Inhalt
1 Einleitung 2
2 Zusammenfassung der Aussagen des Textes 3
3 Zuordnung des Textes zur politikwissenschaftlichen Tradition 4
3. 1 Verortung des Textes in der Theorienlandschaft 5
3. 2 Strukturelle Unterscheidung politischer Herrschaft 5
3. 3 Art und Weise politischer Herrschaft 7
3. 4 Der Bezugsrahmen politischer Herrschaft 8
3. 5 Position des Autors und wissenschaftstheoretische Schule 9
4 Eignung der Position des Textes zur Analyse der heutigen politischen Realität in
modernen Gesellschaften und Schlussbemerkung 9
5 Literaturverzeichnis 12
2
1 Einleitung
Aufgabe dieser Seminararbeit ist es, einen anfänglich nach Verfasser und Entstehungszeit unbekannten Text 1 , 1. in seinen wichtigsten Aussagen zusammenzufassen; 2. in einer komplexeren Ausführung den Text einer politiktheoretischen Tradition zuzuordnen; 3. kritisch die Position des Textes dahingehend zu diskutieren, inwiefern diese geeignet ist, politische Realitäten in modernen Gesellschaften zu analysieren. Das Hauptaugenmerk vorliegender Arbeit wird auf den klassischen Positionen der politiktheoretischen Tradition liegen, das heißt, welchen klassischen Positionen schließt sich der Autor, Wilhelm Hennis, an und von welchen setzt er sich ab. Dies soll exemplarisch an den Klassikern Aristoteles „Politik“ 2 (pro) und Thomas Hobbes „Leviathan“ 3 (contra) erfolgen. Argumentationsweise und Standpunkt des Textes werden hierzu in der Theorienlandschaft ein- und die Positionen des Autors einer wissenschaftstheoretischen Schule zugeordnet. Interessant erschien mir bei der Bearbeitung dieser Fragen auch die Neuinterpretation von Max Weber durch Wilhelm Hennis, sprich die Verortung des wissenschaftlichen Interesses Max Webers näher an der praktischen Philosophie denn bei den empirischen Sozialwissenschaften, und damit die Nähe der von Hennis vertretenen Positionen zu denen von Max Weber. Den Rahmen einer Seminararbeit hätte die Auseinandersetzung mit dem Max-Weber-Œuvre 4 von Wilhelm Hennis jedoch gesprengt und so konzentriere ich mich für die Anschlusspositionen auf den Klassiker der politiktheoretischen Tradition - Aristoteles.
In der Erörterung der von Wilhelm Hennis vertretenen Haltung und ihrer nicht abstreitbaren Aktualität, ihrem Bezug zur politischen Realität in modernen Gesellschaften werde ich mich im wesentlichen auf die Strukturprobleme der Demokratien und den Prozess der Globalisierung konzentrieren. Nahtlos gehen diese Ausführungen in eine Schlussbemerkung über.
1 Hennis (1977: 176ff). Zuerst erschienen als: Hennis, Wilhelm (1971): Ende der Politik? Zur Krisis der Politik
in der Neuzeit. In: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken. 25. 509-526.
2 Aristoteles, Politik.
3 Hobbes, Leviathan.
4 Kielmansegg (2001: 436ff).
3
2 Zusammenfassung der Aussagen des Textes
Am Anfang des Aufsatzes von Wilhelm Hennis steht die für die Politikwissenschaft schicksalhafte Frage nach dem Ende der Politik. Untertitelt wird das reißerische Thema mit der Diagnose: „Zur Krisis der Politik in der Neuzeit“ 5 . Um was aber geht es Hennis in seinem engagierten und polemischen Aufsatz? In erster Linie um die Darstellung seines Politikbegriffes, der ein praktischer, traditioneller ist, in der Abgrenzung zum technischen, modernen Politikbegriff. Was haben wir nun unter einem praktischen und einem technischen Politikbegriff zu verstehen und warum dieses leidenschaftliche, manchmal fatalistische Plädoyer für einen traditionellen Begriff von Politik?
Hennis praktischer Politikbegriff leitet sich aus den zentralen Begriffen abendländischer Politik wie Verantwortlichkeit, Gerechtigkeit, Verfassungsmäßigkeit 6 und Gemeinwohl her. Politikwissenschaft als praktische Wissenschaft und politische Philosophie gehören für ihn seit Platon und Aristoteles untrennbar zusammen. Entsprechend dem aristotelischen Sinn heißt Politik immer gute Politik, denn regieren und regiert werden ist eine Sache der guten Ordnung. Im Gegensatz dazu steht der mit Thomas Hobbes „Leviathan“ (1651) emporgekommene moderne Politikbegriff. Politik verkommt in diesem zu einem reinen Herstellungsprozess und wird reduziert auf Macht- und Herrschaftsbeziehungen. Ein inhaltliches Element, die Verknüpfung von Politik mit einem Ethos als Verhalten an sich, entsprechend dem traditionellem Politikverständnis 7 , kann Hennis in diesem Begriff nicht mehr erkennen. Alles hängt in ihm von der richtigen Konstruktion des Systems durch den politischen Ingenieur und der Herstellung der richtigen Umstände ab. Gegen die Dominanz dieses Konzeptes im neuzeitlichen Politikdenken zückt Hennis seine Feder und lässt sich dabei von der Idee des guten, tugendhaften Lebens und des Rechts leiten. 8 Schließend aus der konstatierten Übermacht des technischen Denkens sieht Hennis als Problem, damals so aktuell wie heute, den Abschluss, wenn nicht gar das Ende, der spezifisch abendländischen Tradition des politischen Denkens. Formelhaft gießt er dies in folgende These: „Wir stehen am Übergang in eine neue Epoche, in der auch die heute noch umlaufenden Restbestände dieses Politikverständnisses aufgebraucht und jene sicher auch in Zukunft unvermeidlichen Formen der Herrschaft unter ganz andere, jedenfalls nicht mehr „politische“ Kategorien gestellt werden könnten.“ 9 . Untermauert wird diese These in
5 Hennis (1977: 176).
6 Hennis (1977: 178).
7 Hennis (1977: 188).
8 Nohlen (1995: 138).
9 Hennis (1977: 179f).
Arbeit zitieren:
Matthias Rekow, 2004, Ende der Politik? - Wilhelm Hennis zur Krisis der Politik in der Neuzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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