mit dem Datenschutz
Wie bereits angesprochen, müssen adaptive Anwendungen große Mengen an Informationen über den Benutzer sammeln, verarbeiten und speichern. Nur dadurch sind sie in der Lage, sich optimal anzupassen. Dem stehen jedoch oft die Ängste der Nutzer vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten sowie gesetzliche Datenschutzbestimmungen entgegen. Können benutzeradaptive Systeme deshalb nicht die nötigen I n-formationen sammeln, werden sie dementsprechend in ihrer Funktionsweise beei nträchtigt und können sich dem Nutzer nicht - oder zumindest nicht richtig - anpassen. Um eine Lösung für diese Probleme zu finden und eine optimale Adaption zu ermöglichen, ist es notwendig, beim Design einer benutzeradaptiven Anwendung sowohl die Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer, wie auch bestehende Datenschutzgesetze in die Überlegungen mit einzubeziehen.
3.4.1 Statistiken über Ängste und Bedürfnisse der Nutzer
Um Genaueres über Ängste, Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer in Bezug auf den Schutz ihrer Daten im Internet herauszufinden und benutzeradaptive Systeme entsprechend anpassen zu können, vergleicht Kobsa in seinem Aufsatz „Impacts of User Privacy Preferences on Personalized Systems - a Comparative Study“ 30 verschiedene Nutzerstudien zu diesem Thema.
In allen diesen Umfragen wird deutlich, dass der Großteil der Nutzer - „83% (CD, UCO), 70% (Gartner), 25% (DTI), 72% (UMR), 84% (Fox et al.)“ - um den Schutz
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Arbeit zitieren:
Markus Sebastian Müller, 2004, Individuelle Nutzererkennung - Benutzeradaptive Systeme und biometrische Systeme, München, GRIN Verlag GmbH
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