Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
1.1 Bild der romantischen Epoche 2
1.2 Kinder- und Jugendliteratur in der Romantik 4
1.2.1 Das romantische Kindheitsbild 5
2 Hauptteil 6
2.1 1. Beispiel: Brüder Grimm: Die Sterntaler 6
2.2 2. Beispiel: Reinick: Das übergelehrte Kind. 9
2.3 3. Beispiel: Hoffmann: Nussknacker und Mausekönig 11
3 Schluss. 15
4 Literaturverzeichnis 16
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1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Epoche der Romantik. Dabei möchte ich zunächst eine Charakterisierung der Romantik, des Denkens und der Vorstellungen dieser Zeit vornehmen. Dabei wird die Epoche in einen zeitlichen Zusammenhang zur vorhergehenden aufklärerischen Epoche gesetzt. Anhand von konkreten Textbeispielen aus der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) sollen romantischen Merkmale aufgezeigt und verdeutlicht werden.
1.1 Bild der romantischen Epoche
Als Einstieg in das Thema bietet es sich an, kurz über den Begriff ´Romantik´ im heutigen Alltagsgebrauch nachzudenken. Dabei könnten einem Dinge wie Hochzeit, Kerzenschein, Mond, Sonnenuntergang oder Rosen in den Kopf kommen. Allerdings können solche Dinge, die in den Augen des einen als romantisch gelten, in den Augen eines anderes kitschig erscheinen. Man kann also zum einen feststellen, dass der Romantikbegriff sehr unterschiedlich gefüllt werden kann und es keine allgemeinverbindlichen Kriterien für den Romantikbegriff im Alltagsgebrauch gibt. Zum anderen unterscheidet sich der heutige Begriff Romantik deutlich von dem Epochenbegriff. Zeitlich ist die Epoche der Romantik in die Jahre von 1795 bis 1830 (vgl. Wucherpfennig 1996, S. 132) einzuordnen, wobei die Grenzen wie bei fast jeder Epoche unterschiedlich definiert werden können und daher nicht als starr anzusehen sind. Die Romantik lässt sich nicht nur durch einen bestimmten Stil oder bestimmte literarische Formen beschreiben, sondern steht für eine ganze Weltanschauung, die auch heute noch vertreten werden und damit aktuell sein kann.
Vorausgehend herrschte die Aufklärung, die sich in Europa ausbreitete. Sie setzte das neuzeitliche Menschenbild durch, nach dem der Mensch nicht mehr standesbestimmt war, sondern jeder der Anlage nach gleich befähigt sei und in der Lage selbstständig zu urteilen und zu handeln (vgl. Wucher-
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pfennig 1996, S. 75). Im Zentrum stand die Vernunft, die sich in allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen zeigen sollte. So fand eine Säkularisierung statt, Kirche und Staat sollen getrennt werden, die Bildung wird zu einer Aufgabe weltlicher Einrichtungen. Die Vernunft galt als Maß aller Dinge, mit deren Hilfe vernünftige Regeln und Maßstäbe gefunden werden sollten. Deutlich wurde das besonders in der Modernisierung. Technik und Wissenschaft, aber auch das Familien- und Arbeitsleben wurden völlig neu gestaltet. Es fand eine Trennung von Wohnen und Arbeit statt, die Rolle der Ehefrau ändert sich, indem sie emanzipierter wurde und die sog. vernünftige Liebe trat an die Stelle der arrangierten Ehe. Bei einer Eheschließung galt es nun nicht mehr als verpönt, wenn die Ehepartner sich liebten. Allerdings durfte dies nicht der einzige Grund zur Heirat sein. Stattdessen mussten vernünftige Gründe hinzutreten, etwa der gesellschaftliche Aufstieg für den Ehepartner oder finanzielle Absicherung.
Während die Aufklärer also die Vernunft in den Mittelpunkt allen Denkens stellten, empfanden die Romantiker dies als Überbetonung des Verstandes. Ihrer Ansicht nach wurde der Mensch zu einseitig gesehen, indem das Gefühl, die emotionale Seite des Menschen im Grunde unberücksichtigt blieb. Die Romantik setzte daher einen starken Kontrast zur aufklärerischen Auffassung des Lebens. Jedoch ist zu beachten, dass die Romantik nicht einfach als das Gegenteil der Aufklärung zu verstehen ist. So wurden der Verstand und die Vernunft nicht bestritten, erhielten jedoch eine zu große Gewichtung zu Lasten der emotionalen Seite des Menschen (vgl. Ewers 1994, S. 7).
Das große Ziel der Romantiker war wie bereits in der Klassik die Harmonie. Diese konnte nach romantischer Auffassung nur erreicht werden, wenn man die Gesellschaft zum Ausdruck der All-Einheit macht, welche die Natur regiert (vgl. Wucherpfennig 1996, S. 132). Dazu ist es notwendig, dass jedes Individuum die All-Einheit erfährt. Das geschieht in Träumen und Fantasien, in denen er in ein umfassendes Ganzes aufgenommen wird und dort Schutz und Geborgenheit erfährt. Dieses Streben kann auf dem Hintergrund des technischen Fortschritts und der Modernisierung des Lebens in allen Bereichen (s.o.) als Bedürfnis nach Sicherheit verstanden werden. Durch den Umbruch der äußeren Umstände und Lebensbedingungen wünschten sich
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die Menschen einen Ort der Ruhe und des ungefährdeten Glücks. Das Ziel war eine Ganzheit, die alle Gegensätze aufheben konnte. Es sollte nicht mehr Kontraste wie arm und reich, schön und hässlich, klug und dumm vorherrschen. Romantiker nehmen eine Perspektive der Vermittlung und Idealisierung ein, sie streben nach einer Verbindung mit der Unendlichkeit. Diese Einheit zeigt sich z.B. in der natürlichen Mutter-Kindbeziehung. Die innige Liebe und Verbundenheit sollte zum Prinzip der Familie und des Staates werden (vgl. Wucherpfennig 1996, S. 133). Die Religion (genauer der Katholizismus) erfuhr eine neue Popularität, da man sich von ihr die Erfahrung der göttlichen Liebe und einen höheren Wirklichkeitsgrad erhoffte. Alte Riten, die Musik und das bunte Treiben übte auf die Romantiker eine große Faszination aus. Das zeigt sich außerdem in der Orientierung in die Vergangenheit, mit der die Romantiker der Modernisierung begegneten. Das Mittelalter wurde von ihnen idealisiert und kopiert, was ebenfalls das Bedürfnis nach festen, sicheren Regeln spiegelt wie der Wunsch nach All-Einheit (vgl. Brunken/Hurrelmann/Pech 1998 2003, S. 326).
1.2 Kinder- und Jugendliteratur in der Romantik
Die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) erfährt bereits in der Aufklärung eine tiefgreifende Umstrukturierung, so dass man sogar von einer „Literaturrevolution“ (Ewers 1994, S. 7) sprechen kann. Sie hatte sich zu einem eigenständigen Zweig innerhalb der Literatur entwickelt. Für die Aufklärer war Literatur ein Mittel, mit dem ihre Ideale von Bildung und Wissenserwerb verbreitet werden konnten. Daher wählten sie entsprechende Gattungen, die es erlaubten, den Leser direkt oder indirekt zu belehren. Beliebte Formen waren die Fabeln wegen ihrer Morallehre, gebundene und ungebundene Formen der Lehrdichtung sowie Dialoge, die als Leitbild aufklärerischer Kommunikation überhaupt verstanden werden können. In ihnen werden nach sokratischem Vorbild Sachthemen erläutert und tugendhaftes Verhalten vermittelt. Eine weitere verbreitete Gattung stellte das Drama dar. Hierbei konnten die Kinder zumeist selbst mitspielen, was der Übung von korrektem Sprechen und Auftreten diente. Solche Vorführungen fanden sowohl in der Schule als auch zu
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Arbeit zitieren:
Manuela Ickler, 2005, Merkmale romantischer Kinder- und Jugendliteratur anhand ausgewählter Beispiele, München, GRIN Verlag GmbH
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